Glen Moray 16 Jahre Testbericht

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ab 37,86
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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  gut
  • Geruch:  gut
  • Wirkungsgrad:  durchschnittlich
  • Nachwirkungen:  sehr stark

Erfahrungsbericht von Gemeinwesen

Ein leckeres Tröpfchen

4
  • Geschmack:  gut
  • Geruch:  gut
  • Wirkungsgrad:  durchschnittlich
  • Nachwirkungen:  sehr stark
  • Kaufanreiz:  Zufall

Pro:

siehe Text

Kontra:

siehe Text

Empfehlung:

Ja

„The Given Whisky” ist auf der Banderole zu lesen, die den bauchigen Flaschenhals der Bouteille Glen Moray ziert. „Wie passend“, dachte ich bei mir, „wenn da ein netter Mensch gerade jenes Destillat wählt, um sich für eine ihm jüngst erwiesene Gefälligkeit erkenntlich zu zeigen.“

„A Gift for the Chosen Few“, steht da ferner noch zu lesen - und freudig errötend schenkte auch ich - und zwar ein.

Bei der Variante, die man mir da angedient hat, handelt es sich um die 16 Jahre alte Abfüllung (43%) des mir bis dato unbekannten Glen Moray. Und bereits nach der ersten Verkostung bestätigt sich ein Eindruck, den ich schon verschiedentlich gewonnen hatte: ein Speyside-Whisky so ab und an mundet mir ganz vortrefflich.

Im Gegensatz zu Speyside-Klassikern wie „Glenmorangie“ und „Aberlour“ reift der „Glen Moray“ nicht im Sherry-Fass nach. Paradoxerweise empfehle ich selbst zwar Whisky-Neulingen zum Einstieg oft einen der genannten Whiskies, bin aber selbst kein Freund von Sherry - und so kommen die Destillate mit ausgeprägter Sherry-Note denn auch meist auf den Tisch, wenn sich lieber Besuch angesagt hat.

Insofern kommt der im Weißweinfass gereifte Glen Moray meinen persönlichen Vorlieben sehr entgegen. Meine ersten Eindrücke:

Die Nase des Glen Moray ist duftig, es dominiert eine ausgeprägte Malznote. Am Gaumen bestätigt sich dieser Eindruck - allerdings klingt auch deutlich spürbar Torf an, und somit gewinnt der Glen Moray spielend die Gunst von Islay-Fan Gemeinwesen. Der Abgang ist vergleichsweise kurz und wenig komplex.

In Schumanns nach der Verkostung eilends konsultiertem Whisk(e)y-Lexikon nimmt sich die Gesamtbewertung merklich verhaltener aus: „nicht unelegant“ sei er, der Glen Moray, gesteht Autor Stefan Gabanyi dem fraglichen Destillat zu.

Wie gesagt: Bei meiner Schilderung handelt es sich tatsächlich lediglich um erste Eindrücke; nicht verschweigen möchte ich ferner, dass ich mich seit geraumer Zeit fast ausschließlich auf die sehr torfigen, wuchtigen Islay Malts (zur Abwechslung gelangt in diesen Tagen meist ein „Ire“, vorzugsweise mit hohem Anteil Pot Still Whiskey, ins Nosing Glass) kapriziere.

Insofern war es vielleicht für mich auch schlicht einmal wieder an der Zeit, die Vorzüge eines vergleichsweise wenig getorften, „klassischen“ Malts zu entdecken; der letzte Malt, den ich für mich wiederentdeckt und der mich ähnlich für sich eingenommen hat, war „Highland Park“.


R e s ü m e e

Ein runder, „vollmundiger“ Single Malt - m. E. zu empfehlen für Whiskyfreunde, die auch einen guten Blend nicht verschmähen. Neulingen kann der Glen Moray einen interessanten Einstieg in die Welt der Single Malts bieten (es muss ja nicht immer Glenfiddich, Glenlivet oder Cardhu sein - den von mir nicht besonders geschätzten Glen Grant unterschlage ich an dieser Stelle mal ganz snobistisch.

Whisk(e)y-Interessierte, die ihr „Lager“ noch nicht gewählt haben, sollten, sofern Gelegenheit dazu besteht, zum Vergleich ruhig einen der Klassiker mit ausgeprägtem Sherry-Aroma und auch einen Islay heranziehen. Die „Faustregel“ von Whisk(e)yfan Gemeinwesen, deren Gültigkeit sich neulich erst wieder bestätigt hat, lautet freilich:

Wen’s bei einem irischen „Bushmill’s Single Malt“ schüttelt, bei dem ist „Malz“ und oft auch „Hopfen“ verloren; jüngst habe ich auch mit einem irischen „Redbreast“ (oft entdecken liebe Zeitgenossen, die mit Whisky allenfalls Johnnie Walker Red Label verbanden, eine bislang ungeahnte Zuneigung gerade zu irischem Whiskey) wieder „die Probe aufs Exempel“ machen lassen: die fragliche Aspirantin bekundete nur kurz, der rieche „wie Cognac“ - und bekannte, auch Cognac sage ihr nun gar nicht zu. C’est la (eau de) vie - dann sollte man von einschlägigen Missionierungsversuchen auch Abstand nehmen ... immerhin hat es ja auch bislang niemand geschafft, in mir eine mehr als nur sehr flüchtige Begeisterung für klare Obstbrände zu wecken.

Hörtipp: Der Sänger und Gitarrist Robin Laing hat dem schottischen Lebenswasser mit „Angel’s Share“ eine eigene CD gewidmet. Der Song „Leave us our Glens“ hat m. E. das Potenzial, zur heimlichen Hymne aller Whisky-Afficionados zu werden (Was reimt sich auf „Glenmorangie“?. Laings Antwort lautet: „I prefer it to Cointreau - which I find too orangey“.

17 Bewertungen, 5 Kommentare

  • hjid55

    31.12.2006, 16:24 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & wünsch dir eine schöne Silvesterfete. lg Sarah

  • topware2002

    06.03.2006, 23:12 Uhr von topware2002
    Bewertung: sehr hilfreich

    ***** SH *****

  • WreckRin

    05.03.2006, 00:37 Uhr von WreckRin
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH! würde mich auch über Gegenlesungen freuen <br/>Viele Grüße Sandra

  • anonym

    04.03.2006, 15:00 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh von mir...freue mich auch über Gegenlesungen...liebe grüsse mieze

  • waltraud.d

    04.03.2006, 14:27 Uhr von waltraud.d
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich - guter Tipp für meinen nächsten Whiskey-Einkauf