Freundschaften aus dem Internet Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von Leseratee
Manchmal zum Heulen, manchmal sehr wertvoll
Pro:
-
Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Beim Durchstöbern der Seiten, bin ich bei der Rubrik Freundschaft hängen geblieben. Es steht leider nur ein Beitrag von Peter drin, aber er brachte mich dazu, mal über meine Erfahrungen als Frau im Netz zu schreiben.
Vor ca. drei Jahren hat mich mein ältester Sohn in das Internet geworfen und mittlerweile möchte ich es nicht mehr missen. Viele interessante Kontakte haben sich ergeben, nicht alle hatten Bestand. Natürlich gab es nicht nur positive Begegnungen, denn viele Chatter halten Frauen im Netz für Freiwild, auch animiert durch das Schreiben meiner gefühlvollen Gedichte, die eigentlich nur dazu dienen, den Menschen das Gefühl wieder etwas näher zu bringen oder mal über sich nachzudenken.
Meine erste wahre Emailfreundschaft findet sich im nachfolgenden Text wieder, aus dem für jeden ersichtlich sein sollte, das auch so etwas im Netz möglich ist. Ich hoffe, es stößt sich keiner daran, aber warum sollte ich neue Worte erfinden, um diese Freundschaft zu schildern.
Kennengelernt haben wir uns beim Chatten und irgendwie aus den Augen verloren auch.
Wenn ich ein Mann wäre, würde ich jetzt schreiben, bei unserem ersten Treffen warst Du, so zickig wie ein Weib.
Worten flogen hin und her und ich habe mit aller Macht versucht, den Grund zu finden für deine Agressivität. Gesucht hast Du einfach einen unbeteiligten Menschen zum Reden und den fandest du letztendlich in mir.
So langsam lernten wir uns kennen.
Du hast mir geschrieben von deinem Kummer, deinen Ängsten, deinen Sorgen und ich habe dir geduldig zugehört; aber wir haben auch oft gelacht und gealbert zusammen.
Deine Art zu schreiben sagte mir immer, in welcher Stimmung du gerade warst.
Du liebst die Tiere im allgemeinen und speziell die Pferde. Du liebst die Freiheit.
Wenn ich an dich denke, dann stelle ich mir immer einen Cowboy vor und das alleine bringt mich schon zum Lachen.
Du malst, du schreibst Gedichte, du singst, tanzt und spielst Gitarre.
Schaue ich an meine Wand gegenüber, kann ich Deine Bilder sehn.
Irgendetwas zog uns magisch an, ich kann es nicht erklären, aber bei dir hatte ich immer das Gefühl, du hörst mir zu und kannst mich verstehen, so wie ich dir zuhörte und versuchte zu verstehen.
Du hast mir oft den Spiegel vor Augen gehalten und mir die Wahrheit eiskalt ins Gesicht gesagt. Wollte ich mal keine Antwort geben, hast du mich genervt, bis ich nicht mehr anders konnte und mir die Qual von der Seele geschrieben hab.
Ich durfte sogar deine Gedichte lesen und deine erste Veröffentlichung einer kleinen Geschichte, da hast du mich mit einbezogen, mich nach meiner Meinung gefragt.
Ich habe dir geholfen, wenn es mir möglich war; ich habe es gerne getan.
Es gab auch Irrtümer zwischen uns, du dachtest mal, ich wäre verliebt in dich und hast mit mir geflirtet und mich ausgetest.
Muss ehrlich dazu sagen, ich war entsetzt und auch enttäuscht darüber, aber ich habe dein Spiel mitgespielt, bis du es vorzeitig beendet hast und klärende Worte wieder für Ordnung gesorgt haben.
Hätte dich gerne mal richtig kennengelernt, aber diese Worte trieben dich immer ins Abseits. Aus deinen Worten las ich immer so etwas wie Zurückhaltung und Angst.
Kann ich bis heute nicht verstehn.
So wie mit dir hatte ich lange schon mit keinem gelacht. Es hat riesigen Spass gemacht mit dir zu chatten.
Wie zwei Menschen, die sich schon eine halbe Ewigkeit kennen, redeten wir über jedes Problem.
Was ich am meisten an dir schätzte war deine Ehrlichkeit und Offenheit mir gegenüber und mit der Zeit wurdest du mir ein richtig guter Freund, den ein jeder Mensch braucht.
Dein Umzug hat unsere Treffen im Chat beendet, was ich als sehr schade empfand.
Ich denke oft an unsere Gespräche und manchmal vermisse ich sie sehr.
Manchmal hätte ich gerne gewußt, was du gerade machst, ob du schon dein Glück gefunden hast oder einfach wie es dir geht.
Wielange haben wir uns jetzt nicht mehr „gesehn\", ich glaube es sind 8 Monate her.
Vor drei Wochen hast du mir Grüße ausrichten lassen, durch eine Freundin von dir (denke ich jedenfalls, denn wissen kann es ich nicht).
Ganz einfach und schlicht geschrieben, ich habe mich gefreut darüber.
Vielleicht werden wir uns mal wieder treffen.
Eigentlich könntest du mir ja auch schreiben, aber ich weiss auch, du bist kein großer Briefeschreiber.
Zur Erinnerung an einen guten Zuhörer, Kritiker und Freund – Nick.
Wir haben uns getroffen und sind ein Stück gemeinsam gegangen, schade das du nicht mein Bruder bist.
Natürlich folgten dieser Emailfreundschaft auch noch andere, davon zeugen die vielen Postkarten auf meinem Computertisch und der ständig anwachsende Stapel handgeschriebener Briefe. Mit meinen beiden Emailfreundinnen schreibe ich mir mittlerweile seitenlange Briefe und Postkarten. Es macht riesigen Spaß. Wir haben unsere Freundschaft in die Realität gelegt und ich freue mich schon heute auf den Tag, wo wir uns auch mal real gegenüber stehen.
Nicht jeder Kontakt ist intensiv geworden oder geblieben. Einige trifft man nur ab und zu, aber es bereitet mir immer wieder große Freude, sie zu treffen und Gedanken auszutauschen.
Da gibt es den Weltenbummler Micha, das Arbeitstier Peter oder die blinde Schreiberin Inge-Anna. Menschen, denen ich immer wieder gerne begegne im Netz.
Durch mein eigenes Schreiben ist der Blick, auch zwischen den Zeilen zu lesen, geschärft und so kann ich zur heutigen Zeit schon gleich am Anfang erkennen, ob es sich lohnt, den Kontakt weiter zu führen.
Jetzt habe ich soviel geschwärmt von meinen Emailfreundschaften, daß ich ganz und gar die „Nieten“ des Netzes vergessen habe. Aber wahrscheinlich sind sie es nicht wert, in meinem Text erwähnt zu werden, denn außer das sie mir öfter ihr „bestes Stück“ präsentieren, haben sie nichts zu erzählen. Früher war ich darüber schockiert, heute kostet es mich ein Lächeln. Um ganz ehrlich zu sein, einige habe ich auch herausgefordert, denn Frau ist doch neugierig.
Trotz all meiner guten Erfahrungen, gehe ich sehr vorsichtig mit neuen Bekanntschaften um. Meistens höre ich auf mein Gefühl und wenn sich da nichts bewegt beim Lesen fremder Worte, verabschiede ich mich ganz höflich.
49 Bewertungen, 5 Kommentare
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11.02.2007, 12:44 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichsh & lg Sarah
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16.12.2006, 00:54 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich~~ * LG Anita * ~~
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10.08.2006, 00:45 Uhr von mami_online
Bewertung: sehr hilfreichDas ist schön geschrieben. Ich habe es mit chatten noch nicht versucht, würde mich aber wahrscheinlich auch noch viel mehr in Anspruch nehmen, als yopi oder ciao. Da kann man einfach "abschalten", wenn man gerade will, wenn man dann aber noch Cha
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27.02.2006, 17:13 Uhr von Cicila
Bewertung: sehr hilfreichAuch ich bin sehr zurückhaltend, aber auch ich habe sehr nette Menschen im Internet kennen gelernt ;-) <br/>LG Cicila
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24.02.2006, 23:31 Uhr von antjeeule
Bewertung: sehr hilfreichTrotz guter Erfahrungen bin ich hier auch eher zurückhaltend. LG, Antje
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