Das achte Opfer (Taschenbuch) / Andreas Franz Testbericht
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Erfahrungsbericht von Turbinefan
Mein zweiter Franz
Pro:
Spannend bis zum Schluss
Kontra:
Ständige Erwähnung von Produkten
Empfehlung:
Ja
heute folgt nun die Vorstellung des zweiten Romans aus der Julia Durant - Reihe des Autoren Andreas Franz.
Der Titel dieses spannenden Kriminalromans lautet „Das achte Opfer“ und ist logischer Weise, wie schon der Roman „Jung, blond, tot“ in der Oberschicht von Frankfurt am Main angesiedelt.
Wie ihr bereits aus meinem ersten Bericht wisst, habe ich erst vor nicht allzu langer Zeit begonnen, Romane von Andreas Franz zu lesen. Seit dem Lesen des Kriminalromans „Das achte Opfer“ bin ich nun voll infiziert und habe bereits 15 seiner Romane gelesen. Nach und nach werde ich diese Romane vorstellen, aber keine Angst, nach jeder zweiten Buchempfehlung wird es auch andere Themen geben. Wird wohl sonst zu langweilig.
Nun aber der Reihe nach.
Buch-Daten:
Erschienen 1999 im Knaur Verlag,
Seitenzahl: 512
Taschenbuchausgabe
Preis: 8,95 beim Weltbild Verlag
ISBN: 978-3-426-61789-2
Der Autor:
Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) geboren.
Mit 17 Jahren machte er seinen Abschluss in Wirtschaftsenglisch. Sein größtes Hobby war aber die Musik, so dass er sich nach dem Abschluss lieber einer Band anschloss und als Schlagzeuger sein Geld verdiente.
Schon in seiner Jugendzeit begann Andreas Franz Gedichte und Kurzgeschichten zu schreiben.
Heute lebt er mit seiner Frau und fünf Kindern in der Nähe von Frankfurt/Main.
Zum Inhalt:
Wie bereits erwähnt spielt sich wieder alles in der Oberschicht von Frankfurt am Main ab.
Hauptkommissarin Julia Durant, immer noch Kettenraucherin, und ihre Kollegen bekommen von einem Unbekannten obskure Bibelzitate zugeschickt.
Das erste Zitat, welches sie erhielt lautete:
„Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der vier Lebewesen wie mit Donnerstimme rufen: Komm!
Da sah ich ein weißes Pferd; und der, der auf ihm saß, hatte einen Bogen.
Ein Kranz wurde ihm gegeben, und als Sieger zog er aus, um zu siegen.“
Klingt doch ziemlich verworren, oder?
Zur gleichen Zeit wird in Frankfurt ein abscheulicher Mord begangen. Unsere taffe Hauptkommissarin vermutet natürlich sofort einen Zusammenhang zwischen dem Verfasser des Schreibens und dem Mord.
Im weiteren Verlauf geschehen weitere Morde, die darauf schließen lassen, dass es sich um den gleichen Täter handelt. Die Morde tragen immer dieselbe Handschrift. Die Opfer sind nackt und auf ihrer Stirn steht in blutigen Ziffern die Zahl 666. Welche Bedeutung hat diese Zahl und warum werden die Opfer so zugerichtet?
Fragen die sich Julia Durant und ihre Kollegen nicht beantworten können. Zu erst gehen sie von einem religiösen Hintergrund aus. Doch bei ihren Ermittlungen geraten sie immer tiefer in einen Sumpf aus Machtmissbrauch, Korruption und organisiertem Verbrechen.
Je weiter das Team um Julia Durant mit ihren Ermittlungen voran kommt, desto deutlicher wird, dass alle Opfer schlimme und grausame Gemeinsamkeiten hatten.
Welches Geheimnis nahmen die Opfer mit ins Grab und wer kann soviel Hass entwickeln, die grausamsten Morde zu begehen.
In der Oberschicht geht die pure Angst um, denn sie fragen sich, wer wird der nächste sein.
Da sich Julia Durant wieder einmal auf ihr Bauchgefühl und die Ratschläge ihres Vaters verlassen kann, kommt es letztendlich zur Aufklärung der Verbrechen.
Zum Ermittlerteam:
In diesem Bericht möchte ich nicht weiter auf die einzelnen Personen eingehen. Das Team besteht weiterhin aus dem Chef Berger, der Hauptkommissarin Julia Durant und ihren Kollegen Hellmer und Kullmer.
Vielleicht ist es vermessen, aber irgendwie möchte ich auch den Vater Julia Durants dazu zählen, der doch des öfteren unbewusst oder bewusst Tipps gibt, die ihr bei der Lösung des Falles helfen. Meistens geht es um religiöse Dinge, wie in diesem Fall die Bibelzitate.
Leseprobe: Seite 125/126
„Warum ?“ röchelte er, dann fiel sein Kopf zur Seite, Schaum trat aus seinem Mund, der Raum war jetzt erfüllt vom Geruch von Bittermandeln.
„Warum?“ fragte der andere kalt, während er breitbeinig über ihm stand und ihn von oben herab ansah.
„Du weißt warum, du gottverdammter Bastard!“
Er wartete zwei Minuten, bis auch das letzte Zucken vorüber war, packte den jetzt schlaffen Körper bei den Füßen und zog ihn hinter dem Schreibtisch hervor, entkleidetet ihn, legte die Sachen fein säuberlich über den Stuhl, öffnete seinen Aktenkoffer, nahm die Plastikhandschuhe und streifte sie über, holte das Skalpell heraus und trennte mit einem behänden Schnitt Penis und Hoden ab, die er dem Toten neben das Gesicht legte. Danach stach er mit dem Stilett zweimal in die Augen, die jetzt nur noch zwei leere, finstere Höhlen waren, zum Schluss machte er einen langen Schnitt von einer Halsseite zur anderen. Das Blut quoll in dicken Schwällen aus beiden Seiten des Halses, er fasste mit zwei Fingern hinein und schrieb mit Blut die Zahl 666 auf die Stirn seines Opfers.
Soweit eine Kostprobe, liest sich doch schaurig, oder?
Meine Meinung zum Roman:
Anders als in seinem ersten Julia Durant Fall, beginnt Andreas Franz mit einem sehr ausführlichen Prolog. In diesem Prolog geht es um ein Mädchen, welches mit zwölf Jahren auf die schiefe Bahn gerät, mit fünfzehn alkoholsüchtig und drogenabhängig ist und zur Prostituierten wird. Wenig später ist sie tot.
Nach dem Lesen des Prologs, war eigentlich klar, wer fünf Jahre später die Mordserie begeht, ohne dass der Leser den Namen erfährt.
Der Mörder konnte nur aus dem Umfeld des toten Mädchens kommen.
Auch diesmal ist die Handlung sehr gut durchdacht und mitreißend aufgeschrieben.
Andreas Franz baut in diesem Roman eine neue Komponente ein. Er schreibt so gefühlvoll und detailliert, dass der Leser Mitleid und Wohlwollen dem Täter entgegenbringt.
Letztendlich hat man das Gefühl der Täter ist eher ein Opfer.
Wenn man es genau nimmt, ist es eigentlich der Täter selbst, der Julia hilft diesen Fall zu lösen.
Beim Lesen kommen viele Emotionen hoch, weil der Leser genau weiß, diese Verbrechen gibt es wirklich und es werden immer mehr.
Ich habe noch keinen Kriminalroman gelesen, der mich so bedrückt und nachdenklich gemacht hat. Meiner Meinung nach, ist dieser Roman um Längen besser, als „Jung, blond, tot“.
Laut Aussagen des Autors, handelt es sich um realistische Fälle, nur die Geschichten drum herum sind fiktiv. Wenn der Leser das weiß, werden die Emotionen noch intensiver und man fragt sich, was ist eigentlich los in diesem Land?
Wer entscheidet eigentlich was Recht und Unrecht ist?
Selbstjustiz ist natürlich nicht zu tolerieren, aber wie soll ein Mensch handeln, der nicht mehr zwischen Recht und Unrecht unterscheiden kann, weil ihm unendliches Leid angetan wurde?
Wie soll er sich verhalten, wenn selbst die Leute, die für Recht und Unrecht zuständig sind, in einem tiefen Sumpf von Korruption und Amtsmissbrauch stecken?
Das sind alles Fragen, die während des Lesens aufkommen und jeder für sich beantworten muss.
Jedenfalls habe ich eine neue Erfahrung gemacht, denn ich entwickelte wirklich eine große Sympathie für den Täter, obwohl ich sein Tun eigentlich nicht gut heißen kann.
Noch kurz zu den Ermittlern. Es wird weiterhin gesoffen, geraucht und sich über Gesetze hinweggesetzt (z.B. betrunken Auto fahren).
Julia Durant raucht immer noch sehr viel und ernährt sich nur von Tomatensuppe aus der Dose, Bananen, Bier und Aspirin.
Die Geschichten um das Privatleben der Ermittler werden fortgesetzt und erreichen neue Dimensionen.
Da sich während des Lesens gewisse Dinge aus dem ersten Fall wiederholen, ist es wirklich ratsam, die Bücher in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Eines setzte mich noch in Erstauen. Im ersten Roman hieß es, Julia wäre nicht gläubig und hat mit Gott nichts am Hut. Im zweiten Roman, heißt es auf einmal, sie ist im Besitz einer Bibel, ließt viel darin und kennt sich sehr gut mit Bibelversen aus.
Sie weiß sogar auf Anhieb ob der Vers bei Moses oder in der Johannesoffenbahrung steht.
Das ist für mich ein Widerspruch und nicht nachvollziehbar. Diesen Punkt sollte der Autor überdenken.
Auf jeden Fall ist das Buch empfehlenswert, schon allein aus dem emotionalen Blickwinkel heraus. Ein Roman der den Leser auch noch Stunden später beschäftigt. Als Schlaflektüre ist dieser Roman jedenfalls nicht gedacht.
Vielen Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren
48 Bewertungen, 17 Kommentare
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01.10.2010, 20:01 Uhr von Humpen77
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht! Lieben Gruß
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03.07.2010, 09:53 Uhr von ronald65
Bewertung: sehr hilfreichlg
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29.06.2010, 17:25 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER ;)
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08.06.2010, 02:48 Uhr von paula2
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße
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06.06.2010, 15:05 Uhr von catmum68
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreicher Bericht, LG
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06.06.2010, 02:44 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß
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04.06.2010, 21:27 Uhr von oxalife
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüße
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31.05.2010, 20:11 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
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31.05.2010, 17:39 Uhr von TheHammer
Bewertung: sehr hilfreichguter bericht, weiter so!
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31.05.2010, 17:17 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht
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31.05.2010, 17:01 Uhr von citycrush
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht =) SH und eine schöne Woche Lg
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31.05.2010, 16:48 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir einen guten wochenstart. lg. petra
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31.05.2010, 16:43 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichWünsche einen schönen Wochenanfang
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31.05.2010, 16:11 Uhr von carmaxx
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht! Freue mich ueber Gegenlesung!
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31.05.2010, 15:34 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSH für deinen guten Bericht.LG Bernd
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31.05.2010, 15:15 Uhr von 20mamacita88
Bewertung: sehr hilfreichklares sh von mir.. sieht man sich wieder? :)
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31.05.2010, 15:08 Uhr von Lakisha_1
Bewertung: sehr hilfreichschön berichtet, würde mich über deine Gegenlesung sehr freuen. lg
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