Führerschein Testbericht

Fuehrerschein
ab 61,12
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Erfahrungsbericht von Germary

Durchfallen in der Praktischen darf sein - oder muss es mitlerweise sein?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Man freut sich auf seinen 18. Geburtstag und hat die Hoffnung dann auch seinen Führerschein zu bekommen und was ist dann? Entweder hat man erst gar kein Geld sich seinen Führerschein bei den heutigen Preisen zu finanzieren, oder eine andere Sache macht einem einen Strich durch die Rechnung.

Hier möchte ich davon berichten, wie ich nun zu meinem Führerschein gekommen bin und auch berichten, was für Steine einem als Fahrschüler in den Weg gelegt werden.


Eigentlich sollte man meinen, dass ein Führerschein schon für fast jeden ein Muss ist, um einen vernünftigen Job zu bekommen, bzw flexibel zu sein. Klar, das öffentliche Verkehrsnetz ist recht gut ausgebaut, aber für mache Strecken braucht man einfach immer noch ein Auto.


zu meiner Fahrschulzeit

Da ich meinen Führerschein auf jeden Fall zu meinem Geburtstag haben wollte, habe ich mich recht früh bei einer Fahrschule in meiner Stadt angemeldet. Hierbei kam es mir darauf an, dass ich eine Fahrschule habe, wo ich nicht stundenlang zu der Theorie hinfahren muss und die trotzdem noch einen guten Ruf hat.
Da meine Schwester bereits ca 2 Jahre vor mir in der Fahrschule in unserer Nähe den Führerschein gemacht hat und auch eigentlich von dem Fahrlehrer begeistert war, habe ich mich also einen Dienstag mal dahin begeben um mich zu erkundigen und auch anzumelden. Ich wurde freundlich begrüßt und ich habe mich daraufhin auch angemeldet.
Soweit war alles gut.. auch die Fahrstunden habe ich im Verhältnis zu vielen anderen Fahrschulen recht schnell bekommen. Spass hatten wir auch immer im Fahrschulauto.

Nachdem ich meine Theorie recht schnell fertig hatte und auch meine Prüfung abgelegt hatte, war ich eigentlich sehr begeistert, dass alles so gut klappt.

Doch nach einer theoretischen Prüfung sollte auch eine praktische recht bald folgen. Auf Grund von Engpässen sollte meine Prüfung jedoch nun leider erst 2 Tage nach meinem Geburtstag sein. Ich war ein wenig enttäuscht, aber musste die Sache so hinehmen.


Praktische Prüfung

Da ich guter Dinge war und meine Prüfung nun in den Herbstferien stattfinden sollte, hatte ich einige Dinge schon mit Freunden geplant, die wir dann ja mit dem Auto und in den zwei Ferienwochen machen konnten, aber ich glaub das war die falsche Methode an die ganze Sache ran zu gehen.
Also ging ich zu meiner Prüfung... Ich war schon recht aufgeregt, doch der Prüfer schien anfangs echt nett zu sein... also fuhren wir los. Nach 5 Minuten durfte ich allerdings schon wieder den Rückweg antreten, da mein Prüfer mir erst etwas von Umleitungen folgen um nicht in die Baustellen zu fahren erzählt hat und ich daraufhin sein Kommando links zu fahren missachten wollte und mich rechts einordnete. Ich wurde also noch mal erinnert mich doch bitte links einzuordnen. Da ich nun nicht mehr wusste wie ich nun an der Baustelle vorbei kommen soll, habe ich irgendwie ein wenig den überblick verloren und nahm dem Gegenverkehr (WIESO MUSS EINE PERSON MORGENS UM HALB 9 SCHON BEIM REAL EINKAUFEN UND DANN VOM PARKPLATZ KOMMEN???????????) die Vorfahrt. AUS, das wars, Prüfung zu ende. Tja, so schnell konnte es gehen.
An wem das ganze nun lag? Am Prüfer? An mir? Zuerst schiebt man die Schuld natürlich auf den Prüfer, denn der hat einen ja nur verunsichert und das war der einzige Grund wieso man durchgefallen ist, aber ist das wirklich richtig? Man könnte behaupten der Gedanke sei falsch, denn man muss ja auch in Stresssituationen noch den ´Überblick behalten.


Durchfallen

Ich bekenne mich also nun offen dazu, dass ich bei meiner ersten praktischen Prüfung durchgefallen bin. Anfangs war es mir wirklich peinlich, da ich immer dachte ich muss wirklich zu doof sein, dass ich das einfach nicht hinbekommen habe. Doch nun habe ich einige Male mit Leuten aus meiner Stufe gesprochen, die auch ihren Führerschein machen, bzw es eher versuchen. An dem Tag an dem ich durchfiel, hat die Prüfung nur eine andere geschafft. Eine von dreien die ich kannte. Wieso bin ich also durchgefallen und sie nicht? Genau, sie hatte die Prüfung schon wiederholt! Ich war also gar nicht so dumm, denn anscheinen hat der Prüfer sie nur bestehen lassen, weil sie schon einmal durchgefallen ist.

Ich kenne mittlerweile mehr Menschen in meinem Alter, die durchgefallen sind, als solche, die es beim ersten mal geschafft haben. Und das hilft mir, mich mit meiner Situation abzufinden und einzusehen, dass nicht nur ich zu schlecht war, sondern andere die gleichen Probleme haben wie ich.

Ein Prüfer kann einen Durchfallen lassen, weil er einen nicht mag. Das haben wir mittlerweile eindeutig festgestellt. Der Prüfer hat immer die Möglichkeit etwas an dem Fahrstiel eines jeden zu finden, so dass man durchfällt. Der eine hat einen Schulterblick zuviel, ein Anderer einen zu wenig gemacht und schon ist man weg vom Fenster. Es reicht allein schon, wenn man das Auto abwürgt, oder etwas zu langsam fährt, weil man eine Gefahr entdeckt hat, die der Prüfer allerdings nicht erkennt.


Was soll der Beitrag?

Der Beitag soll ein wenig zum Nachdenken anregen. Wenn man überlegt, dass ich nur eine von sehr vielen bin, die Durchgefallen ist, dann sollte man sich doch mal fragen vorher das kommt, dass so viele durchfallen. Ich glaube nicht das es immer daran liegt, dass die Fahrschüler so schlecht sind, denn in den Fahrstunden fahren die Meisten echt gut, denn sonst würden sie sicher auch nicht zur Prüfung angemeldet.
Ich glaube langsam, dass die Regeln für eine Prüfung immer strenger werden und die Preise immer höher. Fahrschule wird oft nur noch als abzocke gesehen. Die Fahrstunden sind teuer und häufig sehr rar und in den Prüfungen wir eine Erfahrung und eine Fahrqualität gefordert, die eigentlich fast kein Fahrschüler haben kann. Man kann nur aus Erfahrungen lernen und die kann ich in einer eigentlich recht kurzen Fahrschulzeit eigentlich gar nicht lernen.


Ich habe nun meine Fahrschulzeit erstmal beendet. Nach dem zweiten Anlauf bekam auch ich meinen Führerschien ohne Probleme, wobei ich auch der Meinung bin, dass der zweite Prüfer viel besser bewertet hat und mehr ruhe als der erste ausgestrahlt hat. ICh habe nun also einen Führerschein für Klasse B (Auto) und einen für BE (Anhänger, auf anhieb
) gemacht. Und bin bis jetzt immer gut gefahren.
Vielleicht hol ich im Sommer noch meinen A (Motoradführerschein) mach, für den ich bereits meine Theorie habe. Doch da habe ich ein wenig Bedenken nochmal durchzufallen, da man sicher wieder was finden kann, was mir noch mehr Geld aus der Tasche zieht.


Viele Grüße, Mary

P.S.: Es ist nicht peinlich eine Prüfung nicht auf anhieb zu bestehen, sondern es sich nicht einzugestehen! Wenn man drüber redet wird man immer mehr Menschen kennen lernen, die zugeben auch durchgefallen zu sein.

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