Eisfieber (gebundene Ausgabe) / Ken Follett Testbericht

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ab 5,86
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Erfahrungsbericht von nikosternchen

Spannung eingefroren

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Die junge, hübsche und engagierte Toni Gallo arbeitet als Sicherheits- Chefin bei der Pharmafirma Oxenford Medicals. In dieser Firma ist man unter anderem damit beschäftigt ein Gegenmittel für Madoba-2, einem absolut tödlichen Mutanten des Ebola- Virus zu entwickeln.
Am heiligen Abend fällt der Sicherheits-Chefin auf das eine Entnahme einer Probe aus dem BSL-4-Labor ( dem Labor, worin mit Madoba-2 geforscht wird) nicht korrekt eingetragen ist. Während alle davon ausgehen das es sich um ein versehen handelt, überprüft Toni diesen Missstand akribisch nach. Und sie soll Recht behalten, denn kurz darauf wird ein unscheinbarer Angestellter bei sich zu Hause in einem Schuppen gefunden. Tod. Augenscheinlich gestorben an dem besagten Virus. Neben ihm verendete auf dieselbe Weise ein Kaninchen, welches er, wie sich im nachhinein rausstellt, aus dem Labor entwendet hat.

Natürlich bekommt die Presse davon Wind, und Toni Gallo und ihr Chef Professor Stanley Oxenford sind vollauf damit beschäftigt, das diese den Vorfall so darstellt dass keine Panik in der Bevölkerung ausbricht. Das schlimmste können sie Abwenden, wissen aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht, das ein neuer Vorfall, ein Einbruch bei Oxenford Medicals im vollen Gange ist.


Ken Follett ist ja nicht nur für seine grandios unterhaltsamen Historik- Romane bekannt, sondern übt sich ab und an auch mal im Thriller- Genre. Eigentlich gelang ihm das bislang immer recht gut, und der Leser war sich der Spannung sicher.

Diesmal bin ich allerdings, das Vorweg, von vorne bis hinten enttäuscht. Liest man die kurze Zusammenfassung oben, so könnte man meinen, dass es sich um ein durchaus spannendes Thema handelt, das man durchaus spannend verpacken kann. Die ersten 30 Seiten scheinen auch dieses zu versprechen, aber dann schlägt das Buch komplett um und quält uns mit langweiligen Familieneskapaden.

Ein paar Zusammenhänge:
Toni Gallo entspricht zunächst selbstverständlicherweise den Thriller- Heldinnen Klischee von vorne bis hinten. Attraktiv, intelligent, workoholic, alleinstehend, eine leicht verwirrte Mutter im Heim und natürlich war sie mal mit ihrem Ex-Kollegen, einem Polizisten verheiratet. Beide sind sich natürlich nicht ganz grün und ihr Ex- Gatte, obwohl er die Ermittlungen leitet, tratscht natürlich alle Einzelheiten direkt an das größte Schmierblatt der Region weiter.
Zudem ist Toni in ihren Chef verliebt, der allerdings bereits kurz vor Rentenalter steht, und seiner vor 1 ½ Jahren verstorbenen Frau nachtrauert. So werden die Szenen, in denen Toni mit Stanley gemeinsam gegen Verleumdungen und Hetzereien der Presse kämpfen nicht dramatisch und spannend sondern einfach nur kitschig. Immer wieder muss man leider lange Passagen über Tonis Gedanken bezüglich Stanley lesen. Und zwar so melodramatisch das einem der Schmalz aus den Ohren kommt. Selbst ich als Frau bekam Krämpfe wenn ich lese wie sehr sie sich eine Berührung herbeisehnt und welch innigen Gefühle sie überkommen wenn Stanley freundschaftlich, kollegial in den Arm nimmt und „sich ihre Brüste an seinen Oberkörper schmiegen“... Also wirklich, Herr Follett, in vielen Romanen haben sie bewiesen das sie durchaus Talent für romantische Szenen haben, an der richtigen Stelle, aber hier passt es überhaupt nicht, und wirkt wie aus einem schmachtenden Nackenbeisser- Roman.
Nach den ersten 30 Seiten ( im übrigen der spannendste Abschnitt des Buches), sind wir ungefähr 170 Seiten lang gezwungen uns dem Familienleben von Stanley Oxenford zu widmen. Seine Kinder, die allesamt in den besten Jahren sind und teilweise schon pubertierende Kinder haben, kommen zu Besuch. Der jüngste – und einzige – Sohn ist sozusagen das schwarze Schaf der Familie. Er plant mit sehr zwielichten Gestalten den oben genannten Einbruch in der Firma seines Vaters. Warum? Tja, früher arbeitete er noch in der Firma, allerdings hat er damals schon versucht seinen Vater zu hintergehen, und keine geringere als Toni Gallo ( damals noch im Polizeidienst) überführte ihn. Im Casino verspielte er dann 2500000 Pfund, mischt nun als Komplize beim Diebstahl des Madoba-2- Virus mit.
Die Familienzusammenkunft ist gespickt mit einem Berg von Klischees, die ich nicht aufzählen kann und will.

Nach dem erfolgreichen Einbruch ist das Diebesgesinde auf der Flucht und es verschlägt sie durch ungefähr tausend vorhersehbare Zufälle ausgerechnet in das Haus des Inhabers in deren Firma sie gerade eingebrochen sind. Bei der Diebesbande ist auch eine Dame dabei, auf die ich an dieser Stelle ein wenig näher eingehen möchte: Daisy! Sie erinnert mich an sehr an den „Beisser“ aus dem James Bond Film. Doof wie Brot, vernarbt, gewalttätig. Wer von einem Gangster- Boss großgezogen wird, der wird eben so. Gerade diese Dame brachte mich regelmässig dazu das Buch FAST zur Seite zu legen, weil es mir mit ihr echt zu blöde war.

Es fällt auf, das sich eigentlich niemand so benimmt wie „man“ sich in einer solchen Situation benimmt, was immer wieder einen sehr konstruierten Eindruck macht. Als Leser fällt es unheimlich schwer, sich mit irgendetwas zu identifizieren, weil alles unnatürlich reagieren und handeln.
Das Ende, welches man sich schon Hunderte Seiten vorher ahnt ist dann schlussendlich auch keine Überraschung mehr.



FAKTEN
Ken Follett/ Eisfieber
Lübbe
Hardcover
22,90 €
Isbn:3-7857-2220-6
Erschienen im September 2005


KEN FOLLETT, geboren 1949, war 27 Jahre alt, als er den Thriller
"Die Nadel" schrieb, in dessen Mittelpunkt ein deutscher Spion im
englischsprachigen Ausland stand (großartig verfilmt mit Donald Sutherland in
der Titelrolle). Folletts größte Bucherfolge waren "Die Säulen der Erde", "Die Pfeiler der Macht" und "Das zweite Gedächtnis“.


Dieser Bericht erscheint auch unter www.krimizeit.de

43 Bewertungen, 10 Kommentare

  • Estha

    22.05.2006, 19:04 Uhr von Estha
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh... @};----..lg susi

  • Mogry1987

    22.05.2006, 19:01 Uhr von Mogry1987
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht! Sehr hilfreich =)

  • blackangel63

    17.05.2006, 15:51 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    °°°°SEHR HILFREICH°°°°LG°°°°ANJA°°°°

  • Zuckermaus29

    07.04.2006, 13:23 Uhr von Zuckermaus29
    Bewertung: sehr hilfreich

    "sh" von mir für Dich :o) <br/>Liebe Grüße <br/>Jeanny

  • kakaue

    23.03.2006, 02:57 Uhr von kakaue
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh lg chris

  • anonym

    05.03.2006, 23:52 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...sh...*g*...Lg, Christina

  • anonym

    03.02.2006, 12:16 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    super Bericht !

  • Flute

    07.12.2005, 21:28 Uhr von Flute
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lg. Dunja

  • Dr.Claudia

    06.12.2005, 16:56 Uhr von Dr.Claudia
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH + LG von Claudia

  • Doro1975

    06.12.2005, 14:26 Uhr von Doro1975
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schade, eigentlich lese ich Ken Follett sehr gerne, aber das ist bestimmt auch kein Buch für mich. LG Doro