Das zweite Königreich (Taschenbuch) / Rebecca Gablé Testbericht
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Erfahrungsbericht von Gering
Ein Buch, das den Nachtschlaf raubt
Pro:
s.o
Kontra:
s.o
Empfehlung:
Ja
Caedmon wird von einem Dänen durch einen Pfeil im Bein schwer verletzt und sein getroffenes Bein bleibt steif, sodass er in den Augen seiner Umgebung ein Krüppel wird. Das ist auch der Anlass, dass sein Vater Aelfric dem Harold Godwinson, einem mächtigen Adeligen der Angelsachsen und aufgrund der Schwäche des Königs der eigentliche Herrscher in England, als Dolmetscher mit an den Hof Williams schickt, der zu dieser Zeit noch der Herzog der Normandie ist.
Auf dem Weg dorthin zerstreut ein Sturm die Flotte und die Überlebenden der Gesandtschaft fallen dem Grafen von Ponthieu in die Hände. Dessen Tochter Aliesa hat es dem jungen Caedmon angetan, doch bleibt sie für lange Zeit entrückt.
Caedmon flieht als einer der Festgesetzten an den Hof des William, und muss dafür das edle Ross des Sohnes des Grafen von Ponthieu als Transportmittel entwenden, was ihm eine lebenslange Feindschaft einbringt.
Nachdem die Festgesetzten auf Druck Williams freigelassen und zu deren Hof in Rouen gebracht worden sind, wird Caedmon als Geisel dort behalten und wird einem gar strengen Lehrmeister zugeteilt, der ihn mit brutaler Gewalt – wie es scheint – zu einem Ritter macht und dem es durch die harten körperlichen Strapazen, die er seinen Zöglingen angedeihen lässt, auch zu verdanken ist, dass das lahme Bein seines Zöglings allmählich wieder normal bewegbar ist – eine Rosskur also.
Caedmon wird zur Geisel, damit sich William sicher sein kann, das Harold Godwinson seinen Eid hält, den er ihm geschworen hat, nämlich den Thronanspruch Williams zu unterstützen.
Auch der Bruder Harolds ist schon lange Jahre als Geisel in Rouen und wird zu einem engen Freund Ceadmons.
Natürlich hält sich Harold nicht daran, als der König Englands stirbt: Er lässt sich selbst zum König krönen und der Krieg zwischen den Angelsachsen und den Normannen ist unabwendbar.
Caedmon muss William als Dolmetscher dienen und fällt mehr als einmal bei dem König in Ungnade.
In all den Jahren freilich, in denen William darum kämpfen muss, nachdem er Godwinson und sein Herr vernichtend geschlagen hat, seine Herrschaft zu sichern, wird Caedmon zu einem Mittler zwischen Normannen und Angelsachsen, auch wenn ihm diese Rolle sehr schwer fällt und er in den Augen seiner Landsleute teilweise als Verräter gilt.
Vor allem die brutale Gewalt, mit denen William seinen Gegner aus dem Weg räumt, ganze Landstriche entvölkern lässt, treiben Caedmon in die Verzweiflung.
Nichts desto weniger wird er zunehmend zu einer der Wenigen, die dem König offen die Meinung sagen. Das kostet ihn ab und an ein paar Monate Kerkerhaft, aber im Gegensatz zu anderen verliert er weder Augenlicht, Extremitäten oder gar das Leben.
Denn William schätzt den Mut des Caedmon, offen seine Meinung zu sagen – und lange zürnen kann er ihm nicht.
Deshalb wird Caedmon bald zum Erzieher der jungen Prinzen des Königs, eine Vertrauensstellung, die so nur wenige beim König innehaben.
Dieses Vertrauen verliert er aber, als bekannt wird, dass er mit einer verheirateten Dame ein Verhältnis hat. Caedmon muss in den Kerker, die Dame ins Kloster – was damals igrdnwie immer der Fall zu sein schien.
Meinung
Rebecca Gabel setzt als Mittelpunkt der Handlung Caedmon und seine Familie, die exemplarisch für die zerrissene Seele vieler Angelsachsen damals stand. William war verhasst, ein Usurpator, doch Caedmon hat ihm einen Eid geleistet, der ihn bindet. Cuthric, sein jüngerer Bruder, wird Mönch und erlangt nach Jahren eine einflussreiche Stellung. Dunstan hingegen, der jähzornige Älteste des Thane of Hemsby entscheidet sich für den Kampf und fällt wie so viele im Kampf gegen den verhassten König.
Der Roman gibt ein bildreiches Abbild der Zeit wieder, in dem nicht nur die politische Situation auf der Landkarte des Konflikts einbezogen wird, sondern durch die Fokussierung auf die einzelnen Personen ein personifizierter Einblick in das Damals ermöglicht wird.
Detailgetreu in der Darstellung der Sozialen Wirklichkeiten wird aber auch die Person des Königs und die Genese seines Charakters herausgearbeitet: Sein Hang zum Jähzorn, der überliefert ist, ebenso wie seine Brutalität und Rücksichtslosigkeit auch den eigenen Söhnen gegenüber.
Die Epoche des Wilhelm des Eroberers wird lebhaft und das auch dadurch, dass Rebecca Gable mit ihrem zweiten Roman den ersten großen Wurf tatsächlich noch in den Schatten stellen kann: Das zweite Königreich ist mit das Beste, was ich bisher an historischen Romanen lesen konnte. Und mit fast 900 Seiten auch einer, der die eheliche Beziehung ganz schön fordert, denn man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Michael
49 Bewertungen, 13 Kommentare
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13.08.2009, 13:21 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht, liebe Grüße
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21.03.2009, 11:32 Uhr von werder
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht! LG aus Hannover!
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11.03.2009, 22:17 Uhr von paula2
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße
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08.03.2009, 14:34 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich liebe Grüsse und schönes Wochenende
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08.03.2009, 11:27 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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08.03.2009, 11:10 Uhr von oskermit
Bewertung: sehr hilfreichDANKE für die Infos!
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08.03.2009, 00:43 Uhr von minasteini
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr hilfreicher Bericht. LG Marina
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07.03.2009, 23:55 Uhr von cat_in_a_cradle
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht. Gegenlesungen sehr willkommen! LG Cat
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07.03.2009, 22:47 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir ein schönes wochenende lg. petra
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07.03.2009, 21:56 Uhr von orlan
Bewertung: sehr hilfreichWie eigentlich fast alle Bücher von Rebecca Gablé hat mir dieses - wie Dir auch - sehr gut gefallen. Gruß, orlan
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07.03.2009, 21:48 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichGut beschrieben, ich wünsche dir einen schönen SAMSTAG Abend , freue mich über Gegenlesungen Lg Sigi
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07.03.2009, 21:45 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichEin guter Bericht. LG
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07.03.2009, 21:43 Uhr von droehn
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht, lg droehn
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