Die Geheimnisse der Olivia Joules (gebundene Ausgabe) / Helen Fielding Testbericht

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Erfahrungsbericht von GAWOnline1983
+++ Oh, oh, liebe Mrs. Fielding +++
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
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Allgemeines
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Angefangen hat alles mit „Hummer zum Dinner“ – eine Buchhandlung im Nachbarort verkaufte jahrelang leicht beschädigte Bücher sehr günstig. Da stieß ich auf das genannte – meine erste Erfahrung mit der Autorin Helen Fielding. Kurze Zeit später kaufte ich mir dann auch noch den ersten Bridget-Jones-Roman „Schokolade zum Frühstück“, aber dann war einmal wieder Ruhe eingekehrt. Da ich den Werdegang der Autorin bzw. ihre Veröffentlichungen nicht verfolgte, bekam ich auch lange Zeit nichts von der Neuerscheinung des zweiten Bandes über ihre Heldin Bridget Jones mit. Vielmehr kaufte ich es durch Zufall bei einem meiner Streifzüge durch die Stadt. Spätestens nach der Lektüre des dritten Romans war ich ein absoluter Fan von Helen Fielding. So fieberte ich jetzt auch schon Monate der deutschen Übersetzung von „Die Geheimnisse der Olivia Joules“ entgegen. Nur dummerweise ging mir dann das Geld aus – und ich stand vor der Wahl, da Marian Keyes ziemlich zeitgleich ihr neues Werk „Schuhe zum Dessert“ herausbrachte. Nur für eines der beiden reichte mein Geld noch. Ich entschied mich für letzteres und beschloss Helen Fieldings Buch auf meine Bücherwunschliste für Weihnachten zu setzen. Gesagt, getan. Glücklicherweise hielt sich meine Verwandtschaft an meine Wünsche und am ersten Weihnachtsfeiertag konnte ich endlich mit dem Schmökern beginnen. Vor ein paar Minuten war ich nun mit dem Buch fertig und schreibe diesen Bericht unter einem ganz frischen Eindruck…
Ihr bekommt von mir zunächst eine Kurzübersicht über den Inhalt des Romans präsentiert, bevor ihr euch in dem darauf folgenden Punkt näher über den Verlauf der Geschichte und die Personen informieren könnt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, hoffe euch gefällt mein Bericht und freue mich auf eure Bewertungen und Kommentare! :)
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Kurzinhalt
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Olivia Joules, ihres Zeichens Reporterin, hat eine blühende Fantasie. Nunmehr los sie lediglich über eine neue Gesichtscreme berichten. Die Betonung liegt auf „sollte“, den sie gerät in das Abenteuer ihres Lebens, als sie in einem Filmproduzenten einen arabischen Terroristen vermutet!
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Inhalt
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Olivia Joules verlor vor einigen Jahren ihren Eltern und ihren Bruder bei einem Autounfall. Kurze Zeit später beschloss sie ihr Leben komplett zu ändern. Dazu gehörte auch ihren ursprünglichen Namen Rachel Pixley abzulegen. Nun arbeitet Olivia als Journalistin – eigentlich könnte sie recht erfolgreich sein, wäre da nicht ihre blühende Fantasie, mit der sie Chefredakteur Barry Wilkonson, ihre beste Freundin Kate und andere zur Weißglut treiben kann. Mehrmals schon brachte sie Artikel an, die einfach nicht zu gebrauchen waren. Daher wird Olivia nun auf die eher harmlose Berichterstattung angesetzt, diesmal führt es sie nach Miami Beach, um über die Präsentation einer neuen Gesichtscreme zu berichten. Man kann sich denken, dass Olivia mit dieser Aufgabe nicht unbedingt glücklich sind, sie sieht sich schließlich eher als Auslandskorrespondentin. Und da frau nie weiß, was geschehen wird, muss sie natürlich alles Lebensnotwendige einpacken, falls einmal eine Krisensituation droht. Bei Oliva ist das ein Survival-Kit und ihre über alles geliebte Hutnadel, mit der sie irgendwelche Schurken, die ihr nach dem Leben trachten, massakrieren möchte.
Eigentlich wäre alles glatt gelaufen, wenn Olivia nicht den französischen Filmproduzenten Pierre Ferramo getroffen hätte. Sie glaubt in ihm Osama bin Laden wieder zu erkennen – nach einer Gesichtsoperation und mit verkürzten Beinen. Sie beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen und heftet sich an seine Fersen. Ihr großes Problem ist Pierres Attraktivität und Charme, so dass sie ihm schließlich verfällt. Aber Olivia wäre nicht Olivia, wenn sie ihre Mission vergessen würde. Schließlich findet sie heraus, dass Pierre in Wirklichkeit Araber ist. Das ist doch eigentlich nicht das Schlimmste, daher müssen noch mehr Beweise her.
Ihr Verdacht auf terroristische Aktivitäten seitens Pierre erhärtet sich kurze Zeit später. Mit der Zeitschrift „Elan“ machte Olivia aus, dass sie einen Bericht über das Luxusschiff „OceansApart“ schreiben darf, die gerade ihren Anker geworfen hat. Sie hat ein englisches Ehepaar namens Elsie und Edward kennen gelernt, welches sie am nächsten Tag interviewen möchte. Am Abend zuvor ist sie auf einer privaten Feier von Pierre eingeladen, auf der sie beginnt, mit ihm herumzuknutschen. Er warnt sie eindringlich, sich am nächsten Tag zu dem Pier, an dem die OceansApart ankert, zu begeben. Doch Olivia hält nichts von ihrer morgendlichen Joggingrunde ab, die sie prompt zum Hafen führt. Während sie noch verträumt auf das Schiff starrt, erschüttert eine Explosion das Hafenviertel! Der Anschlag galt der OceansApart, hunderte von Menschen kommen ums Leben.
In Olivia keimt nun der Verdacht auf, dass zwischen Pierre und dem mörderischen Anschlag auf den Luxusliner eine Verbindung besteht. So schnell lässt sie sich jedenfalls nicht abschütteln, denn das könnte die Story ihres Lebens werden…
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Meine Meinung
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Meiner Inhaltsangabe mag man es vielleicht anmerken – Mrs. Fielding hat das Genre gewechselt. Ist man doch von ihr recht lustige Tagebücher ihrer Bridget Jones gewohnt oder auch das noch lustig und romantische angehauchte „Hummer zum Dinner“, soll „Die Geheimnisse der Olivia Joules“ wohl eher im Thriller- oder Agentenbereich angesiedelt sein. Der Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches entnimmt man dies jedoch nicht – auch die dort abgedruckten Stimmen sprechen eher für einen Unterhaltungsroman. Doch ich kann schon vorneweg sagen, dass mich das Buch nicht wirklich vom Hocker gerissen hat. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass mit dem neuen Film über Bridget Jones, der gerade in die Kinos kam, noch etwas für das Buch geworben werden soll. Ich finde jedoch, dass man dem Leser klar machen sollte, dass den Leser im Vergleich zu den beiden Vorgängern nicht ein so wunderbar spritziger Roman erwartet. Natürlich soll der Verlag das Buch nicht kritisieren, doch das Genre sollte etwas deutlicher gemacht werden.
So, jetzt aber genug der Vorworte und zur eigentlichen Geschichte. Zu Beginn fand ich das Buch ja noch recht witzig, merkte aber bald, dass es auf keinen Fall an Helen Fieldings andere Bücher heranragte. Olivia Joules kam mir größtenteils wie eine hölzerne, dumme, naive Marionette vor, die von einem Abenteuer in das nächste zu stürzen hat. Und dabei verfügt sie natürlich noch über Superkräfte. Mit dieser Beschreibung nehme ich auch nichts hinweg: Kurze Zeit nach dem Anschlag auf die OceansApart, bei dem sie selbst verletzt wurde, wirft sie sich in einen Taucheranzug und rettet mehrere Menschenleben. Ganz ehrlich: Ich fand diese Schilderungen nicht unbedingt realistisch. Zudem entstand dabei das Gefühl, dass die Szenen irgendwie aneinandergereiht wurden, ohne das aber von der Autorin ein wirklicher Zusammenhang geschaffen wurde. Hauptsache, tolle Städte und Strände, etwas Action, gutaussehende Männer und eine Protagonistin, die scheinbar alles kann. Es kam mehrmals ein Bruch in der Beschreibung vor und das war es dann. Kein Erklärung, keine weiteren Erläuterungen, der Leser wurde quasi im Regen stehen gelassen.
Noch einmal zurück zu der Hauptfigur Olivia Joules. Ich konnte mich mit ihr überhaupt nicht identifizieren, sonder fand ihre Vorgehensweise oft nur dumm und lächerlich. Die Schilderung der Figur scheint einfach extrem klischeehaft zu sein, in keinem Fall glaubwürdig. Man erfährt von ihrer Vergangenheit bis auf den Tod ihrer Eltern quasi nichts, so dass ihr Charakter während des Lesens überhaupt nicht an Tiefe gewinnt, sondern wirklich extrem eindimensional bleibt. Bei Bridget Jones konnte man wenigstens mitfiebern, bei Fieldings neuer Heldin stellte sich jedoch Gleichgültigkeit ein. Dazu kam auch noch der neutrale Schreibstil, der Autorin, den man gar nicht gewohnt ist. Das sie etwas anderes kann als die Tagebuchform hat sie schließlich mit "Hummer zum Dinner" bewiesen. Das ganze Buch wirkte etwas lieblos heruntergeschrieben, was dann schließlich zu den oben genannten Kritikpunkten führte!
Und dann auch noch die Vielzahl der wunderbaren Herren der Schöpfung, die dem treu gebliebenen Leser präsentiert werden. Irgendwann blickt man gar nicht mehr durch und dann ist doch jeder nicht das, was er zu sein scheint, sondern jemand ganz anderes. Da wechseln Figuren permanent die Lager von Gut zu Böse – das soll wohl Spannung aufbauen, war aber einfach nur nervig und man merkte, dass die Autorin von dem neuen Genre, das sie scheinbar erobern möchte, noch keine wirkliche Ahnung hat. Wäre sie lieber bei Bridget Jones und ähnlichem geblieben! Ich denke, ihre Fans würden es ihr danken. Ich frage mich im Nachhinein ja, ob man wirklich einen Osama bin Laden oder die arabische Welt braucht, um einen Thriller zu schreiben. Man kann das ganze doch auch mit fiktiven Personen aufziehen, dann wäre vielleicht der Humor, den die Autorin ab und ein versucht einzustreuen, auch zur Geltung gekommen.
Ich habe mir ja schon während dem Lesen Gedanken zu meinem Bericht gemacht und insbesondere wie viele Sterne ich vergeben sollte. Eigentlich dachte ich an einen, doch gegen Ende wird das Buch langsam besser. Zwar nicht wirklich brillant, doch es kommt etwas Spannung auf und zeitgleich merkt man die Brise Humor, mit der das Buch gewürzt wurde. Doch die letzten dreißig Seiten mögen die Endbewertung des Romans auch nicht mehr zu retten. Man merkt sicherlich, dass die Autorin noch etwas Potential hat, doch ich denke, ein weiterer Roman in der Richtung wie „Die Geheimnisse der Olivia Joules“ würde mich nicht anlocken. Zu oberflächlich sind mir die Beschreibungen, zu weit hergeholt und überdreht die Ereignisse. Es handelt sich bei diesem Buch einfach um ein kurzweiliges Lesevergnügen – zuviel Anspruch sollte man in keinem Fall an diesen Roman stellen. Und eins ist sicher: Der Kauf der gebundenen Ausgabe lohnt sich in keinem Fall. Als Fan der Autorin sollte man entweder ins Kino kennen und sich den zweiten Bridget-Jones-Film anschauen oder einfach die Bücher mit eben dieser Heldin noch einmal aus dem Regal hervorholen und sich zu Gemüte führen. Damit habt ihr auf jeden Fall mehr Spaß als mit diesem Neuling! Von mir gibt’s im Endeffekt daher zwei Sterne.
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Das Buch
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„Die Geheimnisse der Olivia Joules“ erschien in Deutschland in der gebundenen Ausgabe erstmals im September 2004 bei Goldmann. Der Roman umfasst 378 Seiten und ist unter der ISBN 3-442-31080-6 für 19,90 Euro im Handel erhältlich. Bereits im Jahr 2003 erschien der Werk unter dem Originaltitel „Olivia Joules and the Overactive Imagination“ bei Picador in London. Die Übersetzung ins Deutsche nahm Marcus Ingendaay vor.
Eine Taschenbuchausgabe ist noch nicht angekündigt.
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Die Autorin
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Die Autorin Helen Fielding wurde in Yorkshire geboren. Lange Zeit arbeitete sie für BBC, für die sie u.a. Dokumentationen über die Hilfsorganisation Comic Relief erstellte. Sie schreibt noch für mehrere englische Zeitschriften. Fielding lebt heute in London.
(Quelle: Autorinneninfo in "Hummer zum Dinner")
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Mehr von Helen Fielding
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1. Hummer zum Dinner
2. Schokolade zum Frühstück
3. Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns
4. Bridget Jones's Guide to Life (englische Ausgabe)
5. Die Geheimnisse der Olivia Joules
(copyright by Laura Thoma, Dezember 2004)
Allgemeines
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Angefangen hat alles mit „Hummer zum Dinner“ – eine Buchhandlung im Nachbarort verkaufte jahrelang leicht beschädigte Bücher sehr günstig. Da stieß ich auf das genannte – meine erste Erfahrung mit der Autorin Helen Fielding. Kurze Zeit später kaufte ich mir dann auch noch den ersten Bridget-Jones-Roman „Schokolade zum Frühstück“, aber dann war einmal wieder Ruhe eingekehrt. Da ich den Werdegang der Autorin bzw. ihre Veröffentlichungen nicht verfolgte, bekam ich auch lange Zeit nichts von der Neuerscheinung des zweiten Bandes über ihre Heldin Bridget Jones mit. Vielmehr kaufte ich es durch Zufall bei einem meiner Streifzüge durch die Stadt. Spätestens nach der Lektüre des dritten Romans war ich ein absoluter Fan von Helen Fielding. So fieberte ich jetzt auch schon Monate der deutschen Übersetzung von „Die Geheimnisse der Olivia Joules“ entgegen. Nur dummerweise ging mir dann das Geld aus – und ich stand vor der Wahl, da Marian Keyes ziemlich zeitgleich ihr neues Werk „Schuhe zum Dessert“ herausbrachte. Nur für eines der beiden reichte mein Geld noch. Ich entschied mich für letzteres und beschloss Helen Fieldings Buch auf meine Bücherwunschliste für Weihnachten zu setzen. Gesagt, getan. Glücklicherweise hielt sich meine Verwandtschaft an meine Wünsche und am ersten Weihnachtsfeiertag konnte ich endlich mit dem Schmökern beginnen. Vor ein paar Minuten war ich nun mit dem Buch fertig und schreibe diesen Bericht unter einem ganz frischen Eindruck…
Ihr bekommt von mir zunächst eine Kurzübersicht über den Inhalt des Romans präsentiert, bevor ihr euch in dem darauf folgenden Punkt näher über den Verlauf der Geschichte und die Personen informieren könnt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, hoffe euch gefällt mein Bericht und freue mich auf eure Bewertungen und Kommentare! :)
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Kurzinhalt
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Olivia Joules, ihres Zeichens Reporterin, hat eine blühende Fantasie. Nunmehr los sie lediglich über eine neue Gesichtscreme berichten. Die Betonung liegt auf „sollte“, den sie gerät in das Abenteuer ihres Lebens, als sie in einem Filmproduzenten einen arabischen Terroristen vermutet!
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Inhalt
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Olivia Joules verlor vor einigen Jahren ihren Eltern und ihren Bruder bei einem Autounfall. Kurze Zeit später beschloss sie ihr Leben komplett zu ändern. Dazu gehörte auch ihren ursprünglichen Namen Rachel Pixley abzulegen. Nun arbeitet Olivia als Journalistin – eigentlich könnte sie recht erfolgreich sein, wäre da nicht ihre blühende Fantasie, mit der sie Chefredakteur Barry Wilkonson, ihre beste Freundin Kate und andere zur Weißglut treiben kann. Mehrmals schon brachte sie Artikel an, die einfach nicht zu gebrauchen waren. Daher wird Olivia nun auf die eher harmlose Berichterstattung angesetzt, diesmal führt es sie nach Miami Beach, um über die Präsentation einer neuen Gesichtscreme zu berichten. Man kann sich denken, dass Olivia mit dieser Aufgabe nicht unbedingt glücklich sind, sie sieht sich schließlich eher als Auslandskorrespondentin. Und da frau nie weiß, was geschehen wird, muss sie natürlich alles Lebensnotwendige einpacken, falls einmal eine Krisensituation droht. Bei Oliva ist das ein Survival-Kit und ihre über alles geliebte Hutnadel, mit der sie irgendwelche Schurken, die ihr nach dem Leben trachten, massakrieren möchte.
Eigentlich wäre alles glatt gelaufen, wenn Olivia nicht den französischen Filmproduzenten Pierre Ferramo getroffen hätte. Sie glaubt in ihm Osama bin Laden wieder zu erkennen – nach einer Gesichtsoperation und mit verkürzten Beinen. Sie beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen und heftet sich an seine Fersen. Ihr großes Problem ist Pierres Attraktivität und Charme, so dass sie ihm schließlich verfällt. Aber Olivia wäre nicht Olivia, wenn sie ihre Mission vergessen würde. Schließlich findet sie heraus, dass Pierre in Wirklichkeit Araber ist. Das ist doch eigentlich nicht das Schlimmste, daher müssen noch mehr Beweise her.
Ihr Verdacht auf terroristische Aktivitäten seitens Pierre erhärtet sich kurze Zeit später. Mit der Zeitschrift „Elan“ machte Olivia aus, dass sie einen Bericht über das Luxusschiff „OceansApart“ schreiben darf, die gerade ihren Anker geworfen hat. Sie hat ein englisches Ehepaar namens Elsie und Edward kennen gelernt, welches sie am nächsten Tag interviewen möchte. Am Abend zuvor ist sie auf einer privaten Feier von Pierre eingeladen, auf der sie beginnt, mit ihm herumzuknutschen. Er warnt sie eindringlich, sich am nächsten Tag zu dem Pier, an dem die OceansApart ankert, zu begeben. Doch Olivia hält nichts von ihrer morgendlichen Joggingrunde ab, die sie prompt zum Hafen führt. Während sie noch verträumt auf das Schiff starrt, erschüttert eine Explosion das Hafenviertel! Der Anschlag galt der OceansApart, hunderte von Menschen kommen ums Leben.
In Olivia keimt nun der Verdacht auf, dass zwischen Pierre und dem mörderischen Anschlag auf den Luxusliner eine Verbindung besteht. So schnell lässt sie sich jedenfalls nicht abschütteln, denn das könnte die Story ihres Lebens werden…
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Meine Meinung
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Meiner Inhaltsangabe mag man es vielleicht anmerken – Mrs. Fielding hat das Genre gewechselt. Ist man doch von ihr recht lustige Tagebücher ihrer Bridget Jones gewohnt oder auch das noch lustig und romantische angehauchte „Hummer zum Dinner“, soll „Die Geheimnisse der Olivia Joules“ wohl eher im Thriller- oder Agentenbereich angesiedelt sein. Der Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches entnimmt man dies jedoch nicht – auch die dort abgedruckten Stimmen sprechen eher für einen Unterhaltungsroman. Doch ich kann schon vorneweg sagen, dass mich das Buch nicht wirklich vom Hocker gerissen hat. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass mit dem neuen Film über Bridget Jones, der gerade in die Kinos kam, noch etwas für das Buch geworben werden soll. Ich finde jedoch, dass man dem Leser klar machen sollte, dass den Leser im Vergleich zu den beiden Vorgängern nicht ein so wunderbar spritziger Roman erwartet. Natürlich soll der Verlag das Buch nicht kritisieren, doch das Genre sollte etwas deutlicher gemacht werden.
So, jetzt aber genug der Vorworte und zur eigentlichen Geschichte. Zu Beginn fand ich das Buch ja noch recht witzig, merkte aber bald, dass es auf keinen Fall an Helen Fieldings andere Bücher heranragte. Olivia Joules kam mir größtenteils wie eine hölzerne, dumme, naive Marionette vor, die von einem Abenteuer in das nächste zu stürzen hat. Und dabei verfügt sie natürlich noch über Superkräfte. Mit dieser Beschreibung nehme ich auch nichts hinweg: Kurze Zeit nach dem Anschlag auf die OceansApart, bei dem sie selbst verletzt wurde, wirft sie sich in einen Taucheranzug und rettet mehrere Menschenleben. Ganz ehrlich: Ich fand diese Schilderungen nicht unbedingt realistisch. Zudem entstand dabei das Gefühl, dass die Szenen irgendwie aneinandergereiht wurden, ohne das aber von der Autorin ein wirklicher Zusammenhang geschaffen wurde. Hauptsache, tolle Städte und Strände, etwas Action, gutaussehende Männer und eine Protagonistin, die scheinbar alles kann. Es kam mehrmals ein Bruch in der Beschreibung vor und das war es dann. Kein Erklärung, keine weiteren Erläuterungen, der Leser wurde quasi im Regen stehen gelassen.
Noch einmal zurück zu der Hauptfigur Olivia Joules. Ich konnte mich mit ihr überhaupt nicht identifizieren, sonder fand ihre Vorgehensweise oft nur dumm und lächerlich. Die Schilderung der Figur scheint einfach extrem klischeehaft zu sein, in keinem Fall glaubwürdig. Man erfährt von ihrer Vergangenheit bis auf den Tod ihrer Eltern quasi nichts, so dass ihr Charakter während des Lesens überhaupt nicht an Tiefe gewinnt, sondern wirklich extrem eindimensional bleibt. Bei Bridget Jones konnte man wenigstens mitfiebern, bei Fieldings neuer Heldin stellte sich jedoch Gleichgültigkeit ein. Dazu kam auch noch der neutrale Schreibstil, der Autorin, den man gar nicht gewohnt ist. Das sie etwas anderes kann als die Tagebuchform hat sie schließlich mit "Hummer zum Dinner" bewiesen. Das ganze Buch wirkte etwas lieblos heruntergeschrieben, was dann schließlich zu den oben genannten Kritikpunkten führte!
Und dann auch noch die Vielzahl der wunderbaren Herren der Schöpfung, die dem treu gebliebenen Leser präsentiert werden. Irgendwann blickt man gar nicht mehr durch und dann ist doch jeder nicht das, was er zu sein scheint, sondern jemand ganz anderes. Da wechseln Figuren permanent die Lager von Gut zu Böse – das soll wohl Spannung aufbauen, war aber einfach nur nervig und man merkte, dass die Autorin von dem neuen Genre, das sie scheinbar erobern möchte, noch keine wirkliche Ahnung hat. Wäre sie lieber bei Bridget Jones und ähnlichem geblieben! Ich denke, ihre Fans würden es ihr danken. Ich frage mich im Nachhinein ja, ob man wirklich einen Osama bin Laden oder die arabische Welt braucht, um einen Thriller zu schreiben. Man kann das ganze doch auch mit fiktiven Personen aufziehen, dann wäre vielleicht der Humor, den die Autorin ab und ein versucht einzustreuen, auch zur Geltung gekommen.
Ich habe mir ja schon während dem Lesen Gedanken zu meinem Bericht gemacht und insbesondere wie viele Sterne ich vergeben sollte. Eigentlich dachte ich an einen, doch gegen Ende wird das Buch langsam besser. Zwar nicht wirklich brillant, doch es kommt etwas Spannung auf und zeitgleich merkt man die Brise Humor, mit der das Buch gewürzt wurde. Doch die letzten dreißig Seiten mögen die Endbewertung des Romans auch nicht mehr zu retten. Man merkt sicherlich, dass die Autorin noch etwas Potential hat, doch ich denke, ein weiterer Roman in der Richtung wie „Die Geheimnisse der Olivia Joules“ würde mich nicht anlocken. Zu oberflächlich sind mir die Beschreibungen, zu weit hergeholt und überdreht die Ereignisse. Es handelt sich bei diesem Buch einfach um ein kurzweiliges Lesevergnügen – zuviel Anspruch sollte man in keinem Fall an diesen Roman stellen. Und eins ist sicher: Der Kauf der gebundenen Ausgabe lohnt sich in keinem Fall. Als Fan der Autorin sollte man entweder ins Kino kennen und sich den zweiten Bridget-Jones-Film anschauen oder einfach die Bücher mit eben dieser Heldin noch einmal aus dem Regal hervorholen und sich zu Gemüte führen. Damit habt ihr auf jeden Fall mehr Spaß als mit diesem Neuling! Von mir gibt’s im Endeffekt daher zwei Sterne.
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Das Buch
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„Die Geheimnisse der Olivia Joules“ erschien in Deutschland in der gebundenen Ausgabe erstmals im September 2004 bei Goldmann. Der Roman umfasst 378 Seiten und ist unter der ISBN 3-442-31080-6 für 19,90 Euro im Handel erhältlich. Bereits im Jahr 2003 erschien der Werk unter dem Originaltitel „Olivia Joules and the Overactive Imagination“ bei Picador in London. Die Übersetzung ins Deutsche nahm Marcus Ingendaay vor.
Eine Taschenbuchausgabe ist noch nicht angekündigt.
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Die Autorin
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Die Autorin Helen Fielding wurde in Yorkshire geboren. Lange Zeit arbeitete sie für BBC, für die sie u.a. Dokumentationen über die Hilfsorganisation Comic Relief erstellte. Sie schreibt noch für mehrere englische Zeitschriften. Fielding lebt heute in London.
(Quelle: Autorinneninfo in "Hummer zum Dinner")
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Mehr von Helen Fielding
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1. Hummer zum Dinner
2. Schokolade zum Frühstück
3. Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns
4. Bridget Jones's Guide to Life (englische Ausgabe)
5. Die Geheimnisse der Olivia Joules
(copyright by Laura Thoma, Dezember 2004)
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