Der dritte Zwilling (gebundene Ausgabe) / Ken Follett Testbericht
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Erfahrungsbericht von Geradine
Und der SEX wird aussterben...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wie oft haben wir Einzelkinder es uns sehnlichst gewünscht einen Bruder oder eine Schwester zu haben. (zumindest kann ich da reinen Gewissens von mir sprechen!)
Am besten wäre ja eigentlich, wenn das Geschwisterchen genauso aussähe wie man selbst, wie könnte man die anderen Leute, und sogar die Eltern hinters Licht führen. Doch was wäre wenn sich dieser Traum anscheinend nie erfüllt, man aber in späteren Jahren Verbrechen verdächtigt wird, die man selbst aber nie getan hat. Was wäre wenn man tatsächlich unschuldig ist, aber es keiner glaubt, da die beweise, zu 100, ja gar zu 200 % eindeutig sind?
Was wäre wenn...???
Story
°°°°°
An der Jones-Falls-Universität in Baltimore führt die Wissenschaftlerin Dr. Jeannie Ferrami eine Studie durch, um den Einfluss des genetischen Erbes und des sozialen Umfelds auf die kriminelle Energie eines Menschen zu erforschen. Sie hat hierzu ein spezielles Computerprogramm entwickelt, mit dessen Hilfe sie eineiige Zwillinge ausmacht, die unter verschiedenen Lebensumständen aufwuchsen. An der Klärung, ob die genetische Herkunft maßgeblich für das Aggressions- und Anpassungspotential eines Menschen ist, hat sie ein persönliches Interesse, da ihr eigener Vater bereits mehrfach wegen Eigentumsdelikten inhaftiert war.
Bei ihren Recherchen lernt sie den jungen Jurastudenten Steve Logan kennen, dessen bislang unbekannter psychotischer Zwillingsbruder wegen eines Kapitalverbrechens im Gefängnis sitzt. Mit Steve Logan könnte der engagierten Forscherin daher der Beweis gelingen, dass Erziehung und Umwelteinflüsse angeborene Eigenschaften neutralisieren. Er ist schließlich das genaue Gegenteil zu seinem Bruder, Gut steht gegen Böse!
Jeannies beste Freundin wird während eines vorgetäuschten Brandes in der Sporthalle der Uni vergewaltigt, entkommt ihrem Peiniger zwar, lebt fortan aber in Angst und Schrecken vor den grausamen Erinnerungen.
Sie erkennt Steve als den Verbrecher, obwohl dieser jegliche Schuld abstreitet. Jeannie aber, die widerwillig Zuneigung zu dem einige Jahre jüngeren Mann gefasst hat, lässt sich von ihm auch in Anbetracht ihrer wissenschaftlichen Meinung überzeugen, dass er unschuldig ist, auch wenn selbst der DNA-Test gegen ihn spricht.
Der Leser bleibt bis etwa zur Buchmitte im Glauben, es handele sich nur um Zwillinge, nämlich um einen jungen Mann, der zügellos ein Verbrechen begeht, aber nicht erwischt wird, und um einen zweiten, der dem Täter gleich sieht, und deshalb verhaftet wird, jedoch nicht der Täter ist. Seine Unschuld aber kann er gegen das Indiz absoluter Identität mit dem wahren Vergewaltiger nicht beweisen.
Als sich dann herausstellt, dass weder der eine noch der andere junge Mann der Täter sein kann, kommt der Leser langsam der wahren Geschichte auf die Spur. An dieser Stelle schlägt man sich mit dem Kopf gegen die Wand, denn wie war der Buchtitel noch mal? Der DRITTE Zwilling. Es gibt kurioser Weise drei junge Männer, die nicht nur gleich aussehen, sondern auch noch die völlig identische DNA haben.
Steve Logan, gegen Kaution noch auf freiem Fuß, macht nun Jagd auf den dritten Mann, den wahrscheinlichen Täter.
Der große Clou aber liegt bereits zwanzig Jahre zurück. Hier macht sich der Leser richtig Gedanken um die geschichte. Wieder die drei kleinen Worte, „was wäre wenn?“. All das ist möglich, all das kann passieren, ob heute morgen, oder ebenfalls vor 20 Jahren!
In einem Krankenhauslabor der US Army aus einer Samenzelle und einer Eizelle mehrere eineiige Lebewesen hergestellt und anderen Frauen implantiert worden, die nach neun Monaten je ein Kind geboren haben. Jede Mutter war und blieb in dem Glauben, es sei das eigene eheliche Kind. Die Möglichkeit für diese üblen Experimente wurde bei der klinischen Behandlung von Frauen geschaffen, die Empfängnisprobleme hatten und deshalb angeblich Hormone verabreicht bekamen. Auch die Ehemänner glaubten der großen Lüge und fühlten sich seither als Väter.
Die drei Männer, die für dieses unglaubliche Verbrechen verantwortlich sind, fühlen sich entdeckt, als Jeannie noch im Schlamm der Vermutungen herum sucht, und ergreifen mörderische Gegenmaßnahmen.
Die junge Professorin ist auf ein Geheimnis gestoßen, das sie alle ruinieren könnte.
Auf ihrer Suche nach dem wahren Täter gerät Jeannie auf die Spur dieses ungeheuerlichen Vorgangs und in große Gefahr. Ihr Projekt wird aus fadenscheinigen Gründen eingestellt und ihr Leben bedroht.
Die Klone sind die erste Serie, die Erprobungsphase, der von den Bösewichten gewünschten weißen Herrenrasse. Zitat: „Perfekte Kinder für die Mittelklasse und Sterilisation für die Armen. Wir könnten damit beginnen, das rassische Gleichgewicht Amerikas wiederherzustellen. Das war immer unser Ziel schon seit den Anfangstagen.“ Die Möglichkeit, die Armen würden sich auch künftig schneller vermehren als die Reichen, wird direkt verworfen mit der Möglichkeit, die sich einer der drei Rassisten ausrechnet:
Mit den aus Genforschung und Privatkliniken profitierten Millionen kann er die nächsten Präsidentschaftswahlen gewinnen, zum mächtigsten Mann der USA werden. Dann will er die weiße Mittelklasse durch Einführung eines pauschalen Einkommensteuersatzes von zehn Prozent ökonomisch stärken und zugleich für alle Frauen, die von der Fürsorge leben, zwangsweise empfängnisverhindernde Injektionen einführen.
Fazit:
°°°°°
Ken Follett macht aus einem äußerst wissenschaftlichen Thema, welches eigentlich recht interessant ist, aber dennoch zu oft als Fiktion ausgelegt wird, einen wunderbaren Roman. Andere Autoren hätten seitenlange, auf wissenschaftlichen fachbegriffen basierende Erklärungen und Auslegungen gemacht; Follett formuliert all das in nur einem Satz.
Als begeisterter Follett Leser, kann ich wieder auf seinen ungewöhnlich rasanten Schreibstil verweisen, der den Leser gar nicht mehr stoppen lassen will. Anfangs immer jedes Kapitel, oder jeden teil nur auf eine einzelne Person gerichtet und fixiert, laufen am Ende alle zusammen. Und das in einer solch rasanten Weise, dass man das Buch wirklich erst am Ende weglegen kann!
Am besten wäre ja eigentlich, wenn das Geschwisterchen genauso aussähe wie man selbst, wie könnte man die anderen Leute, und sogar die Eltern hinters Licht führen. Doch was wäre wenn sich dieser Traum anscheinend nie erfüllt, man aber in späteren Jahren Verbrechen verdächtigt wird, die man selbst aber nie getan hat. Was wäre wenn man tatsächlich unschuldig ist, aber es keiner glaubt, da die beweise, zu 100, ja gar zu 200 % eindeutig sind?
Was wäre wenn...???
Story
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An der Jones-Falls-Universität in Baltimore führt die Wissenschaftlerin Dr. Jeannie Ferrami eine Studie durch, um den Einfluss des genetischen Erbes und des sozialen Umfelds auf die kriminelle Energie eines Menschen zu erforschen. Sie hat hierzu ein spezielles Computerprogramm entwickelt, mit dessen Hilfe sie eineiige Zwillinge ausmacht, die unter verschiedenen Lebensumständen aufwuchsen. An der Klärung, ob die genetische Herkunft maßgeblich für das Aggressions- und Anpassungspotential eines Menschen ist, hat sie ein persönliches Interesse, da ihr eigener Vater bereits mehrfach wegen Eigentumsdelikten inhaftiert war.
Bei ihren Recherchen lernt sie den jungen Jurastudenten Steve Logan kennen, dessen bislang unbekannter psychotischer Zwillingsbruder wegen eines Kapitalverbrechens im Gefängnis sitzt. Mit Steve Logan könnte der engagierten Forscherin daher der Beweis gelingen, dass Erziehung und Umwelteinflüsse angeborene Eigenschaften neutralisieren. Er ist schließlich das genaue Gegenteil zu seinem Bruder, Gut steht gegen Böse!
Jeannies beste Freundin wird während eines vorgetäuschten Brandes in der Sporthalle der Uni vergewaltigt, entkommt ihrem Peiniger zwar, lebt fortan aber in Angst und Schrecken vor den grausamen Erinnerungen.
Sie erkennt Steve als den Verbrecher, obwohl dieser jegliche Schuld abstreitet. Jeannie aber, die widerwillig Zuneigung zu dem einige Jahre jüngeren Mann gefasst hat, lässt sich von ihm auch in Anbetracht ihrer wissenschaftlichen Meinung überzeugen, dass er unschuldig ist, auch wenn selbst der DNA-Test gegen ihn spricht.
Der Leser bleibt bis etwa zur Buchmitte im Glauben, es handele sich nur um Zwillinge, nämlich um einen jungen Mann, der zügellos ein Verbrechen begeht, aber nicht erwischt wird, und um einen zweiten, der dem Täter gleich sieht, und deshalb verhaftet wird, jedoch nicht der Täter ist. Seine Unschuld aber kann er gegen das Indiz absoluter Identität mit dem wahren Vergewaltiger nicht beweisen.
Als sich dann herausstellt, dass weder der eine noch der andere junge Mann der Täter sein kann, kommt der Leser langsam der wahren Geschichte auf die Spur. An dieser Stelle schlägt man sich mit dem Kopf gegen die Wand, denn wie war der Buchtitel noch mal? Der DRITTE Zwilling. Es gibt kurioser Weise drei junge Männer, die nicht nur gleich aussehen, sondern auch noch die völlig identische DNA haben.
Steve Logan, gegen Kaution noch auf freiem Fuß, macht nun Jagd auf den dritten Mann, den wahrscheinlichen Täter.
Der große Clou aber liegt bereits zwanzig Jahre zurück. Hier macht sich der Leser richtig Gedanken um die geschichte. Wieder die drei kleinen Worte, „was wäre wenn?“. All das ist möglich, all das kann passieren, ob heute morgen, oder ebenfalls vor 20 Jahren!
In einem Krankenhauslabor der US Army aus einer Samenzelle und einer Eizelle mehrere eineiige Lebewesen hergestellt und anderen Frauen implantiert worden, die nach neun Monaten je ein Kind geboren haben. Jede Mutter war und blieb in dem Glauben, es sei das eigene eheliche Kind. Die Möglichkeit für diese üblen Experimente wurde bei der klinischen Behandlung von Frauen geschaffen, die Empfängnisprobleme hatten und deshalb angeblich Hormone verabreicht bekamen. Auch die Ehemänner glaubten der großen Lüge und fühlten sich seither als Väter.
Die drei Männer, die für dieses unglaubliche Verbrechen verantwortlich sind, fühlen sich entdeckt, als Jeannie noch im Schlamm der Vermutungen herum sucht, und ergreifen mörderische Gegenmaßnahmen.
Die junge Professorin ist auf ein Geheimnis gestoßen, das sie alle ruinieren könnte.
Auf ihrer Suche nach dem wahren Täter gerät Jeannie auf die Spur dieses ungeheuerlichen Vorgangs und in große Gefahr. Ihr Projekt wird aus fadenscheinigen Gründen eingestellt und ihr Leben bedroht.
Die Klone sind die erste Serie, die Erprobungsphase, der von den Bösewichten gewünschten weißen Herrenrasse. Zitat: „Perfekte Kinder für die Mittelklasse und Sterilisation für die Armen. Wir könnten damit beginnen, das rassische Gleichgewicht Amerikas wiederherzustellen. Das war immer unser Ziel schon seit den Anfangstagen.“ Die Möglichkeit, die Armen würden sich auch künftig schneller vermehren als die Reichen, wird direkt verworfen mit der Möglichkeit, die sich einer der drei Rassisten ausrechnet:
Mit den aus Genforschung und Privatkliniken profitierten Millionen kann er die nächsten Präsidentschaftswahlen gewinnen, zum mächtigsten Mann der USA werden. Dann will er die weiße Mittelklasse durch Einführung eines pauschalen Einkommensteuersatzes von zehn Prozent ökonomisch stärken und zugleich für alle Frauen, die von der Fürsorge leben, zwangsweise empfängnisverhindernde Injektionen einführen.
Fazit:
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Ken Follett macht aus einem äußerst wissenschaftlichen Thema, welches eigentlich recht interessant ist, aber dennoch zu oft als Fiktion ausgelegt wird, einen wunderbaren Roman. Andere Autoren hätten seitenlange, auf wissenschaftlichen fachbegriffen basierende Erklärungen und Auslegungen gemacht; Follett formuliert all das in nur einem Satz.
Als begeisterter Follett Leser, kann ich wieder auf seinen ungewöhnlich rasanten Schreibstil verweisen, der den Leser gar nicht mehr stoppen lassen will. Anfangs immer jedes Kapitel, oder jeden teil nur auf eine einzelne Person gerichtet und fixiert, laufen am Ende alle zusammen. Und das in einer solch rasanten Weise, dass man das Buch wirklich erst am Ende weglegen kann!
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