Roter Engel (Taschenbuch) / Tess Gerritsen Testbericht

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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von Prisca
Wer Medizinthriller mag ...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Da ich in letzter Zeit mal wieder in einen richtigen Leserausch verfallen bin, heute noch eine Buch Beschreibung. Und zwar soll es hier um das Buch:
ROTER ENGEL von Tess Gerritsen
gehen.
Mir liegt davon die Taschenbuchausgabe aus dem Blanvalet Verlag vor. Sie hat 412 Seiten und kostet 8,-- Euro.
Wenn schon der Titel des Buches ( bitte erinnern: Roter Engel) nicht auf den Inhalt schließen lässt ( übrigens, auch wenn man das ganze Buch gelesen hat, vermag man noch keinen Zusammenhang zu diesem Titel herstellen – warum sind deutsche Übersetzungstitel immer so unpassend – amerikanischer Titel: Life support - das scheint mir schon etwas passender) – zumindest ein Blick auf das Umschlagfoto lässt erahnen, worum es in diesem Roman geht. Dort ist nämlich ein Reagenzglas abgebildet – mit blubberndem, rauchenden Inhalt.
Ah ja, also geht es in diesem Roman:
a. um die Erfindung einer neuen Biersorte
b. die bösen Ärzte, wer weiß, was die wieder Schlimmes entwickelt haben
c. Steven Spielberg klont neue Saurier für Jurassic Park IV
Dreht man das Buch herum und wirft einen Blick auf die Rückseite, springen einem dort Worte wie Patienten, Ärztin, Hormonkur und Medizin entgegen. Damit dürfte also die Frage sein – die richtige Antwort lautet B! Wir halten einen Arztroman in Händen.
Nun nicht gleich stöhnen und entnervt weiterklicken. Es handelt sich hier nicht um so einen Herz-Schmerz-Trief-Arztroman a la Dr. Stefan Frank. Inhaltlich erinnert er mich eher an Romane von Robin Cook.
Jetzt möchte ich euch den Inhalt des Romans etwas näher vorstellen:
Ein guter Chirurg führt eine einfach Blindarm-OP durch. Plötzlich fällt es den anderen anwesenden Ärzten auf: Seine Hände zittern, er handelt irrational. Plötzlich beginnt er, der Patientin wahllos ihren gesunden Darm herauszuschneiden und stammelt dabei: Zu viel, viel zu viel. Das muss alles weg! Mühsam können die anderen Ärzte ihm das Skalpell entwinden; er flieht aus dem OP, rennt zum nächsten Fenster – und stürzt sich durch die Glasscheibe hindurch in den Tod.
Szenenwechsel.
Molly ist 16, von zu Hause fortgelaufen, arbeitet als Prostituierte. Eines Tages wird sie von ihrem Zuhälter zu einem Treffen geschickt. In einem abbruchreifen Haus wird sie von einem grüngekleideten Mann erwartet, der sie zunächst an einen Tisch fesselt und ihr kurz darauf eine Spritze gibt. Als Molly wieder zu sich kommt, kann sie sich nur noch bruchstückhaft erinnern – und die Erinnerung macht ihr Angst! Umso entsetzter ist sie, als sie einige Zeit später erkennen muss: ich bin schwanger....
Szenenwechsel.
Toby Harper ist Ärztin in der Notaufnahme. Sie hat sich für die Nachtschicht entschieden, damit sie tagsüber bei ihrer Mutter bleiben kann, die an Alzheimer leidet. Eines nachts wird ihr von der Ambulanz ein alter Mann gebracht – äußerlich nicht verletzt, aber verängstigt, desorientiert – und splitternackt! Toby findet die Adresse dieses Mannes heraus – ein renommiertes Altenheim für Reiche. Sie informiert die Ärzte und Angehörigen des Mannes – und während sie noch auf die Ankunft seinen Sohnes wartet, verschwindet der Mann spurlos. Toby macht sich Vorwürfe, schließlich war sie für ihn verantwortlich und sucht nach ihm. Ohne Erfolg – er scheint wie vom Erdboden verschluckt. Doch wie kann das sein – in seinem Zustand – und splitternackt mitten in der Nacht?! Warum ist er niemanden aufgefallen? Toby lässt die Sache keine Ruhe.....
Ende! Aus! *** nein, nicht des Romans, nur meiner Inhaltsangabe! Der Roman ist überwiegend aus der Sicht von Toby Harper geschrieben, streckenweise kommen aber auch andere Personen zum Zug ( z.B. Molly) Als Leser wird einem ziemlich schnell klar, das die drei Geschichten irgendwie zusammenhängen müssen – wenn man auch nicht auf dem ersten Blick erkennt, wie. Und wer jetzt glaubt, das verrate ich euch, der irrt. **gg** Ich sage nur: Neugierige müssen den Roman eben lesen!
Roter Engel ist eigentlich recht spannend und lässt sich flott lesen. Stellenweise enthält er allerdings recht viele medizinische Fachausdrücke ( vielleicht interessant zu wissen: Tess Gerritson hat lange Zeit erfolgreich als Internistin gearbeitet, sie weiß also schon, wovon sie schreibt!), die ich als Laie eher überlesen habe. OK, man kann dem Inhalt des Romans trotzdem folgen, allerdings fand ich diese Stellen eher etwas nervend.
Weiterhin hatte ich beim Lesen das Gefühl, das auf den gut 400 Seiten des Buchs einfach zu viel untergebracht ist. Was hier teilweise Schlag auf Schlag geschieht, vermag man manchmal gar nicht alles zu erfassen. Kaum ist das eine verdaut, geschieht schon das nächste.
Fast möchte ich den Roman mit einem Actionfilm vergleichen, auch hier passiert im Interesse der Spannung möglichst viel auf einmal. Nun bin ich nicht unbedingt ein Freund von Actionfilmen, obwohl ich ja zugebe – ab und zu sehe ich ganz gern mal einen – einfach nur zur Unterhaltung, ohne groß darüber nachzudenken. Und genauso sieht dann auch mein Fazit zu diesem Buch aus:
Es ist durchaus lesbar, man langweilt sich nicht unbedingt und kann sich dabei prima entspannen. Trotzdem ist es mir stellenweise zu überladen, zu sehr auf Spannung getrimmt. Dadurch erscheint es mir einfach ZU unglaubwürdig.
Für mich wäre weniger mehr gewesen, darum gibt´s von mir für dieses Buch auch nur drei Pünktchen ( die es dann allerdings auch ehrlich verdient!). Warum ich trotzdem auf empfehlenswert klicke? Ganz einfach – ein nicht empfehlenswert erscheint mir einfach zu krass. Am liebsten wäre mir ein eingeschränkt zu empfehlen, aber diese Möglichkeit bietet ja Yopi leider nicht. Denn wer gern Arztthriller wie z.b. von Robin Cook liest, der sollte auch ruhig mal zu diesem Buch greifen. Ein paar unterhaltsame Stunden sind ihm dann sicher.
ROTER ENGEL von Tess Gerritsen
gehen.
Mir liegt davon die Taschenbuchausgabe aus dem Blanvalet Verlag vor. Sie hat 412 Seiten und kostet 8,-- Euro.
Wenn schon der Titel des Buches ( bitte erinnern: Roter Engel) nicht auf den Inhalt schließen lässt ( übrigens, auch wenn man das ganze Buch gelesen hat, vermag man noch keinen Zusammenhang zu diesem Titel herstellen – warum sind deutsche Übersetzungstitel immer so unpassend – amerikanischer Titel: Life support - das scheint mir schon etwas passender) – zumindest ein Blick auf das Umschlagfoto lässt erahnen, worum es in diesem Roman geht. Dort ist nämlich ein Reagenzglas abgebildet – mit blubberndem, rauchenden Inhalt.
Ah ja, also geht es in diesem Roman:
a. um die Erfindung einer neuen Biersorte
b. die bösen Ärzte, wer weiß, was die wieder Schlimmes entwickelt haben
c. Steven Spielberg klont neue Saurier für Jurassic Park IV
Dreht man das Buch herum und wirft einen Blick auf die Rückseite, springen einem dort Worte wie Patienten, Ärztin, Hormonkur und Medizin entgegen. Damit dürfte also die Frage sein – die richtige Antwort lautet B! Wir halten einen Arztroman in Händen.
Nun nicht gleich stöhnen und entnervt weiterklicken. Es handelt sich hier nicht um so einen Herz-Schmerz-Trief-Arztroman a la Dr. Stefan Frank. Inhaltlich erinnert er mich eher an Romane von Robin Cook.
Jetzt möchte ich euch den Inhalt des Romans etwas näher vorstellen:
Ein guter Chirurg führt eine einfach Blindarm-OP durch. Plötzlich fällt es den anderen anwesenden Ärzten auf: Seine Hände zittern, er handelt irrational. Plötzlich beginnt er, der Patientin wahllos ihren gesunden Darm herauszuschneiden und stammelt dabei: Zu viel, viel zu viel. Das muss alles weg! Mühsam können die anderen Ärzte ihm das Skalpell entwinden; er flieht aus dem OP, rennt zum nächsten Fenster – und stürzt sich durch die Glasscheibe hindurch in den Tod.
Szenenwechsel.
Molly ist 16, von zu Hause fortgelaufen, arbeitet als Prostituierte. Eines Tages wird sie von ihrem Zuhälter zu einem Treffen geschickt. In einem abbruchreifen Haus wird sie von einem grüngekleideten Mann erwartet, der sie zunächst an einen Tisch fesselt und ihr kurz darauf eine Spritze gibt. Als Molly wieder zu sich kommt, kann sie sich nur noch bruchstückhaft erinnern – und die Erinnerung macht ihr Angst! Umso entsetzter ist sie, als sie einige Zeit später erkennen muss: ich bin schwanger....
Szenenwechsel.
Toby Harper ist Ärztin in der Notaufnahme. Sie hat sich für die Nachtschicht entschieden, damit sie tagsüber bei ihrer Mutter bleiben kann, die an Alzheimer leidet. Eines nachts wird ihr von der Ambulanz ein alter Mann gebracht – äußerlich nicht verletzt, aber verängstigt, desorientiert – und splitternackt! Toby findet die Adresse dieses Mannes heraus – ein renommiertes Altenheim für Reiche. Sie informiert die Ärzte und Angehörigen des Mannes – und während sie noch auf die Ankunft seinen Sohnes wartet, verschwindet der Mann spurlos. Toby macht sich Vorwürfe, schließlich war sie für ihn verantwortlich und sucht nach ihm. Ohne Erfolg – er scheint wie vom Erdboden verschluckt. Doch wie kann das sein – in seinem Zustand – und splitternackt mitten in der Nacht?! Warum ist er niemanden aufgefallen? Toby lässt die Sache keine Ruhe.....
Ende! Aus! *** nein, nicht des Romans, nur meiner Inhaltsangabe! Der Roman ist überwiegend aus der Sicht von Toby Harper geschrieben, streckenweise kommen aber auch andere Personen zum Zug ( z.B. Molly) Als Leser wird einem ziemlich schnell klar, das die drei Geschichten irgendwie zusammenhängen müssen – wenn man auch nicht auf dem ersten Blick erkennt, wie. Und wer jetzt glaubt, das verrate ich euch, der irrt. **gg** Ich sage nur: Neugierige müssen den Roman eben lesen!
Roter Engel ist eigentlich recht spannend und lässt sich flott lesen. Stellenweise enthält er allerdings recht viele medizinische Fachausdrücke ( vielleicht interessant zu wissen: Tess Gerritson hat lange Zeit erfolgreich als Internistin gearbeitet, sie weiß also schon, wovon sie schreibt!), die ich als Laie eher überlesen habe. OK, man kann dem Inhalt des Romans trotzdem folgen, allerdings fand ich diese Stellen eher etwas nervend.
Weiterhin hatte ich beim Lesen das Gefühl, das auf den gut 400 Seiten des Buchs einfach zu viel untergebracht ist. Was hier teilweise Schlag auf Schlag geschieht, vermag man manchmal gar nicht alles zu erfassen. Kaum ist das eine verdaut, geschieht schon das nächste.
Fast möchte ich den Roman mit einem Actionfilm vergleichen, auch hier passiert im Interesse der Spannung möglichst viel auf einmal. Nun bin ich nicht unbedingt ein Freund von Actionfilmen, obwohl ich ja zugebe – ab und zu sehe ich ganz gern mal einen – einfach nur zur Unterhaltung, ohne groß darüber nachzudenken. Und genauso sieht dann auch mein Fazit zu diesem Buch aus:
Es ist durchaus lesbar, man langweilt sich nicht unbedingt und kann sich dabei prima entspannen. Trotzdem ist es mir stellenweise zu überladen, zu sehr auf Spannung getrimmt. Dadurch erscheint es mir einfach ZU unglaubwürdig.
Für mich wäre weniger mehr gewesen, darum gibt´s von mir für dieses Buch auch nur drei Pünktchen ( die es dann allerdings auch ehrlich verdient!). Warum ich trotzdem auf empfehlenswert klicke? Ganz einfach – ein nicht empfehlenswert erscheint mir einfach zu krass. Am liebsten wäre mir ein eingeschränkt zu empfehlen, aber diese Möglichkeit bietet ja Yopi leider nicht. Denn wer gern Arztthriller wie z.b. von Robin Cook liest, der sollte auch ruhig mal zu diesem Buch greifen. Ein paar unterhaltsame Stunden sind ihm dann sicher.
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