Flensburger Pilsener Testbericht

Flensburger-pilsener
ab 18,00
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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  sehr gut
  • Wirkungsgrad:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von LosGatos

Das mit dem PLOPP!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nahrungsaufnahme ist ja gelegentlich mit Geräuschen verbunden. Dabei meine ich jetzt noch nicht einmal die vom Menschen zum Ärger der Mitmenschen verursachten Laute wie lautes Schmatzen, Röpsen (bei Asiaten sehr beliebt) oder verdauungsbedingtes Fu...en, sondern mit bestimmten Produkten verbundene akustische Charakteristika. Sehr in Mode gekommen ist z.B. der Spinat, der BLUBB macht, wesentlich ruhiger geworden ist es dagegen um das PLOPP beim Öffnen einer Bierflasche. Seit Erfindung des Kronkorkens wird bei Bierflaschen nur noch gezischt.
Ich kann mich noch gut an die 50er Jahre erinnern, da hatte fast jede Bierflasche einen Bügelverschluss. Man brauchte keinen Flaschenöffner. Öffnete man den Bügel, machte es PLOPP, vorausgesetzt man konnte damit umgehen. Als Kind habe ich (LosGatos) wohl auch mal an Papas Bierglas genippt. Pfui deibel, nie hätte ich geglaubt, dass mir so ein widerlich bitteres Gesöff jemals schmecken könnte. Jedenfalls hatte ich damals nicht das Problem, solche Flaschen öffnen zu müssen. Denn als Kind hatte ich doch ziemliche Schwierigkeiten, den gespannten Bügel zu öffnen. Ein Alkoholverbot für mich wurde dadurch überflüssig.

Mit zunehmendem Alter änderte sich nicht nur mein Geschmack, sondern die (für den Verbraucher) praktischen Bügelverschlüsse verschwanden völlig vom Markt und wurden durch den Kronkorken verdrängt. Die Einführung der Getränkedose tat ein Übriges. Dieser Verschluss ist für den Verbraucher deshalb praktisch, weil man kein zusätzliches Werkzeug, sprich Flaschenöffner, benötigt und weil man die Flasche wieder verschließen kann, wenn man nicht alles auf einmal trinken möchte. Unpraktisch dagegen für den Hersteller wegen des erhöhten Aufwandes bei Pflege des Leerguts (Gummidichtung) und bei der Abfüllung.

Trotzdem appelliert die Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH nach wie vor an die Nostalgie und hat deshalb den Kult des Bügelverschlusses und des damit verbundenen PLOPPs bewahrt.


WARUM ICH FLENS TRINKE

Ich lebe seit über 22 Jahren in München, einem Eldorado für Biertrinker. Sollte man meinen. Brauereien gibt es hier in der Tat genug. ABER: Das Münchner Hell schmeckt mir im Großen und Ganzen nicht. Die Gabe, ein schmackhaftes Pils zu brauen, ist den Bayern meiner Meinung nach auch nicht gegeben, es ist hierzulande kein traditionelles Produkt. Bleibt nur das Weizenbier (Weißbier), an das ich mich jedoch auch erst gewöhnen musste, mittlerweile bei großem Durst aber recht gern trinke.

Zum Glück bin ich ja eher passionierter Weintrinker. Am liebsten roten, wo der nicht passt, greife ich auch gerne auf den weißen Chardonnay zurück. Somit bin ich (LosGatos) auf bayerisches Bier schon von Haus aus nicht angewiesen. Es gibt aber Speisen, da passt für meinen Geschmack nur Bier dazu. Und manchmal hat man ja auch ganz einfach Durst und möchte nicht spartanisch nur Mineralwasser trinken. Ja, spätestens dann muss ein Bier her. Und das ist bei mir seit vielen Jahren Flensburger Pilsner, kurz Flens genannt.

Somit ergeht es mir ähnlich wie Herzog Wilhelm dem Frommen, der einst sein Bier aus dem norddeutschen Einbeck nach München schaffen ließ, bevor er den Auftrag erteilte, das Münchner Hofbräuhaus zu erbauen. Bei mir muss das Bier sogar noch einen weiteren Weg zurücklegen, bevor ich es trinken kann. Mein Bier kommt aus Deutschlands nördlichster Stadt Flensburg an der dänischen Grenze. In meinem ganzen Leben war ich selbst noch nie dort. Warum sollte ich auch, wenn das Bier zu mir kommt.


DAS FLENSBURGER PILSNER

Mein FLENS wird in 0,33l Flaschen abgefüllt. Diese Größe ist in Bayern auch eher handelsunüblich, hier sind Halbliterflaschen die Norm. Die kleinen bauchigen Flaschen waren vor Jahrzehnten auch Standard. Heute sind sie so selten geworden, dass die Flensburger Brauerei ihre eigenen Flaschen hat, der Name Flensburger ist in die Flasche eingeprägt.
Der Pfropfen besteht aus Keramik, ist mit einer Gummidichtung auf die Flaschenöffnung gesetzt und wird durch den berühmten Bügel festgehalten. Als Zeichen der Unversehrtheit einer abgefüllten Flasche dient das Papiersiegel, das man beim Öffnen durchtrennen muss.
Auf die Flaschen wird ein Pfand von 0,15eCent erhoben. Sie werden in 20er Trägern angeboten.

Auf dem Etikett befindet sich das Logo der Brauerei, ein Segelschiff vor einem Leuchtturm, was auch auf den Pfropfen geprägt ist.

Natürlich ist das Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Es enthält Wasser, Gerstenmalz und Hopfenextrakt. Der Alkoholgehalt beträgt 4,8%.

Laut Etikett hat das Bier einen herbwürzigen und frischen Geschmack. Und es hat einen hervorragenden Geschmack. Beim Einschenken bildet sich eine blumige Schaumkrone. Wie gesagt, ich bin kein regelmäßiger Biertrinker, aber dieses Bier trinke ich wirklich gerne. Dafür lasse ich sogar ein Guinness stehen, obwohl das auch was hat. Ist natürlich eine ganz andere Geschmacksrichtung.

Ich trinke das FLENS z.B. zu Heringgerichten, Bratwurst oder anderen deftigen Speisen. Oder wenn ich besonderen Durst habe und mir der Geschmack von Wasser zu „wenig“ ist.

Besonders angenehm finde ich (LosGatos) auch, den Inhalt von 0,33l, weil mir ein halber Liter Bier oft zu viel ist. Manchmal ist das Fläschchen zwar allzu schnell leer. Aber zur Sicherheit stehen immer 2 Flaschen im Kühlschrank. Ja, gekühlt sollte es schon getrunken werden.


DIE BRAUEREI

Wer sich über die Brauerei informieren möchte, kann das z.B. unter www.flens.de tun. Dort erfährt man auch, dass kristallklares Wasser aus unterirdischen Gletscherströmen Nord-Skandinaviens zur Verwendung kommt.

Neben dem Flensburger Pilsener werden noch folgende Produkte angeboten:

Dunkel, Weizen, (Alkohol-) Frei und Plop’ in Dosen (Widerspruch in sich)


FAZIT

Seit vielen Jahren trinke ich Bier aus dem hohen Norden. Als mein Getränkehändler eine Zeitlang mal kein FLENS geliefert bekam, bin ich auch mal auf Jever ausgewichen. Aber seit einiger Zeit bin ich wieder zum FLENS zurückgekehrt. Und dabei werde ich auch noch eine ganze Weile bleiben, im Sommer vielleicht mehr als im Winter, wo man abends vielleicht lieber mal einen Tee trinkt. Und nachdem ich mir jetzt den Mund wässrig geschrieben habe, mache ich jetzt erst mal PLOPP!
Prost.

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 28.6.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, eComments, YOPI, Talk-On

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