Auf Ehre und Gewissen (Taschenbuch) / Elizabeth George Testbericht

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Erfahrungsbericht von Anonym126

Krimizeit

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wer gern Kriminalromane liest, wird an dieser Autorin seine helle Freude haben. Von einer Freundin bekam ich das erste Buch ausgeliehen. Zu Anfang des ersten Teiles musste ich mich etwas einlesen, um die Personen und Hintergründe kennen zu lernen. Doch das ist nichts Ungewöhnliches. Wenn man die ersten 50 Seiten geschafft und sich mit den Personen etwas vertraut gemacht hat, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Das betraf aber nur den ersten Band. Schon beim nächsten Teil hatte ich diese Anlaufschwierigkeiten nicht mehr. Ich denke, dass es vielen Lesern so geht. Die Bücher von Elizabeth George sind meistens ziemlich dick. Die Seitenzahl liegt immer zwischen 350 und 800. Im Taschenbuchformat kosten sie je nach Stärke 8-12 Euro.

Elizabeth George lebt in Huntington Beach, Kalifornien. Sie hat ein Faible für alles Englische, ganz besonders liebt sie die raffinierten britischen Kriminalromane. So hat sie auch ihre Bücher geschrieben.
Voller Spannung und Raffinesse, gut kombiniert und mit viel Gespür für Dramatik, aber auch Humor, ist das Lesen ihrer Romane ein Hochgenuss.
Ihre Erzählungen oder besser \"Fälle\" passen in unsere heutige Zeit und sind ein Spiegelbild der Gesellschaft.

Es sind schon einige Bände erschienen und allein die Titel der Bücher haben mich angesprochen und neugierig gemacht. Bereits ihr erster Roman, der 1989 erschien, wurde mit namhaften Preisen ausgezeichnet.1991 erhielt sie den bedeutendsten deutschen Preis für Kriminalliteratur.

Hier sind nun einige Titel ihrer Bücher:

Gott schütze dieses Haus
Im Angesicht des Feindes
Keiner werfe den ersten Stein
Auf Ehre und Gewissen
Asche zu Asche
Mein ist die Rache
Denn bitter ist der Tod
Denn keiner ist ohne Schuld


Hauptfigur in ihren Kriminalromanen ist stets Inspector Thomas Lynley, der gemeinsam mit Sergeant Barbara Havers die schwierigsten und unheimlichsten Fälle löst. Liebe und Gefühle kommen auch nicht zu kurz. Ich werde die Hauptpersonen kurz vorstellen:

Inspector Lynley ist ein waschechter Lord, der in Wohlstand und Luxus lebt. Er besitzt ein gediegenes Landhaus, eine Wohnung in der Stadt, fährt einen Bentley und symbolisiert die Adelsklasse. Seine Kollegin ist Sergeant Barbara Havers. Sie kommt aus dem Arbeitermilieu und versorgt und betreut noch, neben ihrer beruflichen Tätigkeit, ihre pflegebedürftigen Eltern. Sergeant Havers betrachtet den Adel mit Ironie und Ablehnung. Ihre Wortwahl ist sehr direkt und sie bildet einen guten Gegenpol zu dem wohlerzogenen, feinen Inspector. St. James ist Lynleys bester Freund und seit einem Unfall, den Linley verschuldete, gehbehindert. Er ist mit Linleys ehemaliger großer Liebe Deborah verheiratet. Bleibt noch Helen, die eine sehr gute Freundin Lynleys ist, sich aber auf eine engere Beziehung nicht einlassen möchte.

Diese Personen treten in allen Romanen auf und lösen gemeinsam die undurchsichtigsten Fälle. Obwohl der Kriminalfall in dem jeweiligen Buch immer im Vordergrund steht, bekommt der Leser zwischendurch tiefe Einblicke in das Privatleben und die persönlichen Sorgen und Nöte der Figuren.

Auf Ehre und Gewissen:
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Der Roman berichtet von dem Verschwinden und der Ermordung des kleinen Matthew Whateley, der als Arbeiterkind, mit einem Stipendium ausgerüstet, im Internat, für Schüler aus den besten Kreisen, unterrichtet wird. Er gehört nicht zu dieser Schicht und fühlt sich dort auch nicht sehr wohl. Matthew ist ein Junge, der Anstand und Moral besitzt, der sich für die Gerechtigkeit und schwächere Mitschüler einsetzt. Mit diesen Eigenschaften brüstet sich das Elite-Internat. Doch Kameradschaft, Disziplin, Tradition, Ehre und Gewissen sind nur eine Fassade, die langsam zu bröckeln beginnt. Dem kleinen Matthew wird all das zum tödlichen Verhängnis.

Inspector Lynley nimmt sich erst dann des Falles an, als ein früherer Schulkamerad von ihm, der Lehrer und Hausvater in diesem Internat ist, ihn aufsucht und darum bittet. Im Laufe der Handlung tun sich Abgründe auf, die hinter der äußerlichen Fassade von Anständigkeit, Reichtum und Ehrenhaftigkeit stecken.

Elisabeth George versteht es meisterlich, den Leser langsam in diese Welt einzuführen. Durch ihre klare Sprache bleibt sie auch in langatmigeren Passagen verständlich und sehr interessant. Durch die häufig auftretende wörtliche Rede wird die Handlung nie langweilig. Sie ist lebendig und man kann das Buch nur schwer aus der Hand legen. Der Aufbau der Erzählung ist klar und sehr gut strukturiert und auch die einzelnen Schritte zur Lösung dieses Falles kann der Leser problemlos nachvollziehen. Die Autorin versteht es wunderbar, Stimmungen wieder zu geben wie Trauer, Hass, Wut, Hoffnungslosigkeit aber auch Liebe und Beständigkeit, Fürsorge und Verantwortung.

Neben der eigentlichen Geschichte erfährt der Leser sehr vieles aus dem Privatleben der Hauptpersonen. Da werden Beziehungen beleuchtet und analysiert. Da erlebt der Leser Fassungslosigkeit und Hilflosigkeit hautnah mit und kann aufgrund der Wortwahl und der klaren Sprache alles nachvollziehen und mitfühlen. Dieser Roman fesselte mich vom ersten Satz an. Die Handlung ist nicht verworren, obwohl immer wieder neue Schauplätze vorgestellt werden. Den besagten „roten Faden“ verlor Elizabeth George in diesem Kriminalroman nie. Bis kurz vor dem Ende lässt sie den Leser mitdenken und rätseln, wer denn nun der tatsächliche Mörder ist. Es ist ein sehr gut strukturierter Roman, mit Spannung bis zum Schluss.

Obwohl ich eigentlich nicht zu den Liebhabern von Kriminalromanen gehöre, zog mich dieser Romane sofort in seinen Bann. Die 467 Seiten des Buches sollten keinen schrecken. Wer einmal zu lesen begonnen hat und sich auf die Story einlässt, wird genau wie ich vom Schreibstil und der Handlung fasziniert sein. Nicht nur dieses Buch ist ein gelungenes Werk der Autorin. Bis jetzt haben mich sämtliche Bücher, die ich von ihr las fasziniert. Wer an guten, anspruchsvollen und gleichzeitig unterhaltsamen Kriminalromanen interessiert ist, sollte es mit der Autorin Elizabeth George versuchen.


Liebe Grüße

Catty

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