Globalisierung Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von paksekk

Globalisierung - die Schattenseiten !

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Die bisherigen Beiträge kratzen mir zu wenig an den Folgen der Global.,
von denen man seltener etwas zu sehen oder hören bekommt.
Deshalb möchte ich nun etwas intensiver auf diese Gesichtspunkte ein-
gehen.


Was ich bisher lesen konnte, war vor allem: Die Konzerne können weltweit
agieren, sich billigere Ressourcen beschaffen usw.
Doch wer sagt eigentlich, dass sich diese Dinge auch positiv auf den "Normal-
bürger" oder die Wirtschaft und Arbeitslosenzahlen im eigenen
Land auswirken ??


Heutzutage sind die allermeisten der großen Konzerne markenorientierte
Unternehmen, die ihre Verkaufszahlen weniger durch die Qualität ihrer
Produkte als vielmehr durch ihr spezielles Markenimage, hervorgebracht
durch teure Werbekampagnen, erreichen.
Viele dieser Unternehmen sind sogar dazu übergegangen, die "lästige"
Produktion ihrer Waren an Subunternehmer weiterzugeben ("Outsourcing")
und konzentrieren sich hauptsächlich auf den Aufbau ihres Images.
Die dadurch abgebauten Arbeitsplätze finden sich jedoch nicht im eigenen
Land wieder, sondern werden an Subunternehmer in der 3.Welt vergeben.
Allein 1997 verloren in den USA 45000 Textilarbeiter ihre Jobs. Binnen 2
Jahren hat allein Levi's in Nordamerika 16300 Arbeiter entlassen.
Arbeitsplätze, für die Sozialleistungen und gesetzlicher Mindestlohn gezahlt
werden müssen, die streiken können und Gewerkschaften besitzen.
Die Produktion der Waren wandert nun in Freihandelszonen oder auch
Exportproduktionszonen (EPZ), die sich z.B. in China, Vietnam, Mexiko,
Indonesien oder auf den Philippinen befinden. Weltweit gibt es ca. 900
EPZ verteilt auf 70 Länder mit ca. 27 Mill. Beschäftigten.

Viele der 3.Welt-Länder mit EPZ's ködern die Multi's mit Steuerbefreiungen
von einigen Jahren, miserablen Arbeiterrechten und Mindestlöhnen, die am
Existenzminimum liegen. Die Länder hoffen darauf, dass die Konzerne sich
"eingewöhnen" und nach einiger Zeit ein Technologietransfer sowie eine
Integration in die bestehende einheimische Wirtschaft stattfindet.
Stattdessen sehen sich die Multi's eher als Besucher in diesen Ländern.
Auch produzieren sie ja nicht selbst dort, sondern lassen produzieren in
Fabriken (auch "Sweatshops" genannt), in denen die Rechte der Arbeiter mit
Füssen getreten werden.

Zahlen:

Veränderung der Zahl der Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie:

Deutschland -40 % Indonesien + 177%
Frankreich -45 % Marokko +166 %
Norwegen -65 % Malaysia +101%

Stundenlöhne in einigen Sweatshops:

Li Weng Factory (für Wal-Mart) : 0,2 - 0,35 $
Iris Fashions (für Ralph Lauren) : 0,2 $
Welco Factory (für Nike) : 0,18 $


Die Unternehmen tauschen also "teure" Arbeitsplätze in "billige", sodass
z.B. ein Nike Schuh, der in der Herstellung 5 $ kostet, für 120 $ verkauft
werden kann. Na, dass ist doch mal ein satter Gewinn....

Das Gesamtvermögen der 100 größten Konzerne nahm von 1980 - 1995 um
ca. 700% auf 4 Billionen $ zu, zugleich sank die Zahl der Beschäftigten dieser
100 um 8$.



Okay, ein anderer Punkt:

1983 lockert Ronald Reagan in den USA die vorher harten Anti-Trust-Gesetze, die
verhindern sollten, dass sich megagroße Konzerne bilden konnten. Seit dieser Zeit
kann man beobachten, wie sehr Firmen die neuen Möglichkeiten benutzen um sich
zu riesigen Konzernen zu verbinden. Das schafft natürlich unglaubliche Synergie-
effekte, weshalb immense Kosten gespart werden können.
Doch diese Flut von neuen riesigen Konzernen wie z.B. AOL /TIME WARNER
schaffen auch neue Probleme, so hat AOL T. W. in den USA einen Marktanteil
von über 50% bei Internetzugängen.
Diskussionsforen werden von AOL gesperrt, wenn die dort besprochenen Themen
nicht den Vorstellungen des AOL-Images von einem familienfreundlichen Portal
entsprechen.
Wal-Mart verkauft in den USA 10% aller Zeitschriften, und auch hier werden
Ausgaben aus dem Regal entfernt, deren Cover oder Inhalt nicht mit den
Firmenrichtlinie übereinstimmt. Das sind nur 2 Fälle von reinster Zensur.

Die Konzerne werden durch ihre Größe so mächtig, dass die einen gewaltigen
Einfluss auf die politischen Entscheidungen eines Landes nehmen können.
Wie z.B. als Schröder in China einen Auftrag für die dt. Wirtschaft (ich glaube für
Siemens) aushandelte, obwohl dort immer noch Menschenrechtsverletzungen
stattfinden.
In Nigeria wurden Proteste der Bevölkerung gegen die Ausbeutung des Niger-
deltas durch Firmen wie Shell, blutig durch das Militär unterdrückt.
Es gibt zahlreiche Beispiele, wo internationale Multi's
Bayer zahlt dieses Jahr in seiner Heimat Wuppertal keine Steuern, da man die
Gewinne irgendwie den in der Welt verteilten Standorten zurechnen kann.
Der Stadt gehen Millionen verloren, die zur Sanierung bzw. Neubau von
öffentlichen Einrichtungen dringend gebraucht werden. (Bericht in "Monitor")
Ein schöner Effekt der Globalisierung; die Firmen entziehen sich ihrer
sozialen Verantwortung (doch Hauptsache, die Kohle stimmt !!)


Eine Sache, die auch nicht unter den Tisch zu fegen ist, ist das Probem
der Kulturverwaschung, dass mit der Globalisierung einhergeht.
Schon jetzt trinken Kinder in China lieber Coke als Tee und essen lieber
bei McDonalds Burger als Reis.
Überall auf der Welt sind heute schon die internationalen Multi's
vertreten und überschwemmen die neuen Märkte mit agressiver Werbung.
Kulturereignisse werden gesponsert, Strassenzüge mit Werbung zugepflastert
und so die Begierde auf die westlichen Konsumgüter geweckt.

Doch es gibt bereits weltweiten Protest, nicht nur bei den Tagungen des
Weltwirtschaftsforum, wo leider immer wieder einige Idioten die gute
Sache durch Ausschreitungen in den Dreck ziehen und somit verhindern,
das die Mehrheit der Bevölkerung für die Ansichten der Globalisierungs-
kritiker sensibilisiert werden kann.
Als Gegenveranstaltung zum letzten Treffen in New York, trafen sich an
der Küste Brasiliens (in Porto Alegre) ca. 60\'000 Menschen um friedlich
für eine bessere Welt zu demonstrieren. Diskutiert wurde Möglich-
keiten und Wege den Wohlstand fairer zu verteilen und eine gerechtere
Wirtschaftspolitik.
Zahlen, die von den Kritikern benannt werden:

-250 Mio. Kinder weltweit arbeitenfür wenige Cents
-33% der Weltbevölkerung lebt ohne elekt. Strom
-100'000 Menschen sterben täglich an Hunger


An dieser Stelle möchte ich die Sache mal abbrechen, obwohl noch
zahlreiche Beispiele für die falsch verstandene Globalisierung und ihre
Konsequenzen genannt werden könnten.
Wie sich näher über die Schattenseiten der Globalisierung informieren
möchte, dem sei das Buch "No Logo" von Naomi Klein empfohlen.

15 Bewertungen, 3 Kommentare

  • wiesenthal

    27.09.2002, 17:56 Uhr von wiesenthal
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter Bericht!

  • anonym

    14.04.2002, 21:10 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    wie geht der Satz weiter: "Es gibt viele Beispiele, wo internationale Multis...."...??? Gruß, nosianai

  • anonym

    11.03.2002, 19:40 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    schön ausführlich! man liest sich, gruß mibod