Schokolade zum Frühstück. Das Tagebuch der Bridget Jones (Taschenbuch) / Helen Fielding Testbericht
ab 5,08 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Erfahrungsbericht von dani___
Mmm. Du bist ja total wabbelig.
Pro:
locker - flockiger Schreibstil, der an den Emotionen der Charaktere teilhaben lässt; tiefer Einblick in das Leben einer Frau +gg+; sehr amüsant und witzig (vor allem die Stichpunkt artigen Ausführungen über Kalorien, Zigaretten &Alkohol); schnell zu lesen
Kontra:
nur 345 Seiten; unrealistisch (für mich aber nicht schlimm)
Empfehlung:
Ja
Uäääh. Wisst ihr, wie das ist, wenn man sich völlig zugefressen hat, wenn man sich noch einredet „oja, es hat so lecker geschmeckt und mein Hunger war so groß“, dass man fast platzt und sich nachher so elend fühlt, dass man sich nichts sehnlicher wünscht als das Ganze rückgängig zu machen?
Oja, dann kommen diese Marathoneinkäufe dazu, bei denen man mal den ganzen Frust rauslässt, so richtig Geld zum Fenster rausschmeißen eben. Macht schon Spaß, bloß blöd, wenn die Klamotten letzten Endes irgendwie überhaupt niciht passen. Egal, sehen ja auch im Schrank schön aus, nicht?
Und oweee – eine Freundin feiert eine Party und alle sind eingeladen, nur ich nicht??? uäääh, wie konnte das nur passieren? War ich wohl nicht nett genug? Oder fallen in letzter Zeit einfach nur meine zusätzlichen Speckräulchen auf?? Oh nein, mein Leben ist so sinnlos, ich muss unbedingt meine Haare waschen, vielleicht fühle ich mich dann besser...
[30 Minuten später ]
Nein, keine Gefühlsänderung, schade.
Bin immer noch überzeugt davon, dass ich fett, ungeliebt und einsam bin. Uäääh (Bridgets liebster Ausdruck). Und das an einem Sonntag Abend, an dem alle anderen gemütlich mit ihren Freunden zusammen sind – ich sitze hier und knabbere an meinen Wunschvorstellungen – UÄÄHH.
Das könnte auch in dem Buch stehen, denn genau darum geht es eigentlich ständig.
Bridget Jones fühlt sich in einem Moment so hässlich, dass sie weglaufen möchte und stellt sie sich dann auf die Waage und diese zeigt ein halbes Kilo weniger an, so ist sie überglücklich und fühlt sich als Number 1:
„Mein Körper ist ein Tempel. Ich frage mich, ob es schon Zeit ist, ins Bett zu gehen? Ach nein, es ist erst halb neun. Innere Ausgeglichenheit. Ohh. Telefon.“ (Auszug, Seite 104)
Nur Bridget hat jetzt auch noch andere Probleme (ja, wie es scheint, sind das ECHTE Probleme von Bridget, also bitte ernst nehmen +gg+): dieses Mal sind es keine Badewannen mehr, die überlaufen in Momenten, wo sie leider ihren Schlüsser zur Wohnung nicht dabei hat, dann ihre Wohnung und die darunter unter Wasser steht und ihr das bald egal ist, weil sie mit dem Typen von unten rumknutsch. Nein - sie ist in ihren Chef Daniel verknallt – und das nicht wenig.
Ok, eigentlich ist er ein Arsch, er hat sie bisher immer ignoriert, aber das ist ja jetzt egal, seitdem er auf ihren „zu kurzen Rock“ aufmerksam geworden ist.
Tja und wie Bridget halt eben so ist, legt sie es nun extra drauf an und legt mit ihm eine heiße interne Email – Session hin. Arbeiten bleibt dann zwar etwas auf der Strecke, aber was solls, der Chef will es ja nicht anders ;)
Zur gleichen Zeit geht auch noch die Ehe von Bridgets Eltern in die Brüche – ihre Mom hat einen neuen, dreht völlig am Rad, weil sie der Meinung ist, sie hat ihr Leben vergeudet, vor allem die Kinder seien ja so undurchdacht gewesen [seufz] und so brennt sie schließlich mit Julio durch und lässt ihren Ehemann im Regen stehen.
Der – ganz am Ende – ruft durchgehend, auch bei Nacht, bei Bridget an und bekommt einen Weinkrampf nach dem nächsten.
Ok, denkt sich Bridget, alles wird wieder gut, oder doch nicht?
Schlimm genug, denn Bridget muss sich ja schon mit Daniel beschäftigen. Den hat sie zwar wegen „emotionaler Flachwichserei“ oder so ähnlich erst mal in die Wüste geschickt, weil er ja keine Beziehung will, doch anscheinend hat er es sich dann etwas anders überlegt, weil er imme noch so von ihrem Rock begeistert war.
Kurz und schmerzlos: sie sind ein Paar.
Und sie lieben Sex.
Wäre da nicht – nein, das kann nicht sein – eine langbeinige Schönheit auf Daniels Balkon. Hach, die hat sich bestimmt nur verirrt. Oder???
Tja, Liebeskummer ist angesagt und Daniel war sowieso nur ein großer Irrtum, das hat Bridgets schwuler Freund sowieso gleich gewusst (muss in so einem Roman eigentlich immer ein schwuler Freund vorkommen, schon komisch!).
So, Bridget – Sexentzug. Keinen Freund, angeschwollene Tränensäcke und ein gebrochenes Herz, aber das kann doch eine Frau nicht erschüttern. Nein. Sicher nicht.
Denn da kommt auch schon der nächste, denn mit der Aktion von Bridgets Mom, die zusammen mit ihrem neuen Liebhaber nach Spanien flüchtet, weil sie etwas illegal gehandelt haben, taucht auch schon der nächste Mann auf...
... und was tut Bridget? - Natürlich, sie lässt sich höchstwahrscheinlich auf ihn ein.
Natürlich total unfreiwillig, denn was will Frau von heute denn schon dagegen machen, wenn sie an ihre überflüssigen Pfunde, ihre Cellulitis und Augenringe denkt? Sie kann ja praktisch wirklich froh sein, dass sie überhaupt noch einen abkriegt, oder ist es tatsächlich so, dass sie DEN jetzt wirklich will?
Die Frage und auch alle anderen in dem Bericht sollen offen bleiben, denn sonst verliert das Buch seinen Reiz für euch.
-_-_-_ Meinung _-_-_-
Einfach total unterhaltsam, dieses Buch. Ich hatte es in wenigen Stunden durch, das war letztes Wochenende, wo ich endlich mal wieder Zeit zum Lesen fand.
Es geht zwar mal wieder um eine Frau, die ihre 30 Lebensjahre überschritten hat und die nun in einer Krise steckt, die von ihren Eltern bearbeitet wird, warum sie denn keinen Mann und eine Herde Kinder hat, aber es wird so amüsant rübergebracht, dass man nur schmunzeln kann.
Die 345 Seiten sind so schnell durchgelesen, nicht zuletzt wegen den Tagebucheinträgen, die jeweils abgetrennt werden. Das macht das Ganze übersichtlich und man kann auch mal schnell einen Zwischenstop einlegen.
Sie spricht sich auch immer herrlich über ihre Kalorien, Alkoholeinheiten, Zigaretten usw. aus, die sie zu sich genommen hat. Ja, da wären auch noch die Lose, wovon sie abhängig ist. Aber das will sie sich ja sowieso alles abgewöhnen, das Jahr ist schließlich noch lang.
Das Buch ist erfrischend geschrieben, nicht besonders anspruchsvoll, das muss man dazu sagen. Wer also etwas richtig Gutes lesen soll, was auch Hintergrund besitzt und nicht nur von Fettzellen handelt, der sollte hier lieber einen großen Bogen rum machen.
Die Sprache ist schon so ausgerichtet, dass es einem Tagebuch gleicht – leicht und flatterig und einfach schön drauf losgeplappert, so könnte man das ungefähr beschreiben. Hier wird nicht besonders auf komplette Sätze oder Struktur gelegt, man findet eher eine gesprochene als geschriebene Sprache.
Das ist auch der Grund, warum man hier sofort versinkt und sich auch in die Emotionen von Bridget hineinversetzen kann.
Man findet sich immer wieder mal in den Ausführungen von Helen Fielding wieder, denn jeder hat ja mal Selbstzweifel, auch wenn die von Bridget schon arg übertrieben sind, wie ich finde. Auch die vielen Gedanken, die sie über ihre Mitmenschen hegt oder auch über Situationen, die ganz alltäglich sind, werden hier ziemlich interessant dargestellt. Ich hab so oft einen Lacher von mir gegeben, weil es so locker flockig geschrieben ist.
Die ganze Selbstironie, die hier eingebaut ist, erinnert auch sehr stark an Ildikó von Kürthys Bücher, wobei Helen Fielding ihr Buch natürlich viel früher geschrieben hat. Nur mal als kleiner Vergleich, damit man sich den Stil eher vorstellen kann.
345 Seiten hören sich für manch einen Lesemuffel auch recht viel an, aber das sind sie nicht. Es gibt ja schließlich auch eine Handlung und ich war wirklich jede Sekunde gespannt, wie es nun enden würde.
Da ist einmal Daniel, mit dem es so manche Turbulenzen gibt, schöne aber auch einfach nur grässliche Momente und natürlich auch die Streitigkeiten ihrer Eltern, die dann doch irgendwie wieder auf ihre Weise zusammenfinden, zumindest für ein Truthahncurry-Essen. Nicht zu vergessen ihre Freunde, die immer einsatzbereit sind, nicht nur für Bridgets Tiefs, sondern auch, wenn sich Tom die Nase operieren lässt, nun wie verprügelt aussieht und sich nicht mehr unter Leute traut und alle denken, er sei verschleppt worden oder sonst was.
Das Ganze ist so unrealistisch, dass es total witzig wirkt. Als überzogen habe ich es nie empfunden, bei Science Fiction Romanen beschwert sich schließlich auch keiner, dass es nicht wahr sein kann, warum sollte es hier anders sein?
Und wer weiß, vielleicht erwacht ja Bridget Jones 2 eines Tages und beglückt uns mit ihren Ausführungen ;)
Das Buch hat auch den Vorteil, dass man nicht den Eindruck hat, dass es super witzig wirken soll, was bei solchen Büchern leider leicht der Fall sein kann. Helen Fielding hat es geschafft, das Ganze vor Selbstironie fast platzen zu lassen, wobei sie das zwar auf lustige Weise getan hat, aber nicht zwingendermaßen.
Sprich: wenn kein Witz angebracht war, fand man auch keinen – sehr lobenswert.
Die ganzen Vergleiche, Sätze, die Bridget hier so an den Tag bringt, sind einfach köstlich, hier mal ein kleiner Auszug, als sie die andere Frau auf Daniels Dach gefunden hat:
„Ich löse mich auf. Mein Freund schläft mit einem braungebrannten Supermodel. Meine Mutter schläft mit einem Portugiesen. Jeremy schläft mit einer grässlichen Schlampe, und Prinz Charles schläft mit Camilla Parker-Bowles. Weiß nicht mehr, woran ich glauben oder woran ich mich halten soll. Würde gern Daniel anrufen, in der Hoffnung, dass er alles abstreiten und mir eine plausible Erklärung für die unbekleidete Walküre auf der Dachterrasse liefern könnte – jüngere Schwester, nette Nachbarin, die sich vor Überschwemmung o.ä. Retten musste -, womit alles wieder in Ordnung gewesen wäre. Aber Tom hat einen Zettel ans Telefon geklebt, auf dem steht: \'Ruf Daniel nicht an, du würdest es bereuen.\'“ (Seite 205)
Langweilig wird euch bei diesem Buch auf keinen Fall, dafür ist es viel zu interessant, erfrischend und selbstironisch geschrieben – genau mein Geschmack, wenn ich mal für mich sein und abschalten will und ich keinerlei Bücher brauche, bei denen ich mich noch anstrengen muss.
Ist zwar nichts, was ich immer lese, aber nett für zwischendurch!
Ach ja: wer eine präzise Abhandlung lesen will, warum man keine Kinder haben sollte, der könnte das Buch auch mal zur Hand nehmen, spätestens dann kann man Bridget verstehen und nachvollziehen, warum Elternbesuche immer rarer werden ;)
-_-_-_ Autorin _-_-_-
Helen Fielding wurde in Yorkshire geboren und lebt heute in London. Sie arbeitete mehrere Jahre für die BBC und schreibt inzwischen für verschiedene überregionale englische Zeitungen.
Schokolade zum Frühstück, mittlerweile zum Kultbuch avanciert, ist ihr zweiter Roman und wurde in England zum Buch des Jahres gewählt.
Der Nachfolgeband, Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns, stürmte ebenfalls die internationalen Bestsellerlisten.
-_-_-_ Sonstiges_-_-_-
Titel: Schokolade zum Frühstück – Das Tagebuch der Bridget Jones erschienen im Goldmann Verlag, Juni 1999
ISBN: 3-442-44392-X
Seitenanzahl: 345
Preis: 7,50€
weitere Informationen unter www.goldmann-verlag.de
weitere Bücher von Helen Fielding:
Hummer zum Dinner (ISBN: 3-442-446872)
Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns (ISBN: 3-442-452643)
Die Geheimnisse der Olivia Joules (ISBN: 3-442-310806)
Ich bin im Moment dabei, „Hummer zum Dinner“ zu lesen, was mir ehrlich gesagt, weniger gefällt auf den ersten Blick als „Schokolade zum Frühstück“, mal sehen, ob es noch besser wird.
-_-_-_ Fazit _-_-_-
„Schokolade zum Frühstück“ ist ein Buch zum Abschalten, also ruhig mal zugreifen, wenn ihr in der Buchhandlung oder in der Bibliothek seid, es lohnt sich, wenn ihr nicht auf anspruchsvolle Literatur erpicht seid.
Für mich eine nette Abwechslung, die ich genossen habe, denn sie war sehr amüsant.
Wer sich übrigens über meine „Uäähs“ gewundert hat und das Buch noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass das Bridgets Lieblingsausdruck ist, wenn ihr etwas nicht passt ;) also nicht wundern.
Fünf Sterne für dieses Buch, das mit einige lustige Stunden beschert hat, in denen mir auf keinen Fall langweilig wurde. Holt es euch einfach!
--- Uähh. Ich fühl mich heute so dick und nutzlos. Uähh. ---
Viel Spaß beim Lesen wünscht dani ;)
+++
Oja, dann kommen diese Marathoneinkäufe dazu, bei denen man mal den ganzen Frust rauslässt, so richtig Geld zum Fenster rausschmeißen eben. Macht schon Spaß, bloß blöd, wenn die Klamotten letzten Endes irgendwie überhaupt niciht passen. Egal, sehen ja auch im Schrank schön aus, nicht?
Und oweee – eine Freundin feiert eine Party und alle sind eingeladen, nur ich nicht??? uäääh, wie konnte das nur passieren? War ich wohl nicht nett genug? Oder fallen in letzter Zeit einfach nur meine zusätzlichen Speckräulchen auf?? Oh nein, mein Leben ist so sinnlos, ich muss unbedingt meine Haare waschen, vielleicht fühle ich mich dann besser...
[30 Minuten später ]
Nein, keine Gefühlsänderung, schade.
Bin immer noch überzeugt davon, dass ich fett, ungeliebt und einsam bin. Uäääh (Bridgets liebster Ausdruck). Und das an einem Sonntag Abend, an dem alle anderen gemütlich mit ihren Freunden zusammen sind – ich sitze hier und knabbere an meinen Wunschvorstellungen – UÄÄHH.
Das könnte auch in dem Buch stehen, denn genau darum geht es eigentlich ständig.
Bridget Jones fühlt sich in einem Moment so hässlich, dass sie weglaufen möchte und stellt sie sich dann auf die Waage und diese zeigt ein halbes Kilo weniger an, so ist sie überglücklich und fühlt sich als Number 1:
„Mein Körper ist ein Tempel. Ich frage mich, ob es schon Zeit ist, ins Bett zu gehen? Ach nein, es ist erst halb neun. Innere Ausgeglichenheit. Ohh. Telefon.“ (Auszug, Seite 104)
Nur Bridget hat jetzt auch noch andere Probleme (ja, wie es scheint, sind das ECHTE Probleme von Bridget, also bitte ernst nehmen +gg+): dieses Mal sind es keine Badewannen mehr, die überlaufen in Momenten, wo sie leider ihren Schlüsser zur Wohnung nicht dabei hat, dann ihre Wohnung und die darunter unter Wasser steht und ihr das bald egal ist, weil sie mit dem Typen von unten rumknutsch. Nein - sie ist in ihren Chef Daniel verknallt – und das nicht wenig.
Ok, eigentlich ist er ein Arsch, er hat sie bisher immer ignoriert, aber das ist ja jetzt egal, seitdem er auf ihren „zu kurzen Rock“ aufmerksam geworden ist.
Tja und wie Bridget halt eben so ist, legt sie es nun extra drauf an und legt mit ihm eine heiße interne Email – Session hin. Arbeiten bleibt dann zwar etwas auf der Strecke, aber was solls, der Chef will es ja nicht anders ;)
Zur gleichen Zeit geht auch noch die Ehe von Bridgets Eltern in die Brüche – ihre Mom hat einen neuen, dreht völlig am Rad, weil sie der Meinung ist, sie hat ihr Leben vergeudet, vor allem die Kinder seien ja so undurchdacht gewesen [seufz] und so brennt sie schließlich mit Julio durch und lässt ihren Ehemann im Regen stehen.
Der – ganz am Ende – ruft durchgehend, auch bei Nacht, bei Bridget an und bekommt einen Weinkrampf nach dem nächsten.
Ok, denkt sich Bridget, alles wird wieder gut, oder doch nicht?
Schlimm genug, denn Bridget muss sich ja schon mit Daniel beschäftigen. Den hat sie zwar wegen „emotionaler Flachwichserei“ oder so ähnlich erst mal in die Wüste geschickt, weil er ja keine Beziehung will, doch anscheinend hat er es sich dann etwas anders überlegt, weil er imme noch so von ihrem Rock begeistert war.
Kurz und schmerzlos: sie sind ein Paar.
Und sie lieben Sex.
Wäre da nicht – nein, das kann nicht sein – eine langbeinige Schönheit auf Daniels Balkon. Hach, die hat sich bestimmt nur verirrt. Oder???
Tja, Liebeskummer ist angesagt und Daniel war sowieso nur ein großer Irrtum, das hat Bridgets schwuler Freund sowieso gleich gewusst (muss in so einem Roman eigentlich immer ein schwuler Freund vorkommen, schon komisch!).
So, Bridget – Sexentzug. Keinen Freund, angeschwollene Tränensäcke und ein gebrochenes Herz, aber das kann doch eine Frau nicht erschüttern. Nein. Sicher nicht.
Denn da kommt auch schon der nächste, denn mit der Aktion von Bridgets Mom, die zusammen mit ihrem neuen Liebhaber nach Spanien flüchtet, weil sie etwas illegal gehandelt haben, taucht auch schon der nächste Mann auf...
... und was tut Bridget? - Natürlich, sie lässt sich höchstwahrscheinlich auf ihn ein.
Natürlich total unfreiwillig, denn was will Frau von heute denn schon dagegen machen, wenn sie an ihre überflüssigen Pfunde, ihre Cellulitis und Augenringe denkt? Sie kann ja praktisch wirklich froh sein, dass sie überhaupt noch einen abkriegt, oder ist es tatsächlich so, dass sie DEN jetzt wirklich will?
Die Frage und auch alle anderen in dem Bericht sollen offen bleiben, denn sonst verliert das Buch seinen Reiz für euch.
-_-_-_ Meinung _-_-_-
Einfach total unterhaltsam, dieses Buch. Ich hatte es in wenigen Stunden durch, das war letztes Wochenende, wo ich endlich mal wieder Zeit zum Lesen fand.
Es geht zwar mal wieder um eine Frau, die ihre 30 Lebensjahre überschritten hat und die nun in einer Krise steckt, die von ihren Eltern bearbeitet wird, warum sie denn keinen Mann und eine Herde Kinder hat, aber es wird so amüsant rübergebracht, dass man nur schmunzeln kann.
Die 345 Seiten sind so schnell durchgelesen, nicht zuletzt wegen den Tagebucheinträgen, die jeweils abgetrennt werden. Das macht das Ganze übersichtlich und man kann auch mal schnell einen Zwischenstop einlegen.
Sie spricht sich auch immer herrlich über ihre Kalorien, Alkoholeinheiten, Zigaretten usw. aus, die sie zu sich genommen hat. Ja, da wären auch noch die Lose, wovon sie abhängig ist. Aber das will sie sich ja sowieso alles abgewöhnen, das Jahr ist schließlich noch lang.
Das Buch ist erfrischend geschrieben, nicht besonders anspruchsvoll, das muss man dazu sagen. Wer also etwas richtig Gutes lesen soll, was auch Hintergrund besitzt und nicht nur von Fettzellen handelt, der sollte hier lieber einen großen Bogen rum machen.
Die Sprache ist schon so ausgerichtet, dass es einem Tagebuch gleicht – leicht und flatterig und einfach schön drauf losgeplappert, so könnte man das ungefähr beschreiben. Hier wird nicht besonders auf komplette Sätze oder Struktur gelegt, man findet eher eine gesprochene als geschriebene Sprache.
Das ist auch der Grund, warum man hier sofort versinkt und sich auch in die Emotionen von Bridget hineinversetzen kann.
Man findet sich immer wieder mal in den Ausführungen von Helen Fielding wieder, denn jeder hat ja mal Selbstzweifel, auch wenn die von Bridget schon arg übertrieben sind, wie ich finde. Auch die vielen Gedanken, die sie über ihre Mitmenschen hegt oder auch über Situationen, die ganz alltäglich sind, werden hier ziemlich interessant dargestellt. Ich hab so oft einen Lacher von mir gegeben, weil es so locker flockig geschrieben ist.
Die ganze Selbstironie, die hier eingebaut ist, erinnert auch sehr stark an Ildikó von Kürthys Bücher, wobei Helen Fielding ihr Buch natürlich viel früher geschrieben hat. Nur mal als kleiner Vergleich, damit man sich den Stil eher vorstellen kann.
345 Seiten hören sich für manch einen Lesemuffel auch recht viel an, aber das sind sie nicht. Es gibt ja schließlich auch eine Handlung und ich war wirklich jede Sekunde gespannt, wie es nun enden würde.
Da ist einmal Daniel, mit dem es so manche Turbulenzen gibt, schöne aber auch einfach nur grässliche Momente und natürlich auch die Streitigkeiten ihrer Eltern, die dann doch irgendwie wieder auf ihre Weise zusammenfinden, zumindest für ein Truthahncurry-Essen. Nicht zu vergessen ihre Freunde, die immer einsatzbereit sind, nicht nur für Bridgets Tiefs, sondern auch, wenn sich Tom die Nase operieren lässt, nun wie verprügelt aussieht und sich nicht mehr unter Leute traut und alle denken, er sei verschleppt worden oder sonst was.
Das Ganze ist so unrealistisch, dass es total witzig wirkt. Als überzogen habe ich es nie empfunden, bei Science Fiction Romanen beschwert sich schließlich auch keiner, dass es nicht wahr sein kann, warum sollte es hier anders sein?
Und wer weiß, vielleicht erwacht ja Bridget Jones 2 eines Tages und beglückt uns mit ihren Ausführungen ;)
Das Buch hat auch den Vorteil, dass man nicht den Eindruck hat, dass es super witzig wirken soll, was bei solchen Büchern leider leicht der Fall sein kann. Helen Fielding hat es geschafft, das Ganze vor Selbstironie fast platzen zu lassen, wobei sie das zwar auf lustige Weise getan hat, aber nicht zwingendermaßen.
Sprich: wenn kein Witz angebracht war, fand man auch keinen – sehr lobenswert.
Die ganzen Vergleiche, Sätze, die Bridget hier so an den Tag bringt, sind einfach köstlich, hier mal ein kleiner Auszug, als sie die andere Frau auf Daniels Dach gefunden hat:
„Ich löse mich auf. Mein Freund schläft mit einem braungebrannten Supermodel. Meine Mutter schläft mit einem Portugiesen. Jeremy schläft mit einer grässlichen Schlampe, und Prinz Charles schläft mit Camilla Parker-Bowles. Weiß nicht mehr, woran ich glauben oder woran ich mich halten soll. Würde gern Daniel anrufen, in der Hoffnung, dass er alles abstreiten und mir eine plausible Erklärung für die unbekleidete Walküre auf der Dachterrasse liefern könnte – jüngere Schwester, nette Nachbarin, die sich vor Überschwemmung o.ä. Retten musste -, womit alles wieder in Ordnung gewesen wäre. Aber Tom hat einen Zettel ans Telefon geklebt, auf dem steht: \'Ruf Daniel nicht an, du würdest es bereuen.\'“ (Seite 205)
Langweilig wird euch bei diesem Buch auf keinen Fall, dafür ist es viel zu interessant, erfrischend und selbstironisch geschrieben – genau mein Geschmack, wenn ich mal für mich sein und abschalten will und ich keinerlei Bücher brauche, bei denen ich mich noch anstrengen muss.
Ist zwar nichts, was ich immer lese, aber nett für zwischendurch!
Ach ja: wer eine präzise Abhandlung lesen will, warum man keine Kinder haben sollte, der könnte das Buch auch mal zur Hand nehmen, spätestens dann kann man Bridget verstehen und nachvollziehen, warum Elternbesuche immer rarer werden ;)
-_-_-_ Autorin _-_-_-
Helen Fielding wurde in Yorkshire geboren und lebt heute in London. Sie arbeitete mehrere Jahre für die BBC und schreibt inzwischen für verschiedene überregionale englische Zeitungen.
Schokolade zum Frühstück, mittlerweile zum Kultbuch avanciert, ist ihr zweiter Roman und wurde in England zum Buch des Jahres gewählt.
Der Nachfolgeband, Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns, stürmte ebenfalls die internationalen Bestsellerlisten.
-_-_-_ Sonstiges_-_-_-
Titel: Schokolade zum Frühstück – Das Tagebuch der Bridget Jones erschienen im Goldmann Verlag, Juni 1999
ISBN: 3-442-44392-X
Seitenanzahl: 345
Preis: 7,50€
weitere Informationen unter www.goldmann-verlag.de
weitere Bücher von Helen Fielding:
Hummer zum Dinner (ISBN: 3-442-446872)
Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns (ISBN: 3-442-452643)
Die Geheimnisse der Olivia Joules (ISBN: 3-442-310806)
Ich bin im Moment dabei, „Hummer zum Dinner“ zu lesen, was mir ehrlich gesagt, weniger gefällt auf den ersten Blick als „Schokolade zum Frühstück“, mal sehen, ob es noch besser wird.
-_-_-_ Fazit _-_-_-
„Schokolade zum Frühstück“ ist ein Buch zum Abschalten, also ruhig mal zugreifen, wenn ihr in der Buchhandlung oder in der Bibliothek seid, es lohnt sich, wenn ihr nicht auf anspruchsvolle Literatur erpicht seid.
Für mich eine nette Abwechslung, die ich genossen habe, denn sie war sehr amüsant.
Wer sich übrigens über meine „Uäähs“ gewundert hat und das Buch noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass das Bridgets Lieblingsausdruck ist, wenn ihr etwas nicht passt ;) also nicht wundern.
Fünf Sterne für dieses Buch, das mit einige lustige Stunden beschert hat, in denen mir auf keinen Fall langweilig wurde. Holt es euch einfach!
--- Uähh. Ich fühl mich heute so dick und nutzlos. Uähh. ---
Viel Spaß beim Lesen wünscht dani ;)
+++
Bewerten / Kommentar schreiben