Ein sicheres Haus (Taschenbuch) / Nicci French Testbericht

Goldmann-wilhelm-gmbh-ein-sicheres-haus-taschenbuch
ab 17,55
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004

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Erfahrungsbericht von CyberQueeny

Ein sicheres Haus, aber auch ein sicherer Flopp

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Nein

Hallo
lieber Leser, liebe Leserin.

===Vor
dem Lesen===

Als
Leseratte lese ich rund 200 Bücher im Jahr und muss sehr häufig
feststellen, das meine Anforderungen mit jedem Jahr etwas steigen.
Dabei ist es in meinen Augen gar nicht so schwer mich zufrieden zu
stellen. Ein guter Plot, ein angenehmer Stil, eine ideale Umsetzung,
authentische Protagonisten und je nach Genre ein gute Portion
Romantik, Fantasy oder Spannung. Keiner dieser Punkte sollte jedoch
übertrieben werden. Mehr verlange ich nicht.

Nicci
French ist ein solches Autorenduo. Auch wenn mich nicht immer alles
umhaut, so kann das Gesamtwerk meist überzeugen. Aus diesem Grund
habe ich mir auch das Buch bei der Tauschbörse ertauscht. Es handelt
sich um einen Roman mit zwei kompletten Geschichten. Die erste davon
habe ich nun gelesen, und möchte sie euch vorstellen.

'''Buchdaten'''
Autor:
Nicci French
Titel:
Ein sicheres Haus
Taschenbuch:
352 Seiten
Verlag:
Goldmann (4. Februar 2004)
Sprache:
Deutsch
ISBN-10:
3442435528
ISBN-13:
978-3442435524
Kosten:
0,01€ gebraucht
Serie:
-

'''Leseinformationen'''
Genre:
Psychothriller
Niveau:
leicht
Leserschaft:
Frauen
Lesedauer:
2 Tage

'''Autor/in'''
Hinter
dem Namen Nicci French verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard und
Sean French. Seit langem sorgen sie mit ihren höchst erfolgreichen
Psychothrillern international für Furore. Sie leben mit ihren
Kindern im Süden Englands (Quelle: Amazon)

Weitere
Werke:

#
Der falsche Freund

#
In seiner Hand

'''Optischer
Eindruck'''
Optisch
gefällt mir: sehr gut. Das ist ein altes verwittert das Haus zu,
welches im Vordergrund mit Ranken, Büschen und Sträuchern
zugewuchert es ist. Dadurch entsteht eine düstere Stimmung, die
perfekt zu einem Thriller passt.

'''Zitierter
Klappentext'''

Das
idyllisch gelegene Haus in Essex erscheint Samantha ideal, um wieder
Ordnung in ihr Leben zu bringen. Doch das ländliche Glück erweist
sich als trügerisch als ein furchtbarer Mord geschieht: Im
benachbarten Stamford wurde das wohlhabende Ehepaar Mackenzie
getötet. Nur die neunzehnjährige Tochter Fiona hat überlebt, und
Samantha nimmt das Mädchen bei sich auf. Aber eines Tages ist auch
Fiona tot. Samantha hat einen Verdacht, doch bevor sie etwas
unternehmen kann, wird ihre eigene Tochter entführt. (Quelle:
Klappentext)

'''Leseprobe'''
http://www.amazon.de/Ein-sicheres-Haus-Nicci-French/dp/3442435528/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1359971127&sr=8-1

Aus
rechtlichen Gründen verlinke ich nur die Leseprobe auf eine Seite,
wo die Genehmigung vorliegt.

===Nach
dem Lesen===

'''Sarahs
eigene Inhaltsangabe'''
Sam
ist eine junge Mutter, die als Ärztin recht erfolgreich ist.
Spezialisiert hat sie sich auf posttraumatische Erlebnisse. In ihrem
Privatleben ist alles etwas chaotisch, und so fackelt sie nicht
lange, als sie das Angebot bekommt, auf dem Land eine Stelle
anzunehmen. Ohne Danny, ihren Freund zu fragen, kauft sie ein Haus
und nimmt den Job an. Doch schon nach ihrer Ankunft wird ihr Leben
auf den Kopf gestellt. Die Polizei steht vor ihrer Tür und bittet
sie um Hilfe. Eine Sache der Unmöglichkeit, denn schließlich hat
sie andere Dinge im Kopf. Danny ist da, sie hat eine kleine Tochter
und ein Buch schreibt sich zudem nicht von allein. Doch letzten Endes
siegt der Wunsch zu helfen. Sie nimmt Finn bei sich auf. Ihre Eltern
wurden bestialisch umgebracht und sie hat mit ganz viel Glück
überlebt. Nun soll sie sich einfach in einem sicheren Haus erholen
und wer ist dafür besser geeignet, als eben eine Ärztin, die sich
auf diesem Gebiet auskennt und zudem noch ein einsames Haus bewohnt.
Am Anfang zieht sich das junge Mädchen zurück, und auch Danny
verschwindet, denn er kann mit dieser Entscheidung wieder einmal
nichts anfangen, doch dann fängt sich das Mädchen und taut richtig
auf. Sie freundet sich mit Elsie, der Tochter von Sam, an und fühlt
sich auch sonst wie zu Hause. Währenddessen freundet sich Sam mit
dem behandelnden Arzt von Finn an. Sie unternehmen Segeltouren und
unterhalten sich sehr viel. Die Situation ändert sich, als Danny mit
ihr über Finn reden will. Sie hört ihm nicht zu, und als sie einige
Tage später nach Hause kommt, sind Danny und Finn verschwunden. Ein
Brief deutet an, dass die beiden sich lieben und abgehauen sind.
Offene Fragen, Zweifel und pure Wut löst dieses Verhalten aus, und
wird noch schlimmer, als sie erfahren muss, dass die beiden wenige
Zeit später Selbstmord begangen haben. Sam jedoch kann nicht
glauben, dass der lebensfrohe Danny, der sie sogar heiraten wollte,
sie nicht nur verlässt, sondern sich sogar das Leben nimmt. Sie
fängt selbst an gewisse Dinge zu hinterfragen, zählt gewisse
Aspekte zusammen, und findet so heraus, dass die beiden umgebracht
wurden. Und zwar von Finns behandelnden Arzt. Dieser war als
Alleinerbe eingesetzt worden und wollte somit an das Geld des armen
Mädchens. Nun scheint alles geklärt, doch Sam stört an dieser
Auflösung etwas gewaltig. Als ihr bewusst wird, dass Michael Daley
niemals alleine hätte alles bewerkstelligen können, gerät sie,
aber auch ihre Tochter in tödliche Gefahr, denn dieses Geheimnis
darf niemand entdecken.

'''Sarahs
Meinung'''
Nicci
French ist ein Autorenduo, welches eigentlich für erstklassige
Psychothriller bekannt ist. Ich selbst habe mit „In seiner Hand“
und später „Der falsche Freund“ schon einige Erfahrungen und war
bis jetzt nie enttäuscht. Dementsprechend haben mich die Bewertungen
bei Amazon auch nicht abgeschreckt. Bekanntlich sind Geschmäcker
verschieden und dementsprechend war meine Hoffnung groß, dass mich
auch der Doppelband überzeugen könne. Die erste Geschichte im
Doppelband „Ein sicheres Haus“ hat mich wirklich lange nachdenken
lassen, bevor ich es bewertet habe.

Die
Grundidee bietet sehr viel Potential. Ein Mädchen überlebt nur
knapp und der Mörder der Eltern ist noch auf freien Fuß. Das hier
sicherlich noch einige Spannung aufgebaut wird, dürfte jeden klar
sein. Gerade bei Nicci French hatte ich keinerlei Zweifel, dass
dieses Potential auch ausgereizt wird. Doch leider irrt sich auch die
liebe Sarah ab und an.

Der
Einstieg in das Buch ist noch recht vielversprechend. Eine
Haushälterin betritt das Haus, findet eine offene Haustür und
Leichen vor, und kann dem Mädchen dank ihrer schnellen Reaktion das
Leben retten. In diesen ersten Minuten entsteht eine gruselige
Stimmung, die besonders durch den gewohnt detaillierten Stil
hervorgerufen wird.

Mit
der Tür fing es an. Die Tür war geöffnet. Sonst stand die Haustür
nie offen, nicht einmal bei der wunderbaren Hitze im vorigen Sommer,
die sie so an zu Hause erinnert hatte; aber da war sie, leicht nach
innen geöffnet, und das an einem so kalten Morgen, daß die in der
Luft hängende Feuchtigkeit Mrs. Ferrer in die pockennarbigen Wangen
stach. Sie drückte ihre behandschuhte Hand gegen das weißlackierte
Türblatt und prüfte nach, was ihre Augen ihr sagten. »Mrs.
Mackenzie?« Stille.
(Zitat S. 7)

Wie
ihr seht ist der Stil, kurz und doch schafft er alles einzufangen,
was für die Geschichte, den Schauplatz und die Situation von
Bedeutung ist. Doch leider bleibt es nicht so.

Mit
der Einführung von Sam wird die Geschichte immer schlechter. Anfangs
sind es nur die blassen Darstellungen dieser Hauptfigur. Ich konnte
keinerlei Verbindung zu ihr aufbauen. Emotionen werden total lasch
beschrieben, und ihre Handlungen sind für mich nicht
nachvollziehbar. Als Beispiel ist ihre Beziehung zu Danny perfekt.
Sie liebt ihn, vermisst ihn, ist er jedoch in ihrer Nähe, wird es
ihr zu viel, sie bindet ihn in keinerlei Entscheidungspflicht mit
ein, erwartet aber, dass er alles freudig akzeptiert. Von einer
Person, die Ärztin für Psychiatrie ist, erwartet man doch, dass sie
etwas anders handelt. Oder auch später schafft sie es nicht auf
offener See ihren Mund zu halten, als sie mit Michael segeln geht,
sondern sagt ihm, dass sie weiß, dass er der Mörder ist. Dafür
probiert sie ständig ihrer Tochter irgendwelche Psycho-Spiele
beizubringen, um zum Beispiel ihr Gedächtnis zu verbessern. Weder
als Mutter, noch als Ärztin war sie für mich logisch. Manchmal ist
es jedoch schwer sich in die menschliche Psyche hineinzuversetzen und
gerade Ärzte sind nicht immer logisch. Dementsprechend habe ich es
als akzeptabel eingestuft.

Wäre
der Rest stimmig, dann hätte mich dies weniger gestört, denn leider
weiß ich aus Erfahrung, dass auch Nicci French nicht immer die
Figuren perfekt trifft. Doch leider bleibt es nicht dabei. Der größte
Fehler besteht darin, dass einfach nichts passiert. Sam arbeitet an
ihrem Buch, arbeitet mit ihrer Tochter, unternimmt einiges mit Finn,
trifft sich mit Michael oder Danny. Zwischendurch wird die
Haushälterin, die Finn gefunden hat, ermordet, doch auch das
geschieht nur am Rande. Es zieht sich so extrem hin, dass es einfach
nur extrem nervig ist. Bei einem Psychothriller sollte von Anfang an
die Spannung aufgebaut werden und sich nicht wie eine
Familiengeschichte lesen. Als dann auch noch Michael als Täter
überführt wird, hofft man auf einen großen Showdown. Er hat doch
überlebt, dunkle Geheimnisse kommen zum Vorschein oder gar eine
dramatische Wendung. Zumal Michael als Täter einfach deplatziert
wirkt. So als hätte das Autorenduo einfach noch etwas einwerfen
müssen, um ihren gedachten Schluss auch zu erreichen. Spätestens an
diesem Punkt weiß man, worauf das Buch hinausläuft, aber trotzdem
hofft man, dass sich hier nun endlich die fehlende Spannung aufbauen
wird. Es ist definitiv eine Hauch packender, aber es ist zu gering.
Es werden Ansätze gewählt, sofort wieder fallen gelassen und das
Warum bleibt ungeklärt. Zum Beispiel die Entführung von Elsie wird
grundlos eingeworfen, um Spannung zu erzeugen und dann genauso
schnell fallengelassen. Zudem wird die Geschichte gar nicht richtig
geklärt. Was nun aus dem Zweit-Täter wird, wird nie gänzlich
geklärt, sondern bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. Es ist
selten, dass mich ein Schluss wirklich so enttäuscht. Ich habe sogar
die letzten 10 Seiten ein zweites Mal gelesen, weil ich dachte, dass
ich einen entscheidenden Hinweis bei all der Belanglosigkeit
überlesen habe.

Am
Ende des Buches fühlt man sich nicht nur alleingelassen, sondern
auch leicht verarscht. Tut mir leid, dass ich es so ausdrücke, aber
das war meine erste Empfindung, als ich diese Geschichte habe Revue
passieren lassen. Man ist einfach nur total enttäuscht. Die blasse
Protagonistin, das herbeizaubern eines Täters, ein blamabler
Schluss, aber auch die Polizeiarbeit wurde so umgesetzt, dass man das
Gefühl hatte, dass jemand schreibt, der keine Ahnung von diesem
Genre hatte. Viele Fragen, die sich der Leser sofort stellt, wenn er
gewisse Passagen, wie den Selbstmord erreicht, werden von der Polizei
gar nicht aufgegriffen. So zum Beispiel hat sich das Paar ins Auto
gesetzt und dieses mit einem Lappen angezündet. Im Auto selbst haben
sich erschossen. Wozu zündet man jedoch ein Auto an, wenn man sich
eh erschießen möchte. Es sind nur solche Fragen, die nur Sam
entdeckt, in Frage stellt und wo nur sie die Lösung finden kann. Die
Polizei macht Fehler, aber so viele und so extreme, das ist schon
mehr als übertrieben.

Alles
in allem hatte man nie das Gefühl einen Thriller zu lesen. Ich
konnte nach dem Lesen die negativen Bewertungen wirklich verstehen,
und war nur noch am Überlegen, ob ein oder doch zwei Sterne, denn
die Grundidee gefiel mir ja ausgesprochen gut. Abgesehen von den
ersten Seiten kann das Buch jedoch nicht punkten und bei dem
verzapften Mist, vergebe ich guten Gewissens einen Stern.

'''Abschließendes
Fazit'''

Pro:
Anfang, Grundidee
Contra:
Figuren, Schluss, Logik, eigentlich alles
Empfehlung:
1 Stern, nein

Danke ~*~ fürs ~*~ Bewerten ~*~ Lesen ~*~ Kommentieren ~*~

©
Eure CQ für www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com
Verwendete
Zitate werden ausgewählt und eingebaut um den Stil, Spannungsanteil,
Detailreichtum oder ähnliches aufzuzeigen. Sie gehören nach wie vor
dem rechtlichen Eigentümer und dienen lediglich der Unterstützung
meiner Rezension.

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Lale

    04.05.2013, 23:41 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*