Feenbuntbarsch Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Futterkosten:  durchschnittlich
  • Pflegeaufwand:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Rosensammlerin

Prinzessin von Burundi

4
  • Futterkosten:  durchschnittlich
  • Pflegeaufwand:  durchschnittlich

Pro:

grazil, interessant

Kontra:

vermehrungsfreudig

Empfehlung:

Ja

„Prinzessin von Burundi“

Lamprologus brichardi

weitere deutsche Namen: Feenbarsch, Gabelschwanzbuntbarsch

Farbvariante „daffodil“

Herkunft: Afrika, Tanganjikasee (endemisch, d.h. nur dort vorkommend)

Wasserwerte: Temperatur: 25°C, pH-Wert 7,5 bis 8,5, Wasser mittelhart bis hart 10 bis 25° dGH


# Das Becken

Ich richte immer gern Aquarien ein, in denen die Fische zusammen passen. Je nach Größe des Beckens ist eine Vergesellschaftung durchaus möglich und auch optisch interessant. Es sollte aber nicht ein Sammelsurium aus allem werden, was einem vielleicht gefällt. Dann wird der Gesamteindruck sehr unruhig, außerdem sollten die Ansprüche der Fische berücksichtigt werden.

Es sollte selbstverständlich sein, dass z.B. afrikanische Barsche und südamerikanische Salmler nicht in einem Becken schwimmen, denn sie brauchen ganz unterschiedliche Wasserwerte.

Für meine Prinzessinnen richtete ich ein Becken mit den Maßen 1,00 m x 0,60 m x 0,60 m ein.


# Die Einrichtung

Auf den Boden des Beckens legte ich eine 2 cm dicke Styroporplatte, darauf wurden dunkelrote bis braune Steine aufgeschichtet, die ich aus einem Steinbruch holte (das Heck meines Pkw senkte sich bedenklich und die Scheinwerfer warfen ihr Licht fast in den Himmel). Da ich nicht genau wusste, um was für Steine es sich handelte, wurde zunächst einmal mit Schwefelsäure getestet, ob es Kalksteine sind, waren aber keine (sonst schäumt es auf).

Die Steine wurden so aufgebaut, dass viele Höhlen entstanden und der gesamte Hintergrund bis fast zur Wasseroberfläche voller Steine war. Einige größere Platten ragten bis in den Vordergrund. Anschließend wurde dunkler Lavakies als Bodengrund aufgefüllt (ca. 5 cm). Die Heizung und der Filteransaugstutzen verschwanden hinter den Steinaufbauten.


# Die Fische

Nach ca. 1 Woche holte ich die „Prinzessinnen von Burundi“ aus dem Zoogeschäft meines Vertrauens ab. Es waren 6 junge Tiere von ca. 8 cm Länge.
Sie machen ihrem Namen alle Ehre, die Fische wirken zart, die Schwanz- und Rückenflossen sind stark ausgezogen.
Die Geschlechter sind vom Aussehen her sehr schwer zu unterscheiden, die Rückenflosse der Weibchen soll etwas stumpfer sein. Wirklich unterscheiden kann man sie nur, wenn man sie beobachtet und kennt.
Die vorherrschenden Farben sind elfenbein und weiß, hellblau und gelb.

Zur Gesellschaft bekamen sie 4 Lamprologus tertracephalus (Fünfstreifen-Tanganjikabuntbarsch), ein Kontrast mit schönen blauen Flossen und fünf dunklen Querbändern. Natürlich stammen sie auch aus dem Tanganjikasee und kommen nur dort vor.


# Das Verhalten

Nach kurzer Eingewöhnungszeit regelten die 10 Bewohner und Bewohnerinnen ihr Zusammenleben. Die so zart wirkenden Prinzessinnen suchten sich ihre Plätze aus und behaupteten sie ohne Schwierigkeiten gegenüber den Tetrocephalus. Doch auch diese fanden ihren Platz. Es kam zu Käbbeleien, aber wirkliche Kämpfe, unter denen eine Art zu leiden gehabt hätte, gab es nicht.

Hin und wieder konnte man nach einigen Tagen Balzverhalten sehen, das meiste blieb jedoch den Augen der Menschen verborgen. Auch wurden Reviere verteidigt und mal der eine, mal der andere vertrieben. Insgesamt machten alle einen guten und munteren Eindruck, zerfranzte Flossen oder gar Verletzungen gab es nicht.


# Das Futter

Einmal täglich fütterte ich möglichst abwechslungsreich. Neben Flockenfutter bekamen sie auch Frostfutter, und zwar rote Mückenlarven, Mysis, Artemia und schwarze Mückenlarven. Hin und wieder gab ich auch gefriergetrocknetes Futter, z.B. Daphnien (Wasserflöhe).


# Die Nachzucht

Die ersten kleinen Prinzessinnen schwammen schon nach 6 Wochen im Aquarium. Es ist putzig, wenn die Kleinen zum ersten Mal aus ihrem Versteck kommen und die Steine oder den Bodengrund nach Futter absuchen. Jetzt ist aber auch der Zeitpunkt, wo man feinstes Futter zusätzlich geben sollte. Ich machte kein Besonderes Aufhebens um die Jungfische, mehr als einmal täglich konnte ich nicht dort sein und füttern. Trotzdem wuchsen sie gut heran und ich konnte kaum erkennen, dass der erste Schwarm von ca. 20 Jungfischen kleiner wurde. Die Zucht ist also nicht schwer und geschieht praktisch ohne Mühe.


# Das Besondere

Neben dem grazilen Aussehen ist das Verhalten der Familien untereinander das Besondere. Die Jungfische werden in der Nähe der Eltern geduldet, auch wenn eine oder mehrere weitere Nachzuchten erfolgen. Die Geschwister beteiligen sich sogar an der Betreuung der Kleinen. Es macht sehr viel Spaß, sie zu beobachten. Doch nach einigen Monaten bleibt einem nichts anderes übrig, als Fische herauszufangen und weiterzugeben, die Vermehrungsrate ist sehr hoch. Der zweite Schwarm Jungfische war schon beträchtlich größer und bald gab es ein weiteres Paar, das sich auch vermehrte.
Wie viele Stunden ich brauchte, um auch nur einige halbwüchsige Prinzessinnen aus dem Becken herauszufangen – irgendwann mit fast nackten Oberkörper- das verrate ich jetzt nicht. Aber ich sage so viel, ein halbes Jahr später habe ich das Becken komplett leer geräumt.


# Fazit

Sie sind wirklich grazil und schön, leicht zu halten und zu züchten, außerdem interessant zu beobachten, aber die Vermehrung wird auch zum Problem, man muss schon einen Großhändler kennen, um die vielen Jungfische loszuwerden.


Ich hoffe, mein Bericht gefällt euch und regt zum Lesen und Kommentieren an.



2005 © bezaubernde_Ginie bzw. Rosensammlerin

66 Bewertungen, 9 Kommentare

  • anonym

    06.07.2006, 18:22 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • campimo

    31.05.2006, 13:14 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

    (¯`´.¸.´´¯) Schöner Bericht - von mir erhälst du ein sehr hilfreich. Liebe Grüße campimo (¯`´.¸.´´¯)

  • Zuckermaus29

    26.05.2006, 01:48 Uhr von Zuckermaus29
    Bewertung: sehr hilfreich

    "sh" für Dich von mir :o) Viele Grüße Jeanny

  • Estha

    20.05.2006, 00:59 Uhr von Estha
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse geschrieben ... sh... @};--..lg susi

  • sindimindi

    19.05.2006, 00:00 Uhr von sindimindi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Kann man als Aquarianerin eigentlich überhaupt noch Fischgerichte essen? - RS

  • blackangel63

    17.05.2006, 01:07 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    ..(* " "*)...(* " "*).. .( ='o'= ).( ='o'= ). - (,,)-(,,) - (,,)-(,,)-...LG Anja :-)

  • curlywurly

    12.04.2005, 22:35 Uhr von curlywurly
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wieviele Aquarien hast Du denn eigentlich ? Toller Bericht....Grüsse curlywurly

  • plötzlichpapa

    12.04.2005, 11:30 Uhr von plötzlichpapa
    Bewertung: sehr hilfreich

    Feenbuntbarschen um faszinierende Fische handelt. Anscheinend fühlen Sie sich echt wohl bei Dir, denn sonst hätten sie keine Jungen bekommen.

  • Audiomanic

    06.04.2005, 10:05 Uhr von Audiomanic
    Bewertung: sehr hilfreich

    Eigentlich sollten wir unsere Berichte zusammen werfen ;o)) Beschreibst hier schon den L. Brichardi. Der wurde in meinem Video übrigens auch vorgestellt. LG, JEns