Final Fantasy IX (PS1 Spiel) Testbericht

ab 17,11
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Erfahrungsbericht von Lenne

Wo liegt der Sinn meiner Existenz...?

Pro:

grandiose Story, unterhaltsames Kartenspiel

Kontra:

keine Sprachausgabe, etwas kindliche Grafik

Empfehlung:

Ja

\"Was ist meine Bestimmung? Wo liegt der Sinn meiner Existenz...?\" Diese beiden Fragen bilden das Motto, unter dem Adelbert Steiner, einer der Charaktere in Final Fantasy IX, die restlichen Figuren des Spiels begleitet. Aber damit bleibt er nicht der einzige. Denn im neunten Teil der Final Fantasy Saga dreht sich vieles um den Sinn der Existenz und nicht nur die Guten werden vor diese Frage gestellt, wobei nach und nach alle Fragen auch ihre zugehörige Antwort finden.
Spieler, die \"nur\" einen PC besitzen, müssen bei diesem Teil leider auf das Vergnügen von Final Fantasy IX verzichten, denn eine Umsetzung ist noch immer nicht geplant und es wird wohl in naher Zukunft keine geben.


INHALT:

  • Story
  • Charaktere
  • Grafik
  • Sound
  • Bedienung
  • Kampfsystem
  • Tetra Master
  • Meine Meinung
  • Fazit


#1 STORY:
Wir befinden uns im Schloss von Alexandria am 16. Geburtstag von Prinzessin Garnet Till Alexandros XVII. Auf dem Theaterluftschiff Prima Vista ist die Bühne schon starklar gemacht worden, sodass nur noch das Publikum fehlt. Allerdings ist die Theateraufführung nur eine geschickte Tarnung der Diebesgruppe Tantalus, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die hübsche Prinzessin zu entführen. Doch die hat ihre ganz eigenen Pläne. Seit einiger Zeit schon benimmt sich ihre Mutter, Königin Brane, sehr merkwürdig, was der Prinzessin Anlass dazu verschafft, sich während des Theaterstücks heimlich aus dem Staub zu machen und zu Herzog Cid, dem Herrscher über das Nachbarland Lindblum, zu gehen. Dabei trifft sie auf Zidane Tribal, ein Mitglied der Tantalus, und bittet ihn, sie zu entführen. Er bringt sie auf die Prima Vista, doch den beiden ist Adelbert Steiner, der Hauptmann der Pluto-Truppe, die im Dienste der Königin steht, dicht auf den Fersen. So kommt es, dass auch er sich auf dem Luftschiff in Richtung Lindblum befindet, als es von Generälin Beatrix unter Beschuss genommen wird und in einem mysteriösen Wald abstürzt.
Die Königin plant indes einen Krieg zwischen Alexandria und Lindblum anzuzetteln und Garnet sieht es als ihre Aufgabe, dies zu verhindern. Doch sie ahnt nicht, dass der Krieg nur dazu dient, ein weitaus größeres Verbrechen zu verbergen.

#2 CHARAKTERE:
Zidane Tribal:
\"Braucht es wirklich einen Grund, jemandem zu helfen?\"
Zidane ist ein Mitglied der Diebesgruppe Tantalus. Er versucht immer, die restlichen Charaktere aufzuheitern und entwickelt eine besonders große Zuneigung zu Garnet. Zidane kämpft sich mit zwei Dolchen durch die Monstermassen und kann seinen Gegner nützliche Gegenstände entwenden.

Adelbert Steiner:
\"Was ist meine Bestimmung? Wo liegt der Sinn meiner Existenz...?\"
Steiner ist der Hauptmann der Pluto-Truppe, die treu im Dienste der Königin steht. Steiner verachtet Zidane, da er ihn für \"schäbiges Diebesgesindel\" hält und versucht um jeden Preis, ihn von der Prinzessin fernzuhalten. Wenn Vivi Orunitia zusammen mit Steiner im Team kämpft, kann Vivi das große Schwert des Hauptmannes mit magischen Kräften ausstatten.

Vivi Orunitia:
\"Ist es überhaupt möglich, die eigene Existenz zu beweisen...?\"
Vivi landet zufällig auf der Prima Vista und wird von Zidane dazu überredet, Garnet auf ihrer Reise zu begleiten. Er ist etwas schüchtern und manchmal auch ein bisschen tollpatschig, besitzt aber ein großes Herz. Seine Spezialität im Kampf ist die Schwarzmagie, mit der er seinen Feinden das Fürchten lehrt.

Garnet Till Alexandros XVII:
\"Majestätische Grazie liegt in meiner Zukunft. Aber wo finde ich mich selbst...?\"
Nach dem Tod ihres Vaters begann ihre Mutter Brane, sich immer merkwürdiger zu verhalten, was der Prinzessin Grund genug gibt, an ihrem 16. Geburtstag aus dem Schloss wegzulaufen. Sie ist anfangs noch ziemlich naiv, wird aber von den anderen Charakteren so gut es geht unterstützt, diese Naivität abzulegen und Stärke zu zeigen. Um nicht erkannt zu werden, reist sie unter dem Decknamen Lili. Im Kampf steht sie ihren Gefährten mit heilender Weißmagie und mächtigen Beschwörungen zur Seite.

Mahagon Coral:
\"Wo liegen meine Grenzen? Habe ich sie schon erreicht? Antworten...\"
Mahagon schließt sich der restlichen Gruppe an, nachdem er von Zidane in einem Zweikampf besiegt wurde. Er hält sich selbst für den besten Kämpfer der Welt und ist ein Einzelgänger, der seine Probleme lieber für sich behält und alleine löst. Seine Kampfspezialität ist der Einsatz von Klauen im Nahkampf.

Quina Quen:
\"Ich gehe meinen Weg! Wasch dagegen? Aber machmal brauche ich eine Starke Hand, mampf...\"
Quina gehört dem vielfräßigen Volk der Qs an. Er begleitet Garnet, um alle essbaren Dinge der Welt kennen zu lernen und von ihnen zu kosten. Er greift seine Gegner mit einer Gabel an und beherrscht die Fähigkeit, sie zu fressen, um ihre Techniken zu erlernen.

Freia Crescent:
\"Vergebliche Liebe und die noch größere Angst, in Vergessenheit zu geraten...\"
Freia ist eine alte Freundin von Zidane, auf die er bei dem großen alljährlichen Jagdfestival trifft und überzeugt sie, sie restlichen Gefährten zu begleiten. Freia ist auf der Suche nach ihrem Geliebten Fratley, der vor einiger Zeit verschwunden und nicht wieder zurückgekert ist. Freia ist eine Drachenritterin und macht ihren Feinden mit ihrem langen Speer Beine.

Eiko Carol:
\"Alleinsein erfüllt mein Herz mit Trauer...\"
Die kleine Eiko ist die letzte Überlebende der Esper, einem mystischen Volk, das dazu fähig ist, mächtige Bestia zu beschwören, die dann für sie in den Kampf treten. Um nicht länger in Einsamkeit zu leben begleitet Eiko die anderen Charaktere, wobei sie sich in Zidane verliebt und Garnet freundschaftlich als Rivalin betrachtet.

#3 GRAFIK:
Die Umgebung ist im mittelalterlichen Stil gehalten. Im Weltmodus wirkt die Grafik etwas linear und auf Details wurde hier größtenteils verzichtet, was aber nicht weiter schlimm ist, da man sich sowieso die meiste Zeit in Städten aufhält. Diese wurden ganz nach dem Motto \"weniger ist manchmal mehr\" gestaltet. Sie sind zwar nicht mit besonders vielen Details angereichert, dafür wurden die eingebrachten Details mit sehr viel Hingabe gestaltet. Die Hintergründe wurden leider wie in den vorherigen Teilen vorgerendert, das heißt, sie wurden am Computer \"gezeichnet\", in das Spiel integriert und nicht in Echtzeit berechnet. Außerdem wirkt die Grafik an manchen Stellen etwas zu kindlich.
In den Zwischensequenzen kann man immer wieder von Neuem in Staunen geraten. Vor allem die Bewegungen der einzelnen Figuren wirken sehr real. Aber auch das Aussehen der Charaktere lässt keine Wünsche offen.

#4 SOUND:
Wie es bei Final Fantasy üblich ist, war im neunten Teil Nobuo Uematsu der Verantworliche für die Musikuntermalung. Er baute dieses Mal zwar mehr auf Synthesizer als auf sein Orchester, fand jedoch wie gewohnt für die jeweilige Stelle die passende Musik. Doch gerade bei den Synthesizer-Stücken kann es manchmal anfangen zu nerven, wenn man das gleiche Stück zum wiederholten Male in Folge hört.
In der jeweiligen Situation hat das Spiel immer die richtige Geräuschkulisse auf Lager. Während des Theaterstücks in Alexandria zum Beispiel hört man das Publikum, wie es Beifall klatscht und den Schauspielern zuruft. Und lässt man Zidane auf verschiedenen Bodenarten laufen, zum Beispiel auf Stein oder Gras, so werden unterschiedliche Geräusche beim Gehen erzeugt. Leider wurde in Final Fantasy IX wieder einmal auf eine Sprachausgabe verzichtet, die hier leider dringend nötig gewesen wäre. Denn die beiden Hofnarren Son und Zon leiden unter einem katastrophalen Sprachfehler, sodass sie sich immer wieder gegenseitig wiederholen, was dem Spieler schnell die Lust am Lesen der Texte verderben kann.

#5 BEDIENUNG:
Die Spielsteuerung von Final Fantasy IX ist so kinderleicht, dass man das dünne Handbuch eigentlich nur als kleines Nachschlagewerk für bestimmte Situationen benötigt. Auch die Belegung der Tasten wurde mit Sorgfalt gewählt, sodass die Knöpfe, die am öftesten benötigt werden, nahe beieinander liegen.

#6 KAMPFSYSTEM:
Bis zu vier vom Spieler oder von der Situation bestimmte Charaktere stürzen sich gleichzeitig ins Kampfgeschehen. Dabei können sie entweder physisch angreifen, einen Gegenstand einsetzen oder zwischen zwei von Charakter zu Charakter verschiedenen Kommandos wählen. Wird ein Charakter von einem Gegner verletzt, steigt die Anzeige in seiner Trance-Leiste. Ist die Leiste gefüllt, wird der Charakter in den Trance-Zustand versetzt, das heißt, er kann nun spezielle Kommandos ausführen und besitzt einen stärkeren physischen Angriff. Der Zustand dauert solange an, bis die Trance-Leiste aufgebraucht oder der Kampf beendet ist. Nach einem erfolgreichen Kampf erhalten alle Charaktere, die am Kampf teilgenommen haben Erfahrungspunkte. Hat ein Charakter genügend Ehrfahrungspunkte gesammelt, erreicht er einen höheren Level und wird somit stärker. Eine große Hilfe bei den Kämpfen sind die Abilities (engl.: Fähigkeiten). Hier wird zwischen Action- und Hilfs-Abilities unterschieden, die durch das anlegen von Ausrüstungsgegenständen erlernt werden können. Action-Abilities sind Fähigkeiten, die im Kampf ausgewählt werden können und werden den von Charakter zu Charakter verschiedenen Kommandos zugewiesen. Hilfs-Abilities sind passive Fähigkeiten, die im Kampf automatisch ihre Wirkung entfalten, vorrausgesetzt, man hat sie aktiviert. Dies geschieht, indem man ihnen sogenannte Magiesteine hinzufügt. Jeder Charakter hat eine bestimmte Anzahl an Magiesteinen zur Verfügung, die mit jedem gestiegenen Level zunimmt.

#7 TETRA MASTER:
Wie in Final Fantasy VIII existiert auch in Final Fantasy IX ein Kartenspiel, das sich mit fast jedem Bewohner der Welt von Final Fantasy IX spielen lässt. Dazu muss man eine Person lediglich mit der Quadrat-Taste ansprechen. Der Gewinner einer Partie erhält je nach Ausgang des Spiels eine bestimmte Anzahl an Karten seines Gegners.
Dadurch, dass man Spiele gewinnt und möglichst verschiedene Karten sammelt, die sich auch nach dem Kampf gegen Monster erstehen lassen, erhält man Punkte. Hat man eine bestimmte Anzahl von Punkten erreicht, erhält man einen Titel.

#8 MEINE MEINUNG:
Auch wenn das Spiel eine etwas kindliche Grafik aufweist, ist es meiner Meinung nach erst ab zwölf Jahren geeignet. Laut USK ist es zwar auch für sechsjährige schon geeignet, jedoch denke ich nicht, dass ein sechs Jahre junges Kind die ganzen Fragen und Antworten um den Sinn der Existenz verstehen kann.
Die Story des Spiels ist sehr komplex und zeigt immer wieder neue Wendungen, die das Spiel von Anfang bis Ende spannend machen.
Wer einmal genug von der Story hat und etwas Abwechslung sucht, der kann dies in einem der zahlreichen Minispiele und Rätsel tun, die sich neben der Story immer wieder anbieten. Und sollte einmal kein Minispiel oder Rätsel zur Verfügung stehen, hat man immer noch das schöne Tetra Master, das einen, wenn man nicht aufpasst, tatsächlich süchtig machen kann. Mich jedenfalls hat es schon erwischt. Aber dennoch ist auch Tetra Master nicht perfekt, denn ich vermisse einen Mehrspieler-Modus, bei dem man gegen Freunde spielen oder einfach nur Karten tauschen kann.
Wie bereits erwähnt, wäre auch eine Sprachausgabe dringend nötig gewesen. Hat man schon eine Zeit lang gespielt, gewöhnt man sich zwar ziemlich schnell daran, alle Dialoge lesen zu müssen, aber am Anfang kann es schon anfangen zu nerven.

#9 FAZIT:
Zu jedem Final Fantasy- und Rollenspiel-Fan kann ich nur sagen: Auf jeden Fall zugreifen! Fans von Abenteuer-Spielen wird Final Fantasy IX sicher auch gefallen, andere Genres sind hier aber leider fehl am Platz. Das Spiel kostet ca. 30 Euro, liegt somitim Durchschnitt und ist jeden einzelnen Cent wert.

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