Globalisierung Allgemein Testbericht
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Erfahrungsbericht von Indigo
Der GmbH-Charakter und das Tellerwäscherphänomen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Der GmbH-Charakter und das Tellerwäscherphänomen
Es trifft nicht nur auf die Bundesrepublik Deutschland zu. Im Zeitalter der Globalisierung ist dieser Effekt in der gesamten zivilisierten Welt mehr oder weniger deutlich zu beobachten. Neben der Globalisierung ist ein zentrales Schlagwort mit der Individualisierung zu nennen.
Für die sozialwissenschaftlich interessierten Leser sei an dieser Stelle der Verweis auf Ulrich Beck`s Risikogesellschaft erlaubt - nicht mehr ganz jung, aber immer noch gut!
Wir leben in einer GmbH, in einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Dieser GmbH-Charakter ist für den Einen die Chance zu Selbstverwirklichung, Eigenständigkeit und Individualität, für den Anderen ist dies ein hoher Grad von Unsicherheit, Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst.
Diese Dimension ist mit dem Tellerwäscherphänomen aus den USA zu vergleichen. Die amerikanische Mentalität vermittelt selbst dem Ärmsten der Armen, dass die tatsächliche Chance besteht, vom Tellerwäscher zum Dollarmillionär aufzusteigen. Diese These ist in Amerika zweifelsfrei wahr, da es exemplarisch nachweisbar ist. Ob die errechnete Chance höher oder geringer ist als ein Sechser im Lotto mit Superzahl spielt keine Rolle: es ist möglich und somit hat der große Traum seine Berechtigung.
In Deutschland sieht das anders aus. Unsere Mentalität verleitet uns eher zu Pessimismus und Resignation. Kaum jemand würde den amerikanischen Traum nachvollziehbar empfinden. Wir Deutschen folgen da eher der These, dass noch niemand durch ehrliche Arbeit reich geworden ist. Wir haben in der Schule etwas über Klassengesellschaft, soziale Schichten und über Armut und Reichtum gelernt. Auch wenn heute unstrittig ist, dass es keine Klassengesellschaft mehr gibt, dass alle soziale Milieus durchlässig sind (vor hundert Jahren wurde man noch in ein Milieu geboren und blieb zeitlebens dort), und zwar in beide Richtungen, so empfinden wir den sozialen Abstieg als ständige latente Bedrohung und den Aufstieg als imaginäre, fiktive Chance.
Wir haben erfahren, dass gesellschaftliche Bedrohungen wie Hochwasser, Flutwelle, Tschernobyl oder atomare Angriffe alle bedrohen. Es ist nicht mehr wie früher, wo sich die oberen Schichten durch ihr Vermögen vor allen Gefahren sicher schützen konnten. Heute kann vieles jeden treffen, sei er König, Präsident oder Bundeskanzler. Selbst Helmut Kohl ist der Flutwelle in Asien nur knapp entkommen.Diese Dimension ist neu, die Globalisierung macht `s möglich.
Ich will gar nicht bewerten, ob diese Entwicklung nun positiv oder negativ ist. Lieber schließe ich mein kleines Wort zum Sonntag mit einem Spruch, der zur Wendezeit an einem besetzten Haus in Berlin in der Nähe der Jannowitzbrücke stand:
IHR SOLLT NICHT JAMMERN UND PICHELN,
SONDERN HÄMMERN UND SICHELN !
Frohe Ostern wünscht
INDIGO 2005
Es trifft nicht nur auf die Bundesrepublik Deutschland zu. Im Zeitalter der Globalisierung ist dieser Effekt in der gesamten zivilisierten Welt mehr oder weniger deutlich zu beobachten. Neben der Globalisierung ist ein zentrales Schlagwort mit der Individualisierung zu nennen.
Für die sozialwissenschaftlich interessierten Leser sei an dieser Stelle der Verweis auf Ulrich Beck`s Risikogesellschaft erlaubt - nicht mehr ganz jung, aber immer noch gut!
Wir leben in einer GmbH, in einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Dieser GmbH-Charakter ist für den Einen die Chance zu Selbstverwirklichung, Eigenständigkeit und Individualität, für den Anderen ist dies ein hoher Grad von Unsicherheit, Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst.
Diese Dimension ist mit dem Tellerwäscherphänomen aus den USA zu vergleichen. Die amerikanische Mentalität vermittelt selbst dem Ärmsten der Armen, dass die tatsächliche Chance besteht, vom Tellerwäscher zum Dollarmillionär aufzusteigen. Diese These ist in Amerika zweifelsfrei wahr, da es exemplarisch nachweisbar ist. Ob die errechnete Chance höher oder geringer ist als ein Sechser im Lotto mit Superzahl spielt keine Rolle: es ist möglich und somit hat der große Traum seine Berechtigung.
In Deutschland sieht das anders aus. Unsere Mentalität verleitet uns eher zu Pessimismus und Resignation. Kaum jemand würde den amerikanischen Traum nachvollziehbar empfinden. Wir Deutschen folgen da eher der These, dass noch niemand durch ehrliche Arbeit reich geworden ist. Wir haben in der Schule etwas über Klassengesellschaft, soziale Schichten und über Armut und Reichtum gelernt. Auch wenn heute unstrittig ist, dass es keine Klassengesellschaft mehr gibt, dass alle soziale Milieus durchlässig sind (vor hundert Jahren wurde man noch in ein Milieu geboren und blieb zeitlebens dort), und zwar in beide Richtungen, so empfinden wir den sozialen Abstieg als ständige latente Bedrohung und den Aufstieg als imaginäre, fiktive Chance.
Wir haben erfahren, dass gesellschaftliche Bedrohungen wie Hochwasser, Flutwelle, Tschernobyl oder atomare Angriffe alle bedrohen. Es ist nicht mehr wie früher, wo sich die oberen Schichten durch ihr Vermögen vor allen Gefahren sicher schützen konnten. Heute kann vieles jeden treffen, sei er König, Präsident oder Bundeskanzler. Selbst Helmut Kohl ist der Flutwelle in Asien nur knapp entkommen.Diese Dimension ist neu, die Globalisierung macht `s möglich.
Ich will gar nicht bewerten, ob diese Entwicklung nun positiv oder negativ ist. Lieber schließe ich mein kleines Wort zum Sonntag mit einem Spruch, der zur Wendezeit an einem besetzten Haus in Berlin in der Nähe der Jannowitzbrücke stand:
IHR SOLLT NICHT JAMMERN UND PICHELN,
SONDERN HÄMMERN UND SICHELN !
Frohe Ostern wünscht
INDIGO 2005
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