Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Testbericht

Frankfurter-allgemeine-sonntagszeitung
ab 9,61
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5 Sterne
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Summe aller Bewertungen
  • Informationsgehalt:  sehr gut
  • Qualität der Artikel & Reportagen:  gut
  • Qualität der Bilder und Fotos:  gut
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von kritisch_Zeitgenosse

Kompetenz auf Papier

5
  • Informationsgehalt:  sehr gut
  • Qualität der Artikel & Reportagen:  sehr gut
  • Qualität der Bilder und Fotos:  gut
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Zielgruppe:  Alle

Pro:

- sehr fundierte Artikel, gute Autoren, Druckqualität optimal, Preis- Leistungsverhältnis stimmt

Kontra:

- teilweise sehr pateiisch, ziemlich großer Umfang, Probleme bei der Anlieferung bei Abo

Empfehlung:

Ja

-- Im Allgemeinen --

Für das Aufschnappen von Neuigkeiten kann man getrost den Fernseher benutzen. Hier bekommt man multimedial alle Schlagzeilen es Tages in rascher Abfolge vorgesetzt und kann sich mit diesen berieseln lassen. Der Nachrichtensprecher ließt ein paar Zeilen vor und die Bilder huschen über den Bildschirm- und schon ist man bestens informiert. Oder?

Definitiv nicht. Zwar kann man sich durch das Fernsehen sehr schnell oberflächlich über aktuelle Ereignisse informieren lassen, Hintergründe und sogenannte „Wissenlinks“ kann man sich aber nur durch eine Tageszeitung aneignen. Eine Tageszeitung hat zahlreiche Vorteile: Man kann sich gezielt aussuchen, über was man sich näher informieren möchte, man kann sich wesentlich intensiver mit einem Thema beschäftigen und man kann, im Gegensatz zum Fernsehen, über die Ereignisse noch einmal reflektieren, bevor man zum nächsten Thema übergeht.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Unterhaltung. Unterhaltung kann man in zwei Kategorien unterteilen: Die Unterhaltung mittels vorbeirauschender Bilder zum schnellen ansehen und die Unterhaltung durch zusätzliches und zum Denken anregenden Wissens. Eine Zeitung deckt vor allen Dingen den zweiten Bereich ab und ist in dieser Hinsicht auch den schnelllebigen Medien voraus.

Wie man unschwer erkennen kann gehöre ich zu den Menschen die sehr gerne ein bedrucktes Blatt vor Augen halten. In diesem Bericht will ich die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ vorstellen. Sicher haben Sie sich, sollten Sie zu den wenigen aufmerksamen Lesern gehören, gefragt, wozu diese lange und allgemeine Einleitung zu meinem Artikel dienen soll. Ganz einfach: Ich will untersuchen, soweit dies bei einem Bericht möglich ist, ob die FAZ am Sonntag den oben genannten Ansprüchen einer Zeitung gerecht wird.

-- Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung --

Zunächst gilt es zu sagen, dass die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, im folgenden der Einfachheit halber nur noch FAZ genannt, eine Wochenzeitung ist. Gemäß des Namens erscheint sie immer Sonntags. Es handelt sich hierbei sowohl um ein eigenständiges Blatt als auch um eine Ergänzung der täglich erscheinendes Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Bei diesem Blatt wurde der Versuch unternommen eine Tageszeitung, eine Zeitung die über die Woche reflektiert und eine Unterhaltungszeitung miteinander zu kombinieren.

Die erste Seite der FAZ ist auch sogleich dem Tagesaktuellen Geschehen gewidmet. Hier werden die neuesten Meldungen des vergangenen Tages in übersichtlicher Forum präsentiert. Das Markenzeichen fast jeder Zeitung, das Aufmacherthema und ein großes Bild, sind auch hier zu finden. Um den Aufmacherartikel herum sind kleinere Texte zu lesen, die auf die nächsten Seiten des Blattes verweisen. Viel wichtiger aber sind die Kurzüberschriften am oberen und unteren Rand der ersten Seite. Hier werden die interessantesten Themen der ganzen Zeitung vorgestellt.

Der ersten Seite folgt wie gewöhnlich der Politik- Teil, zumindest solange bis man die Zeitung nicht nach seinem eigenen Geschmack geordnet hat. Und hier ist schon ganz eindeutig zu sehen, dass es sich auch um eine Wochenzeitung handelt. Es werden Themen der vergangenen Woche behandelt, Gastkommentare zu vergangenen Ereignissen abgedruckt und über verschiedenen Themen des politischen Zeitgeschehens philosophiert. Besonders groß ist in der FAZ am Sonntag, im Gegensatz zur normalen FAZ, der Teil in denen die Redakteure der Zeitung ihre eigene Meinung zu verschiedenen Themen präsentieren können.

Das es sich bei der FAZ auch um eine Zeitung der „leichten“ Unterhaltung handelt kann man besonders dem nun folgenden Sportteil entnehmen. Auf über acht Seiten wird über die sportlichen Ereignisse der vergangenen Woche berichten, vor allem aber über die Fußball Bundesliga. Am Ende des Sportteils kann man dann durchaus noch einen gesellschaftskritischen Bericht sportlicher Natur lesen; in der aktuellen Ausgabe geht es beispielsweise um die „Hinterhofboxer“ aus Bangkok und deren schweres Leben.

Hat man im Politik- Teil am Anfang der Zeitung ein paar Texte über das aktuelle Zeitgeschehen lesen können, dann kommt jetzt der Hauptteil dieser Textgattung: der Feuilleton. Gesellschaftskritisches, etwas über Literatur, Kunst, Musik, Film und Fernsehen bis hin zu Artikeln über bedeutende Personen der Gegenwart kann man hier alles Lesen. Es handelt sich hierbei um Texte der zweiten Unterhaltungskategorie: interessant, intelligent und zum Nachdenken anregend.

Nun schließen sich zwei Bereiche an die ich wiederum nicht so gerne lese, da ich mich für derartige Themen eher nicht interessiere: Wirtschaft und Geld. Aktuelle Meldungen aus der Wirtschaft über die Börse und über Unternehmen kann man hier lesen, außerdem werden Anlage- und Kapitalvermehrungsstrategien besprochen. Der weitere Verlauf der Wirtschaft ist natürlich auch ein Thema. Für mich interessant wird es in diesem Bereich aber erst, wenn über spezielle Persönlichkeiten oder Unternehmen aus dem Bereich Wirtschaft ausführlich berichtet wird. Die Biografien dieser Menschen und die innovativen Ideen, sowie deren Umsetzung werden hier sehr gut dargestellt.

Nun wird es in meinen Augen wieder interessanter: die Abteilung „Gesellschaft“ ist an der Reihe. Sind in den vorhergehenden Teilen der FAZ gesellschaftskritische Texte publiziert worden, so hat diese Genre hier seinen Höhepunkt gefunden. Die Themen sind so vielfältig wie das Leben selbst. Über den gescheiterten Schweizer Botschafter in Berlin wird ebenso berichtet wie über Kindersoldaten in Sierra Leone. Ausstellungen aller Art und weitere bedeutende und weniger bedeutende Persönlichkeiten werden genauer unter die Lupe genommen. In diesem Teil der FAZ finden vor allen Dingen freie Autoren und Gastautoren eine Plattform für die Präsentation ihrer eigenen Meinung.

Der Wissenschafts- Teil beschäftigt sich mit aktuellen Themen aus Wissenschaft und Forschung. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aber auch deren Folgen werden hier beleuchtet. Diesen Teil der FAZ finde ich deswegen so interessant weil die Texte zum einen sehr fundiert geschrieben sind und zum anderen weil nehmen den aktuellen Forschungsthemen auch das Thema Bildung angesprochen wird. Besonderer Beliebtheit erfreut sich bei mir die Wissenschaftsdoppelseite. Themen wie „Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz“ und „Ersatzteile für den menschlichen Körper“ werden an dieser Stelle mit einem ausführlichem Text und zahlreichen Abbildungen analysiert. Hat man die FAZ eine Weile gesammelt so hat man hier eine recht große Wissensdatenbank angehäuft. Man könnte in diesem Zusammenhang fast meinen die FAZ am Sonntag wäre sogar etwas mehr als eine Wochenzeitung.

Weitere Themen der Zeitung sind die „Reise“, „Motor“ und „Immobilien“. Da mich diese Themen aber kaum interessieren, vom Thema Reisen mal abgesehen, und es sich hierbei hauptsächlich um Anzeigen handelt, werde ich nicht näher darauf eingehen.

-- Näheres zu den Artikel und zur Zeitung als Ganzes --

Natürlich handelt es sich bei der FAZ um eine liberal- konservativ geprägte Zeitung. In diesem Stil sind demnach auch hauptsächlich die Artikel aus Politik und Wirtschaft geprägt. Es ist unverkennbar, dass die FAZ mehr der FDP und der CDU als der aktuellen Regierung ihre Unterstützung zusagt. Fehlschläge der Rot/Grünen- Bundesregierung sind dem entsprechend ein beliebtes Thema, bilden zum Glück aber nicht den Hauptteil der Zeitung. Das die konservative Ausrichtung sich auch schon mal auf den gesellschaftlichen Bereich auswirkt muss man dem Blatt zugestehen. Neulich habe ich in diesem Zusammenhang eine gesellschaftspolitische Analyse der „ruhigen Hand“ des Kanzlers gelesen, die kein gesundes Haar an derselben ließ. In diesem Zusammenhang kann man durchaus das Kunstwerk der Ausfilterung von Wahrheit und Erfindung lernen.

Natürlich sind die Artikel trotzdem sehr fundiert und gut recherchier geschrieben. Die Autoren sind Meister ihres Fachs und verstehen etwas von gutem Journalismus. Als Gastautoren kommen ausschließlich sehr intelligente Menschen zu Wort, denen man im Allgemein auch dann gerne zuhört, wenn man nicht deren politische Meinung teilt.

Zur Gestaltung der Zeitung gibt es nicht viel zu sagen. Die Bilder sind durchweg farbig, die Texte gut lesbar. Die Druckqualität, die ständig mittels dieser kleines bunten Kästchen untersucht wird, ist sehr gut und trägt zu einem angenehmen Lesevergnügen bei. Das Layout ist zurückhaltend und angenehm. Man wird in diesem Zusammenhang nicht von riesigen Buchstaben auf rotem Hintergrund und von schreienden Überschriften intellektuell vergewaltigt. Die Größe der Zeitung ist annehmbar. Um diese aber richtig lesen zu können sollte man nicht versuchen den Blätterstapel die ganze Zeit in den Händen zu halten, vielmehr sollte man sich eine große, gut beleuchtete Unterlage suchen.

Um die Zeitung ausführlich zu lesen benötigt man durchaus ein paar Stunden. Da es sich aber um eine Wochenzeitung handelt hat man dafür genug Zeit. Der Umfang der Zeitung ist als sehr gelungen einzuschätzen. In mancher Woche aber, besonders wenn ich ausnahmsweise wenig zu tun habe, stehe ich schon am Diensttag ohne Zeitungslesestoff dar. Zum Glück kann ich dann aber auf andere Tageszeitungen zurückgreifen, auch wenn diese minderer Qualität sind. Alternativ kann man sich auch am Donnerstag auch „Die Zeit“ kaufen- das größte Konkurrenzprodukt zur FAZ am Sonntag. Dann wird man die ganze Woche über häppchenweise mit aktuellen Themen gefüttert.

-- Preis, Abo, Anlieferung --

Die FAZ am Sonntag kostet am Zeitungskiosk 2,00 Euro, im Abo muss man ungefähr den gleichen Preis berappen. Studenten, Schüler und andere finanziell benachteiligte Gruppen erhalten im Abo die Zeitung für 1,32 Euro. Diesen Betrag kann man mit zwei Berichten bei Ciao locker wieder reinholen; manche Autoren schaffen es aber auch mit einem Artikel.

Bei er Anlieferung der Zeitung gibt es leider hin und wieder Probleme. In manchen Regionen steht für das Blatt kein Zeitungsbote zur Verfügung, so dass man nur Gutscheine zugeschickt bekommt. Diese Gutscheine muss man dann am Sonntag beim Zeitungshändler seines Vertrauens einlösen. Zumindest für mich ist das aber kein Problem, schließlich spare ich so auch die Transportgebühren.

-- Zum Schluss --

Ich kann Euch, solltet ihr auf der Suche nach einer guten, unterhaltsamen und bildenden Zeitung sein, die FAZ am Sonntag nur empfehlen.

Sollte ich mit diesem ziemlich langen Artikel geholfen haben, so freut mich das sehr. Ich bedanke mich für Euer Interesse und freue mich auf jeden Kommentar.

mfg
Thomas B. alias kritisch_Zeitgenosse

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