Gran Canaria Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von lunatix
Sonne, Meer und Kakerlaken
Pro:
Tolles Wetter, super Strand!
Kontra:
Kakerlaken
Empfehlung:
Ja
Diesen Sommer zog es mich erneut auf die Kanarischen Inseln. Diesmal allerdings nicht Fuerteventura, auch wenn ich liebend gerne noch einmal dort hin geflogen wäre. Ich entschied, dass es besser wäre, eine andere Insel kennenzulernen und so fiel die finale Auswahl auf Gran Canaria.
Zusammen mit meinem Freund ging es dann im August für zwei Wochen nach Maspalomas, einem Ort, der im Süden Gran Canarias liegt.
:: Anreise ::
Der Flug nach Gran Canaria war etwa 4 1/2 Stunden mit Aero Lloyd. Zum Flug selber gibt es nicht viel zu sagen, war relativ unspektakulär. Angekommen auf dem Flughafen von Gran Canaria, stellten wir zunächst fest, dass sich dieser nicht in Las Palmas befand, wie es auf unseren Tickets abgedruckt war. Las Palmas, die Hauptstadt lag etwa 30 Minuten nördlich vom Flughafen. Glück für uns, denn wir mussten nach Süden, und so stellte sich heraus, dass wir nur 30 Minuten Busfahrt vor uns hatten.
Nachdem uns die dortigen Reisebegleiter zu dem passenden Bus zugewiesen haben, wir die Uhren um eine Stunde zurück gestellt haben, ging es Richtung Maspalomas. Auf der Fahrt dorthin konnten wir die Landschaft betrachten und uns ein ersten Bild von der Insel machen. Genau wie auf Fuerteventura war in der Mitte der Insel ein Vulkangebirge. Hier uns da tauchten Plantagen auf, auf denen Gemüse angebaut wurde. Viele Häuser sahen wir allerdings nicht.
Angekommen in Maspalomas, wurden wir direkt zu der Bungalowanlage \"Green Golf\" gefahren, in der wir die nächsten zwei Wochen bleiben sollten.
:: Unser Bungalow ::
Nachdem wir also die übliche Prozedur an der Rezeption hinter uns hatten, bekamen wir den Schlüssen zu unserem Bungalow, zusammen mit einer Übersicht der Anlage, damit wir die Bungalow-Nummer 28 auch finden.
Der erste Eindruck des Bungalows war ehrlich gesagt nicht gerade berauschend. Es war ein zweistöckiges Häuschen, jeweils unten ein Zimmer mit eingebauter Mini-Küche und oben ein Schlafraum mit einem Mini-Bad. Eigentlich recht gemütlich, hätten wir nicht beim zusammen schieben der Betten gesehen, dass unter dem Bett jede Menge Staub und Haare der Vorgänger noch lagen. Das fanden wir nicht so appetitlich. Unter der Couch im Erdgeschoss lag sogar noch eine halbvolle Sonnencreme und der Kühlschrank sag etwas schmuddelig aus.
Etwas schockiert, versuchten wir uns zu sagen, dass wir schließlich nicht die ganze Zeit dort drin hocken müssen, sondern eher die Umgebung erkunden wollen! Was wir auch in den zwei Wochen gründlich getan haben, doch mehr dazu später.
Die Anlage selber war sehr hübsch. Der Pool war sehr nett geschnitten und zog sich in Bahnen über die gesamte Anlage. Da ich allerdings zu einer Chlorallergie neige, hab ich mir das schwimmen in dem Pool verkneifen müssen.
Da viele Urlauber in Bungalows sich das Essen selber machen, oder Essen gehen, war das Restaurant für Halbpension eher klein und gemütlich. Kleiderordnung gab es keine, was dazu führte, dass die Leute dort mit Bikinis und Badehosen zum Essen erschienen. Naja, Geschmackssache ...
Das Essen selber wurde an einem Buffet angeboten. Zum Frühstück gab es immer das selbe Programm, aber man hatte schon eine kleine Auswahl, was man essen konnte. Das Abendessen war typisch kanarisch, also viel Fisch, Kartoffeln und einheimisches Gemüse (Paprika, Tomaten, Gurken). Man konnte gut satt werden, durfte aber nicht zu spät erscheinen sonst wurde das essen trocken und schmeckte nicht mehr so besonders. Naja, war eben ein Service für Leute, die keine Lust hatten selber zu kochen oder Unmengen von Geld in Restaurants zu verpulvern.
Abends haben wir in unserem Bungalow oft draußen auf der Terasse gesessen, was sehr schön war, wenn man die Kakerlaken übersieht, die in den Büschen rumhuschten. Schon nach zwei Abenden unterließen wir es, Süssigkeiten oder Getränke mit nach draußen zu nehmen, denn das lockte diese Viecher an und schwupps waren sie im Bungalow. Und wenn ich Kakerlaken sage, dann meine ich solche die mindestens 3 cm groß waren. Also richtig widerlich! Aber die sind überall auf der Insel zu finden und kommen abends raus.
Die \"Green Golf\" Anlage lag etwa 30 Minuten vom Strand entfernt. Wir sind meistens abends den Weg gelaufen, weil die Strecke komplett ohne Schatten ist und am Tag der reinste Horrortrip. Zum Glück hatte die Anlage einen kostenlosen Busshuttle zu Strand. Leider fuhr der nur halb stündlich Vormittags und Nachmittags nur 2 mal bis 16 Uhr. Zum Sonnenuntergang in den Dünen musste man also entweder zu Fuß oder per Taxi.
Alles in allem war der Bungalow aber erträglich und wir haben es uns dort so gemütlich gemacht, wie es nur ging.
:: Maspalomas ::
Maspalomas, die Stadt wo wir wohnten, liegt neben der größeren Touristenstadt Playa del Ingles. In Maspalomas finden sich größtenteils Bungalowanlagen, das bedeutet, der Ort ist sehr weitläufig. Ein kleineres Einkaufs- und Vergnügungscenter das \"Faro 2\" liegt im Zentrum des Ortes. Verglichen mit den Shoppingcentern in der Nachbarstadt ist dieses aber recht teuer gewesen.
Maspalomas ist bekannt für seinen großen Golfplatz, der direkt an unserer Bungalowanlage lag, daher auch der Name \"Green Golf\".
Da der Ort wie gesagt sehr weitläufig ist, sind auch die meisten Anlagen sehr weit vom Strand. Direkt am Strand befinden sich einige Hotels und ein weiteres neues Shoppingcenter das \"Varradero\".
Busse und Taxis sind überall in dem Ort, und man kommt recht schnell und preiswert mit diesen Verkehrsmitteln von einem Punkt zum anderen. Die Taxis sind sehr günstig und unter Umständen sogar günstiger als der Bus, wenn man mit zwei Personen unterwegs ist. Um in die Nachbarstadt Playa del Ingles zu kommen, zahlt man für das Taxi etwa 2 EUR. Abends ist es etwas teurer. Da wir die Busse dort nie genutzt haben, kann ich leider nix dazu sagen. Die Taxis waren einfach sehr komfortabel, weil man sie überall heran winken konnte und sie einen direkt zum Bungalow brachten.
:: Der Strand ::
Wir sind jeden Tag gleich morgens früh um 9:30 zum Strand gefahren. Um diese Uhrzeit war die Sonne noch erträglich und es war sehr angenehm. Nach 12 Uhr ist die Sonne dort einfach nur sengend und man wird sehr schnell verbrannt.
Doch nun zu dem Strand...
Der Strand in Maspalomas ist entstanden durch die Winde der Sahara, die den Sand auf die Kanarischen Inseln rüber tragen. Auf Gran Canaria ist so ein 12 km langer Strand entstanden mit einer wunderschönen Dünenlandschaft.
Beide Orte, Maspalomas, wie Playa del Ingles liegen an diesem Strand. Der Sand ist sehr sehr fein, auch wenn er etwas dunkler ist, als der auf Fuerteventura. Das Wasser ist sehr klar und außer einigen Steinen am westlichen Ende des Strandes, ist nichts in dem Sand. Weder Muscheln noch andere Störenfriede. Lediglich einige kleine Fische schwimmen hier und da.
Der Strand wird tagsüber bewacht und eine Fahne (rot, gelb oder grün) zeigt an, wie gefährlich die Wellen sind. Wir hatten Glück und hatten fast täglich die grüne Fahne. Die Wellen waren also sehr sanft und das Schwimmen machte sehr viel Spaß dort.
Ein Naturschutzgebiet befindet sich auf dem Abschnitt von Maspalomas ebenfalls und schließt direkt an die Dünen an.
Die Dünen selber sind mir am schönsten in Erinnerung geblieben. Wir sind oft abends zum Stand gelaufen um gegen 21 Uhr den Sonnenuntergang von einer Düne aus zu beobachten. Der Sand ist noch sehr warm, aber man kann schon drauf barfuß laufen (Tagsüber verbrennt man sich hier extrem die Fußsohlen). Es ist sehr anstrengend die Dünen zu erklimmen, aber wenn man oben ist und auf dem Kamm wandert, dann ist das ein unbeschreibliches Gefühl!
Allein wegen dieser tollen Stimmung beim Sonnenuntergang würde ich jederzeit wieder auf Gran Canaria fahren.
:: Aktivitäten ::
Da wir nicht nur am Strand herumliegen wollten, haben wir auch einige Ausflüge mitgemacht. neben zahlreichen Erkundungswanderungen in der näheren Umgebung, haben wir zwei Fahrten mitgemacht, die von dem Reiseveranstalter angeboten wurden.
Zunächst zu unseren eigenen Wanderungen...
Wir sind einige Male nach Playa del Ingles gewandert, wo man nach etwa 45 Minuten Marsch bei dem größten Shoppingcenter \"Jumbo\" angekommen ist. Dort konnte man sehr gut Souvenirs kaufen, in Spielhallen das Geld lassen und auch mal im Internet surfen, was ich sehr gut fand, da ich ohne Internet fast nicht mehr leben kann :)
Playa del Ingles selber fand ich nicht so besonders schön, da dort wirklich nur große Hotels stehen, an lauten Strassen und alles Erinnerte mich an zu Hause (an Berlin), wo es auch laut und hektisch ist. Das einzig interessante an der Stadt waren die vielen Shoppingmalls, die wir allesamt erkundet haben. Die tausenden Bars, Cafes und Restaurants dort laden alle zum Essen und Trinken ein. Wir haben nur einige davon getestet und waren uns einig, dass die alle ganz gut sind. Es gibt dort auch viele Discos, doch ist das eher nichts für mich, daher auch hier nicht viel Info.
Von den Wanderungen zum Strand habe ich bereits erzählt, die haben am meisten Spaß gemacht. Man sollte allerdings Turnschuhe mitnehmen, da die Strecken teilweise durch Sand und Kiesel gehen, und mit Sandalen oder Badelatschen bekommt man da schnell Schürfwunden.
Nun zu den beiden Ausflügen...
Der erste Ausflug, war eine Busrundfahrt mit dem Namen \"Unbekanntes Gran Canaria\". Mit einer deutsch sprechenden Begleitung ging es direkt in die Mitte der Insel auf den über 1.800 m hohen Gipfel. Wenn man nicht gerade schwindelfrei ist, ist dieser Ausflug zu empfehlen, da man hier sehr viel Lanschaft sieht, die auf der nord-west Seite der Insel ganz anders ist, als die ausgetrocknete und wüstenähnliche süd-ost Seite.
Wir besuchten einen echten Spanischen Markt, sowie einen Botansichen Garten und eine alte Höhle hoch oben in den Bergen. Der Ausflug war also wirklich lohnenswert.
Der zweite Ausflug war eine Fahrt auf einer Motoryacht mit anschließendem Tauch-Crash Kurs oder alternativ Schnorcheln. Dazu fuhren wir etwa 1 h weit an der Küste entlang zu einer Stelle, die verlassen war und machten vor einer Felsbucht stopp. Das Motorboot war relativ klein, es waren nur 17 Personen an Board. Es war ganz schön wackelig und auf der Rückfahrt war mir ganz schön übel. Aber das Schnorcheln (zum Tauchen war ich viel zu feige) war wirklich einmalig. Man konnte wunderschöne Fische sehen und andere Tiere, wie Krebse. Etwa 1 h konnten wir in dem Ozean schnorcheln, dann ging es wieder zurück. Wäre nicht diese wackelige Fahrt, hätte ich das sicher schöner in Erinnerung...
Da beide Ausflüge uns etwa insgesamt 100 EUR gekostet haben, beließen wir es bei den zweien und genossen unseren Urlaub ohne weitere Inselreisen.
:: Klima ::
Vielleicht noch ein Paar Worte direkt zu dem Klima auf der Insel...
im Südlichen Teil der Insel ist es, wie uns dort mitgeteilt wurde, am heißesten. Während es in der Hauptstadt Las Palmas im Norden 28 Grad sind, ist es im Süden meist 10 Grad wärmer! Im Norden der Insel macht sich das auch durch eine viel grünere Landschaft bemerkbar. Die Wettervorhersagen beziehen sich meistens nur auf Las Palmas, daher achtet darauf, wenn ihr selber mal dort hin wollt, dass es eben im Süden, wo die meisten Touristen sind, viel viel wärmer ist.
Wir hatten auch im August etwa 38 Grad jeden Tag. Diese 38 Grad waren schon gegen 11 Uhr Vormittags erreicht und gingen erst gegen 20 Uhr wieder abwärts. Zwischen 13 und 15 Uhr sieht man keinen Spanier freiwillig draußen, wenn man mal selber draußen ist um die Zeit, weiß man auch wieso! Es ist einfach unerträglich und man bekommt einen Sonnenbrand innerhalb von 15 Minuten, egal welchen LSF-Faktor man verwendet.
Befolgt man aber den Rat der Einheimischen und hält sich in den Stunden unter einem Dach auf, so hält man es zwei Wochen problemlos ohne größere Sonnenbrände aus. Natürlich muss man sich mehrfach eincremen, das ist auf den Kanaren absolute Pflicht, wenn man sich und seine Haut liebt.
Nachts sind die Temperaturen unter 30 Grad und bei offenem Fenster schläft es sich sehr gut (wären da nicht die Kakerlaken und die Angst davon, dass diese reinkrabbeln). Die Bettdecke gab es da in der Form von einem Laken, wie in den Südlichen Ländern so üblich. Mehr brauchte man auch nicht.
:: Essen ::
Das Essen auf Gran Canaria fand ich sehr lecker, vor allem den Fisch, der immer frisch war und immer unterschiedlich zubereitet wurde. Natürlich gab es auch andere Fleischsorten, im Endeffekt finde ich die Spanische Küche sehr abwechslungsreich und sehr bekömmlich.
Das Leitungswasser ist, wie auf allen anderen Inseln auch, nicht zum Trinken geeignet, daher empfiehlt es sich entweder im Supermarkt eine 5 Liter Flasche Wasser zu kaufen, oder es abzukochen (wenn man einen Herd/Kocher hat).
In den Supermärkten bekommt man fast alles, was man gewöhnt ist. Sogar die original Nutella gibt es da, allerdings schmeckt die tatsächlich viel süßer als die Nutella bei uns. Überhaupt habe ich das Gefühl, die Spanier lieben Zucker, denn alles, wo Zucker drin ist, ist für meinen Geschmack um einiges süßer als man es hier in Deutschland gewohnt ist.
:: Preise ::
Die Euro-Umstellung hat es vereinfacht die Preise zu vergleichen. Es fällt auf, dass die Lebensmittel auf Gran Canaria wesentlich teurer sind. Jedenfalls in den Touristenorten. Die Souvenirs haben natürlich sehr hohe Preise, das ist allerdings auch zu erwarten gewesen. Im Endeffekt war ich erstaunt, wie teuer dort alles ist. Die Spielhallen sind hier auch extrem geldfressend, jeder Spielautomat nimmt für ein Spiel 1 EUR.
Internet surfen dagegen ist recht günstig. Für 1 EUR kann man 20 min ins Netz. Ich hätte erwartet, dass es teurer ist.
Günstig sind hingegen die Taxis, wie bereits geschrieben. Selten zahlt man mehr als 5 EUR für eine Fahrt.
Achja, der Urlaub hat pro Person 900 EUR gekostet, weil das die Hauptsaison war. Unser Bungalow hatte 3 Sterne.
:: Fazit ::
Die zwei Wochen sind leider um, und der Rückflug war nicht gerade sehr angenehm, weil wir in einem Sturm fliegen mussten. In Berlin angekommen, mussten wir feststellen, dass das Wetter auch von Tag zu Tag schlechter wurde und nun nach etwa zwei Monaten ist unsere Bräune auch fast verblasst.
Aber wir haben jede Menge Fotos gemacht und auch wenn die Unterkunft nicht gerade empfehlenswert war, so war der Ort an sich und der wunderschöne Strand auf jeden Fall eine Reise wert!
Lunatix
Zusammen mit meinem Freund ging es dann im August für zwei Wochen nach Maspalomas, einem Ort, der im Süden Gran Canarias liegt.
:: Anreise ::
Der Flug nach Gran Canaria war etwa 4 1/2 Stunden mit Aero Lloyd. Zum Flug selber gibt es nicht viel zu sagen, war relativ unspektakulär. Angekommen auf dem Flughafen von Gran Canaria, stellten wir zunächst fest, dass sich dieser nicht in Las Palmas befand, wie es auf unseren Tickets abgedruckt war. Las Palmas, die Hauptstadt lag etwa 30 Minuten nördlich vom Flughafen. Glück für uns, denn wir mussten nach Süden, und so stellte sich heraus, dass wir nur 30 Minuten Busfahrt vor uns hatten.
Nachdem uns die dortigen Reisebegleiter zu dem passenden Bus zugewiesen haben, wir die Uhren um eine Stunde zurück gestellt haben, ging es Richtung Maspalomas. Auf der Fahrt dorthin konnten wir die Landschaft betrachten und uns ein ersten Bild von der Insel machen. Genau wie auf Fuerteventura war in der Mitte der Insel ein Vulkangebirge. Hier uns da tauchten Plantagen auf, auf denen Gemüse angebaut wurde. Viele Häuser sahen wir allerdings nicht.
Angekommen in Maspalomas, wurden wir direkt zu der Bungalowanlage \"Green Golf\" gefahren, in der wir die nächsten zwei Wochen bleiben sollten.
:: Unser Bungalow ::
Nachdem wir also die übliche Prozedur an der Rezeption hinter uns hatten, bekamen wir den Schlüssen zu unserem Bungalow, zusammen mit einer Übersicht der Anlage, damit wir die Bungalow-Nummer 28 auch finden.
Der erste Eindruck des Bungalows war ehrlich gesagt nicht gerade berauschend. Es war ein zweistöckiges Häuschen, jeweils unten ein Zimmer mit eingebauter Mini-Küche und oben ein Schlafraum mit einem Mini-Bad. Eigentlich recht gemütlich, hätten wir nicht beim zusammen schieben der Betten gesehen, dass unter dem Bett jede Menge Staub und Haare der Vorgänger noch lagen. Das fanden wir nicht so appetitlich. Unter der Couch im Erdgeschoss lag sogar noch eine halbvolle Sonnencreme und der Kühlschrank sag etwas schmuddelig aus.
Etwas schockiert, versuchten wir uns zu sagen, dass wir schließlich nicht die ganze Zeit dort drin hocken müssen, sondern eher die Umgebung erkunden wollen! Was wir auch in den zwei Wochen gründlich getan haben, doch mehr dazu später.
Die Anlage selber war sehr hübsch. Der Pool war sehr nett geschnitten und zog sich in Bahnen über die gesamte Anlage. Da ich allerdings zu einer Chlorallergie neige, hab ich mir das schwimmen in dem Pool verkneifen müssen.
Da viele Urlauber in Bungalows sich das Essen selber machen, oder Essen gehen, war das Restaurant für Halbpension eher klein und gemütlich. Kleiderordnung gab es keine, was dazu führte, dass die Leute dort mit Bikinis und Badehosen zum Essen erschienen. Naja, Geschmackssache ...
Das Essen selber wurde an einem Buffet angeboten. Zum Frühstück gab es immer das selbe Programm, aber man hatte schon eine kleine Auswahl, was man essen konnte. Das Abendessen war typisch kanarisch, also viel Fisch, Kartoffeln und einheimisches Gemüse (Paprika, Tomaten, Gurken). Man konnte gut satt werden, durfte aber nicht zu spät erscheinen sonst wurde das essen trocken und schmeckte nicht mehr so besonders. Naja, war eben ein Service für Leute, die keine Lust hatten selber zu kochen oder Unmengen von Geld in Restaurants zu verpulvern.
Abends haben wir in unserem Bungalow oft draußen auf der Terasse gesessen, was sehr schön war, wenn man die Kakerlaken übersieht, die in den Büschen rumhuschten. Schon nach zwei Abenden unterließen wir es, Süssigkeiten oder Getränke mit nach draußen zu nehmen, denn das lockte diese Viecher an und schwupps waren sie im Bungalow. Und wenn ich Kakerlaken sage, dann meine ich solche die mindestens 3 cm groß waren. Also richtig widerlich! Aber die sind überall auf der Insel zu finden und kommen abends raus.
Die \"Green Golf\" Anlage lag etwa 30 Minuten vom Strand entfernt. Wir sind meistens abends den Weg gelaufen, weil die Strecke komplett ohne Schatten ist und am Tag der reinste Horrortrip. Zum Glück hatte die Anlage einen kostenlosen Busshuttle zu Strand. Leider fuhr der nur halb stündlich Vormittags und Nachmittags nur 2 mal bis 16 Uhr. Zum Sonnenuntergang in den Dünen musste man also entweder zu Fuß oder per Taxi.
Alles in allem war der Bungalow aber erträglich und wir haben es uns dort so gemütlich gemacht, wie es nur ging.
:: Maspalomas ::
Maspalomas, die Stadt wo wir wohnten, liegt neben der größeren Touristenstadt Playa del Ingles. In Maspalomas finden sich größtenteils Bungalowanlagen, das bedeutet, der Ort ist sehr weitläufig. Ein kleineres Einkaufs- und Vergnügungscenter das \"Faro 2\" liegt im Zentrum des Ortes. Verglichen mit den Shoppingcentern in der Nachbarstadt ist dieses aber recht teuer gewesen.
Maspalomas ist bekannt für seinen großen Golfplatz, der direkt an unserer Bungalowanlage lag, daher auch der Name \"Green Golf\".
Da der Ort wie gesagt sehr weitläufig ist, sind auch die meisten Anlagen sehr weit vom Strand. Direkt am Strand befinden sich einige Hotels und ein weiteres neues Shoppingcenter das \"Varradero\".
Busse und Taxis sind überall in dem Ort, und man kommt recht schnell und preiswert mit diesen Verkehrsmitteln von einem Punkt zum anderen. Die Taxis sind sehr günstig und unter Umständen sogar günstiger als der Bus, wenn man mit zwei Personen unterwegs ist. Um in die Nachbarstadt Playa del Ingles zu kommen, zahlt man für das Taxi etwa 2 EUR. Abends ist es etwas teurer. Da wir die Busse dort nie genutzt haben, kann ich leider nix dazu sagen. Die Taxis waren einfach sehr komfortabel, weil man sie überall heran winken konnte und sie einen direkt zum Bungalow brachten.
:: Der Strand ::
Wir sind jeden Tag gleich morgens früh um 9:30 zum Strand gefahren. Um diese Uhrzeit war die Sonne noch erträglich und es war sehr angenehm. Nach 12 Uhr ist die Sonne dort einfach nur sengend und man wird sehr schnell verbrannt.
Doch nun zu dem Strand...
Der Strand in Maspalomas ist entstanden durch die Winde der Sahara, die den Sand auf die Kanarischen Inseln rüber tragen. Auf Gran Canaria ist so ein 12 km langer Strand entstanden mit einer wunderschönen Dünenlandschaft.
Beide Orte, Maspalomas, wie Playa del Ingles liegen an diesem Strand. Der Sand ist sehr sehr fein, auch wenn er etwas dunkler ist, als der auf Fuerteventura. Das Wasser ist sehr klar und außer einigen Steinen am westlichen Ende des Strandes, ist nichts in dem Sand. Weder Muscheln noch andere Störenfriede. Lediglich einige kleine Fische schwimmen hier und da.
Der Strand wird tagsüber bewacht und eine Fahne (rot, gelb oder grün) zeigt an, wie gefährlich die Wellen sind. Wir hatten Glück und hatten fast täglich die grüne Fahne. Die Wellen waren also sehr sanft und das Schwimmen machte sehr viel Spaß dort.
Ein Naturschutzgebiet befindet sich auf dem Abschnitt von Maspalomas ebenfalls und schließt direkt an die Dünen an.
Die Dünen selber sind mir am schönsten in Erinnerung geblieben. Wir sind oft abends zum Stand gelaufen um gegen 21 Uhr den Sonnenuntergang von einer Düne aus zu beobachten. Der Sand ist noch sehr warm, aber man kann schon drauf barfuß laufen (Tagsüber verbrennt man sich hier extrem die Fußsohlen). Es ist sehr anstrengend die Dünen zu erklimmen, aber wenn man oben ist und auf dem Kamm wandert, dann ist das ein unbeschreibliches Gefühl!
Allein wegen dieser tollen Stimmung beim Sonnenuntergang würde ich jederzeit wieder auf Gran Canaria fahren.
:: Aktivitäten ::
Da wir nicht nur am Strand herumliegen wollten, haben wir auch einige Ausflüge mitgemacht. neben zahlreichen Erkundungswanderungen in der näheren Umgebung, haben wir zwei Fahrten mitgemacht, die von dem Reiseveranstalter angeboten wurden.
Zunächst zu unseren eigenen Wanderungen...
Wir sind einige Male nach Playa del Ingles gewandert, wo man nach etwa 45 Minuten Marsch bei dem größten Shoppingcenter \"Jumbo\" angekommen ist. Dort konnte man sehr gut Souvenirs kaufen, in Spielhallen das Geld lassen und auch mal im Internet surfen, was ich sehr gut fand, da ich ohne Internet fast nicht mehr leben kann :)
Playa del Ingles selber fand ich nicht so besonders schön, da dort wirklich nur große Hotels stehen, an lauten Strassen und alles Erinnerte mich an zu Hause (an Berlin), wo es auch laut und hektisch ist. Das einzig interessante an der Stadt waren die vielen Shoppingmalls, die wir allesamt erkundet haben. Die tausenden Bars, Cafes und Restaurants dort laden alle zum Essen und Trinken ein. Wir haben nur einige davon getestet und waren uns einig, dass die alle ganz gut sind. Es gibt dort auch viele Discos, doch ist das eher nichts für mich, daher auch hier nicht viel Info.
Von den Wanderungen zum Strand habe ich bereits erzählt, die haben am meisten Spaß gemacht. Man sollte allerdings Turnschuhe mitnehmen, da die Strecken teilweise durch Sand und Kiesel gehen, und mit Sandalen oder Badelatschen bekommt man da schnell Schürfwunden.
Nun zu den beiden Ausflügen...
Der erste Ausflug, war eine Busrundfahrt mit dem Namen \"Unbekanntes Gran Canaria\". Mit einer deutsch sprechenden Begleitung ging es direkt in die Mitte der Insel auf den über 1.800 m hohen Gipfel. Wenn man nicht gerade schwindelfrei ist, ist dieser Ausflug zu empfehlen, da man hier sehr viel Lanschaft sieht, die auf der nord-west Seite der Insel ganz anders ist, als die ausgetrocknete und wüstenähnliche süd-ost Seite.
Wir besuchten einen echten Spanischen Markt, sowie einen Botansichen Garten und eine alte Höhle hoch oben in den Bergen. Der Ausflug war also wirklich lohnenswert.
Der zweite Ausflug war eine Fahrt auf einer Motoryacht mit anschließendem Tauch-Crash Kurs oder alternativ Schnorcheln. Dazu fuhren wir etwa 1 h weit an der Küste entlang zu einer Stelle, die verlassen war und machten vor einer Felsbucht stopp. Das Motorboot war relativ klein, es waren nur 17 Personen an Board. Es war ganz schön wackelig und auf der Rückfahrt war mir ganz schön übel. Aber das Schnorcheln (zum Tauchen war ich viel zu feige) war wirklich einmalig. Man konnte wunderschöne Fische sehen und andere Tiere, wie Krebse. Etwa 1 h konnten wir in dem Ozean schnorcheln, dann ging es wieder zurück. Wäre nicht diese wackelige Fahrt, hätte ich das sicher schöner in Erinnerung...
Da beide Ausflüge uns etwa insgesamt 100 EUR gekostet haben, beließen wir es bei den zweien und genossen unseren Urlaub ohne weitere Inselreisen.
:: Klima ::
Vielleicht noch ein Paar Worte direkt zu dem Klima auf der Insel...
im Südlichen Teil der Insel ist es, wie uns dort mitgeteilt wurde, am heißesten. Während es in der Hauptstadt Las Palmas im Norden 28 Grad sind, ist es im Süden meist 10 Grad wärmer! Im Norden der Insel macht sich das auch durch eine viel grünere Landschaft bemerkbar. Die Wettervorhersagen beziehen sich meistens nur auf Las Palmas, daher achtet darauf, wenn ihr selber mal dort hin wollt, dass es eben im Süden, wo die meisten Touristen sind, viel viel wärmer ist.
Wir hatten auch im August etwa 38 Grad jeden Tag. Diese 38 Grad waren schon gegen 11 Uhr Vormittags erreicht und gingen erst gegen 20 Uhr wieder abwärts. Zwischen 13 und 15 Uhr sieht man keinen Spanier freiwillig draußen, wenn man mal selber draußen ist um die Zeit, weiß man auch wieso! Es ist einfach unerträglich und man bekommt einen Sonnenbrand innerhalb von 15 Minuten, egal welchen LSF-Faktor man verwendet.
Befolgt man aber den Rat der Einheimischen und hält sich in den Stunden unter einem Dach auf, so hält man es zwei Wochen problemlos ohne größere Sonnenbrände aus. Natürlich muss man sich mehrfach eincremen, das ist auf den Kanaren absolute Pflicht, wenn man sich und seine Haut liebt.
Nachts sind die Temperaturen unter 30 Grad und bei offenem Fenster schläft es sich sehr gut (wären da nicht die Kakerlaken und die Angst davon, dass diese reinkrabbeln). Die Bettdecke gab es da in der Form von einem Laken, wie in den Südlichen Ländern so üblich. Mehr brauchte man auch nicht.
:: Essen ::
Das Essen auf Gran Canaria fand ich sehr lecker, vor allem den Fisch, der immer frisch war und immer unterschiedlich zubereitet wurde. Natürlich gab es auch andere Fleischsorten, im Endeffekt finde ich die Spanische Küche sehr abwechslungsreich und sehr bekömmlich.
Das Leitungswasser ist, wie auf allen anderen Inseln auch, nicht zum Trinken geeignet, daher empfiehlt es sich entweder im Supermarkt eine 5 Liter Flasche Wasser zu kaufen, oder es abzukochen (wenn man einen Herd/Kocher hat).
In den Supermärkten bekommt man fast alles, was man gewöhnt ist. Sogar die original Nutella gibt es da, allerdings schmeckt die tatsächlich viel süßer als die Nutella bei uns. Überhaupt habe ich das Gefühl, die Spanier lieben Zucker, denn alles, wo Zucker drin ist, ist für meinen Geschmack um einiges süßer als man es hier in Deutschland gewohnt ist.
:: Preise ::
Die Euro-Umstellung hat es vereinfacht die Preise zu vergleichen. Es fällt auf, dass die Lebensmittel auf Gran Canaria wesentlich teurer sind. Jedenfalls in den Touristenorten. Die Souvenirs haben natürlich sehr hohe Preise, das ist allerdings auch zu erwarten gewesen. Im Endeffekt war ich erstaunt, wie teuer dort alles ist. Die Spielhallen sind hier auch extrem geldfressend, jeder Spielautomat nimmt für ein Spiel 1 EUR.
Internet surfen dagegen ist recht günstig. Für 1 EUR kann man 20 min ins Netz. Ich hätte erwartet, dass es teurer ist.
Günstig sind hingegen die Taxis, wie bereits geschrieben. Selten zahlt man mehr als 5 EUR für eine Fahrt.
Achja, der Urlaub hat pro Person 900 EUR gekostet, weil das die Hauptsaison war. Unser Bungalow hatte 3 Sterne.
:: Fazit ::
Die zwei Wochen sind leider um, und der Rückflug war nicht gerade sehr angenehm, weil wir in einem Sturm fliegen mussten. In Berlin angekommen, mussten wir feststellen, dass das Wetter auch von Tag zu Tag schlechter wurde und nun nach etwa zwei Monaten ist unsere Bräune auch fast verblasst.
Aber wir haben jede Menge Fotos gemacht und auch wenn die Unterkunft nicht gerade empfehlenswert war, so war der Ort an sich und der wunderschöne Strand auf jeden Fall eine Reise wert!
Lunatix
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