Fight Club (DVD) Testbericht

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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
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Erfahrungsbericht von Realjackass
Ich bin Jack`s entflammtes Gefühl der Ablehnung..
Pro:
Edward Norton und Brad Pitt sind genial, ein intelligenter Film, der zum Nachdenken anregt
Kontra:
Nichts
Empfehlung:
Ja
So, mittlerweile habe ich schon über den Film \"Cliffhanger\" meiner aktuellen DVD Bestellung berichtet, als nächstes folgt nun ein Review zu \"Fight Club\", ein Film den ich mindestens schon drei oder vier mal gesehen habe und immer wieder gern sehe. Ähnlich wie zum Beispiel \"American Beauty\" übt auch dieser Film eine gewisse Faszination auf mich aus, die mich im Nachhinein noch viel über den Film nachdenken und philosophieren lässt. Das schafft bei weitem nicht jeder Film, so ist dieses Lob meinerseits in Form eines Berichts auch schon längst überfällig.
Story
----------------------
Der Zuschauer wird im Prinzip mitten ins Geschehen geschmissen, mit dem er logischerweise erst recht wenig anfangen kann. Da ist ein Mann in Unterhose, dem ein anderer Mann eine Pistole in den Mund hält und darüber fachsimpelt, was die zwei alles geschaffen haben. Die größte Sorge des erstgenannten gilt dabei weniger seinem Leben, sondern vielmehr der Sauberkeit der Waffe. Um einem den Einstieg zu erleichtern, erzählt uns Jack, wie die scheinbare Geisel heißt, die Geschichte von Anfang an.
Jack (Edward Norton) ist ein Amerikaner wie er durchschnittlicher nicht sein könnte. Er hat einen schlechtbezahlten Job bei einer Autofirma, ist Single und richtet seine kleine Wohnung mit Möbeln aus IKEA ein. Jack ist kurz davor, sich komplett zu fühlen, wäre da nicht das Problem der Schlaflosigkeit, unter dem Jack seit geraumer Zeit leidet. Als er einem Arzt sein Leid klagt, meint dieser, er solle mal in eine Hodenkrebs-Selbsthilfegruppe, um richtiges Leid zu sehen. Jack geht aus purer Langeweile hin und hat seine neue Bestimmung gefunden: Jack besucht fortan dutzende Selbsthilfegruppen, von Hodenkrebs, über Darmkrebs, bis hin zu Tuberkulose. Natürlich hat er keine einzige dieser Krankheiten, aber dadurch dass er sich wildfremden Menschen öffnen und mit ihnen weinen kann, schläft er fortan wie ein Baby.
Eines Tages bemerkt Jack, dass eine andere Simulantin namens Marla Singer (Helena Bonham Carter) das gleiche Spiel spielt wie er. In Marla´s Lüge spiegelt sich seine Lüge - wieder kann Jack nicht schlafen. Hinzu kommt ein weiteres Negativereignis in seinem Leben: Seine Wohnung ist mitsamt sämtlicher Einrichtung in die Luft geflogen. Just in dem Moment erinnert Jack sich an Tyler Durden (Brad Pitt), den Jack vor einiger Zeit auf einer Geschäftsreise traf und den er gleich symphatisch fand. Jack weiß nicht genau warum, aber instinktiv ruft er Tyler an und die beiden verabreden sich erstmal auf ein Bier. Der zuvorkommende, aber etwas merkwürdig eingestellte Tyler liest Jack´s Wunsch von den Lippen ab und drängt diesen fast schon dazu, zu fragen, ob er bei ihm übernachten könne. Natürlich nimmt Jack das Angebot dankend an, allerdings wundert er sich über Tyler´s Wunsch: Er möchte von Jack so fest es nur geht geschlagen werden. Dieser tut wie ihm gehießen, was in einer Prügelei ausartet. Auf eine merkwürdige Art und Weise geht es den beiden Männern danach sehr gut und sie beschließen, das zu wiederholen.
Von nun an wohnt Jack bei Tyler und gleicht sich diesem in vielerlei Hinsicht an. Die beiden gründen einen Fight Club, in dem unzufriedene Männer gegeneinander kämpfen können. Dabei gelten folgende Regeln:
\"Die erste Regel des Fight Club lautet: Ihr verliert kein Wort über den Fight Club!
Die zweite Regel des Fight Club lautet: Ihr verliert KEIN WORT über den Fight Club!
Dritte Regel des Fight Club: Wenn jemand \'Stopp\' ruft, schlappmacht, abklopft, ist der Kampf vorbei!
Vierte Regel: Es kämpfen jeweils nur 2!
Fünfte Regel: Nur ein Kampf auf einmal!
Sechste Regel: Keine Hemden, keine Schuhe!
Siebte Regel: Die Kämpfe dauern genau so lange, wie sie dauern müssen!
Und die achte und letzte Regel: Wer neu ist im Fight Club, muss kämpfen!\"
Immer mehr und mehr Männer treten dem Untergrundclub bei und sogar in dutzenden anderen Städten werden Fight Clubs gegründet. Zwischendurch schläft Tyler auch noch mit Marla, was Jack garnicht passt. Als die Mitglieder allerdings dazu aufgefordert werden, die Stadt zu verwüsten und Gebäude in die Luft zu sprengen, weigert Jack sich, weiterhin Teil des Fight Clubs zu sein. Doch da erkennt er die schreckliche Wahrheit, die hinter alledem steckt...
Schauspieler
----------------------------
Der meistens namenlose Erzähler Jack wird gespielt von einem brillanten Edward Norton, der wie die Faust aufs Auge in diese Rolle passt. Seine ruhige, emotionslose Art, mit der er dem Zuschauer seine gesamte Geschichte von A-Z erzählt, zieht das Publikum in den Bann. Zieht einen so sehr in den Bann, dass man nicht aufhören kann, diesem Pfad von Täuschung und Selbstzerstörung zu folgen. Norton, den viele sicherlich aus \"American History X\" kennen ist einer meiner Top-Favoriten wenn es um meinen Lieblingsschauspieler geht. Wer das begründet haben will, sollte sich einfach diesen Film hier ansehen. Der zweimal für den Oscar nominierte Schauspieler passt perfekt in das Bild eines durchschnittlichen Amerikaners. Eines Menschen, dessen Leben von den Medien bestimmt wird, die ihm aufschwatzen wollen, welches Sofa er als nächstes braucht und welchen Film er als nächstes sehen soll. Als Jack Tyler kennenlernt, lernt er, diese gesellschaftlichen Regeln und Normen zu hinterfragen und wird damit genau das, als was Tyler ihn haben will. Wie schon gesagt wurde Jack perfekt von Edward Norton verkörpert, er bringt jede Emotionslage exzellent rüber und erzeugt eine ungeheure Symphatie, durch die der Zuschauer jede Sekunde gebannt mitfiebert.
Fast schon das blanke Gegenteil von Jack ist Tyler Durden, gespielt von Brad Pitt. Dieser vertritt eine ebenso intelligente wie denkwürdige Theorie, mit der er zuerst Jack und dann all die anderen Männer, die nach und nach dem Fight Club beitreten, in seinen Bann zieht. Tyler verkauft Seife, sieht gut aus, ist symphatisch und genau das macht ihn so besonders. Er ist nicht irgend ein versiffter Typ, der einem seine Weltansicht andrehen will, sondern die Manipulation in Person, dem alle bedingungslos zu folgen scheinen. Wer jetzt aber denkt, Tyler sei einer dieser wahnsinnigen Anführer, der irrt. Tyler möchte weder jemanden töten, noch Menschen in Gefahr bringen. Er will einfach alles ins Chaos stürzen, um quasi wieder bei Null anzufangen. Und dass das sehr gut zu funktieren scheint, zeigt sich darin, dass überall im Land weitere Fight Clubs eröffnet werden. Obwohl eigentlich Sean Penn die erste Wahl für diese Rolle war, war es, wie ich finde, absolut kein Fehler Brad Pitt zu verpflichten! Er ist intelligent, sieht gut aus und ist symphatisch und passt deshalb optimal. Pitt und Norton ergänzen sich gegenseitig, wobei Norton die \"Beziehung\" der beiden immer zu dominieren scheint, er ist derjenige, der die Anweisungen gibt und er ist derjenige, dem alle folgen. Super gespielt von Pitt, auch wenn man das zuerst nicht glauben möchte, da man seinen Namen sofort mit Filmen wie \"Mr. & Mrs. Smith\" asoziiert. Vergesst bitte diesen 08/15-Hollywood-Action-Fließband-Streifen! Wenn ihr einen Brad Pitt in Höchstform sehen wollt, solltet ihr zu \"Fight Club\" greifen!
Ein weiterer, recht Bekannter Schauspieler und Musiker ist Meat Loaf, hier in der Rolle des Robert Paulsen. Desweiteren erwähnenswert noch Helena Bonham Carter als Marla Singer. Sie beeinflusst Jack, ohne es zu wollen, stark in dessen Entscheidungen und bedeutet ihm auch etwas, auch wenn er das immer verneint.. Helena Bonham Carter nimmt man die Kettenrauchende, abgewrackte Schönheit sofort ab, sie macht ihre Sache ziemlich gut, was man von so ziemlich jedem Schauspieler in \"Fight Club\" sagen kann.
Daten zum Film
------------------------------
Originaltitel: Fight Club
Alternativtitel: -
Land: USA (1999)
Regie: David Fincher
Länge: 133:25 Min.
Freigabe: FSK 18
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die beste Version
------------------------------------
Insgesamt ist dieser Film in fünf verschiedenen Versionen erschienen, die alle von 20th Century Fox vertrieben werden. Wie das bei jedem Film so üblich zu sein scheint, gibt es eine stinknormale DVD, welche den ungekürzten Film enthält, aber leider nicht gerade viel Bonusmaterial vorweisen kann. Wer auf gerade dieses scharf ist, sollte eher zur \"2er- Disc Special Edition\" greifen, die auch ich mein eigen nenne. Als Besitzer dieser Version kann man sich über den ungekürzten Film und viel Bonusmaterial freuen.
Komischerweise ist der Film in zwei recht sinnlosen Features erschienen, einmal zusammen mit dem Film \"Ali\", wobei beide Filme den Single Discs entsprechen und außerdem noch in der \"Fight & Crime Box\". Diese enthält neben der Single Disc von \"Fight Club\" noch die Filme \"The Art of War\" und \"Miller´s Crossing\".
Gänzlich abraten möchte ich euch von der gekürzten 16er Fassung, aber das sollte wohl jedem klar sein.
Kritik
---------------------
Regisseur David Fincher, unter anderem durch Streifen wie \"Panic Room\", \"Sieben\" und \"The Game\" bekannt, lieferte mit \"Fight Club\" einen Film, den sich wohl keiner ansehen wird, ohne sich danach seine Gedanken dazu zu machen. Und alleine schon dafür muss man Fincher schonmal ein Lob aussprechen, denn das gelingt bei weitem nicht jedem Film!
\"Du bist nicht dein Job! Du bist nicht das Geld auf deinem Konto! Nicht das Auto, das du fährst! Nicht der Inhalt deiner Brieftasche! Und nicht deine blöde Cargo-Hose! Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt…\"
Wie in der Einleitung schon geschrieben, übt \"Fight Club\" eine gewisse Faszination auf mich aus, eine andere Form der Manipulation und gerade das ist das Faszinierende: Der Film handelt im Prinzip von einer Art des manipulierens, dabei wird die Geschichte so erzählt, dass auch der Zuschauer in eine Falle tappt. Denn was wir zu sehen glauben, ist nicht was wir tatsächlich sehen. Um so überraschender, unglaublicher dann die Auflösung: Für das Publikum mindestens so überraschend wie für Jack selbst. Ganz nebenbei wird uns noch von Edward Norton erklärt, was diese weiß-schwarzen Brandflecken bedeuten, die man in jedem Kinofilm sieht und was passiert wenn man ein männliches Genital für eine Millisekunde in Filme wie \"Cinderella\" schneidet. Gerade solche Dinge machen den Film auch amüsant im Gegensatz zur sonstigen Aggressiven Grundstimmung.
\"Ich hatte Lust, jedem Panda eine Kugel zwischen die Augen zu verpassen, der nicht ficken wollte, um seine Art zu retten! Ich hatte Lust, die Ablassventile von Öltankern aufzudrehen und all die französischen Strände zu ersticken, die ich nie sehen würde! Ich hatte Lust, Rauch zu speien!\"
Was man dem Film außerdem zugute halten muss ist seine düstere Machart. Die kalte, traurige Umgebung in der sich alles abspielt, alles wird nur erwärmt durch die intelligenten und tragenden Worte Norton´s, die einen sozusagen sicher an das Ziel bringen. Chaos, Selbstzerstörung und eine Ideolgie. Dabei kann man nie so richtig sagen, mit wem man sich mehr identifzieren kann: Edward Norton oder Brad Pitt. Beide stellen eine Art Individuum dar, beide sind von Grund auf andere Menschen, aber Tyler Durden hat einen Plan. Von einem Kampfclub im Keller bis hin zur Armee, die überhaupt ohne Hinterfragung tut, was ihr Anführer verlangt. Von der Zerstörung eines öffentlichen Kunsterwerks, bis hin zur Sprengung sämtlicher Banken in der Stadt. Alle anderen fressen ihm aus der Hand, keiner zweifelt diese scheinbar absolut fehlerfreie Ideologie an. Eine Ideologie, die die heutige Gesellschaft anprangert. Eine Gesellschaft, die sich in ihrem egoistischen Denken selbst zerstört.. Deshalb muss man sich fragen: Ist Tyler Durden der Terrorist? Oder kämpft er nur gegen eine Welt an, die einem keine andere Möglichkeit als eben das lässt?
\"Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos… Machen Jobs, die wir hassen! Kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen! Wir sind die Zweitgeborenen der Geschichte, Leute… Männer ohne Zweck, ohne Ziel! Wir haben keinen großen Krieg! Keine große Depression! Unser großer Krieg ist ein spiritueller… Unsere große Depression ist unser Leben… Wir wurden durch das Fernsehen aufgezogen in dem Glauben, dass wir alle irgendwann mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars… Werden wir aber nicht! Und das wird uns langsam klar! Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten…\"
Fazit
----------------------
Ein unglaublich packender, düsterer und im Grunde wahrer Film, den man sich immer wieder ansehen kann. Edward Norton und Brad Pitt sind die absolute Idealbesetzung. Perfekt außerdem die musikalische Untermalung von Gruppen wie Chemical Brothers, Pixies oder The Dust Brothers. David Fincher hat mit diesem Film ein Meisterwerk geschaffen - nicht mehr und nicht weniger. Das Ende gehört wahrscheinlich zum überraschendsten und erstaunlichsten überhaupt. Unbedingt ansehen!
Mfg
Realjackass
Story
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Der Zuschauer wird im Prinzip mitten ins Geschehen geschmissen, mit dem er logischerweise erst recht wenig anfangen kann. Da ist ein Mann in Unterhose, dem ein anderer Mann eine Pistole in den Mund hält und darüber fachsimpelt, was die zwei alles geschaffen haben. Die größte Sorge des erstgenannten gilt dabei weniger seinem Leben, sondern vielmehr der Sauberkeit der Waffe. Um einem den Einstieg zu erleichtern, erzählt uns Jack, wie die scheinbare Geisel heißt, die Geschichte von Anfang an.
Jack (Edward Norton) ist ein Amerikaner wie er durchschnittlicher nicht sein könnte. Er hat einen schlechtbezahlten Job bei einer Autofirma, ist Single und richtet seine kleine Wohnung mit Möbeln aus IKEA ein. Jack ist kurz davor, sich komplett zu fühlen, wäre da nicht das Problem der Schlaflosigkeit, unter dem Jack seit geraumer Zeit leidet. Als er einem Arzt sein Leid klagt, meint dieser, er solle mal in eine Hodenkrebs-Selbsthilfegruppe, um richtiges Leid zu sehen. Jack geht aus purer Langeweile hin und hat seine neue Bestimmung gefunden: Jack besucht fortan dutzende Selbsthilfegruppen, von Hodenkrebs, über Darmkrebs, bis hin zu Tuberkulose. Natürlich hat er keine einzige dieser Krankheiten, aber dadurch dass er sich wildfremden Menschen öffnen und mit ihnen weinen kann, schläft er fortan wie ein Baby.
Eines Tages bemerkt Jack, dass eine andere Simulantin namens Marla Singer (Helena Bonham Carter) das gleiche Spiel spielt wie er. In Marla´s Lüge spiegelt sich seine Lüge - wieder kann Jack nicht schlafen. Hinzu kommt ein weiteres Negativereignis in seinem Leben: Seine Wohnung ist mitsamt sämtlicher Einrichtung in die Luft geflogen. Just in dem Moment erinnert Jack sich an Tyler Durden (Brad Pitt), den Jack vor einiger Zeit auf einer Geschäftsreise traf und den er gleich symphatisch fand. Jack weiß nicht genau warum, aber instinktiv ruft er Tyler an und die beiden verabreden sich erstmal auf ein Bier. Der zuvorkommende, aber etwas merkwürdig eingestellte Tyler liest Jack´s Wunsch von den Lippen ab und drängt diesen fast schon dazu, zu fragen, ob er bei ihm übernachten könne. Natürlich nimmt Jack das Angebot dankend an, allerdings wundert er sich über Tyler´s Wunsch: Er möchte von Jack so fest es nur geht geschlagen werden. Dieser tut wie ihm gehießen, was in einer Prügelei ausartet. Auf eine merkwürdige Art und Weise geht es den beiden Männern danach sehr gut und sie beschließen, das zu wiederholen.
Von nun an wohnt Jack bei Tyler und gleicht sich diesem in vielerlei Hinsicht an. Die beiden gründen einen Fight Club, in dem unzufriedene Männer gegeneinander kämpfen können. Dabei gelten folgende Regeln:
\"Die erste Regel des Fight Club lautet: Ihr verliert kein Wort über den Fight Club!
Die zweite Regel des Fight Club lautet: Ihr verliert KEIN WORT über den Fight Club!
Dritte Regel des Fight Club: Wenn jemand \'Stopp\' ruft, schlappmacht, abklopft, ist der Kampf vorbei!
Vierte Regel: Es kämpfen jeweils nur 2!
Fünfte Regel: Nur ein Kampf auf einmal!
Sechste Regel: Keine Hemden, keine Schuhe!
Siebte Regel: Die Kämpfe dauern genau so lange, wie sie dauern müssen!
Und die achte und letzte Regel: Wer neu ist im Fight Club, muss kämpfen!\"
Immer mehr und mehr Männer treten dem Untergrundclub bei und sogar in dutzenden anderen Städten werden Fight Clubs gegründet. Zwischendurch schläft Tyler auch noch mit Marla, was Jack garnicht passt. Als die Mitglieder allerdings dazu aufgefordert werden, die Stadt zu verwüsten und Gebäude in die Luft zu sprengen, weigert Jack sich, weiterhin Teil des Fight Clubs zu sein. Doch da erkennt er die schreckliche Wahrheit, die hinter alledem steckt...
Schauspieler
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Der meistens namenlose Erzähler Jack wird gespielt von einem brillanten Edward Norton, der wie die Faust aufs Auge in diese Rolle passt. Seine ruhige, emotionslose Art, mit der er dem Zuschauer seine gesamte Geschichte von A-Z erzählt, zieht das Publikum in den Bann. Zieht einen so sehr in den Bann, dass man nicht aufhören kann, diesem Pfad von Täuschung und Selbstzerstörung zu folgen. Norton, den viele sicherlich aus \"American History X\" kennen ist einer meiner Top-Favoriten wenn es um meinen Lieblingsschauspieler geht. Wer das begründet haben will, sollte sich einfach diesen Film hier ansehen. Der zweimal für den Oscar nominierte Schauspieler passt perfekt in das Bild eines durchschnittlichen Amerikaners. Eines Menschen, dessen Leben von den Medien bestimmt wird, die ihm aufschwatzen wollen, welches Sofa er als nächstes braucht und welchen Film er als nächstes sehen soll. Als Jack Tyler kennenlernt, lernt er, diese gesellschaftlichen Regeln und Normen zu hinterfragen und wird damit genau das, als was Tyler ihn haben will. Wie schon gesagt wurde Jack perfekt von Edward Norton verkörpert, er bringt jede Emotionslage exzellent rüber und erzeugt eine ungeheure Symphatie, durch die der Zuschauer jede Sekunde gebannt mitfiebert.
Fast schon das blanke Gegenteil von Jack ist Tyler Durden, gespielt von Brad Pitt. Dieser vertritt eine ebenso intelligente wie denkwürdige Theorie, mit der er zuerst Jack und dann all die anderen Männer, die nach und nach dem Fight Club beitreten, in seinen Bann zieht. Tyler verkauft Seife, sieht gut aus, ist symphatisch und genau das macht ihn so besonders. Er ist nicht irgend ein versiffter Typ, der einem seine Weltansicht andrehen will, sondern die Manipulation in Person, dem alle bedingungslos zu folgen scheinen. Wer jetzt aber denkt, Tyler sei einer dieser wahnsinnigen Anführer, der irrt. Tyler möchte weder jemanden töten, noch Menschen in Gefahr bringen. Er will einfach alles ins Chaos stürzen, um quasi wieder bei Null anzufangen. Und dass das sehr gut zu funktieren scheint, zeigt sich darin, dass überall im Land weitere Fight Clubs eröffnet werden. Obwohl eigentlich Sean Penn die erste Wahl für diese Rolle war, war es, wie ich finde, absolut kein Fehler Brad Pitt zu verpflichten! Er ist intelligent, sieht gut aus und ist symphatisch und passt deshalb optimal. Pitt und Norton ergänzen sich gegenseitig, wobei Norton die \"Beziehung\" der beiden immer zu dominieren scheint, er ist derjenige, der die Anweisungen gibt und er ist derjenige, dem alle folgen. Super gespielt von Pitt, auch wenn man das zuerst nicht glauben möchte, da man seinen Namen sofort mit Filmen wie \"Mr. & Mrs. Smith\" asoziiert. Vergesst bitte diesen 08/15-Hollywood-Action-Fließband-Streifen! Wenn ihr einen Brad Pitt in Höchstform sehen wollt, solltet ihr zu \"Fight Club\" greifen!
Ein weiterer, recht Bekannter Schauspieler und Musiker ist Meat Loaf, hier in der Rolle des Robert Paulsen. Desweiteren erwähnenswert noch Helena Bonham Carter als Marla Singer. Sie beeinflusst Jack, ohne es zu wollen, stark in dessen Entscheidungen und bedeutet ihm auch etwas, auch wenn er das immer verneint.. Helena Bonham Carter nimmt man die Kettenrauchende, abgewrackte Schönheit sofort ab, sie macht ihre Sache ziemlich gut, was man von so ziemlich jedem Schauspieler in \"Fight Club\" sagen kann.
Daten zum Film
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Originaltitel: Fight Club
Alternativtitel: -
Land: USA (1999)
Regie: David Fincher
Länge: 133:25 Min.
Freigabe: FSK 18
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die beste Version
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Insgesamt ist dieser Film in fünf verschiedenen Versionen erschienen, die alle von 20th Century Fox vertrieben werden. Wie das bei jedem Film so üblich zu sein scheint, gibt es eine stinknormale DVD, welche den ungekürzten Film enthält, aber leider nicht gerade viel Bonusmaterial vorweisen kann. Wer auf gerade dieses scharf ist, sollte eher zur \"2er- Disc Special Edition\" greifen, die auch ich mein eigen nenne. Als Besitzer dieser Version kann man sich über den ungekürzten Film und viel Bonusmaterial freuen.
Komischerweise ist der Film in zwei recht sinnlosen Features erschienen, einmal zusammen mit dem Film \"Ali\", wobei beide Filme den Single Discs entsprechen und außerdem noch in der \"Fight & Crime Box\". Diese enthält neben der Single Disc von \"Fight Club\" noch die Filme \"The Art of War\" und \"Miller´s Crossing\".
Gänzlich abraten möchte ich euch von der gekürzten 16er Fassung, aber das sollte wohl jedem klar sein.
Kritik
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Regisseur David Fincher, unter anderem durch Streifen wie \"Panic Room\", \"Sieben\" und \"The Game\" bekannt, lieferte mit \"Fight Club\" einen Film, den sich wohl keiner ansehen wird, ohne sich danach seine Gedanken dazu zu machen. Und alleine schon dafür muss man Fincher schonmal ein Lob aussprechen, denn das gelingt bei weitem nicht jedem Film!
\"Du bist nicht dein Job! Du bist nicht das Geld auf deinem Konto! Nicht das Auto, das du fährst! Nicht der Inhalt deiner Brieftasche! Und nicht deine blöde Cargo-Hose! Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt…\"
Wie in der Einleitung schon geschrieben, übt \"Fight Club\" eine gewisse Faszination auf mich aus, eine andere Form der Manipulation und gerade das ist das Faszinierende: Der Film handelt im Prinzip von einer Art des manipulierens, dabei wird die Geschichte so erzählt, dass auch der Zuschauer in eine Falle tappt. Denn was wir zu sehen glauben, ist nicht was wir tatsächlich sehen. Um so überraschender, unglaublicher dann die Auflösung: Für das Publikum mindestens so überraschend wie für Jack selbst. Ganz nebenbei wird uns noch von Edward Norton erklärt, was diese weiß-schwarzen Brandflecken bedeuten, die man in jedem Kinofilm sieht und was passiert wenn man ein männliches Genital für eine Millisekunde in Filme wie \"Cinderella\" schneidet. Gerade solche Dinge machen den Film auch amüsant im Gegensatz zur sonstigen Aggressiven Grundstimmung.
\"Ich hatte Lust, jedem Panda eine Kugel zwischen die Augen zu verpassen, der nicht ficken wollte, um seine Art zu retten! Ich hatte Lust, die Ablassventile von Öltankern aufzudrehen und all die französischen Strände zu ersticken, die ich nie sehen würde! Ich hatte Lust, Rauch zu speien!\"
Was man dem Film außerdem zugute halten muss ist seine düstere Machart. Die kalte, traurige Umgebung in der sich alles abspielt, alles wird nur erwärmt durch die intelligenten und tragenden Worte Norton´s, die einen sozusagen sicher an das Ziel bringen. Chaos, Selbstzerstörung und eine Ideolgie. Dabei kann man nie so richtig sagen, mit wem man sich mehr identifzieren kann: Edward Norton oder Brad Pitt. Beide stellen eine Art Individuum dar, beide sind von Grund auf andere Menschen, aber Tyler Durden hat einen Plan. Von einem Kampfclub im Keller bis hin zur Armee, die überhaupt ohne Hinterfragung tut, was ihr Anführer verlangt. Von der Zerstörung eines öffentlichen Kunsterwerks, bis hin zur Sprengung sämtlicher Banken in der Stadt. Alle anderen fressen ihm aus der Hand, keiner zweifelt diese scheinbar absolut fehlerfreie Ideologie an. Eine Ideologie, die die heutige Gesellschaft anprangert. Eine Gesellschaft, die sich in ihrem egoistischen Denken selbst zerstört.. Deshalb muss man sich fragen: Ist Tyler Durden der Terrorist? Oder kämpft er nur gegen eine Welt an, die einem keine andere Möglichkeit als eben das lässt?
\"Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos… Machen Jobs, die wir hassen! Kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen! Wir sind die Zweitgeborenen der Geschichte, Leute… Männer ohne Zweck, ohne Ziel! Wir haben keinen großen Krieg! Keine große Depression! Unser großer Krieg ist ein spiritueller… Unsere große Depression ist unser Leben… Wir wurden durch das Fernsehen aufgezogen in dem Glauben, dass wir alle irgendwann mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars… Werden wir aber nicht! Und das wird uns langsam klar! Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten…\"
Fazit
----------------------
Ein unglaublich packender, düsterer und im Grunde wahrer Film, den man sich immer wieder ansehen kann. Edward Norton und Brad Pitt sind die absolute Idealbesetzung. Perfekt außerdem die musikalische Untermalung von Gruppen wie Chemical Brothers, Pixies oder The Dust Brothers. David Fincher hat mit diesem Film ein Meisterwerk geschaffen - nicht mehr und nicht weniger. Das Ende gehört wahrscheinlich zum überraschendsten und erstaunlichsten überhaupt. Unbedingt ansehen!
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