Führerschein Testbericht

Fuehrerschein
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Erfahrungsbericht von 12351

Die MPU oder Alkohol und Autofahren ist sch....

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

1. UPDATE vom 07.02.02:
Auf den Kommentar von 00wotan gibt es folgende Antwort: wer mit 1,6 Promille noch laufen kann oder vernünftig sprechen kann oder gar Autofahren kann (meint man zumindest) der ist alkoholgewöhnt alos Alkoholiker!!! Das ist die Rechtslage und die Meinung der Psychologen.
UPDATE ende

2. UPDATE vom 08.02.02:
Ich habe soeben mein Gutachten bekommen. Und nun ratet mal.
JAAAAAAAAA es ist positiv.
Am Montag bekomme ich meine Schein wieder.
UPDATE ende
3. UPDATE vom 12.02.02:
Ich habe ihn wieder GOTT SEI DANK
UPDATEENDE

Der heutige Beitrag ist nicht so lustig wie die anderen die ich hier ab und zu verfasse:

Es geht in meinem Bericht um eine MPU ( Medizinisch-Psyschologische-Untersuchung)die ich gestern, am 04.02.02, machen musste da ich mit 1,76 (in Worten:

Einskommasechsundsiebzig)

Promille beim Autofahren erwischt wurde.
Jaja ich weiß ja: es war unverantwortlich. Ich möchte hier auch nicht großartig beschreiben warum und weswegen. Es war mein Fehler und es hätte nicht sein müssen. Für das viele Geld was mich diese Aktion gekostet hat, hätte ich locker ein Jahr lang jeden Tag mit dem Taxi fahren können. Aber Lehrgeld b.z.w. Strafe muss sein.
Ich möchte hier einmal ein paar Dinge (aber nur auszugsweise) darlegen, die viele Teilnehmer an MPU`s immer noch falsch sehen. Ich möchte erst einmal ein paar unzutreffende Auffassungen in Bezug auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung und deren Gutachter:
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"Die MPU ist ein Idiotentest!"

Die Aussage ist das bei einer MPU von einem „Idiotentest“ gesprochen wird. Die Bezeichnung ist völlig irreführend. Es werden bei diesem Test keine „Idioten“ getestet, noch ist es ein Test zur Feststellung der Intelligenz !!! Wenn also jemand diesen Test nicht besteht, heißt das beileibe nicht das er ein Idiot ist.
Es bedeutet aber für den Großteil der Menschen in unserem Land das man eine negative Haltung zu denjenigen hat, die zu solch einem „Idiotentest“ herangezogen werden. Das ist auch der Grund, weshalb die MPU im Volksmund „Idiotentest“ genannt wird.
Der Betroffene schweigt eher darüber, als das er über die Aufforderung zur MPU mit jemanden sprechen würde. Es wird allgemein als erheblicher Makel erlebt, zu einem solchen „Idiotentest“ gebeten zu werden. Das Gefühl, „nicht in Ordnung“ zu sein, ist für die meisten Betroffenen eine ganz deutliche psychische Belastung. Deshalb schreibe ich hier auch einmal offen über diese Thema da all das was behauptet wird nicht so ganz richtig ist.

Von daher wäre die richtige Aussage ist folgende:

"Verkehrszuwiderhandlungen unter Alkoholeinfluss" ist einer von mehreren Begutachtungsanlässen. Die MPU gibt dem jeweiligen Kandidaten die Möglichkeit, bestehende Fahreignungszweifel auszuräumen (Entlastungsdiagnostik).
Die Frage der Intelligenz des MPU - Kandidaten wird in der Untersuchung nur insoweit (i.d.R. ganz beiläufig) abgeklärt, als eine schwere Beeinträchtigung der intellektuellen Leistungsfähigkeit auszuschließen ist.

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Die nächsten falschen Gedanken der MPU-Kandidaten sind die folgenden:

"Die MPU ist eine ungerechte und zudem überflüssige zusätzliche Bestrafung!"

Das stimmt genau so wenig. Die MPU hat man sich selbst eingebrockt und zwar dadurch das man z.B. unter erheblichem Alkoholeinfluss mit seinem Fahrzeug (das kann auch das Fahrrad sein oder auch als Fußgänger) am öffentlichen Straßenverkehr teilgenommen hat und damit, mehr oder minder, andere Verkehrsteilnehmer stark gefährdet hat.

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"Der psychologische Gutachter kann überhaupt nicht wissen, wie viel ich zum Tatzeitpunkt getrunken haben muss oder wie viel ich überhaupt trinke!"

Das ist Falsch!!

Anhand der zum Tatzeitpunkt festgestellten Blutalkoholkonzentration kann der Gutachter die konsumierte Menge Alkohol relativ genau errechnen. Die Höhe der Blutalkoholkonzentration, Bemerkungen aus Polizei- und Blutentnahmeprotokoll sowie medizinische Befunde geben dem Gutachter relativ sichere Hinweise auf den Grad der erworbenen Alkoholtoleranz, die sich mit entsprechenden Daten aus dem psychologischen Gespräch leicht erhärten lassen.
Auch ohne normabweichende medizinische Daten ist im psychologischen Gespräch relativ leicht feststellbar, welche Einstellung der Kandidat gegenüber Alkohol aufweist.

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"Der psychologische Gutachter wartet nur darauf, dass ich etwas `Falsches´ sage, um mir ein negatives Gutachten geben zu können!"

Im Gegenteil, der psychologische Gutachter sucht nach entlastenden individuellen Befunden, die allerdings der Kandidat darzulegen hat. Ist der Kandidat dazu nicht in der Lage oder willens, so wird im Interesse der Straßenverkehrssicherheit angenommen, dass die notwendigen Veränderungen in Einstellung und Verhalten noch nicht ausreichend vollzogen wurden.
Der Gutachter hat kein persönliches Interesse daran (warum auch ?), dem Kandidaten ein negatives Gutachten auszustellen. Er beurteilt im Interesse der Straßenverkehrssicherheit. Zudem entsteht das Gutachtenergebnis in der Regel nicht aufgrund von einzelnen Aussagen. Der Gesamteindruck zählt!

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"Die Psychologen halten uns (die alkoholauffälligen Kraftfahrer) eh alle für Alkoholiker!"

Blutalkoholkonzentrationen von 1,6‰ oder mehr erreichen nur Menschen, die über einen längeren Zeitraum deutlich überdurchschnittliche Mengen Alkohol zu sich genommen haben (Aufbau einer erhöhten Alkoholtoleranz). Dies verweist nicht zwangsläufig auf das Vorliegen einer Alkoholerkrankung (Alkoholismus), wohl aber auf einen längerfristigen Alkoholmissbrauch.
MPU-Gutachter wissen sehr wohl, dass nur ein Teil aller alkoholauffälligen Kraftfahrer alkoholabhängig sind. Die Frage nach einer eventuell vorliegenden Alkoholabhängigkeit stellt sich für den Gutachter i.d.R. bei der Abklärung, welche Veränderungen und ob therapeutische Begleitung als Voraussetzung für ein positives Gutachten zu fordern sind.

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Soviel zu den Vorurteilen der Nichtbetroffenen und der Kandidaten die zu einer MPU müssen.

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Jetzt zu den Untersuchungsdetails die ich aber nur kurz umreiße da der Beitrag sonst 15 Seiten lang würde.

Ich musste um 8 Uhr beim TÜV-Nord in Bielefeld, in der Böttgerstrasse antreten. Mit viel gemischten Gefühlen ging ich in die Untersuchung. Ich hatte mich zwar, soweit ich das beurteilen kann, gut vorbereitet, aber ein wenig Verunsicherung ist immer noch da gewesen. Ich habe soviel davon gelesen und gehört das ich mir nicht so sicher war die richtige Vorbereitung getroffen zu haben.

Klar und vollkommen logisch, das ich schon seit Monaten mit dem übermäßigen Verzehr von Alkoholika aufgehört hatte. War auch eigentlich kein Problem wenn man den festen Willen dazu hat. Das jedermann in eine solche Situation kommen steht Felsenfest. Keiner ist davon gefreit. Ob, wie bei mir, durch extreme private Probleme, ob durch berufliche oder gesundheitliche Sorgen und Probleme oder wodurch auch immer: passieren kann es uns allen.
Oder möchte irgendjemand jetzt erst mal seinen Heiligenschein polieren??????

Es gibt so viele unterschiedliche Test`s bei einer MPU, die aber nicht alle bei einer Untersuchung duchgeführt werden, das es min. 100 Seiten zu schreiben wären.
Bei mir fing es damit an das ich einen Fragebogen zu meiner Person ausfüllen musste. Zur Person heißt z.B.:
Wann wurde der Führerschein gemacht und welche Klassen.
Wie viel mal hatten sie schon Verkehrsdelikte begangen wie z.B.: selbstverschuldete Unfälle, zu schnelles Fahren, rote Ampeln, Alkohol am Steuer u.s.w..
Wann sind sie mit dem trinken angefangen. In welchem Alter haben sie zum ersten mal Alkohol zu sich genommen? Hatten sie ein glückliche Kind oder wurden sie geschlagen? In welchen Vereine sind sie und was machen sie dort?
Sind sie gerne alleine? Sind sie lieber mit Freunden und Bekannten in einer Gaststätte?
Auf jeden Fall sind es jede Menge persönlicher Fragen die man auf alle Fälle wahrheitsgemäß beantworten sollet, da der Psychologe am ende der Untersuchung garantiert darauf zurück kommt und versuchen wird den Kandidaten mit Fangfragen zu verunsichern.
Es ist also sehr wichtig alle Angaben korrekt und wahrheitsgemäß zu geben. Ich habe mich auch im Vorfeld nach den möglichen Fragen erkundigt und mich dementsprechend vorbereitet. Woher soll man auch alle diese Daten noch im Kopf haben.
Der Psychologe hat den großen Vorteil das er alle wichtigen Daten aus dem Verkehrsregister vorliegen hat. Und wenn ich sage „alle“ dann meine ich auch „ALLE“. Auch die „gelöschten Daten“!!!!!!!

Zwischendurch kommt, zur allgemeinen Verunsicherung, der eine oder andere Test. Z.B. werden 20 Dias gezeigt, für jeweils 2 Zehntel Sek. Bei denen man sich merken muss was man darauf gesehen hat. Ampeln, Schilder, Autos, Fußgänger, Radfahrer, Moped- oder Kleinkrafträder u.s.w.. Man muss dann alles auf einem Fragebogen ankreuzen und zum guten Schluss noch schätzen wie viel Fragen man richtig beantwortet hat. Gar net so einfach gell ??

Mitten, während man sich auf das ausfüllen der Fragebogen konzentriert, muss man eben mal zur Blutprobe. Dann schreibet man ein wenig weiter und muss plötzlich zur ärztlichen Untersuchung. Dann schreibet man wieder ein wenig und muss eben mal den Raum wechseln. Dann sitzt man in dem amnderen Raum, schreibt wieder 10 Min. und muss wieder zurück. U.S.W.U.S.W.
Ihr merkt schon: man soll entnervt werden oder beunruhigt werden.
Wen das alles vorbei ist wird man irgendwo in einen Pausenraum geschickt, in dem man warten muss bis irgendwann mal ein Psychologe Zeit hat mit einem das Abschlussgespräch zu führen.

Dann ist soweit: der Psychologe holt einen ab. Die Gedanken kreisen immer nur darum, ob man alles richtig ausgefüllt hat und alle Fragen richtig beantwortet hat. Ob der Bluttest i.O. war oder ob da irgendetwas außer der Reihe war.
All diese Dinge kann man umgehen, in dem man sich vernünftig und ausführlich vorbereitet. Man sollte vorher einen Sehtest machen den man einem Augenoptiker machen lassen kann. Man sollte vorher schon, evtl auch 2 oder 3 mal, sein Blut und damit die Leberwerte untersuchen lassen um sicher zu gehen das alles i.O. ist. Auch sollte man sich vor der MPU einmal hinsetzen und sich die ganzen Daten noch einmal ins Gedächtnis rufen, die unter Umständen abgefragt werden. Und das wichtigste ist, das man sich echt mal Gedanken machen sollte, wie man das Problem Alkohol beseitigt.

Es gibt sehr gute Bücher, z.B.: Der Idiotentest; Die MPU nach §3 StVZO. Autor Burkhard G. Busch; Herausgeber Wirtschaftsverlag Langen Müller/Herbig

Das Gespräch mit dem Psychologen kann man ganz schlecht beschreiben, da es von Gespräch zu Gespräch unterschiedlich ist. Jeder hat andere Probleme und Sorgen. Ich weiß nur, das man mit der Wahrheit und vor allen Dingen der Ehrlichkeit gegenüber dem Psychologen am weitesten kommt. Eine einzige aufgedeckte Lüge und man sich auf ein halbes Jahr weitere Sperre freuen. Denn, und da muss ich den Psychologen ausnahmsweise mal recht geben, wer einmal lügt, der lügt auch zweimal.
D.h. wenn ein Kandidat erzählt er hätte kein Alkoholproblem mehr dann mag das ja stimmen, sollte der Psychologe aber in der Fragestunde eine Lüge entdeckt haben, so wird er davon ausgehen das dass mit dem gelösten Problem auch gelogen ist.
Ich habe nicht gelogen. Ich habe auch erklärt, das ich auch weiterhin mal ein Bier trinke aber eben kontrolliert und in Maßen. Ich habe zu der Frage nach dem derzeitigen Alkoholkonsum mit einer Gegenfrage geantwortet:
Wenn Sie im Sommer im Garten sitzen und grillen, trinken Sie dann auch nicht gerne mal eine Flasche Bier? Oder wenn Sie auf einer Feier sind, welche auch immer, außer einer Beerdigung ,trinken Sie dann den ganzen Abend Wasser???
Er hat es akzeptiert und damit auch festgestellt das ich ihn nicht angelogen habe. Wenn ich ihm erzählt hätte, ich würde nieeeeee mehr Alkohol trinken hätte er garantiert gesagt das wäre eine Lüge.

Ich habe eine positive Bewertung erhalten. D.h. positiv dahingehend, das der Psychologe nicht davon ausgeht das wieder unter Alkoholeinfluss Autofahren werde.

Ich weiß nur, und das nicht erst seit gestern, das autofahren unter Alkoholeinfluss, sch..... ist. Ich denke ich habe meine Erfahrungen mit diesem Problem gemacht und es wird nicht wieder passieren.


Sollte es dazu noch Fragen geben stelle ich selbstverständlich noch Updates ein.

Viele Grüsse Euer Manni

21 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Bockwürstchen

    24.04.2002, 05:33 Uhr von Bockwürstchen
    Bewertung: nicht hilfreich

    ich bin für 0.0 am Steuer.

  • smo2001

    23.02.2002, 20:29 Uhr von smo2001
    Bewertung: sehr hilfreich

    man liest sich doch sichermal wieder!!!

  • Mattis01

    13.02.2002, 16:06 Uhr von Mattis01
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr gut

  • Mathias.Belka

    13.02.2002, 15:56 Uhr von Mathias.Belka
    Bewertung: sehr hilfreich

    Echt Infomativer Bericht, Klasse!!!