Fernsehsender Testbericht

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Erfahrungsbericht von Muelli

Ethnografische Methode

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ethnographie - was ist das?

Als günstiges Beispiel für Ethnographie dient die Krise der Einschaltquotenforschung, die innerhalb der Fernsehindustrie den wichtigsten und etabliertesten Zweig der Rezipientenforschung ausmacht.

Diese sogenannten Einschaltquotenanalysen werden von verschiedenen Mediengruppen durchgeführt. Die Folge dieser Analysen sind erhebliche Unzufriedenheit und Widerstreit unter den Werbefachleuten sowie im gesamten System.

Die Lösung wird nun darin gesucht, noch perfektere Messinstrumente zu entwickeln. So gibt es ein Experiment der Nielsen-Gruppe, wo Personen mittels eines elektronischen Bild-Erkennungssystems identifiziert werden und es letztendlich keinen Zweifel mehr darüber gibt, wer zu welcher Tageszeit welchen Kanal, welches Programm und welche Werbesendungen angesehen hat.

In der Marketing- und Werbeforschung ist ein steigendes Interesse an qualitativen und interpretativen Methode zur Messung von Konsumentenverhalten auszumachen. Dahinter steht die Überzeugung, dass ausführlichere und lokalspezifische Kenntnisse benötigt werden, um Konsumenten effektiver anzusprechen, zu gewinnen und zu verführen. Auch innerhalb der Marktforschung werden die Grundsätze des radikalen Kontextualismus immer häufiger vernehmbar.

Jonathan CULLER stellte fest, dass Kontext nicht grenzenlos sei, folglich könnten Erklärungen durch den Kontext niemals ganz die Bedeutung festlegen.

Ebenso kann man davon ausgehen, dass Anthropologen jahrzehntelang die Aufgabe übernommen haben, andere Kulturen als bedeutungsvolle Einheiten zu beschreiben und zu interpretieren. \"Kultur\" kann nicht länger als ein transparentes Objekt empirischer Untersuchung verstanden werden, als fertige Einheit, die vom Ethnographen als solche entdeckt und dokumentiert werden kann.

So bemerkte James CLIFFORD diesbezüglich:
\"Kulturen\" halten für ihre Portraits nicht still.

Eine Kultur zu porträtieren impliziere das diskursive Improvisieren eines einheitlichen Bildes aus Stückchen und Teilchen sorgfältig ausgewählter und zusammengestellter Beobachtungen.

In dem heutigen modernen Weltsystem ist es jedoch ziemlich unmöglich geworden, sich ein vollständiges und umfassendes Portrait irgendeiner solchen kulturellen Formation auch nur vorzustellen.

Es gibt einfach keine unberührten, isolierten, ganzheitlichen \"Kulturen\" mehr, die aus ihrer Umwelt herausgelöst werden können, um für sich selbst betrachtet zu werden. Heute sind alle Kulturen in mehr oder weniger großem Ausmaß miteinander verbunden, und mobile Menschen sind, sich ständig in einem multidimensionalen, transnationalen Raum bewegend, in viele kulturelle Praktiken gleichzeitig eingebunden.

Zusammenfassung:
Mit verschiedenen qualitativen Methoden wird versucht, herauszufinden, welche Vorlieben wir = Zielgruppe haben. Es wäre dadurch möglich, die Medienproduktionen zu verbessern. Aus Sicht der Werbewirtschaft und der TV-Sender könnte damit natürlich auch der Profit gesteigert werden.

8 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Swinja

    09.06.2002, 03:22 Uhr von Swinja
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wöw, das haut mich jetzt total vom Hocker. *BG*

  • Libraia

    09.06.2002, 03:10 Uhr von Libraia
    Bewertung: sehr hilfreich

    echt interessant, ich hätte diesen Begriff mit "Ethnologie" verwechselt und da doch ziemlich daneben gelegen. Mal wieder was gelernt!