Ghostbusters 2 (DVD) Testbericht

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Ghostbusters-2-dvd-komoedie
ab 10,21
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Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun

Schleimiger Nachfolger

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nach dem ersten Kassenschlager von 1984 vergingen ganze 5 Jahre, bis Teil 2 das Licht der Kinoleinwand erblickte und wieder einmal liefert das Erfolgsduo Aykroyd/Ramis die Vorlage für Ivan Reitmans Fortsetzung von Ghostbusters. Die DVD landete erst recht spät in meiner Sammlung, obwohl sie zeitgleich mit Teil 1 auf Silberscheibe veröffentlicht wurde. Daran kann man bereits ersehen, dass ich dem Film bei weitem nicht soviel Bedeutung beimesse, wie seinem genialen Vorgänger. Zwar habe ich damals der Fortsetzung entgegengefiebert und war selbstredend auch im Kino, doch nicht 6 x (wie bei Ghostbusters I) sondern nur ein einziges Mal. Die DVD ist in gut sortierten Warenhäusern immer noch problemlos zu bekommen und kostet derzeit um die 15 Euro, falls sie nicht gar hie und da sogar als Sonderangebot für knappe 10 Euro über den Ladentisch geht. Warum ich mit dem sofortigen Kauf (wegen des anfangs recht happigen Preises) ein wenig gezögert habe, wo ich doch für Ghostbusters I bereit war vergleichsweise horrende 52,99 DM zu bezahlen, will ich hier näher beleuchten...

Der Steckbrief

  • Original-Titel: „Ghostbusters II“
    Nach der Idee von Dan Aykroyd & Harold Ramis
  • Erscheinungsjahr: 1989 (DVD 1999)
  • Vertrieb: Columbia TriStar
  • FSK: 12
  • Genre: (Grusel-)Komödie
  • DVD-Art: Typ 9 (zweischichtig einseitig)
  • Spieldauer: ca. 104 Minuten
  • Sektorisierung: 28 Kapitel (schon wieder)
  • Menü: starr
  • Bildformat: 16 : 9 Widescreen (2,35 : 1 anamorph)
  • Ton: DD 5.1 (Englisch) und 2.0 (Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch)
  • Sprachen: 5 (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch)
  • Untertitel: 20 (Englisch, Deutsch, Polnisch, Tschechisch, Isländisch, Ungarisch, Hindi, Hebräisch, Türkisch, Arabisch, Holländisch, Französisch, Italienisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Spanisch, Griechisch, Portugiesisch)
  • Regie & Produktion: Ivan Reitman
  • Ausführende Produzenten: Bernie Brillstein, Joe Medjuck, Michael C. Cross
  • Musik: Randy Edelman, Diverse (u.a Elton John, Jacky Wilson, Run DMC)
  • Darsteller: Bill Murray, Dan Aykroyd, Harold Ramis, Sigourney Weaver, Rick Moranis, Ernie Hudson, Annie Potts, Kurt Fuller, Wilhelm von Homburg

Die Story
Der Film setzt 5 Jahre nach dem ersten Teil auf, in dessen Showdown unsere Helden bekanntermassen siegreich das komplette Obergeschoss eines Wolkenkratzers im Kampf gegen die sumerische Gottheit „Gozer“ pulverisiert haben. Hernach wurden sie von jeder staatlichen und halb-staatlichen Institution verklagt, ja einige glaubten sogar, dass das Auftauchen der Ghostbusters kausal mit dem Erscheinen Gozers zusammenhing...Ende vom Lied: man verbietet ihnen unter Strafe ihr Geisterjäger-Geschäft weiter zu betreiben. Für kurze Zeit berühmt sind alle mittlerweile fast in Vergessenheit geraten: Venkman (Bill Murray) leitet eine drittklassige Fernseh-Show über paranormale Phänomene, Stantz (Dan Aykroyd) betreibt einen okkulten Buchladen und tingelt nebenher als Geisterjäger-Abklatsch nicht wirklich erfolgreich mit Zeddemore (Ernie Hudson) über Kindergeburtstage um sich über Wasser zu halten. Spengler (Harold Ramis) hat es immerhin zum Leiter eines Verhaltensforschungs-Institus geschafft. Mit Venkman will niemand der anderen Ex-Geisterjäger so richtig Kontakt haben, er ist ihnen mit der zeit etwas zu abgedreht & seltsam geworden. Dana war nach den Ereignissen des ersten Teils kurzzeitig mit Venkman liiert, was aber durch sein Macho-Gehabe wieder in die Binsen ging. Danach war sie mit einem Musiker-Kollegen verheiratet, der sie aber wegen eines guten Engagements in Europa samt dem gemeinsamen Sohn Donald hat sitzen lassen. Ein unerklärliches Vorkommnis lässt sie die ehemaligen Geisterjäger um Hilfe bitten (mit Ausnahme von Venkman, der trotzdem Wind davon bekommt) einmal Recherchen betreffs einer sehr seltsamen Irrfahrt ihres Sohnes in seinem Kinderwagen anzustellen.

Der Auftrag, den die ehemaligen Welt-Retter in Angriff nehmen, ist zunächst ein reiner Freundschaftsdienst für Dana, den Venkman, Stantz und Spengler auch sehr gerne leisten, doch dürfen die Ghostbusters wegen ihrer gerichtlichen Verfügung nicht offiziell aktiv werden, so arbeitet man also heimlich an dem Fall, wird natürlich prompt erwischt und vor den Kadi gezerrt. Die anschliessende Verhandlung läuft erst überhaupt nicht gut für Venkman, Stantz und Spengler, schliesslich werden sie von Louis Tully (Rick Moranis) ihrem Steuerberater verteidigt, der vom Strafrecht nun gar keine Ahnung hat. Als das drakonische Urteil auf die drei niederprasselt, erscheinen durch die schlechten Emotionen des beinharten Richters provoziert zwei Geister, die ihm gerne dafür danken möchten, dass er sie seinerzeit auf den elektrischen Stuhl geschickt hat. In seiner Not hebt der Richter das Urteil auf und bittet die Geisterjäger dem Spuk ein Ende zu bereiten...Die Ghostbusters lassen sich nicht lange bitten, sind wieder rehabillitiert, im Geschäft und haben auch diesmal alle Hände voll zu tun die Welt zu retten...

Dana (und Sohnemann Donald) kommt die Schlüsselrolle in Ghostbusters II zu, sie arbeitet im Metropolitan Museum Of Art als Restauratorin, als ein Bild mit einem widerlichen Schreckens-Fürsten aus Moldavien zur Aufarbeitung aus dem Keller geholt wird. Der dargestellte Fürst Vigo ist mitnichten seit Jahrhunderten tot, sondern schlummert in seinem Gemälde und wartet nur darauf wieder ins Reich der Lebenden zurückzukehren, um erneut seine Schreckensherrschaft zu errichten. Als erster fällt ihm der Kurator Dr. Janosz Poha anheim, den er unter seinen Willen zwingt, dieser soll ihm ein Kind beschaffen, auf dass er sich in dessen Körper manifestieren kann. Abgesehen hat Janosz es auf den kleinen Donald, den er als Körper für seinen neuen Herrn ausersehen hat, nebenbei hofft er so an Dana heranzukommen, die bisher alle seine Annäherungsversuche erfolgreich abblocken konnte. Vigo ernährt sich von schlechten Emotionen, welche in einer Stadt wie New York zuhauf zu finden sind, alle diese schlechten Gefühle, Hass, Neid & Missgunst materialisieren sich in Form eines gigantischen Schleimstroms, der unterirdisch unaufhaltsam in Richtung Museum fliesst...

Die Darsteller
Bill Murray – Dr. Peter „Pete“ Venkman, is back, diesmal aber etwas leisere Töne spuckend, als noch im ersten Teil und geringfügig selbstkritischer ist er in den 5 Jahren ebenfalls geworden. Nach wie vor gehen die schrägsten Sprüche und Gags auf sein Konto, wenngleich die Rolle diesmal an Biss eingebüsst hat, ist er immer noch der schillernste Vogel des Casts.

Dan Aykroyd –Raymond „Ray“ Stantz, ist wieder das gutmütige und manipulierbare Mädchen für Alles, ist aber auch reifer und etwas ernsthafter geworden. Da er auch in Teil 2 mit Ramis zusammen die Story gebastelt hat, kann er seine sich selbst zugedachte Rolle auch hier exzellent verkörpern.

Harold Ramis – Egon Spengler, kommt diesmal etwas menschlicher daher, liefert aber dennoch weiterhin seine trockenen Sprüche punktgenau ab und verzieht dabei nun sogar auch mal das Gesicht. Zu Ghostbusters I eine eindeutig positive Entwicklung. Auch für ihn gilt: Wer sich selbst eine Rolle zuschreibt ist klar im Vorteil.

Ernie Hudson – Winston Zeddemore, war er in Ghostbusters noch irgendwie das fünfte Rad am Wagen ist er nun fast vollständig in die Gruppe integriert, was de facto für ihn mehr Dialoge und auch mehr Gags bedeutet. Trotzdem kann er den drei anderen immer noch nicht entfernt das Wasser reichen.

Sigourney Weaver – Dana Barret, wieder schlittert ihr Charakter ungewollt in den Strudel der bösen Ereignisse und wieder ist ihre Figur die ernsthafteste, sogar noch ernster, als in Teil 1. Weaver bietet mit ihrer Darstellung von Normalität einen sehr guten Kontrast zu den exzentrischen Geisterjägern.

Rick Moranis – Louis Tully, ist immer noch Steuerberater und jetzt auch gleichzeitig der Anwalt der Ghostbusters. In quirliger Moranis-Manier wird seine Figur auch hier wieder überspitzt lächerlich dargestellt, was aber jedoch nicht mehr ganz so nervig wirkt, wie noch in Teil 1.

Umsetzung
Die Crux mit Fortsetzungen eines Blockbusters ist der Zwang diesen genauso gut hinbekommen zu wollen, wie den Vorgänger und sich auch noch von diesem Abzuheben, wobei man dennoch irgendwo einen Bogen zwischen den Handlungen spannen muss - hieran krankt Ghostbusters II dann auch, war das Erstlingswerk noch originell, hat man hier oft das Gefühl, das die Story selbst schon irgendwie mal dagewesen ist. Des weiteren kann Reitman bei seiner Gratwanderung diesmal das hohe Tempo nicht immer aufrecht erhalten, zwischendrin hat der Film dadurch einige Hänger. Das Wichtigste einer Komödie ist natürlich der Humor, der bei Ghostbusters II nicht zu kurz kommt, auch wenn die Geschichte ihre unbestreitbaren Längen hat, sucht man vollkommen platte Gags mit wenigen Ausnahmen vergeblich. Doch auch in Punkto Komik zieht GB II gegenüber I den Kürzeren, nämlich wegen des verlorengegangenen Originalitätsfaktors, sind so einige Sachen durchaus vorhersehbar, zwar gut gemacht und witzig präsentiert aber man ahnt, was kommt (und behält dabei leider meist auch recht).

Für die Tricks zeichnet sich auch diesmal wieder ILM verantwortlich, was den alten Satz bestätigt: „Never change a winning team“, so darf sich George Lucas’ Effekt-Crew auch beim zweiten Teil wieder so richtig austoben, was ihnen durch die bereits weiter fortgeschrittene Computeranimation zu dieser Zeit erleichtert wird. Das ermöglicht natürlich feinere Detailausarbeitungen der Figuren und des Equipments, dass nun an die Gegebenheiten und Flair der späten 80 Jahre angeglichen wurde, so hat man beispielsweise einige neue Gerätschaften entworfen und das altehrwürdige „Ecto 1“ Dienstfahrzeug der Geisterjäger geringfügig modifiziert und modernisiert, was auch im neuen Kennzeichen „Ecto 1A“ zum Ausdruck gebracht wird. Im Grossen und Ganzen ist man sich selbst jedoch treu geblieben und hat nur kleinere Korrekturen vorgenommen.

Bild & Ton
Selbstmurmelnd im 16 :9 Bildformat gehalten und in digitale Signale umgewandelt, ist die Bildqualität auf DVD entsprechend besser, als jede VHS-Cassette, jedoch ist ab und an ein leichtes Bildzittern zu erspähen und in einigen Szenen schlägt die Farbkompression zu, das sind allerdings nur kleinere Macken, die man in der Regel übersieht, es sei denn man legt es explizit darauf an solche Fehler festzustellen, wie ich es für diesen Bericht getan habe. In den Genuss von DD 5.1 Ton kommen wieder mal nur Leute, die des englischen mächtig sind, alle anderen Tonspuren liegen „nur“ in DD 2.0 vor, das überdies ziemlich leise abgemischt ist – kracht das „Dolby Digital Logo“ am Anfang der DVD noch ordentlich und vielversprechend in den Ohren und Lautsprechern, ist der Film selbst tonal eher dezent und leicht dumpf.

Der Score stammt nicht mehr von Elmer Bernstein sondern diesmal aus der Feder Randy Edelmans, schade, grade der gute und einprägsame Soundtrack von Teil 1 hat mir wesentlich besser gefallen. GB II hat dagegen viel mehr Pop-Elemente und Sprechgesang anzubieten, so verdingen sich Künstler, wie Elton John, Bobby Brown, Run DMC und Jacky Wilson, als Spender für die musikalische Untermalung. Der eigentliche Score ist zurückhaltend und plätschert beinahe unbemerkt im Hintergrund und im Unterbewusstsein. Mir ist er zu lau und er hat viel zu wenig Wiedererkennungswert. Die Synchronisation hingegen ist gelungen, auch die Sprecher der angestammten Stimmen in der deutschen Version sind – wie auch die Original-Besetzung – alle wieder mit von der Partie.

DVD & Bonusmaterial
Die DVD ist in 28 Kapitel eingeteilt, was ich als überaus ausreichend empfinde, wenn man mal gezielt an eine Stelle springen möchte kommt man durch gute Sektorisierung schneller zum Erfolg, hier habe ich auch nichts zu meckern. Beim starren Menü allerdings schon viel mehr – Columbia hat sich nicht die Mühe gemacht diesen Part zu animieren, was für das auf der Hülle angepriesene „Bonusmaterial“ sehe ich schon schwarz und siehe da ich behalte recht...mehr als eine Filmographie in Textform und die obligatorischen Trailer ist nichts weiter zu finden, offensichtlich hat es sich für Columbia nicht gelohnt mehr Aufwand in die DVD zu stecken, Schade!

Fazit
Ghostbusters II steht beträchtlich unter dem Schatten seines genialem Vorgängers, der an Originalität kaum zu toppen ist, dennoch versuchen Aykroyd, Ramis und Reitman doch noch an den Erfolg anzuknüpfen, herausgekommen ist eine nette, solide aber in weiten Teilen vorhersehbare Story, welche die Darsteller mit guten Leistungen und Witz aufpeppen, sich aber zeitweise in Längen verliert, die GB I vermissen liess. Das Ganze riecht verdächtig nach einem stark auf Kommerz ausgerichteten Nachfolger, der dann doch nicht vom Publikum so angenommen wurde, wie von den Machern geplant. Das auffällig auf modern getrimmte Flair, welches sich nicht nur im neuen Equipment und der Musik wiederspiegelt, kann nicht über das irgendwie schon mal dagewesene Konzept hinwegtäuschen. Gleichwohl ist der Streifen sehenswert, doch sollte man ihn nicht mit GB I vergleichen, da zieht er eindeutig den Kürzeren.

Das dürre Bonusmaterial und platt gestaltete Menü bestärkt mich in der Annahme, dass selbst Columbia GB II als Stiefkind betrachtet und offensichtlich der Meinung ist, dass der Kosten/Nutzen-Faktor für eine aufwendigere Produktion der DVD nicht lohnte. So bleibt mir, obwohl ich den Film immer wieder mal gerne sehe und ihn tatsächlich nicht schlecht finde - schweren Herzens nur eine „Befriedigend“-Bewertung übrig, durch die schludrige und lieblose DVD-Produktion, rauscht GB II knapp an einem „Gut“ vorbei, das ich für den Film an sich vergeben würde. Vielleicht fasst sich Columbia ein Herz und bringt irgendwann unerwartet doch noch eine Collectors-Edition raus, solange kann ich nur jedem Interessierten empfehlen sich die derzeitig erhältliche DVD-Fassung möglichst günstig zu besorgen.

„Das ist nicht Gainsboroughs ‘Knabe in Blau‘...das ist Vigo!“
Jürgen

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