Die Mütter-Mafia (Taschenbuch) / Kerstin Gier Testbericht
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Erfahrungsbericht von BulmaZ
Deutschland sucht die Super - Mami.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die Mütter – Mafia - Kerstin Gier
_-= Bezugsquelle & Preis =-_
Gekauft habe ich den Roman bei eBay.
Dort habe ich mit Porto ca. 4,00 € bezahlt. Neu kostet er 7,95 €.
_-= Kaufgrund =-_
Kurz nachdem ich meine Rezension zu Kerstin Giers „Für jede Lösung ein Problem“ hier veröffentlich hatte, wurden mir auch schon weitere Romane der Autorin empfohlen. Unter anderem eben auch „Die Mütter – Mafia“. Gekauft habe ich mir das Buch also zum einen aufgrund der Empfehlung und zum anderen auch wegen der Inhaltsangabe, die abermals viel Humor versprach. Außerdem, so schien es mir, sollte hier ein Thema bzw. eine Frauengruppe durch den Kakao gezogen werden, die ich selbst nicht leiden kann und die immer wieder genügend Lästerstoff bieten: so genannte Übermütter.
_-= Eckdaten zum Roman =-_
Titel: Die Mütter – Mafia
Autorin: Kerstin Gier
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Humor / Frauenroman
Seitenanzahl: 316 Seiten
_-= Die Autorin =-_
Kerstin Gier hat als mehr oder weniger arbeitslose Diplompädagogin 1995 mit dem Schreiben von Frauenromanen begonnen. Mit Erfolg: Ihr Erstling "Männer und andere Katastrophen" wurde mit Heike Makatsch in der Hauptrolle verfilmt, und auch die nachfolgenden Romane erfreuen sich großer Beliebtheit. "Das unmoralische Sonderangebot" wurde mit der "DeLiA" für den besten deutschsprachigen Liebesroman 2005 ausgezeichnet. Heute lebt Kerstin Gier, Jahrgang 1966, als freie Autorin mit Mann, Sohn, zwei Katzen und drei Hühnern in einem Dorf in der Nähe von Bergisch Gladbach.
Quelle: www.luebbe.de
_-= Die Geschichte =-_
Constanze Wischnewski, nachfolgend Conny genannt, hat grade erfahren, dass ihr Mann, Staatsanwalt Lorenz, sie verlassen will. Angeblich köcheln seine Gefühle für sie nur noch auf Sparflamme und so hätte das Ganze ja keinen Sinn mehr. Lorenz schiebt Conny auch flugs ins Haus seiner verstorbenen Mutter Wilma ab. Problem ist nur, dass das Haus voller potthässlicher Mahagonimöbel steht und auch sonst eher altbacken hergerichtet ist. Außerdem befindet sich das neue Domizil von Conny und ihren beiden Kindern Julius und Nelly mitten in der vorstädtischen Insektensiedlung.
Und genau hier regiert die Mütter – Society. Ein Mütter Netzwerk, das sich gegenseitig hilft: Fremdsprachenunterricht für die Kleinsten, Knüpf- und Häkelkurse für die sozialen Bindungen sowie wichtige Ernährungstipps während und nach der Schwangerschaft. Alleinerziehende Mütter allerdings sind unter den Karrierefrauen nicht gern gesehen. Schon gar nicht, wenn sie keinen Beruf haben. Zum Glück stehen Conny aber bald zwei Verbündete zur Seite: ihre Nachbarinnen Anne und Mimi. Zusammen gründen sie die ultimative Gegenbewegung: die Mütter – Mafia.
_-= Eigene Eindrücke =-_
Als ich, kurz bevor ich den Roman verschenkt habe [lies ihn endlich, liebes Schwesterherz!], die ersten paar Seiten angelesen hatte, war ich schon ziemlich hin und weg von „Die Mütter – Mafia“. Denn der Roman beginnt mit Auszügen aus dem Onlineforum der Mütter – Society. Die Ansichten, Einstellungen und vor allem die fragwürdigen Tipps Kinder betreffend sind schon äußerst lustig und vor allem sehr überspitzt dargestellt. Bedient werden hier wohl all die Vorurteile, die man vor allem als Nicht – Mama so haben kann. Es geht um dubiose Lerngruppen [immerhin müssen Vierjährige ja schon mit Fremdsprachen konfrontiert werden], Handarbeitskurse [Bastel’ dir deinen eigenen Filzengel!] und gesunde Ernährung. Allzu ernst sollte man dies alles wohl aber auch oder grade als Mutter nicht nehmen. Denn man merkt den ganzen Roman über sehr deutlich, dass die Autorin dies alles selbst eher mit einem Zwinkern geschrieben hat.
Sehr gut gefallen hat mir der ganze Aufbau des Romans. Denn es geht entgegen der Traditionen in anderen Frauenromanen nicht um die arme verlassene und gehörnte Ehefrau, die in Selbstmitleid ertrinkt. Auch muss man sich hier nicht durch eine abenteuerliche Liebesgeschichte zerren lassen. Vielmehr wirkt das Buch wie ein vollkommen überzogener Ausschnitt aus dem wahren Leben. Einige Aspekte könnte man sicher durchaus aus realistisch betrachten. Natürlich gibt es hier aber auch wieder mehr oder weniger ein Happy End, wie es sein sollte. Mit mehr oder weniger ist übrigens gemeint, dass der Roman kein richtiges Ende hat. Es geht nämlich weiter mit Conny & Co. in „Die Patin“. Unbefriedigend ist dies aber keineswegs, da Kerstin Gier einen recht guten Kompromiss für ihr offenes Ende gefunden hat.
Natürlich kommt auch der Humor keineswegs zu kurz in diesem Roman. So sollte es ja schließlich auch sein. Es gibt wieder genau wie in „Für jede Lösung ein Problem“ jede Menge Stellen, an denen man sowohl schmunzeln als auch herzhaft lachen kann. So ist die „Die Mütter – Mafia“ ein wirklich erfrischender Roman, der für mich persönlich eine sehr angenehme Abwechslung zu all den Thrillern darstellt, die ich den der letzten Zeit wieder so verschlungen habe. Augefallen ist mir übrigens abermals, dass sich Kerstin Giers Stil deutlich von dem einer Ildikó von Kürthy unterscheidet. Damit meine ich weniger den Schreibstil, sondern vielmehr die Art und Weise, wie der Roman aufgebaut ist und wie die Geschichte verläuft. Fand ich von Kürthys Romane irgendwann ziemlich eintönig die Geschichten als mehr oder minder immer wieder dasselbe, so bietet Kerstin Gier Abwechslung. Zumindest soweit ich dies nach zwei Romanen beurteilen kann. Ein Unterschied ist aber dennoch nicht von der Hand zu weisen: Die Protagonistin ist eben keine neurotische Mittdreißigerin, die mit ihrer eigentlich guten Figur unzufrieden ist. Somit kann man sich als Leserin vielleicht doch ein wenig mehr identifizieren. Denn meiner Ansicht nach, ist es ein altbackenes Klischee, dass keine Frau mit sich zufrieden ist. Selbst wenn es so wäre – möchte man dann zusätzlich noch von Frauen lesen, die 60 kg wiegen und sich zu dick finden? Wohl eher nicht. Kerstin Gier hat eine gute Balance gefunden, in der sie ihre Figur[en] austariert hat, was mir sehr gut gefallen hat.
Die Hauptfigur in diesem Roman ist wohl ohne Zweifel Conny Wischnewski.
Sie hat irgendwann mal angefangen Psychologie zu studieren, beendete dieses Studium allerdings schnell, als sie ihren Mann Lorenz kennengelernt und zwei Kinder von ihm bekommen hat. Nun steht sie da: die Gehörnte, ohne Job, ohne Geld und mit zwei Kindern. So fernab von jeglicher Realität ist dies sicher nicht. Conny ist aber keineswegs so dumm, in Selbstmitleid zu zerfließen. Sie packt tüchtig an und nimmt ihr Leben in die Hand. Natürlich nicht ohne die Hilfe zweier ihrer neuen Nachbarinnen: Mimi und Anne. Mimi Pfaff ist verheiratet mit Ronnie und sieht laut Beschreibung aus wie Audrey Hepburn. Sie wünscht sich seit Jahren nichts sehnlicher als ein Kind. Irgendwie will dieses Vorhaben aber so richtig nicht klappen. Anne hat bereits zwei Kinder, hält sich aber für eine Rabenmutter, weil sie aufgrund ihrer Arbeit als Hebamme nur wenig Zeit für ihre Sprösslinge hat. Perfekt gemacht wird die Runde noch durch Trudi, Connys Studienfreundin und Esotheriktante sowie Mama Gitti, geduldetes Mitglied in der Mütter – Society, um die Quote der Alleinerziehenden zu erhöhen. All diese Frauen bilden ein herrlich chaotisches Ensemble, bei dem ganz sicher kein Auge trocken bleibt. Und das liegt bei weitem nicht nur an den Abenden, an denen Omi Wilmas Himbeergeist geleert wird…
Alles in allem hat mir „Die Mütter – Mafia“ genauso gut gefallen wie der Roman, den ich zuvor bereits von Kerstin Gier gelesen hat. Der Schreibstil ist frisch, sehr einfach und vor allem extrem humorvoll. Auch Frauen, die keine Kinder haben, werden definitiv ihren Spaß daran haben [ich habe ja auch keine…]. Die Situationen sind allesamt urkomisch, die Dialoge teilweise vollkommen abgedreht und man selbst fühlt sich als Leser stets mittendrin, denn der Roman ist wieder einmal aus der Ich – Perspektive der Protagonistin geschrieben. Wer also mal einen Nachmittag lang mit einer Tasse Kaffee und einer kuschligen Decke auf der Couch abschalten will, dem sei dieser Roman wärmstens empfohlen. Man wird auf perfekte Weise kurzweilig unterhalten und hat nach dem Lesen garantiert gute Laune. Es gibt also volle fünf Sterne für diesen Roman.
46 Bewertungen, 10 Kommentare
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09.08.2011, 16:42 Uhr von Lenni26
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße, Lenni26
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07.08.2011, 14:04 Uhr von milabie
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich. Lieben Gruß Mila
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07.08.2011, 10:31 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichViele Gruesse, mima007
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07.08.2011, 00:57 Uhr von goat
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße und ein schönes Wochenende.
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06.08.2011, 22:49 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschönes wochenende lg. petra
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06.08.2011, 17:37 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichsehr schön vorgestellt
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06.08.2011, 17:19 Uhr von senora
Bewertung: sehr hilfreichEin SH und einen Gruß zum Wochenende
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06.08.2011, 17:15 Uhr von feliciano2009
Bewertung: sehr hilfreichsehr schön...
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06.08.2011, 16:20 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Wochenendgrüße. KATJA
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06.08.2011, 16:13 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ... Tina
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