Freud-Museum Testbericht

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Erfahrungsbericht von heartshh

Freud erleben

Pro:

Atmosphäre

Kontra:

wenig Räume

Empfehlung:

Ja

Die bekannte Berggasse 19. Welche Analytiker, ja welcher Psychologe sollte sich diese Adresse nicht ansehen, wenn er in Wien weilt?

Wenn man die Berggasse betritt, so scheint es wie eine von vielen Straßen der Stadt, nichts besonders auffälliges. Doch dann kann man das Freud-Cafe erkennen, daneben ein Schaufenster, welches mit einem Pappbild zugeklebt ist, auf dem ein Gechäft der 30er Jahre zu sehen ist. Ein Mahnmal für die Verbrechen der Nazi-Zeit. Und dann ist da schon der Toreingang,durch den auch der Schöpfer der Psychoanalyse stets hindurch gegangen sein muss...

Man betritt ein normales Wohnhaus, noch immer kein Anzeichen für die enorme Bedeutung, die diesen Mauern beiliegt. Im ersten Geschoß ist sie dann: Die Wohnung von Sigmund Freud! Gegen 3 Euro Eintritt, bekommt man einen Führer, in dem alles wissenwerte über diese Wohnung steht.

Was man dann sieht, mag etwas enttäuschend erscheinen...leere Zimmer, z.T. mit etwas zeitgenössischer Kunst ausgestattet. Dies sind die Räume, in denen hauptsächlich Anna, die Tochter Sigmund Freuds gearbeitet hat. Dort soll wohl in Zukunft noch etwas gebaut und gestaltet werden, aber derzeit kann man dort nix entdecken, außer den Ausblick, den die Familie Freud also immer hatte, wenn sie aus dem Fenster in den Hinterhof geschaut haben.
Einzig interessant erscheint der Videoraum, in dem in einer Endlosschleife die wenigen Privataufnahmen der Familie Freud, kommentiert von Anna, zu sehen sind.

Doch dann betritt man das Wartezimmer, welches wie ein Kulturschock nach den weißen tristen Räumen Annas anmutet. Sehr großzügig ausgestattet konnten die Patienten auf einer bequem aussehenden Couch Platz nehmen, allerdings kann man dieses Gefühl nicht mehr nachvollziehen, da alle Schränke, Sitzgelegenheiten und sonstige Ausstellungsobjekte abgesperrt sind, damit nur der Zahn der Zeit nagt und nicht auch noch die gierigen Hände der Freudianer.

Weiter gehts in das Behandlungszimmer, in dem allerdings auch nichts mehr zu sehen ist. Die Wände sind mit einer Foto-Pappwand verkleidet, an der das Leben von Sigmund Freud dokumentiert ist, mit zahlreichen Fotos von ihm, seiner Familie und Freunden; mit Kopien von Skripten, Offitiellen Dokumenten und Briefen.

Durch die nächste Tür betritt man das letzte Zimmer, das man besichtigen kann - das Arbeitszimmer. Auch hier sind neben einigen Kunstobjekten (Freud war ein großer Kunstsammler und hat sich in Werken wie \"Totem und Tabu\" auch mit kulturanthropologischen Themen beschäftigt - hier wird ihm vorgeworfen, dass er mit Macht versucht hat, die Psychoanalyse auf Gebiete wie Kultur und Religion zu übertragen) zahlreiche Fotos und Reproduktionen zu sehen.

Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man eine Führung buchen, da man somit viele Informationen zu den Gemächern und zum Leben von Sigmund Freud bekommt und sich auf diesem Wege tatsächlich mehrere Stunden in den wenigen zu besichtigenden Räumen aufhalten kann. Den Rundgang kann man beenden, indem man in den Freud-Shop einkehrt...Auch hier hat der Kommerz Einzug gehalten und man kann von Freud-Postkarten über Stifte und Bücher bis zur Freud-Action-Puppe alles kaufen.

Als Fazit läßt sich sagen, dass man sich nicht beschweren kann, denn für 3 Euro bekommt man viel Flair und Information geboten!

weitere Infos: www.freud-museum.at

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