Gothic 2 (PC Rollenspiel) Testbericht

Gothic-2-pc-rollenspiel
ab 17,44
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Erfahrungsbericht von oliklein

DAS Rollenspiel-Epos!

Pro:

einfach alles...

Kontra:

... bis auf die Hardwareanforderungen

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

heute will ich mich nach längerer Abstinenz wieder einmal zu Wort melden. In letzter Zeit ist mir die Schule einfach über den Kopf gewachsen, ich wurde mit Hausaufgaben en masse bombardiert, musste zig Referate machen und Arbeiten haben wir auch ziemlich viele geschrieben und wenn ich einmal Zeit hatte, dann habe ich diese mit meiner Freundin verbracht, die leider auch nicht mehr so viel Zeit für mich hat, seit sie arbeiten muss. So, genug der schlechten Stimmung, schließlich habe ich ab heute für 2 ½ Wochen Ferien, in denen ich zum Glück auch mal etwas entspannen darf und ich so endlich mal wieder etwas zeit für ciao habe. Ich werde mich heut meinem absoluten Lieblingsrollenspiel widmen und zwar handelt es sich hierbei um das Rollenspiel „Gothic 2“ von „JoWood Productions“ Zur Erläuterung: Das Spiel wurde, sowie auch der Vorgänger in Österreich produziert und ist Ende 2002 erschienen, also gut 2 Jahre nach dem Vorgänger „Gothic 1“.


1…. Vorwort
2…. Verpackung & Inhalt
3…. Anforderungen & Installation
4…. Menu & Einstellungsmöglichkeiten
5…. Das Spiel
6…. Meinung
7…. Fazit



~~ 1.Vorwort ~~

In diesem ersten kleinen Unterkapitel möchte ich zuerst darauf eingehen, wie, wann und warum ich mir das Spiel überhaupt zugelegt habe.

Vor knapp 2 ½ Jahren habe ich einen Klassenkameraden von mir nach neueren Spielen gefragt, dieser hatte wie bereits erahnt nichts neueres, doch hat er mir am darauf folgenden Tag ein Spiel mit dem Titel „Gothic 1“ mitgegeben mit der Begründung, dass es sich um ein deutsch-österreichisches, Langzeitmotivierendes Rollenspiel handeln solle. Ich verneinte dessen Angebot natürlich nicht und nahm das Game mit nach Hause. Ich weiß nur noch, dass ich in den nächsten 2 bis 3 Wochen nix mehr anderes getan habe als dieses Game zu spielen… ja ich war in seinem Bann, ich war süchtig, vernarrt auf dieses Spiel, dass mir einfach so viel Spass bereitet hat, das ich schier gar nimmer aufhören konnte.

Somit war mir klar, auf zur Suche nach dem zweiten Teil (natürlich wusste ich zur damaligen Zeit nicht, wann es eine Fortsetzung geben wird) und ich entdeckte zufällig im Internet, dass der Fortsetzer dieses Rollenspielepos noch im selben Jahr und zwar im November erscheinen wird. Ich musste also noch geschlagene 4 Monate warten. Natürlich nahm ich mit dies zum Anlass, dass Game im Internet bei Amazon vorzubestellen und sehnsüchtig darauf zu warten. Erste Screenshots, also Bilder des Spieles machten mich nur noch ungeduldiger und als ich dann schließlich bewegte Bilder und sämtliche Previews gesehen hatte konnte ich es kaum mehr aushalten. Doch Amazon sei Dank lag das Spiel am Erscheinungstag auch schon in unserem Postkasten. Das einzig unangenehme an der Sache war, dass ich ziemlich tief in die Tasche greifen musste, ganze 49,99 € mussten herhalten… okay für ein neues Spiel ist das heutzutage ja schon normal, trotzdem war das vor knapp 2 Jahren noch ein ziemlich hoher Geldbetrag für mich.
Das Mittagessen noch schnell runtergeschlungen und schon lief die Installation des Spieles, mit dem ich noch jede Menge Spass hatte, wie es sich herausgestellt hat.



~~ 2.Verpackung & Inhalt ~~

Meiner Meinung nach finde ich die Verpackung des Produktes sehr ansprechend. Die meistverwendete Farbe ist braun, die Seiten sind in Silber gehalten und beidseitig mit dem Produktnamen (also Gothic 2), der Herstellerfirma (JoWood) und den Vertreibern „Piranha Bytes“ tituliert.

Die Vorderseite zeigt das Bild eines Drachentöters, der gerade dabei ist einen Drachen mit seinem gezackten Schwert zu bekämpfen. Das gewisse Etwas wird der Verpackung durch einen „Klettverschluss“ verliehen. Ja ihr habt richtig gehört, ein Klettverschluss ermöglicht es euch, die Verpackung auf der Vorderseite zu öffnen. Natürlich nicht im klassischen Sinne, sondern vielmehr befindet sich nach dem Aufklappen dieser Vorderseite ein großer Screenshot auf der oberen Seite, und viele kleinere Bilder auf der Unterseite, die euch das Optimum der Grafik zu veranschaulichen versucht. Beim ersten aufklappen und entdecken dieser Innenseite ist mir spontan erst einmal mein Kinnladen heruntergefallen und ich war doch sehr erstaunt was für eine „Bombengrafik“ das Spiel aufzuweisen hat, fast schon fotorealistisch dachte ich als erstes. Auf der linken umgeklappten Innenseite dieser Verpackung befindet sich dann noch eine kleine Vorgeschichte zur Story von Gothic 2 die mit den Worten endet „das Böse formiert sich neu und niemand kann es aufhalten…“ dazu aber später mehr.

Auf der Rückseite der Verpackung befinden sich unter der Überschrift „Das Rollenspiel-Epos ist zurück“ einige kurze Statements von PC-Zeitschriften wie PC-Action, Bravo ScreenFun oder PC Games, die das Rollenspiel alle in höchsten Tönen loben. Darunter befinden sich die so genannten „Features“ des Spieles, d.h. was euch im Spiel selber erwartet und was für Funktionen Gothic 2 besitzt auf die die Hersteller besonders stolz sind.

Noch zu erwähnen bezüglich der Verpackung wäre, dass die Anforderungen auf der Unterseite stehen und knapp und übersichtlich gehalten sind, so dass man schnell herauslesen kann ob das Spiel wirklich für seinen eigenen PC geeignet ist oder nicht, aber auch hierzu später noch einige mehr.

In der Verpackung selber befinden sich 3 CDs, zwei davon in einem doppelten SlimCase und zwar handelt es sich hierbei um die Installations- CDs 1+2 und in einer weiteren Hülle befindet sich noch die Spiel-CD, die sich während der Spielvorgänge in einem eurer CD-Laufwerke befinden muss, allerdings wird auch diese Spiel-CD zur Installation benötigt.

Desweiteren befindet sich in der Verpackung noch ein sehr ausführliches, sehr detailliertes und gut überschaubares Handbuch, dass allen Neulingen doch eine sehr große Hilfe sein sollte. Erwähnenswert wäre auch noch, dass ein weiteres kleines Handbuch zu den Einstellungsmöglichkeiten beigelegt wurde, aufgrund kleiner Änderungen (Das Gothic 2 Team spricht von „last-minute“ Änderungen) die noch nach Fertigstellung des Handbuches vollzogen wurden. Ein kleiner typischer Umfragezettel darf natürlich auch nicht fehlen, der je nach Bedarf an die österreichische Produktionsfirma JoWood zurückgesendet werden darf.



~~ 3. Anforderungen & Installation ~~

Zunächst sei einmal etwas über die Minimalanforderungen gesagt (P3 700 MHz, 32 MB Grafikkarte, 256 MB RAM), denn ich vertrete ganz klar die Position, dass es mit dieser Hardware absolut keinen Spass machen wird einen Versuch zu unternehmen das Spiel zu spielen. Zufälligerweise hat mein kleiner Cousin haargenau dieselbe Hardware in seinem PC wie oben als Minimum angegeben und drei Mal dürft ihr raten was passiert ist?! Nur so viel dazu: 5 Minuten Ladezeit auf niedrigster Grafikauflösung, ohne sämtliche Details und trotzdem ruckelte das Spiel enorm, war also kaum spielbar. Hier hätte man die Messlatte ruhig etwas höher legen können meiner Meinung nach.

Die empfohlene Hardwarekombination(1200 MHz, 64 MB Grafikkarte, 512 MB RAM) ist meiner Meinung nach wiederum zu gering gehalten, denn ich selber besitze einen P4 mit 2000 MHz, eine 128 MB Grafikkarte und 512 MB DDR RAM und selbst bei mir kommt es desöfteren zu einigen Rucklern. Insgesamt kann man also sagen, dass hier wirklich die erdenklich minimalste Hardwarekombination aufgelistet wurde, allerdings spricht das nicht gegen diesen einzelnen Hersteller, da heute fast alle Spielehersteller in diesem Punkt etwas blauäugig sind und dadurch versuchen eine höhere Verkaufsrate auf dem Markt zu erreichen. Nun gut was soll es, an der Qualität des Spieles wird sich deswegen ja nichts verändern.

Die Installation lief bei mir eigentlich ohne Probleme ab. Zuerst sollte die erste Installations-CD aus der Doppelhülle eingelegt werden, danach müssen noch Lizenzen angenommen werden, der Installationspfad ausgewählt werden und der Rest läuft eigentlich automatisch ab. Die CDs müsst ihr natürlich noch manuell tauschen wenn ihr dazu aufgefordert werden. Insgesamt schluckt das Spiel rund 2,2 GB eurer Festplatte, ist also für heutige Verhältnisse normal groß. Zum Guten Abschluss der Installation habt ihr dann noch die Option eine Verknüpfung zu „Gothic 2“ auf euerem Desktop zu erstellen, voila die Installation ist abgeschlossen und ihr seit jetzt endlich startbereit.



~~ 4.Menu & Einstellungsmöglichkeiten ~~

Nachdem ihr das Spiel erfolgreich gestartet habt und die lustige Videoanimation über euren Bildschirm geflimmert ist kommt ihr sofort zum Hauptmenu, von wo aus ihr sämtliche Einstellungen vornehmen könnt. Ihr könnt hier folgende Unterpunkte anwählen:
Gothic 2 starten, Spiel laden, Einstellungen, Intro spielen, Credits (Informationen über die Entwickler von Gothic 2). Die beiden weiteren Optionen „Spiel speichern“ und „Weiterspielen“ sind natürlich nur bei laufendem Spiel auszuwählen.
Das einzige Menü mit weiteren Unterpunkten ist natürlich die Option „Einstellungen“, zu der ich jetzt kommen werde:

Insgesamt gibt es 6 Bereiche in denen ihr Veränderungen vornehmen könnt:

+++>Spiel
Hier könnt ihr die verschiedensten Details zum Spiel festlegen. Die Untertitel können aktiviert werden, die Art wie ein Gegner fokussiert wird kann je nach Belieben umgestellt werden. Weitere wichtige Einstellungsmöglichkeiten betreffen hier eure verwendete Maus, denn ihr könnt hier die Sensibilität, also die Empfindlichkeit einstellen. Desweiteren könnt ihr hier auch einstellen ob ihr die Steuerung aus Gothic 1 beibehalten wollt. Auch wenn ihr den ersten Teil nicht kennt, kann ich jedem raten diese Einstellung so beizubehalten, denn sie ist meiner Meinung nach schon optimal eingestellt. Desweiteren kann ich euch auch noch empfehlen die lästigen Untertitel auszuschalten, da euere Gesprächspartner doch ein sehr gutes und leicht verständliches Deutsch sprechen und ihr euch somit auf das Gesprochene konzentrieren könnt und nicht den Untertiteln folgen müsst.

+++>Grafik
Hier könnt ihr sämtliche Features zur Grafikqualität eueres Spieles einstellen. Die Details der Texturen sowie der Modelle können anhand eines Reglers beliebig eingestellt werden. Desweiteren habt ihr die Möglichkeit die allgemeine Sichtweite, sowie auch die der Objekte einzustellen, dies erfolg anhand von prozentualen Angaben (Standard sind hier jeweils 100%) Außerdem können auch noch Himmeleffekte eingestellt werden. Wenn euere Hardware unter dem liegt was ich aufzubieten habe, empfehle ich euch diese Einstellungen alle ein wenig herunterzuschrauben, v.a. die Sichtweite und die Texturen-Details sollten aufgrund der Performance auf keinen Fall zu hoch eingestellt werden, da euer Computer bei zu großer Sichtweite doch sehr stark belastet wird und schnell ins Schwitzen kommt, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann

+++>Video
Hier könnt ihr die Bildschirmauflösung einstellen. Klare Empfehlung ist natürlich die Auflösung von 1024*768. Desweiteren müsst ihr euch zwischen 32 Bit und 16 Bit Farbtiefe entscheiden. Solltet euere Hardware besser als meine sein (siehe oben unter Anforderungen), dann könnt ihr getrost auf 32 Bit stellen, bei schlechteren Systemen empfehle ich die 16 Bit-Einstellung, die die Performance eures Systems doch enorm verbessern dürfte.

+++>Audio
In diesem Untermenu könnt ihr Sämtliches bezüglich Lautstärke, Musikeffekten und Sprache einstellen. Der Soundprovider sowie auch die Art eurer Lautsprecher können eingestellt werden und werden allerdings erst bei einem Neustart des Spiels wirksam, wie ich ebenfalls feststellen konnte, denn ich besitze ja ein 5.1 Soundsystem (über jenes habe ich euch ja schon bereits berichtet) welches im Zusammenhang mit dem Spiel auch funktioniert. Ferner könnt ihr hier noch Die Sample-Rate, also die eigentliche Qualität des Sounds einstellen (entweder 44 kHz oder 22 kHz). Meine Empfehlung lautet hier eindeutig die höhere Frequenz eingestellt zu lassen, denn bei der halben Frequenz hört sich der Sound doch schon sehr abgehackt und unnatürlich an.

+++>Erweitert
In diesem Untermenu könnt ihr sämtliche Einstellungen zu speziellen Grafikeffekten im Spiel machen. Ihr hat entweder die Möglichkeit die einzelnen Effekte einzustellen oder sie auszuschalten. Ich spreche hier von Effekten wie Wasserwellen, Wind, Glanzeffekten, Radialnebel etc. Alles in allem kann ich euch versichern, dass diese Effekte nur mit wirklichen High-End- Rechnern wirklich ohne Ruckler zu betrachten sind, deswegen lautet hier meine Empfehlung für diejenigen, die ungefähr dieselbe Hardware wie ich auszuweisen haben: Aus mit allen Effekten. Sie sind zwar wirklich sehr schön, doch schlucken sie enorm viel von der Leistung eures Computers und das Ganze wird euch mit ordentlich vielen und Spielstörenden Rucklern zurückgezahlt.

+++> Steuerung
Hier könnt ihr also euere Spielsteuerung im Einzelnen einstellen. Doch ich habe es schon weiter oben erwähnt, egal ob Neuling oder Gothic 1- Spieler: ich empfehle diese Standardsteuerung beizubehalten, da sie doch sehr schnell verinnerlicht sein sollte. Ihr habt entweder die Option mit der klassischen Pfeilsteuerung und Maus eueren Helden zu lenken oder mit der auch relativ bekannten Steuerung „WASD“ und Maus. Allerdings sind diese Einstellungen euch überlassen, wichtig ist nur, dass ihr am Ende alle wichtigen Funktionen auf euerer Tastatur verteilt habt.



~~ 5. Das Spiel ~~

Ich habe im Vorfeld lang überlegt, wie ich euch das Spiel am besten präsentieren soll und bin zu dem Entschluss gekommen, dass eine kurze Übersicht der Story wohl am besten sein müsste, damit ihr grob wisst um was es eigentlich überhaupt wirklich geht. Nach einer kurzen Storybeschreibung komme ich dann zu den verschiedenen Möglichkeiten die ihr im Spiel habt euren Charakter weiterzuentwickeln, allerdings werde ich natürlich nicht zu viel vorgreifen, damit ihr auch noch was von Story und Spielentwicklung habt.

Die Story knüpft nahtlos an die Geschehnisse vom ersten Teil des Rollenspieles an. Ihr, der Held habt es nach langem Kampf geschafft den Urbösen „Schläfer“ (in Form einer Riesenspinne) zu besiegen und die magische Barriere zu zerstören, die sich rings um das Minental (in dem ihr ein Gefangner gewesen seid) aufgebäumt hat. Allerdings habt ihr es selber nicht mehr geschafft zu entkommen und seit unter der Last von herabstürzendem Gestein der „Schläferhöhle“ gefangen geblieben und habt nur aufgrund euerer magischen Erzrüstung überlebt. 3 Wochen später befreit euch der Dämonenbeschwörer Xardas und bringt euch in seinen Turm, wo er euch von den Geschehnissen berichtet und euch auf den Weg in ein neues Abenteuer schickt, denn der Schläfer wurde zwar durch euer Schwert getötet, doch neue weitere Bedrohungen haben sich inzwischen aufgetan. Zum einen steht das Königreich kurz vor einem Bürgerkrieg und zum anderen haben sich im Minental finstere Gestalten in Form von blutrünstigen Drachen aufgemacht, das gelobte Land heimzusuchen. Ihr seit also ein weiteres Mal dazu auserkoren, dies alles zu verhindern, ihr seit jedoch schwach, sehr schwach und müsst erst wieder zu eurer alten stärke von damals zurückfinden.

Soviel also grob zur Story des Spieles. Ihr seit also vom Dämonenbeschwörer Xardas gerettet worden und befindet euch zum Start eures Abenteuers in seinem Turm, der sich in den Bergen vor der Stadt „Khorinis“ befindet. Von dort aus zieht ihr also in euer Abenteuer los.

Als erstes wäre zu erwähnen, dass dieses Rollenspiel eigentlich sehr frei gehalten worden ist, also eigentlich nur einen wirklichen Hauptauftrag hat und sehr viele so genannte „Nebenquests“ aufweist. D.h. euer Hauptziel solltet ihr auf jeden Fall erreichen und die Quests dienen euch dazu euren Charakter zu verbessern. Und zwar läuft das wie folgt ab: Jedes Mal wenn ihr einen Quest erfolgreich gemeistert habt bekommt ihr eine Belohnung entweder in Form von Gold (Geldquelle in Gothic2) oder wie meistens in Form von Erfahrungspunkten. Euer Charakter erreicht bei bestimmten Erfahrungswerten jeweils die nächst beste Stufe und bekommt dafür 10 Lernpunke gutgeschrieben. Mit diesen Lernpunkten könnt ihr es dann veranlassen, dass euer Charakter von anderen Nebencharakteren (die zu Haufen und v.a. in der Stadt erscheinen) in einem speziellen Gebiet trainiert wird. Beispielsweise könnt ihr die Nah- sowie auch Fernkampffähigkeit euers Helden trainieren lassen oder die Kunst des Diebstahles (Schlösser knacken). Geschick, Stärke sowie Mana können auch verbessert werden. Je nach Stärke eueres Helden ist dieser in der Lage immer bessere Rüstungen und Waffen zu tragen.

Wichtig für euere Charakterentwicklung ist es sich sobald wie möglich einer der drei Gilden im Spiel anzuschließen, ihr habt hierbei die Auswahl zwischen der Königloyalen Miliz, den Feuermagiern oder den kampfeslustigen Söldnern. Je nach dem wie ihr euch entscheidet verändert sich der Fluss des Spieles enorm. Die Hauptaufträge bleiben zwar (egal bei welcher Gilde) bestehen, doch die für die Entwicklung eures Helden wichtigen Nebenquests verändern sich sehr stark. Als kleinen Tipp kann ich euch empfehlen beim ersten Mal durchspielen euch für die königloyale Miliz zu entscheiden, da diese Gilde die meiner Meinung nach leichtesten Aufträge bietet und euer Kämpfer zu einem guten Allrounder werden kann. Entscheidet ihr euch aber für die Feuermagier, seid ihr zwar in der Lage mächtige Zauber zu erstellen, allerdings seid ihr aufgrund schlechter Verteidigung sehr anfällig für eure Gegner. Als Söldner spezialisiert ihr euch auf den Kampfstärke eures Helden, dafür seid ihr kaum in der Lage zu zaubern. Wie ihr also seht haben alle dieser drei Gilden Vor- sowohl als auch Nachteile. Es liegt also ganz bei euch für wen ihr euch entscheidet.

Unabhängig welcher Gilde ihr angehört trefft ihr im Spiel selber auf die verschiedensten Gegner, die von Wölfen über Orks (wie bei „Herr der Ringe“) bis zu menschlichen Gegner reichen. Ihr habt auf jeden Fall eine sehr hohe Bandbreite an den unterschiedlichsten Gegnern die ihr euch nur vorstellen könnt. Am Anfang eures Abenteuers trefft ihr vor allem verstärkt auf Blutfliegen, Ratten und Goblins. Später werden diese Gegner allerdings um einiges stärker. auch Drachen kreuzen euren weg, nur soviel dazu. Kämpfen könnt ihr entweder mit Nahkampfwaffen, die in einhändiger Fassung, sowie auch in zweihändiger Verfassung vorhanden sind. Desweiteren habt ihr auch noch die Möglichkeit eurem Charakter den Fernkampf beizubringen, denn ihr werdet auf eurem Abenteuer auch sehr viele mächtige Bogen auffinden. Wollt ihr allerdings nicht mit Waffen kämpfen, dann bleibt euch noch die Option des Zaubereinsatzes (bevorzug Feuermagier), welcher euch von eurem Mana raubt, dass ihr wie oben beschrieben ja auch verbessern könnt durch euere Lernpunkte.
Ich rate euch allerdings von vornherein festzulegen, welche Kampfart ihr euerem Charakter beibringen wollt, denn alle auf einmal zu lernen würde reintheoretisch auch gehen, allerdings habt ihr dann einen eher mittelmäßigen Charakter am Ende euerer Reise, wie wenn ihr euch z.B. nur auf das kämpfen mit Einhandwaffen konzentriert und euch dort stetig bis zur Perfektion verbessert.

Im Laufe des Spieles wird euch immer wieder angeboten sämtliche Fähigkeiten wie zum Beispiel Tränke brauen, Waffen schmieden, Runen erschaffen, Tiere ausbeuten etc. zu erlernen. Ihr solltet euch auch hier von Beginn an festlegen, was euer Held wirklich können soll. Wenn ihr eher der Sammlertyp seid und viele Pflanzen einsammelt, dann ist die Fähigkeit des Tränkebrauens beispielweiße unabdingbar, denn dann könnt ihr z.B. Stärke- oder Geschicklichkeitstränke erstellen und einnehmen. Seit ihr aber eher der Jägertyp und kümmert euch nicht um auf dem Boden auffindbare Pflanzen, dann hat die Fähigkeit „Tiere ausbeuten“ einen großen Nutzen, denn mit dem Fell der Tiere könnt ihr oft bei Händlern viel Geld verdienen (v.a. Troll- und Schattenläuferfelle). Solltet ihr es bevorzugen Schatztruhen von anderen Charakteren zu knacken, dann müsst ihr euch für die Diebesfertigkeiten entscheiden usw.

Seit ihr von euren Kämpfen erschöpft könnt ihr es euch in Raststätten gemütlich machen, euch ausruhen und eure Lebens- und Manapunkte zu regenerieren. Bei Händlern könnt ihr euer verdientes Gold ausgeben, euch neue Zaubertränke, Zauberrollen, Manatränke, Gesundheitstränke, Waffen und Essen besorgen; euch also so ziemlich alles zulegen was eurem Herzen begehrt.


Ich hoffe mal, dass ich euch einigermaßen einen Überblick geben konnte um was für ein Spiel es sich hier bei Gothic 2 handelt und was ihr im Laufe des Spieles unternehmen müsst, um euren Charakter/Helden stetig zu verbessern. Ich will euch an dieser Stelle aber nicht zuviel vom Storyfortlauf und der Entwicklung des Helden an sich verraten, da euch sonst komplett die Spannung genommen wird. Ich kann euch auf jeden Fall jetzt schon einmal garantieren, dass ihr sehr viel Spass mit Gothic 2 haben werdet.



~~ 6.Meinung ~~

Diesen Unterpunkt will ich eigentlich dazu nutzen euch von Gothic 2 zu überzeugen, aber auch kleinere Ungereimtheiten sollen hier angesprochen werden.

Zuerst wäre die wirklich phänomenale Grafik des Spieles zu erwähnen. Selbst mit wenigen Details und geringer Auflösung bekommt ihr grafisch hier einiges geboten. Die Wälder bewegen sich mit dem Wind, im Wasser sind Spiegelungen zu beobachten, es wird dunkel, es wird hell; all dies sind nur einige Effekte und grafische Leckerbissen des Rollenspieles. Vielmehr überzeugt jedoch die Fülle an verschiedenen Objekten und Details, denn fast kein Baum sieht aus wie sein Nachbar, die Stadt Khorinis z.B. zeigt eine klare Dreiteilung in unteres Viertel(Hafen), Bürgertum und oberes Viertel auf. erreicht wird dies durch eine stark kontrastive Grafik. Ist im oberen Viertel noch alles hell und prunkvoll, so ist im Hafenviertel eher alles verschmutzt und in dunklerer Farbe gehalten, so dass man stellenweise meint man befindet sich mitten im Geschehen. Einfach nur klasse. Negativ damit verbunden sind natürlich die enorm hohen Hardwareanforderungen. Unter 2 GHz, einer aktuellen Grafikkarte und 512 MB RAM werdet ihr kaum viel von den wunderschönen Effekten und der Grafikpracht sehen können.

Das Spiel an sich macht aber weniger aufgrund der wirklich hervorragenden Grafik richtig Spass, sondern motiviert eher durch die enorm vielen Quests, die der Spieler während des Abenteuers erledigen muss und v.a. wegen der stetigen Charakterentwicklung seines Schützlings. War der Held am Anfang noch gebrechlich und schwach entwickelt er sich im Laufe des Spieles immer mehr zu dem was er einst war, einem Superhelden der jetzt nicht mehr von einfachen Ratten zur Strecke gebracht werden kann, sondern sich mit fiesen Orks und riesigen Drachen anlegt.

Total begeistert war ich auch von der immens langen Spieldauer des Spieles. Allein die Hauptaufträge beanspruchen knapp 20 Stunden und mit sämtlichen Quests und Nebenaufgaben befindet man sich schon mal schnell bei einer Spieldauer von knapp 50-60 Stunden. Ich war von der Idee der unterschiedlichen Spielgestaltung der verschiedenen Gilden so begeistert, dass ich natürlich jede dieser Gilden einmal komplett durchgespielt habe. Festgestellt habe ich hierbei, dass die Aufträge der Feuermagier doch um einiges schwerer sind, wie die der anderen beiden Gilden. Allerdings finde ich diese Verschärfung der Schwierigkeit eher lobenswert und v.a. für Fortgeschrittene Rollenspieler sehr nützlich. Meiner Meinung nach empfinde ich den Schwierigkeitsgrad als sehr ausgeglichen, sogar eher etwas leichter als den in Diablo 2 z.B. jedoch keineswegs so einfach, dass es mich nicht mehr motivieren würde das Spiel durchzuspielen.

Ein weiterer sehr lobenswerter Punkt stellt die Untermalung des Geschehens mit passender stellenweißer dramatischer, aber auch melodischer, freundlicher und manchmal auch düsteren Hintergrundmusik dar.

Desweiteren kann erwähnt werden, dass ich es sehr nützlich finde die Charakteransicht des Helden jederzeit ändern zu können, denn einerseits bietet die Egoperspektive beim Kampf eine bessere Übersicht und beim Umherstreifen durchs Land zeigt die Hinteransicht eine optimale Übersicht auf.

Desweiteren finde ich es sehr lobenswert, dass man hier bei Gothic2 jeder zeit abspeichern kann und dieser Vorgang auch nur wenige Sekunden beansprucht, denn es kann sehr schnell mal vorkommen, dass man sich zwecks der Stärke des Gegners verschätzt hat und ins Grass gebissen hat. Also immer am besten alle 10- 15 Minuten oder sogar öfters abspeichern lautet hier meine Empfehlung.

Was mich persönlich auch noch begeistert hat, war die starke Bezugnahme zum ersten Teil von Gothic, denn wenn ihr Kenner des ersten Teiles seit, dann werdet ihr sicherlich überrascht sein wie viele bekannte Gesichter euch über den Weg laufen werden und v.a. welchen Sinneswandel einige dieser Charaktere vollzogen haben, d.h. welche Charakterentwicklung diese entsprechenden Charaktere durchgemacht haben. Einer z.B. war im ersten Teil ein rechtschaffener Bürger in der Minentalfestung, im zweiten Teil hat er sich zu einem Trickbetrüger und Meisterdieb weiterentwickelt usw.

Ein letzter wirklich überzeugender Punkt stellt die Masse der Nebencharaktere und Gegner dar, die ihr im Laufe eueres Abenteuers treffen werdet. Es gibt ca. 400 verschiedene Charaktere die allesamt einen unterschiedlichen Tagesablauf haben, sprich unterschiedlicher Arbeit nachgehen und auch je nachdem welcher Gilde ihr angehört unterschiedlich auf euch reagieren… wie im echten Leben halt! Die Anzahl der Monster (also Drachen, Orks etc.) beläuft sich auf ungefähr 50, d.h. ihr habt es mit allerhand Gegnern zu tun, die nur ein Ziel verfolgen: euren Tod. Also seit gewarnt und versucht immer bestmöglich mit vielen Gesundheitstränken, starken Waffen loszuziehen und auch mal vor einem übermächtigen Gegner wegzurennen um euer Leben nicht zu riskieren.



~~7. Fazit ~~

Alles in allem kann ich zusammenfassend sagen, dass es sich hier wirklich um eines der besten PC-Spiele handelt, die programmiert worden sind. Das Spiel ist mehr als langzeitmotivierend, es macht schlichtweg süchtig. Doch wie kommt das? Es macht einfach nur jede Menge Spass seinen Helden durch die Welten von Khorinis streifen zu lassen, Gegner mit Schwert, Bogen oder auch Zauber zu besiegen, dafür Erfahrungspunkte einzukassieren und stetig einen Level aufzusteigen. Dieses doch eigentlich recht simple Spielprinzip wird bei Gothic 2 perfekt in Szene umgesetzt: Der Spieler fühlt sich jederzeit so, als ob er live am Geschehen teilnehmen darf. Dies wird nicht nur aufgrund des Spiels an sich erreicht, die Grafik sowie auch der Sound im Spiel verstärken das Gefühl des „Live-Dabeiseins“ enorm. Man fühlt sich, als ob der namenlose Held den Namen eines selbst tragen würde. Einfach nur faszinierend wie es die Entwickler geschafft haben ihre Kunden hier auf dieser Basis anzusprechen. Mich hat das Game also total aus den Socken gehauen und ich war jederzeit davon begeistert, so dass ich es drei Mal (und bald ein viertes mal) durchgespielt habe um alle erdenklichen Aufgaben einmal erledigt haben zu können. Einzig und allein die doch sehr hohen Hardwareanforderungen haben meinen Spielspass ein wenig getrübt, denn Ruckler waren somit an manchen Stellen nicht auszuschließen. Ich kann das Spiel also allen die es nicht kennen bzw. noch nicht besitzen, sehr empfehlen und eine volle Kaufempfehlung aussprechen: Einfach nur phänomenal das Spiel!



[c] oliklein im Dezember 04

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