From Dusk Till Dawn (DVD) Testbericht

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ab 3,35
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Gemeinwesen

Ankündigung: Ich werde an der Bilbo Beutlin-Schule in Bruchtal Amok laufen

Pro:

siehe Text

Kontra:

Wer ausschließlich solche Filme gut findet und ansieht, hat ein Problem und wird unter Umständen auch selbst mal zum Problem.

Empfehlung:

Ja

So, ich kündige das jetzt mal im Internet an: Demnächst werde ich mir eine Schusswaffe kaufen, einen Schnapsladen überfallen, dort eine Handvoll Leute erschießen und das Ladenlokal danach in Brand setzen. Vielleicht überfalle ich auch die Bilbo Beutlin-Schule in Bruchtal. Täte ich nichts dergleichen, wäre das in den Augen gewisser Politiker wahrscheinlich nur ein glücklicher Zufall, denn schließlich istFrom Dusk till Dawn einer der Filme, die ich mir seit Jahr und Tag immer wieder gern ansehe. Sowas muss ja Folgen haben.


Ich fand den Film toll, als ich ihn im Kino gesehen habe; und als er auf Video veröffentlicht wurde, habe ich ihn mir sofort zugelegt. Im englischsprachigen Original mit norwegischen Untertiteln, denn das war die erste ungekürzte Original-Ausgabe, die mir damals in die Finger gefallen ist. Damals, an einem Tag, an dem mir sehr nach filmischer Actionkost zumute war, weil meine Umwelt den ganzen Tag über gehörig an meinem Geduldsfaden gezogen hatte. Dementsprechend aufgeribbelt fühlte sich dann abends mein Nervenkostüm an.

Und an solchen Tagen sehe ich mir „From Dusk till Dawn“ besonders gern an. Schon allein, weil es in George Clooney als Dieb mit Ehrenkodex den ganzen Film über sichtlich brodelt. Übrigens war mir George Clooney bis „From Dusk till Dawn“ zwar ein Begriff als Menschlein, das in einer Ärzteserie mittut. Von der kenne ich aber bis heute keine einzige Folge, und so wird Clooney für mich auf ewig Seth Gecko bleiben, der stets gereizt wirkende Räuber, der mit seinem Bruder Richard (Quentin Tarantino) auf der Flucht nach Mexiko unter die Blutsauger fällt.

Dabei bin ich kein Mensch mit ausgesprochenem Faible für Splatterfilme, und ein Splatterfilm ist „From Dusk till Dawn“. Zumindest in der ungeschnittenen Kinoversion ab 18, und nur die ist sehenswert. Die stark gekürzte Version mit Freigabe „ab 16“, die auch schon im Fernsehen ausgestrahlt worden ist, wartet schon zu Beginn mit einer Reihe von Schnitten auf, die den Sinn des Films entstellen und die vor allem das Verständnis für Zusammenhänge erschweren. Es fehlt quasi das gesamte Exposé, in dem die beiden Hauptfiguren einen Schnapsladen überfallen, dort eine Handvoll Leute erschießen und, jawollja, die Hütte danach in Brand setzen bzw, schießen. Die geschnittene Version beginnt damit, dass das mörderische Duo den Laden verlässt – schon da habe ich abgeschaltet, und eingeschaltet hatte ich eh nur, weil ich neugierig auf die geschnittene Version war. Eine Ex-Kollegin hatte die nämlich seinerzeit irrtümlich gekauft und war sehr enttäuscht gewesen. Ich kann mir vorstellen, woran das lag, denn wenn auch am Anfang schon viel fehlt, wird der Zensor die Schere gegen Ende des Films sicher noch ungleich öfter eingesetzt haben.

Denn was als (zugegeben brutales) Roadmovie beginnt, schlägt irgendwann um in einen Horrorstreifen, der sich noch etwas blutrünstiger geriert als der Beginn des Films. Wer Filme mag, in denen Leute wie du und ich sich plötzlich in monströse Albtraumgestalten verwandeln und in denen quasi im Akkord gepfählt, erschossen und amputiert wird, der wird „From Dusk till Dawn“ lieben. Und ich sage gleich dazu: Wer nur solche Filme mag, der ist mir suspekt.

Was mir an „From Dusk till Dawn“ gefällt, ist die absurde Überhöhung des Gemetzels. „From Dusk till Dawn“ ist eben eine echte pulp fiction, die den Weg auf die Leinwand gefunden hat. Aus solchem Stoff hat, Jahrzehnte früher, Comiczeichner Berni Wrightson seine Horror-Bildergeschichten gemacht. Was „From Dusk till Dawn“ außerdem auszeichnet, ist seine eigenständige, originelle Bildgestaltung. Regisseur Robert Rodriguez ist es gelungen, für seine Filme eine sehr eigene Bildsprache mit hohem Wiedererkennungswert zu finden. Der Mann weiß offensichtlich um den Stellenwert von Kamera und Schnitt – aber dass er das weiß, weiß ich ja bereits, seit ich mir seinen erhellenden Kommentar zu „El Mariachi“ angehört habe.

Die DVD-Version, zumindest die ab 18, ist gelungen. Oder besser gesagt: Die Version, die ich besitze, denn es scheint auch hier verschiedene Fassungen im Handel zu geben. Meine ist Teil einer Box, und die umfasst unter anderem das Making of „Full Tilt Boogie“, das mit seinen 97 Minuten Lauflänge gerade mal 11 Minuten kürzer ist als der Spielfilm, dessen Entstehung die Reportage schildert. Wermutstropfen: Leider hat man der deutschen Fassung ein deutsches Voice-over verpasst, das sich nicht ausblenden lässt und das die Freude am Film etwas schmälert.

Ach, übrigens: Das mit dem Amoklauf überlege ich mir noch mal. Vielleicht reicht's ja auch, wenn ich mir, wie seit bald zehn Jahren, an schlechten Tagen einfach mal wieder diesen Film hier ansehe.

30 Bewertungen, 7 Kommentare

  • krullinchen

    09.01.2007, 00:23 Uhr von krullinchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    (¯`•.¸*sh*¸.•´¯)

  • bigmama

    16.12.2006, 22:11 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Anett

  • anonym

    16.12.2006, 12:51 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • chili123

    15.12.2006, 23:21 Uhr von chili123
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, greets

  • LittleSparko

    15.12.2006, 23:17 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela

  • bianca24

    15.12.2006, 23:06 Uhr von bianca24
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~~~ Liebe Grüße, Bianca ~~~

  • anonym

    15.12.2006, 22:31 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lG von Diana (c;