Final Fantasy 7 (PS1 Spiel) Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Grafik:
- Sound:
- Bedienung:
- Wird langweilig:
- Suchtfaktor:
- Spielanleitung:
Erfahrungsbericht von Yasmeen
Rebellion in Midgar
Pro:
Fantastische Filmsequenzen, toller Soundtrack, extrem spannende Geschichte, schöne Spielatmosphäre, sympathische Helden, riesiger Spielumfang
Kontra:
Eigentlich nichts
Empfehlung:
Ja
Ein paar Worte über eines der berühmtesten Videospiele, das jemals für die Sony Playstation erschienen ist, muss ich natürlich auch unbedingt verlieren. Obwohl ich mit Rollenspielen eigentlich nie so viel zu tun hatte (sie waren mir oft einfach zu zeitaufwendig), war ich schon innerhalb der ersten Minuten von „Final Fantasy VII“ derart fasziniert, dass ich für circa drei Wochen völlig in den Bann dieses Fantasyabenteuers gezogen wurde. Wer von Euch eine Playstation (oder auch Playstation 2) besitzt, sollte dieses Spiel unbedingt mindestens einmal durchgespielt haben, denn was hier nach dem Erscheinen in Deutschland Ende des Jahres in der Videospielwelt ausgelöst wurde, war bis dahin beispiellos gewesen, die Verkaufszahlen schossen ins Unermessliche und einige Playstationbesitzer begannen sich erst durch dieses Spiel für das Genre der Rollenspiele zu interessieren. Warum aus meiner Sicht dieses Abenteuer ein solch sensationell großer Erfolg wurde, erfahrt Ihr jetzt.
Das Ambiente ist für ein Fantasyrollenspiel zu Beginn der Geschichte doch sehr ungewöhnlich, denn wir befinden uns zunächst in einer metallischen und sehr kalt wirkenden Welt von Midgar, die von gewaltigen Superkonzernen kontrolliert wird, es herrscht Endzeitstimmung. Unsere Hauptfigur hört auf den Namen Cloud, er ist ein junger Söldner, der (hoffentlich) noch am Anfang einer sehr großen Karriere steht. Wir arbeiten dabei im Untergrund, um genauer zu sein nehmen wir Aufträge der rebellischen Terroristenbewegung Avalanche (auf deutsch „Lawine“) an. Ziel ist es, die dubiosen Machenschaften des Präsidenten des mächtigen Shinra-Konzerns aufzudecken und den finsteren Diktator von nun an in seine Schranken zu weisen. Dieser Konzern verbraucht leider Massen an lebenswichtigen natürlichen Ressourcen für seine Reaktoren. Der Präsident ist aber auch noch aus anderen Gründen ein sehr übler Zeitgenosse, denn in Zusammenarbeit mit einem Professor und weiteren Wissenschaftlern experimentieren sie auf grausame Art und Weise mit Menschen, die kurz zuvor gefangen genommen wurden. Die finsteren Pläne des eisernen Diktators sehen vor, dass diese Menschen in reißende Bestien bzw. streng gehorsame Soldaten verwandelt werden, nach und nach soll eine gewaltige Armee errichtet werden.
Zur gleichen Zeit rückt ein alter Bekannter von Euch in den Vordergrund, sein Name ist Sepiroth. Lasst Euch nicht durch sein attraktives Äußeres täuschen, denn auch er ist mittlerweile mutiert, konnte aber eines Tages aus dem Forschungslabor entfliehen. Einst war er ein echter Freund von Cloud und sogar sein Vorbild gewesen, doch diese Tage sind längst vorüber. Auch Sepiroth strebt nach Höherem und wie so üblich, räumt der Bösewicht alles gnadenlos aus dem Weg, was seine Pläne durchkreuzen könnte. Dabei unterscheidet er weder Freund noch Feind und metzelt unbarmherzig auch Unschuldige nieder. Wie es dann eigentlich auch zu erwarten war, strebt auch Sepiroth nach der Weltherrschaft, er möchte die Menschen in eine Zukunft führen, die natürlich nur ganz nach seinem Geschmack aussehen soll. Demzufolge hat unser Held Cloud schon gleich zwei Gründe, sich den Rebellen anzuschließen, die Zeit drängt.
Wer schon früher gerne Rollenspiele gespielt hat, wird sich angesichts der Präsentation nun aber verwundert die Augen reiben. Seid Ihr früher noch aus einer unspektakulären Vogelperspektive in 2D umhergewandert, sieht nun alles viel prächtiger aus. Die Hauptfiguren sehen riesengroß aus und die Hintergründe sind zumeist sehr schön detailliert gezeichnet. Dabei sehen die Charaktere zwar im Grunde niedlich gezeichnet aus, aber Ihr merkt schnell, dass die Spielatmosphäre eindeutig auf eine etwas ältere Zielgruppe hinweist. Was absolut atemberaubend war, waren jedenfalls die wunderschönen Zwischensequenzen, welche vergleichsweise oft und völlig überraschend mitten im Spielgeschehen urplötzlich eingespielt wurden. Noch nie zuvor hatte ich bei einem Videospiel eine solche grafische Pracht gesehen, die Filmsequenzen sehen einfach atemberaubend schön aus und auch heute würde ich mir sie immer wieder noch gerne ansehen. Dass die Spielgrafik mit den Filmausschnitten nicht mithalten kann, dürfte eigentlich selbstverständlich sein, soweit sind die Spielentwickler ja leider auch heute nicht und wahrscheinlich auch nicht in naher Zukunft. Doch auch ohne die eingespielten Filme sieht die Grafik (zumindest gemessen an den damaligen Maßstäben) sehr schön aus. Selbstverständlich sind die Figuren noch etwas kantig und pixelig gezeichnet und sehen öfter einmal etwas klobig aus, doch für damals war das eben top und auch heute sollte sich die Grafik von Final Fantasy VII nicht verstecken müssen.
Was den Soundtrack angeht, so würde ich diesen bombastisch nennen, denn neben den tollen Filmsequenzen stellt dieser das Prunkstück dar. Oh, natürlich möchte ich dabei die mitreißende Geschichte auch nicht vergessen. Die bedrückende Atmosphäre wird durch die Begleitmelodien sehr wirkungsvoll unterstützt, die passenden Soundeffekte tun dann ein Übriges. Besonders die tiefen Klänge, welche die Tristesse des Alltags zu Beginn der Geschichte sehr gut widerspiegeln, haben mir gefallen, alles wirkt irgendwie doch sehr bedrohlich und ernüchternd zugleich. Dass gerade in den Filmsequenzen die Soundeffekte von der Klangqualität ihren Höhepunkt erreichen, dürfte dann eigentlich nicht mehr überraschend sein, ich habe wirklich jedes mal kurz den Atem angehalten, wenn eine solche Sequenz startete. Später ändern sich die Melodien dann auch, denn eines Tages erreicht Ihr auch die Erdoberfläche, befindet Euch im Freien, seid raus aus dem von Maschinen beherrschten Untergrund. Insgesamt übertrifft der Sound sogar noch die Grafik.
Steuern lassen sich Eure Charaktere im gesamten Spiel völlig problemlos, mit jeder der Figuren (die nach und nach zu Eurer Gruppe stoßen bzw. sich der rebellischen Organisation anschließen) gibt es zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Probleme, weder beim Herumschlendern in den Städten noch in den Kämpfen. Die Optionsmenüs sind alle sehr gut aufgebaut und selbsterklärend, bei Fragen steht Euch ein umfassendes Hilfsprogramm zur Verfügung. Besonders beeindruckt hat mich aber noch viel mehr die sehr gelungene Kameraführung bzw. die Auswahl an zur Verfügung stehenden Perspektiven. Diese zoomen nämlich nicht nur phasenweise um Eure Charaktere herum, sondern rücken näher oder entfernen sich von Euch. Dies ist auch sehr sinnvoll, da es in der riesigen Welt von Final Fantasy VII wahre Unmengen an Gegenständen zu entdecken gibt. Somit seid Ihr in manchen Momenten des Spiels mittendrin im Geschehen, an anderen Stellen erblickt Ihr Eure Heldentruppe nur ganz weit hinten am Horizont. Habt Ihr nach circa 10 bis 12 Stunden zum ersten Mal die Oberwelt erreicht, könnt Ihr die Kamera sogar um 360 Grad drehen lassen. Auch das schafft Atmosphäre, ich war hiervon jedenfalls absolut begeistert.
Natürlich wird während des ganzen Spiels geredet, geredet und geredet, das ist ja typisch bei Rollenspielen. Oft ist es nur eine Art Small-Talk, aber oft könnt Ihr den Bewohnern nützliche Informationen entlocken. Natürlich gibt es auch Hotels zum Übernachten, weitere wichtige Zufluchtsorte auf Eurer langen Reise, Waffenläden, Shops für Rüstungen und wichtige Gegenstände und, und, und. Spannend ist dabei, dass Ihr nicht alle Sachen unbedingt entdecken müsst, es liegt ganz bei Euch, je nachdem wie stark Euer Pioniergeist ausgeprägt ist. Somit könnt Ihr das Abenteuer eventuell „schon“ in 40 Stunden durchspielen, realistisch sind aber 60 bis 80 Stunden, denke ich. Und natürlich sind das Wichtigste immer noch die Kämpfe, welche ganz zufällig über Euch „hereinplatzen“. Nur durch das x-malige erfolgreiche Absolvieren solcher Duelle werden Eure Charakter nach und nach stärker und erlernen neue Fähigkeiten.
Kommt es zum Kampf, ist es vorbei mit dem gemütlichen Kaffeeklatsch, es wird umgehend in eine 3D-Perspektive umgeblendet, unser Adrenalinspiegel steigt. Dabei laufen die Kämpfe zwar nicht hektisch (also nicht direkt in Echtzeit) ab, doch allzu lange ausruhen (wie bei rundenbasierten Kämpfen, wo also jeder einer nach dem anderen an die Reihe kommt) dürft Ihr Euch auch nicht. Nachdem Ihr eine Kampfaktion ausgeführt habt, füllt sich mehr oder weniger langsam ein kleiner Zeitbalken, erst wenn dieser voll ist, könnt Ihr die nächste Aktion ausführen, wobei für den Feind gilt natürlich das Gleiche gilt. Je nachdem wie gut Ihr seid bzw. wie viel Erfahrung Ihr im Laufe des Abenteuers gesammelt habt, steigt dieser Zeitbalken und dann kann es sofort wieder losgehen mit wuchtigen physischen Attacken, Verteidigungsaktionen, dem Benutzen von Gegenständen oder dem Verwenden von Zaubersprüchen. Neu ist dabei der sogenannte „Wutbalken“, habt Ihr nämlich irgendwann einmal genug eingesteckt, ist im wahrsten Sinne des Wortes „das Maß voll“. Wütend wie Ihr dann seid, stürmt Ihr mit zusätzlicher Kraft auf den Feind los, wie entfesselt schlagt oder zaubert Ihr für einen Moment, was das Zeug hält. Für die meisten Gegner im Spiel bedeutet dieser „Wutausbruch“ mit ziemlicher Sicherheit das Ende.
Neu ist auch das Magiesystem, denn Ihr seid nicht „auf einmal“ fähig, bestimmte Sprüche auszuüben, sondern kauft „Materia“, welches Ihr in einem speziellen Menü bei Waffe und Rüstung einsetzt. Diese Magiesteine werden praktisch mit Eurer Ausrüstung gekoppelt, legt Ihr sie ab, gehen viele Eigenschaften wieder weg. Je öfter Ihr mit einer Figur einen bestimmten Spruch tätigt, umso besser wird dieser Charakter nach und nach mit der Fähigkeit umgehen können. Es gibt unzählige Kombinationsmöglichkeiten, es würde den Rahmen dieses Reviews sprengen, wollte ich diese jetzt auch noch im Detail erläutern. Was im Vergleich zu den Vorgängern auch noch völlig neu ist, ist die Tatsache, dass Ihr hier in Final Fantasy VII weniger stundenlang durch irgendwelche Dungeons laufen müsst, sondern es wurde viel mehr Wert darauf gelegt, spannende Actionsequenzen zu zeigen (Raserei auf der Autobahn, Snowboarding) und viele knifflige Rätsel zu lösen. Auch das hat mir außerordentlich gut gefallen.
Trotz der eigentlich eher düsteren Atmosphäre ist es den Entwicklern hervorragend gelungen, einige sehr humorvolle Einlagen miteinzubauen. Gerade die Dialoge konnten mich sehr überzeugen, jeder einzelne Charakter hat seine Persönlichkeit, die Identifikationsrate mit Eurer Truppe ist extrem hoch. Egal ob unser eigenwilliger Söldner Cloud, die hübsche Blumenverkäuferin Aeris, die attraktive Bardame Tifa, der stolze und sehr robuste Barrett, Pilot Cid, Jägerin Yuffie, der geheimnisvolle Vincent und noch einige mehr, alle Figuren verhalten sich ihrer Rolle entsprechend sehr gut nachvollziehbar und erstaunlich realistisch. Auch die längeren Passagen, in denen teilweise auch gestritten oder gelacht wird, haben mich nie gelangweilt, denn genau das macht ja ein Rollenspiel auch aus. Mehr als drei Figuren gleichzeitig steuert Ihr allerdings nicht im Kampf, Ihr habt daher öfter einmal die Qual der Wahl und müsst genau darauf achten, dass Ihr den ein oder anderen Charakter nicht zu sehr vernachlässigt, ansonsten dürfte es dieser im weiteren Verlauf der Geschichte extrem schwer haben.
Was aber Final Fantasy VII außerdem noch so besonders macht, sind die vielfältigen Möglichkeiten, die Euch in diesem Abenteuer geboten werden. Ob Ihr Euch als Bardame verkleiden müsst, eine Trainingseinheit im Boxring absolvieren müsst, eine aufregende Hetzjagd auf der Autobahn überstehen müsst, einen Berghang im tiefen Schnee waghalsig mit einem Snowboard in Angriff nehmt oder sogar eine Echtzeitstrategieschlacht bewältigen müsst, Vielseitigkeit ist hier jedenfalls absolut Trumpf. Dabei sind einige Anforderungen doch erstaunlich hoch ohne aber jemals unfair zu wirken, auch das war mir sehr wichtig. Und natürlich gibt es auch die (den Final-Fantasy-Fans längst bekannte) Chocobo-Jagd mit anschließendem Reitabenteuer. Denkt jedenfalls immer darin, regelmäßig Eure gemachten Fortschritte abzuspeichern, angenehmerweise gibt es in den Städten und Höhlen sehr viele Speicherpunkte, in der Oberwelt ist dies sogar auf der Weltkarte jederzeit möglich.
Final Fantasy VII enthielt praktisch alles, was ich mir damals von einem Rollenspiel erhoffte. Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen, denn was sich mir gerade in grafischer Hinsicht bei den Zwischensequenzen bot, hatte ich zuvor noch nie gesehen. Auch ansonsten ist die Grafik noch ganz gut, besonders schön fand ich, dass die Figuren so groß gezeichnet waren. Die Musik konnte mich ebenfalls begeistern, obwohl (oder vielleicht gerade deswegen) diese oft nur leicht im Hintergrund zu hören ist, war ich vom Start weg vom Soundtrack hin und weg. Außerdem geben sich sowohl die Steuerung der Charaktere als auch die zur Verfügung stehenden Kameraperspektiven keine Blöße. Was mir aber besonders gut gefallen hat, waren der riesige Spielumfang (60 Stunden Spielzeit solltet Ihr mindestens einplanen) und die hohe Identifikation mit den einzelnen Figuren. Des weiteren gibt es unzählige intelligente Rätsel und witzige Einlagen, die deutsche Übersetzung ist im Großen und ganzen auch noch ganz gut gelungen. Und nicht zuletzt die extrem vielen Möglichkeiten an Waffen und Zaubersprüchen und ein riesiges Optionsmenü haben mich sehr beeindruckt. Schön ist auch, dass Ihr nicht andauernd in (nach einer gewissen Zeit dann) nervende Zufallskämpfe verwickelt werdet, sondern ganz im Gegenteil, Ihr Euch oft erst langsam heranpirschen müsst, um dann blitzartig einen Überfall zu starten. Und das Magiesystem ist dermaßen komplex, dass Ihr, wenn Ihr wollt, stundenlang die unterschiedlichen Sprüche ausprobieren könnt. Langweilig wurde es mir jedenfalls nie. Da zumindest aus meiner Sicht Final Fantasy VII alles bietet, was ein hochklassiges Rollenspiel vorzuweisen hat, handelt es sich hier um einen echten Super-Hit, der auch heute noch für viele von Euch interessant sein sollte.
Das Ambiente ist für ein Fantasyrollenspiel zu Beginn der Geschichte doch sehr ungewöhnlich, denn wir befinden uns zunächst in einer metallischen und sehr kalt wirkenden Welt von Midgar, die von gewaltigen Superkonzernen kontrolliert wird, es herrscht Endzeitstimmung. Unsere Hauptfigur hört auf den Namen Cloud, er ist ein junger Söldner, der (hoffentlich) noch am Anfang einer sehr großen Karriere steht. Wir arbeiten dabei im Untergrund, um genauer zu sein nehmen wir Aufträge der rebellischen Terroristenbewegung Avalanche (auf deutsch „Lawine“) an. Ziel ist es, die dubiosen Machenschaften des Präsidenten des mächtigen Shinra-Konzerns aufzudecken und den finsteren Diktator von nun an in seine Schranken zu weisen. Dieser Konzern verbraucht leider Massen an lebenswichtigen natürlichen Ressourcen für seine Reaktoren. Der Präsident ist aber auch noch aus anderen Gründen ein sehr übler Zeitgenosse, denn in Zusammenarbeit mit einem Professor und weiteren Wissenschaftlern experimentieren sie auf grausame Art und Weise mit Menschen, die kurz zuvor gefangen genommen wurden. Die finsteren Pläne des eisernen Diktators sehen vor, dass diese Menschen in reißende Bestien bzw. streng gehorsame Soldaten verwandelt werden, nach und nach soll eine gewaltige Armee errichtet werden.
Zur gleichen Zeit rückt ein alter Bekannter von Euch in den Vordergrund, sein Name ist Sepiroth. Lasst Euch nicht durch sein attraktives Äußeres täuschen, denn auch er ist mittlerweile mutiert, konnte aber eines Tages aus dem Forschungslabor entfliehen. Einst war er ein echter Freund von Cloud und sogar sein Vorbild gewesen, doch diese Tage sind längst vorüber. Auch Sepiroth strebt nach Höherem und wie so üblich, räumt der Bösewicht alles gnadenlos aus dem Weg, was seine Pläne durchkreuzen könnte. Dabei unterscheidet er weder Freund noch Feind und metzelt unbarmherzig auch Unschuldige nieder. Wie es dann eigentlich auch zu erwarten war, strebt auch Sepiroth nach der Weltherrschaft, er möchte die Menschen in eine Zukunft führen, die natürlich nur ganz nach seinem Geschmack aussehen soll. Demzufolge hat unser Held Cloud schon gleich zwei Gründe, sich den Rebellen anzuschließen, die Zeit drängt.
Wer schon früher gerne Rollenspiele gespielt hat, wird sich angesichts der Präsentation nun aber verwundert die Augen reiben. Seid Ihr früher noch aus einer unspektakulären Vogelperspektive in 2D umhergewandert, sieht nun alles viel prächtiger aus. Die Hauptfiguren sehen riesengroß aus und die Hintergründe sind zumeist sehr schön detailliert gezeichnet. Dabei sehen die Charaktere zwar im Grunde niedlich gezeichnet aus, aber Ihr merkt schnell, dass die Spielatmosphäre eindeutig auf eine etwas ältere Zielgruppe hinweist. Was absolut atemberaubend war, waren jedenfalls die wunderschönen Zwischensequenzen, welche vergleichsweise oft und völlig überraschend mitten im Spielgeschehen urplötzlich eingespielt wurden. Noch nie zuvor hatte ich bei einem Videospiel eine solche grafische Pracht gesehen, die Filmsequenzen sehen einfach atemberaubend schön aus und auch heute würde ich mir sie immer wieder noch gerne ansehen. Dass die Spielgrafik mit den Filmausschnitten nicht mithalten kann, dürfte eigentlich selbstverständlich sein, soweit sind die Spielentwickler ja leider auch heute nicht und wahrscheinlich auch nicht in naher Zukunft. Doch auch ohne die eingespielten Filme sieht die Grafik (zumindest gemessen an den damaligen Maßstäben) sehr schön aus. Selbstverständlich sind die Figuren noch etwas kantig und pixelig gezeichnet und sehen öfter einmal etwas klobig aus, doch für damals war das eben top und auch heute sollte sich die Grafik von Final Fantasy VII nicht verstecken müssen.
Was den Soundtrack angeht, so würde ich diesen bombastisch nennen, denn neben den tollen Filmsequenzen stellt dieser das Prunkstück dar. Oh, natürlich möchte ich dabei die mitreißende Geschichte auch nicht vergessen. Die bedrückende Atmosphäre wird durch die Begleitmelodien sehr wirkungsvoll unterstützt, die passenden Soundeffekte tun dann ein Übriges. Besonders die tiefen Klänge, welche die Tristesse des Alltags zu Beginn der Geschichte sehr gut widerspiegeln, haben mir gefallen, alles wirkt irgendwie doch sehr bedrohlich und ernüchternd zugleich. Dass gerade in den Filmsequenzen die Soundeffekte von der Klangqualität ihren Höhepunkt erreichen, dürfte dann eigentlich nicht mehr überraschend sein, ich habe wirklich jedes mal kurz den Atem angehalten, wenn eine solche Sequenz startete. Später ändern sich die Melodien dann auch, denn eines Tages erreicht Ihr auch die Erdoberfläche, befindet Euch im Freien, seid raus aus dem von Maschinen beherrschten Untergrund. Insgesamt übertrifft der Sound sogar noch die Grafik.
Steuern lassen sich Eure Charaktere im gesamten Spiel völlig problemlos, mit jeder der Figuren (die nach und nach zu Eurer Gruppe stoßen bzw. sich der rebellischen Organisation anschließen) gibt es zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Probleme, weder beim Herumschlendern in den Städten noch in den Kämpfen. Die Optionsmenüs sind alle sehr gut aufgebaut und selbsterklärend, bei Fragen steht Euch ein umfassendes Hilfsprogramm zur Verfügung. Besonders beeindruckt hat mich aber noch viel mehr die sehr gelungene Kameraführung bzw. die Auswahl an zur Verfügung stehenden Perspektiven. Diese zoomen nämlich nicht nur phasenweise um Eure Charaktere herum, sondern rücken näher oder entfernen sich von Euch. Dies ist auch sehr sinnvoll, da es in der riesigen Welt von Final Fantasy VII wahre Unmengen an Gegenständen zu entdecken gibt. Somit seid Ihr in manchen Momenten des Spiels mittendrin im Geschehen, an anderen Stellen erblickt Ihr Eure Heldentruppe nur ganz weit hinten am Horizont. Habt Ihr nach circa 10 bis 12 Stunden zum ersten Mal die Oberwelt erreicht, könnt Ihr die Kamera sogar um 360 Grad drehen lassen. Auch das schafft Atmosphäre, ich war hiervon jedenfalls absolut begeistert.
Natürlich wird während des ganzen Spiels geredet, geredet und geredet, das ist ja typisch bei Rollenspielen. Oft ist es nur eine Art Small-Talk, aber oft könnt Ihr den Bewohnern nützliche Informationen entlocken. Natürlich gibt es auch Hotels zum Übernachten, weitere wichtige Zufluchtsorte auf Eurer langen Reise, Waffenläden, Shops für Rüstungen und wichtige Gegenstände und, und, und. Spannend ist dabei, dass Ihr nicht alle Sachen unbedingt entdecken müsst, es liegt ganz bei Euch, je nachdem wie stark Euer Pioniergeist ausgeprägt ist. Somit könnt Ihr das Abenteuer eventuell „schon“ in 40 Stunden durchspielen, realistisch sind aber 60 bis 80 Stunden, denke ich. Und natürlich sind das Wichtigste immer noch die Kämpfe, welche ganz zufällig über Euch „hereinplatzen“. Nur durch das x-malige erfolgreiche Absolvieren solcher Duelle werden Eure Charakter nach und nach stärker und erlernen neue Fähigkeiten.
Kommt es zum Kampf, ist es vorbei mit dem gemütlichen Kaffeeklatsch, es wird umgehend in eine 3D-Perspektive umgeblendet, unser Adrenalinspiegel steigt. Dabei laufen die Kämpfe zwar nicht hektisch (also nicht direkt in Echtzeit) ab, doch allzu lange ausruhen (wie bei rundenbasierten Kämpfen, wo also jeder einer nach dem anderen an die Reihe kommt) dürft Ihr Euch auch nicht. Nachdem Ihr eine Kampfaktion ausgeführt habt, füllt sich mehr oder weniger langsam ein kleiner Zeitbalken, erst wenn dieser voll ist, könnt Ihr die nächste Aktion ausführen, wobei für den Feind gilt natürlich das Gleiche gilt. Je nachdem wie gut Ihr seid bzw. wie viel Erfahrung Ihr im Laufe des Abenteuers gesammelt habt, steigt dieser Zeitbalken und dann kann es sofort wieder losgehen mit wuchtigen physischen Attacken, Verteidigungsaktionen, dem Benutzen von Gegenständen oder dem Verwenden von Zaubersprüchen. Neu ist dabei der sogenannte „Wutbalken“, habt Ihr nämlich irgendwann einmal genug eingesteckt, ist im wahrsten Sinne des Wortes „das Maß voll“. Wütend wie Ihr dann seid, stürmt Ihr mit zusätzlicher Kraft auf den Feind los, wie entfesselt schlagt oder zaubert Ihr für einen Moment, was das Zeug hält. Für die meisten Gegner im Spiel bedeutet dieser „Wutausbruch“ mit ziemlicher Sicherheit das Ende.
Neu ist auch das Magiesystem, denn Ihr seid nicht „auf einmal“ fähig, bestimmte Sprüche auszuüben, sondern kauft „Materia“, welches Ihr in einem speziellen Menü bei Waffe und Rüstung einsetzt. Diese Magiesteine werden praktisch mit Eurer Ausrüstung gekoppelt, legt Ihr sie ab, gehen viele Eigenschaften wieder weg. Je öfter Ihr mit einer Figur einen bestimmten Spruch tätigt, umso besser wird dieser Charakter nach und nach mit der Fähigkeit umgehen können. Es gibt unzählige Kombinationsmöglichkeiten, es würde den Rahmen dieses Reviews sprengen, wollte ich diese jetzt auch noch im Detail erläutern. Was im Vergleich zu den Vorgängern auch noch völlig neu ist, ist die Tatsache, dass Ihr hier in Final Fantasy VII weniger stundenlang durch irgendwelche Dungeons laufen müsst, sondern es wurde viel mehr Wert darauf gelegt, spannende Actionsequenzen zu zeigen (Raserei auf der Autobahn, Snowboarding) und viele knifflige Rätsel zu lösen. Auch das hat mir außerordentlich gut gefallen.
Trotz der eigentlich eher düsteren Atmosphäre ist es den Entwicklern hervorragend gelungen, einige sehr humorvolle Einlagen miteinzubauen. Gerade die Dialoge konnten mich sehr überzeugen, jeder einzelne Charakter hat seine Persönlichkeit, die Identifikationsrate mit Eurer Truppe ist extrem hoch. Egal ob unser eigenwilliger Söldner Cloud, die hübsche Blumenverkäuferin Aeris, die attraktive Bardame Tifa, der stolze und sehr robuste Barrett, Pilot Cid, Jägerin Yuffie, der geheimnisvolle Vincent und noch einige mehr, alle Figuren verhalten sich ihrer Rolle entsprechend sehr gut nachvollziehbar und erstaunlich realistisch. Auch die längeren Passagen, in denen teilweise auch gestritten oder gelacht wird, haben mich nie gelangweilt, denn genau das macht ja ein Rollenspiel auch aus. Mehr als drei Figuren gleichzeitig steuert Ihr allerdings nicht im Kampf, Ihr habt daher öfter einmal die Qual der Wahl und müsst genau darauf achten, dass Ihr den ein oder anderen Charakter nicht zu sehr vernachlässigt, ansonsten dürfte es dieser im weiteren Verlauf der Geschichte extrem schwer haben.
Was aber Final Fantasy VII außerdem noch so besonders macht, sind die vielfältigen Möglichkeiten, die Euch in diesem Abenteuer geboten werden. Ob Ihr Euch als Bardame verkleiden müsst, eine Trainingseinheit im Boxring absolvieren müsst, eine aufregende Hetzjagd auf der Autobahn überstehen müsst, einen Berghang im tiefen Schnee waghalsig mit einem Snowboard in Angriff nehmt oder sogar eine Echtzeitstrategieschlacht bewältigen müsst, Vielseitigkeit ist hier jedenfalls absolut Trumpf. Dabei sind einige Anforderungen doch erstaunlich hoch ohne aber jemals unfair zu wirken, auch das war mir sehr wichtig. Und natürlich gibt es auch die (den Final-Fantasy-Fans längst bekannte) Chocobo-Jagd mit anschließendem Reitabenteuer. Denkt jedenfalls immer darin, regelmäßig Eure gemachten Fortschritte abzuspeichern, angenehmerweise gibt es in den Städten und Höhlen sehr viele Speicherpunkte, in der Oberwelt ist dies sogar auf der Weltkarte jederzeit möglich.
Final Fantasy VII enthielt praktisch alles, was ich mir damals von einem Rollenspiel erhoffte. Meine Erwartungen wurden sogar übertroffen, denn was sich mir gerade in grafischer Hinsicht bei den Zwischensequenzen bot, hatte ich zuvor noch nie gesehen. Auch ansonsten ist die Grafik noch ganz gut, besonders schön fand ich, dass die Figuren so groß gezeichnet waren. Die Musik konnte mich ebenfalls begeistern, obwohl (oder vielleicht gerade deswegen) diese oft nur leicht im Hintergrund zu hören ist, war ich vom Start weg vom Soundtrack hin und weg. Außerdem geben sich sowohl die Steuerung der Charaktere als auch die zur Verfügung stehenden Kameraperspektiven keine Blöße. Was mir aber besonders gut gefallen hat, waren der riesige Spielumfang (60 Stunden Spielzeit solltet Ihr mindestens einplanen) und die hohe Identifikation mit den einzelnen Figuren. Des weiteren gibt es unzählige intelligente Rätsel und witzige Einlagen, die deutsche Übersetzung ist im Großen und ganzen auch noch ganz gut gelungen. Und nicht zuletzt die extrem vielen Möglichkeiten an Waffen und Zaubersprüchen und ein riesiges Optionsmenü haben mich sehr beeindruckt. Schön ist auch, dass Ihr nicht andauernd in (nach einer gewissen Zeit dann) nervende Zufallskämpfe verwickelt werdet, sondern ganz im Gegenteil, Ihr Euch oft erst langsam heranpirschen müsst, um dann blitzartig einen Überfall zu starten. Und das Magiesystem ist dermaßen komplex, dass Ihr, wenn Ihr wollt, stundenlang die unterschiedlichen Sprüche ausprobieren könnt. Langweilig wurde es mir jedenfalls nie. Da zumindest aus meiner Sicht Final Fantasy VII alles bietet, was ein hochklassiges Rollenspiel vorzuweisen hat, handelt es sich hier um einen echten Super-Hit, der auch heute noch für viele von Euch interessant sein sollte.
36 Bewertungen, 1 Kommentar
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24.10.2006, 22:33 Uhr von Zzaldo
Bewertung: sehr hilfreichklasse Bericht. Das gibt ein sh. LG Stephan
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