Das zweite Königreich (Taschenbuch) / Rebecca Gablé Testbericht
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Erfahrungsbericht von orlan
Kampf um England
Pro:
interessante Story, spannend erzählt
Kontra:
Kleinigkeiten
Empfehlung:
Ja
„Das zweite Königreich“ ist ein historischer Roman von Rebecca Gablé. Die deutsche Erstveröffentlichung erschien im Jahr 2000.
Inhalt
********
Cædmon of Helmsby verlebt mit seinen Geschwistern auf dem Gut seines Vaters Ælfric eine mehr oder weniger unbeschwerte Kindheit. Doch eines Tages im Jahr 1064 wird er auf einem Jagdausflug mit seinem Bruder Dunstan von dänischen Piraten überrascht. Cædmon wird von einem Pfeil so schwer getroffen, dass er fortan hinkt.
Auch wenn er es sich selbst nicht eingestehen will, kann Cædmons Vater mit ihm ab diesem Zeitpunkt nur noch wenig anfangen. Deswegen kommt es ihm auch gar nicht so unrecht, als Harold Godwinson, einer der mächtigsten Männer von ganz England, ihn bittet, Cædmon mit ihm in die Normandie gehen zu lassen. Dieser spricht nämlich sowohl Englisch als auch Normannisch, die Muttersprache seiner Mutter Marie.
So kommt Cædmon an den Hof des normannischen Herzogs William. Dieser ist mit dem englischen Königshaus verwandt und hat große Pläne für die Zukunft: Er möchte König von England werden.
Cædmon durchläuft eine harte Schule. Er wird gemeinsam mit den angehenden normannischen Rittern ausgebildet und findet viele Freunde. Er verliebt sich in die schöne Aliesa de Ponthieu, was allerdings die eine oder andere Schwierigkeit mit sich bringt. Dummerweise ist sie nämlich die Braut seines besten Freundes Etienne. Und auch mit Aliesas Bruder Lucien ist Cædmon schon des Öfteren aneinandergeraten.
Nachdem Harold Godwinson William verraten hat und selbst zum König von England gekrönt wurde, ist Williams Geduld endgültig erschöpft. Mit seinem Heer, zu dem auch Cædmon gehört, verlässt er die Normandie, um England zu erobern.
Williams Vormarsch ist unaufhaltbar, doch Cædmon, der auf der Seite Williams steht, aber nicht gegen seine Landsleute kämpfen will, steht zwischen allen Stühlen. Hinzukommt, dass sein Vater und sein Bruder Dunstan auf der Seite von Williams Gegner stehen.
Doch William siegt und wird König von England. Cædmon soll nun eine Art Vermittlerrolle zwischen Normannen und Engländern übernehmen. Insbesondere der jähzornige und grausame König macht Cædmons Arbeit aber nicht gerade einfach und nicht nur einmal fällt Cædmon beim König in Ungnade. Und das bedeutet jedes Mal höchste Gefahr für Leib und Leben.
Kritik
********
„Das zweite Königreich“ ist ein hervorragender Roman, den zu lesen mir wirklich großen Spaß gemacht hat.
Der Roman ist immer spannend und hält für den Leser auch immer wieder die ein oder andere Überraschung parat. Darüber hinaus beschreibt die Autorin die historischen Begebenheiten und Schlachten so eindringlich, dass man sie sich wirklich vor Augen führen kann.
Auch wenn der sympathische Engländer Cædmon der Hauptcharakter dieses Buches ist, erzählt dieser Roman die Geschichte von William dem Eroberer, dem umstrittenen König von England.
Cædmon ist so etwas wie ein ungewollter Held. Eigentlich kann er sich nichts Schöneres vorstellen, als mit seiner Frau und seinen Kindern in Frieden auf Gut Helmsby zu leben. Er liebt es nicht, im Mittelpunkt zu stehen, doch er sieht sich immer wieder gezwungen, sein trautes Heim zu verlassen, um König William zu dienen. Mit der Zeit scheint Cædmon auch nahezu der einzige zu sein, von dem sich der König noch etwas sagen lässt.
William hingegen ist der geborene Machtmensch. Er ist nicht nur von sich selbst äußerst überzeugt, sondern auch noch ein hervorragender Heerführer. Sein brutales und erbarmungsloses Handeln macht ihm aber auch viele Feinde. Allerdings haben alle viel zu große Angst vor ihm, um gegen seine Taten zu intervenieren.
Doch auch er ist nicht vor Verrat sicher. Einige seiner treuesten Anhänger inklusive seinem Sohn Robert begehren gegen den König auf - allerdings ohne Erfolg. Derartige Enttäuschungen machen William aber nur noch grausamer.
Das einzige, was mich an diesem Roman ein klein wenig gestört hat, war die schon kaum mehr nachzuvollziehende Anhänglichkeit Cædmons an König William. Obwohl der König ihm immer wieder übel mitspielt, verehrt er William doch irgendwie, zumindest auf eine ganz besondere, ihm eigene Art. Egal was William auch tut, irgendwann kehrt Cædmon immer wieder zu ihm zurück.
Positiv zu erwähnen ist auch noch die gezeichnete Landkarte, die zu Beginn des Buches abgedruckt ist. Sie zeigt Europa zu der Zeit, in der die Geschichte spielt. Auf ihr sind alle wichtigen Orte verzeichnet, so dass man die Handlung anhand der Karte gut nachvollziehen kann.
Autorin
*********
Rebecca Gablé wurde am 25. September 1964 geboren.
Nach einer Lehre als Bankkauffrau studierte sie in Düsseldorf Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Mediävistik, der Lehre vom Mittelalter.
Seit dem Ende ihres Studiums 1996 arbeitet sie als freie Autorin und Literaturübersetzerin. Darüber hinaus war sie an der Universität Düsseldorf für kurze Zeit als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig.
Heute lebt Rebecca Gablé mit ihrem Mann in der Nähe von Mönchengladbach.
Die offizielle Internetseite von Rebecca Gablé, von der auch die Informationen für die obige kurze Biographie stammen, findet man unter der Adresse www.gable.de.
Fazit
******
„Das zweite Königreich“ ist ein wunderbar erzählter Roman, der kaum Wünsche offen lässt. Lediglich die oben genannten Punkte stören den positiven Gesamteindruck ein wenig.
Dennoch vergebe ich für den Roman zwar knappe, aber dennoch hoch verdiente fünf Sterne und empfehle ihn guten Gewissens weiter.
Wer diesen Roman liest, wird es gewiss nicht bereuen.
Daten
*******
Das zweite Königreich / Gablé, Rebecca
Bastei Lübbe, 2004 (6. Auflage)
Taschenbuch, 879 Seiten
ISBN: 3-404-14808-8
Preis: 9,90 Euro
Inhalt
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Cædmon of Helmsby verlebt mit seinen Geschwistern auf dem Gut seines Vaters Ælfric eine mehr oder weniger unbeschwerte Kindheit. Doch eines Tages im Jahr 1064 wird er auf einem Jagdausflug mit seinem Bruder Dunstan von dänischen Piraten überrascht. Cædmon wird von einem Pfeil so schwer getroffen, dass er fortan hinkt.
Auch wenn er es sich selbst nicht eingestehen will, kann Cædmons Vater mit ihm ab diesem Zeitpunkt nur noch wenig anfangen. Deswegen kommt es ihm auch gar nicht so unrecht, als Harold Godwinson, einer der mächtigsten Männer von ganz England, ihn bittet, Cædmon mit ihm in die Normandie gehen zu lassen. Dieser spricht nämlich sowohl Englisch als auch Normannisch, die Muttersprache seiner Mutter Marie.
So kommt Cædmon an den Hof des normannischen Herzogs William. Dieser ist mit dem englischen Königshaus verwandt und hat große Pläne für die Zukunft: Er möchte König von England werden.
Cædmon durchläuft eine harte Schule. Er wird gemeinsam mit den angehenden normannischen Rittern ausgebildet und findet viele Freunde. Er verliebt sich in die schöne Aliesa de Ponthieu, was allerdings die eine oder andere Schwierigkeit mit sich bringt. Dummerweise ist sie nämlich die Braut seines besten Freundes Etienne. Und auch mit Aliesas Bruder Lucien ist Cædmon schon des Öfteren aneinandergeraten.
Nachdem Harold Godwinson William verraten hat und selbst zum König von England gekrönt wurde, ist Williams Geduld endgültig erschöpft. Mit seinem Heer, zu dem auch Cædmon gehört, verlässt er die Normandie, um England zu erobern.
Williams Vormarsch ist unaufhaltbar, doch Cædmon, der auf der Seite Williams steht, aber nicht gegen seine Landsleute kämpfen will, steht zwischen allen Stühlen. Hinzukommt, dass sein Vater und sein Bruder Dunstan auf der Seite von Williams Gegner stehen.
Doch William siegt und wird König von England. Cædmon soll nun eine Art Vermittlerrolle zwischen Normannen und Engländern übernehmen. Insbesondere der jähzornige und grausame König macht Cædmons Arbeit aber nicht gerade einfach und nicht nur einmal fällt Cædmon beim König in Ungnade. Und das bedeutet jedes Mal höchste Gefahr für Leib und Leben.
Kritik
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„Das zweite Königreich“ ist ein hervorragender Roman, den zu lesen mir wirklich großen Spaß gemacht hat.
Der Roman ist immer spannend und hält für den Leser auch immer wieder die ein oder andere Überraschung parat. Darüber hinaus beschreibt die Autorin die historischen Begebenheiten und Schlachten so eindringlich, dass man sie sich wirklich vor Augen führen kann.
Auch wenn der sympathische Engländer Cædmon der Hauptcharakter dieses Buches ist, erzählt dieser Roman die Geschichte von William dem Eroberer, dem umstrittenen König von England.
Cædmon ist so etwas wie ein ungewollter Held. Eigentlich kann er sich nichts Schöneres vorstellen, als mit seiner Frau und seinen Kindern in Frieden auf Gut Helmsby zu leben. Er liebt es nicht, im Mittelpunkt zu stehen, doch er sieht sich immer wieder gezwungen, sein trautes Heim zu verlassen, um König William zu dienen. Mit der Zeit scheint Cædmon auch nahezu der einzige zu sein, von dem sich der König noch etwas sagen lässt.
William hingegen ist der geborene Machtmensch. Er ist nicht nur von sich selbst äußerst überzeugt, sondern auch noch ein hervorragender Heerführer. Sein brutales und erbarmungsloses Handeln macht ihm aber auch viele Feinde. Allerdings haben alle viel zu große Angst vor ihm, um gegen seine Taten zu intervenieren.
Doch auch er ist nicht vor Verrat sicher. Einige seiner treuesten Anhänger inklusive seinem Sohn Robert begehren gegen den König auf - allerdings ohne Erfolg. Derartige Enttäuschungen machen William aber nur noch grausamer.
Das einzige, was mich an diesem Roman ein klein wenig gestört hat, war die schon kaum mehr nachzuvollziehende Anhänglichkeit Cædmons an König William. Obwohl der König ihm immer wieder übel mitspielt, verehrt er William doch irgendwie, zumindest auf eine ganz besondere, ihm eigene Art. Egal was William auch tut, irgendwann kehrt Cædmon immer wieder zu ihm zurück.
Positiv zu erwähnen ist auch noch die gezeichnete Landkarte, die zu Beginn des Buches abgedruckt ist. Sie zeigt Europa zu der Zeit, in der die Geschichte spielt. Auf ihr sind alle wichtigen Orte verzeichnet, so dass man die Handlung anhand der Karte gut nachvollziehen kann.
Autorin
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Rebecca Gablé wurde am 25. September 1964 geboren.
Nach einer Lehre als Bankkauffrau studierte sie in Düsseldorf Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Mediävistik, der Lehre vom Mittelalter.
Seit dem Ende ihres Studiums 1996 arbeitet sie als freie Autorin und Literaturübersetzerin. Darüber hinaus war sie an der Universität Düsseldorf für kurze Zeit als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig.
Heute lebt Rebecca Gablé mit ihrem Mann in der Nähe von Mönchengladbach.
Die offizielle Internetseite von Rebecca Gablé, von der auch die Informationen für die obige kurze Biographie stammen, findet man unter der Adresse www.gable.de.
Fazit
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„Das zweite Königreich“ ist ein wunderbar erzählter Roman, der kaum Wünsche offen lässt. Lediglich die oben genannten Punkte stören den positiven Gesamteindruck ein wenig.
Dennoch vergebe ich für den Roman zwar knappe, aber dennoch hoch verdiente fünf Sterne und empfehle ihn guten Gewissens weiter.
Wer diesen Roman liest, wird es gewiss nicht bereuen.
Daten
*******
Das zweite Königreich / Gablé, Rebecca
Bastei Lübbe, 2004 (6. Auflage)
Taschenbuch, 879 Seiten
ISBN: 3-404-14808-8
Preis: 9,90 Euro
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