Pelargonie Testbericht

Pelargonie
ab 12,50
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Erfahrungsbericht von Maximilian

Alles über die Geranie

Pro:

Lange Blütezeit, vielfältiges Sortiment

Kontra:

relativ großer Pflegeaufwand

Empfehlung:

Ja

Noch ist die Pflanzzeit nicht vorbei. Und wer es noch nicht getan hat, kann Balkon, Terasse und Garten noch mit schönen Blumen verzieren. Hierfür eignet sich besonders die Geranie (Pelargonie, lat. Pelargonium) welche inzwischen in einer Vielzahl von Sorten und Arten angeboten wird.

Meine nachfolgenden Informationen und Beschreibungen beziehen sich ausschließlich auf Geranien, die für den europäischen Markt produziert werden. Die Wildarten, welche man auch sehr vereinzelt (und deshalb sehr schwer) bei uns zu kaufen bekommt, bleiben davon unberührt.


Arten / Wuchsgruppen
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Es gibt verschiedene Gruppen von Geranien. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen
- stehende Sorten (zonale)
- hängende Sorten (peltaten)
Die hängenden Sorten wiederum werden in zwei Untergruppen unterteilt:
- gefüllte Peltaten
- ungefüllte Peltaten (auch Ville-Typen oder franzosen genannt)
Weiterhin gibt es Duftpelargonien und buntlaubige Pelargonien (sogenannte Schmuckblattpelargonien oder auch \"variegated\" genannt).
Andere Gruppen wurden durch den Volksmund oder durch verschiedene Züchter geprägt, hierzu zählen z.B. die \"Efeu-Geranien\" oder \"Edel-Pelargonien\". Diese können jedoch in die oben genannten 5 Gruppen eingegliedert werden.

Die Wuchsgruppen können an ihrer Blüte sowie der Wuchsform unterschieden werden. Die buntlaubigen (Schmuckblatt-) Pelargonien an Ihrer Blattzeichnung. Falsch hingegen ist die weit verbreitete Meinung, dass man stehende und hängende Geranien ebenfalls ausschließlich am Blatt unterscheiden kann. Hierbei wird oft irrtümlich die Zonierung (eine dunkle, kreisförmige Zeichnung auf dem Blatt) angeführt. Dank der vielfältigen Züchtungen gibt es inzwischen sämtliche Pelargonien mit und ohne Zonierung, mit hellem und mit dunklem Blatt.


Sorten
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Die ursprünglich aus Südafrika stammende Pflanze wurde durch verschiedene Züchter gekreuzt und dadurch für den europäischen Markt optimiert. Die Sortenvielfalt ist deshalb ungemein groß. Jeder Züchter hat inzwischen ein eigenes, umfassendes Sortiment von 60 – 120 unterschiedlichen (!) Geranien-Sorten auf dem Markt. Nur einem begrenzten Kreis von Fachleuten ist es daher möglich alle Sorten im Einzelnen voneinander zu unterscheiden.
Namhafte Züchter der Branche sind Pelargonien Fischer in Hillscheid (Züchter-Name pelfi), Elsner p/ac in Dresden (Züchter-Name PAC) und Geranien Endisch in Hagenbach (Züchter-Name GEN). Die Züchter geben Ihren Sorten natürlich Handelsnamen. Fischer hat zum Beispiel eine Blizzard-Serie, Elsner züchtet fleißig Fireworks und Endisch ist mit Starlight auf dem Markt. Dies sind alles keine Wuchsgruppen (vergleiche oberen Abschnitt Arten/Wuchsgruppen), sondern Züchtungsreihen mit besonderen, einschlägigen Eigenschaften.
Züchtungsziele sind immer wieder neue Blütenfarben, neue und bessere Wuchseigenschaften sowie unterschiedliche Blätter und Blattzeichnungen (Zonierung) sowie Laubfarben. Die Palette reicht inzwischen von weiß über rosa, lila, lachs, orange bis rot sowie sämtliche Abweichungen und Nuancen der vorgenannten Blütenfarben und dazu auch verschiedene Blütenformen. Auch zweifarbige Blüten sind nichts neues mehr. Ebenso gibt es das Laub in verschiedenen Grün-Tönen. Das Blatt gibt es mit starker, mit leichter oder auch ohne Zonierung. Ebenso stark wachsende, weniger stark wachsende (medium) oder schwach wachsende (kompakte) Pflanzen. Wenn man nun alle vorgenannten Merkmale in allen Möglichkeiten miteinander kombiniert lässt sich schnell erahnen, dass es inzwischen eine Sortenvielfalt von Schätzungsweise über 600 eingetragene Sorten auf dem Markt gibt.


Stehende Pelargonien (zonale)
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Die stehende Pelargonie eignet sich besonders gut als Topfpflanze in Schalen, Beeten und Rabatten. Auch kann sie zusammen mit hängenden Geranien in Balkonkästen oder Blumenampeln gepflanzt werden. Je nach Wuchstyp (kompakt, medium oder stark wachsend) erreichen die Pflanzen in der Regel Wuchshöhen von bis zu 50cm innerhalb eines Jahres. Mehrjährige Geranien schaffen locker mehr. Wuchsrichtung ist - wie der Name schon sagt - immer nach oben.


Hängende Pelargonien (peltaten)
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Wie bereits erwähnt gibt es gefüllte und ungefüllte Peltaten. Die \"Füllung\" bezieht sich hierbei auf die Blüte. Gefüllte Peltaten bilden viele Blütenblätter, welche sich zu einer sog. Dolde ausbilden. Ungefüllte hingegen haben einen einfachen Blütenkranz von zumeist 5-8 Blütenblättern. Auch hier gibt es verschiedene Wuchstypen (kompakt oder stark wachsend). Zumeist werden diese ungefüllten Peltaten auch \"Ville-Typen\" oder franzosen genannt, da die Anführer dieser Gruppe die (Züchter-freien) Sorten \"Ville de Paris\" und \"Balkon Imperial\" sind. Hängende Geranien schaffen Wuchslängen von bis zu 1 Meter pro Saison, die Blütenpracht wächst hierbei nach unten. Die Hängegeranie ist deshalb ideal für Balkonkästen. Die Ville-Typen gehören zweifelsfrei zu den meistverkauften Pelargonien überhaupt.


Duftpelargonien
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Die Duftpelargonie findet man inzwischen eher selten. Die Blüte der Duftpelargonien ist zumeist nur karg ausgebildet (im Vergleich zu den anderen Zonale). Markant jedoch ist, dass die Duftpelargonie in ihren Blättern Duftstoffe hat, welche (ähnlich wie bei z.B. der Zitronenmelisse) durch reiben an den Blättern extrem freigesetzt werden. Natürlich gibt es hier auch verschiedene Duftrichtungen, sie reichen von Zitrone (Citronella) über Pfefferminze bis hin zu Schokolade.


buntlaubige Pelargonien
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Die buntlaubigen (oder auch Schmuckblatt-) Pelargonien sind eine Untergruppe der Zonale (also stehende Pelargonien). Hierbei kommt es keinesfalls auf die Blüte an, diese ist im übrigen wie bei den Duftpelargonien auch nur sehr mager. Vielmehr sind sie ein schöner Kontrast zu sämtlichen anderen Pelargonien im Balkonkasten oder Blumenbeet. Dies erreichen sie allein durch ihre außergewöhnliche Blattzeichnung. Buntlaubige Pelargonien gibt es in verschiedenen Blattzeichnungen, am bekanntesten sind die (ebenfalls Züchter-freien) Sorten \"Frank Headley\", \"Wilhelm Langguth\", \"Mrs. Pollock\", \"Contrast\" und \"Vancouver Centennial\".


Wo kauft man Pelargonien?
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Inzwischen wurde die Pelargonie zur Massenware degradiert. Man bekommt sie überall: Beim Gärtner, im Gartencenter, im Baumarkt und auch schon in jeder Lebensmittelkette. Man kann überall Pech haben. Am Empfehlenswertesten ist natürlich immer der Fachhandel (also der Gärtner). Dort bekommt man die \"stressfreiesten\" Pflanzen. Aber auch die von Aldi & Co können später zu Hause eine gute Figur abgeben. Wer auf der Suche nach speziellen Sorten ist wird jedoch nur beim Gärtner Glück haben. Das wird der einzige sein der Ihnen sagen kann welche Sorten er im Programm hat. In allen anderen Geschäften werden Geranien nur nach Farben (wenn überhaupt) verkauft.


Die Pflanzzeit
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Geranien gibt es ab Ende April zu kaufen. Bereits dann kann man diese auch pflanzen. Als Substrat sollte man eine qualitativ hochwertige Erde verwenden, das erspart einem das häufige Düngen. Alle 15-20 cm können Sie eine Geranie topfen indem Sie z.B. einen Balkonkasten ca. zur Hälfte mit Erde füllen, die Geranien ohne Topf leicht in die Erde drücken und den Rest mit Erde auffüllen und anschließend angießen. Am Boden des Balkonkastens oder Tontopfes kann man Tonscherben einlegen um ein Verstopfen der Löcher zu vermeiden. Als Standort mögen Geranien viel Sonne, also auch die pralle Sonne. Halbschatten geht auch, aber dann werden sie definitiv nicht so groß und nicht so schön. Geranien können mit so ziemlich allen Beet- und Balkonpflanzen zusammen gepflanzt werden. Grenzen werden nur durch Geschmack und Fantasie gesetzt.


Die Pflege
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Wer seine Geranien in der prallen Sonne stehen hat muß sehr viel gießen. Sie brauchen viel Licht und viel Wasser. Jedoch Vorsicht vor Übernässung. Im Blumenkasten oder Topf sollte unten ein Loch sein damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Geranien sollte man auch regelmäßig düngen. Die Düngemenge hängt sehr stark von dem verwendeten Düngemittel ab. Hierzu bitte unbedingt die Gebrauchsanweisung lesen oder im Fachhandel nachfragen. Auch hier: Vorsicht vor Überdüngung. Eine Überdüngung führt zu einer Verminderung der Fähigkeit zur Wasseraufnahme. Verblühte Blütenstände sollte man wöchentlich entfernen. Ab August/September kann man dann das Düngen einstellen.


Die Überwinterung
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Geranien blühen bis zum ersten Frost. Wer seine Geranien überwintern lassen möchte muß sie deshalb rechtzeitig reinholen, also noch vor dem Frost. Überwintern können die Pflanzen an einem kühlen, frostfreien, hellen Ort bei mäßigen Wassergaben. Im Frühjahr dann die Pflanzen zurückschneiden und am besten in frischer Erde an einem sonnigen Platz neu antreiben.


Die Vermehrung
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Geranien lassen sich auch gut vermehren. Hierzu im Herbst sog. Stecklinge schneiden (eine 5-8 cm große Blattverzweigung, sieht aus wie ein Y mit zwei Blättern dran) und diese in Erde topfen. Den besten Kulturerfolg hat man, wenn man auch hierfür ein qualitativ hochwertiges Substrat verwenden. In den ersten Tagen gut feucht und warm halten, viel Sonne, aber auch hier nicht übernässen. Nach ca. 3-4 Wochen sind die Jungpflanzen mit etwas Glück gut durchwurzelt und können ebenfalls wie oben beschrieben in den Winterschlaf gehen.


Und wer jetzt noch mehr wissen möchte:


Züchtung und Vermehrung
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Wie Eingangs erwähnt gibt es sehr viele Züchtungen von Pelargonien. Die Züchter sind stets bestrebt neue Sorten auf den Markt zu bringen die den wachsenden Anforderungen gerecht werden. Um solch neue, gute Sorten zu finden müssen die Züchter einige Hundert Geranien miteinander kreuzen. Durch Boniturverfahren (ständiges Bewerten der Pflanzen) fallen bereits in der Wachstumsphase viele wieder raus. Es bleiben am Schluß noch 600 - 1000 verschieden Pflanzen übrig, welche dann in ein Sortenfeld gepflanzt und weiterhin über das ganze Jahr bewertet werden. Am Ende der Saison werden die Bonituren ausgewertet und mit etwas Glück bleiben 3 bis 10 Sorten übrig welche es schaffen im Folgejahr in das Sortiment aufgenommen zu werden oder andere Sorten zu ersetzen.

Gleichzeitig werden in Labors von den besten Pflanzen jeweils mehrere krankheitsfreie Jungpflanzen auf sterilen Nährböden gezüchtet (was absolut nichts mit Gen-Manipulation zu tun hat!). Dies macht man indem man von dem jüngsten Sprössling einer Pflanze 1mm entfernt. Dieser Millimeter hat bereits alle Erbinformationen der Pflanze und die wenigsten Krankheiten. Die daraus entstehenden Jungpflanzen werden dann in Elite-Gewächshäusern herangezogen in welchen ähnlich sterile Bedingungen herrschen wie in einem Krankenhaus. Die Gesunderhaltung der Pflanze ist dabei höchstes Gebot. Nachdem die Pflanzen zu Mutterpflanzen herangewachsen sind werden hiervon Stecklinge geschnitten und als Elitematerial zu den Südbetrieben geflogen. Südbetriebe liegen klimatisch günstig (z.B. Südafrika, kanarische Inseln) und benötigen keine kostenintensive Heizung. In den Südbetrieben werden diese Stecklinge oder auch Jungpflanzen zu Mutterpflanzen herangezogen. Bis zu diesem Zeitpunkt läuft alles unter absolut sterilen Bedingungen (also desinfizierte Fahrzeuge, Flugzeuge, Gewächshäuser, Werkzeuge sowie spezielle Substrate) und wird ständig durch verschiedene Tests von Probe-Stecklingen in Labors auf Qualität und Krankheitsbefall überprüft. Ab Dezember werden dann Stecklinge der Mutterpflanzen geschnitten und diese wieder in verschiedene Vermehrungsbetriebe geflogen wo sie dann als Jungpflanze, Halbfertigware oder letztendlich als Fertigware bewurzelt, kultiviert und anschließend verkauft werden.

Oftmals wird über den hohen Preis der Geranien geschimpft. Wenn man jedoch überlegt welcher Aufwand dahinter steht, so erscheint einem ein Preis von 1,50 bis 2,00 Euro geradezu günstig.
Irgendwo habe ich gelesen dass Geranien in großen Mengen für 80 Cent verkauft worden sind. Mich würde interessieren welcher Gärtner nach diesem Geschäft pleite gegangen ist....


Ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Natürlich habe ich den Bereich der Züchtung und Vermehrung nicht exakt beschrieben sondern nur \"überschlagen\", aber das ist für den Endkunden sowieso weniger Interessant.
Ansonsten bin ich für Anregungen und Kritik dankbar.

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