Grand Prix 3 (PC Rennspiel) Testbericht

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ab 11,46
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Erfahrungsbericht von _matthias_

mr.matze ist mehrfacher Formel 1-Weltmeister!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Barrichello lässt Schumi auf der Zielgeraden passieren. Das ist so lächerlich, dass es schon wieder traurig ist. Amüsant ist jedoch, dass das gesamte Ferrari-Team dafür jetzt eins auf den Deckel bekommt. Insbesondere finde ich es zum Brüllen, dass Schumi behauptet, er hätte erst Sekunden vorher davon erfahren, während Jean Todt erzählt, beide Fahrer wären 7 Runden vor Schluss informiert worden ... ich lach' mich tot.

Das ist glücklicherweise eins der Szenarien, die in einem Computerspiel nur schwer vorstellbar sind, ohne dass dabei der Realitätsbezug leiden muss. Es geht um eins der wenigen PC-Spiele, die ich überhaupt besitze: Grand Prix 3, der Klassiker von Geoff Crammond aus dem Hause Microprose. Allein an der stattlichen Anzahl von Webseiten zum Thema als auch an den bisher zum Spiel geschriebenen Berichten lässt sich erkennen, dass es wir es hier mit einem Autorennspiel zu tun haben, dass man zweifelsohne als Klassiker bezeichnen muss.

Es ist eine aktive Autorennsimulation, in der kaum etwas fehlt, was es nicht in der wirklichen Formel 1 auch gibt (von solch komischen Vorfällen wie in der Einleitung beschrieben mal abgesehen). Ob einzelnes Rennen, Meisterschaftssaison sowie Warm Up, Qualifikation, Wetterberücksichtigung, Unfälle, Ausfälle, Fahrphysik, Boxenstop, Boxenstrategie, Wiederholungen, verschiedene Kameraperspektiven und, und, und ... Es ist herausragend, was in diesem Spiel alles drinsteckt. Man steuert seinen Boliden über die 16 Strecken des Formel 1-Zirkus, je nach Einstellung kann man also gegen Schumi und Co um die WM-Krone kämpfen, nur sollte man es nicht übertreiben, denn einmal zu spät bremsen kann schon das endgültige Aus bedeuten ...

Das Spiel besitzt moderate MINDESTANFORDERUNGEN an den Spiele-PC. Es läuft unter den Betriebssystemen Windows 95/98/ME, 2000, zur lauffähigkeit unter Windows XP kann ich keine Angaben machen. Der Prozessor sollte ein Intel Pentium 450 Mhz, AMD Athlon oder schneller sein, als Größe des Arbeitsspeichers wird 64 MB RAM oder mehr empfohlen. Wichtig ist eine 16 MB-Grafikkarte, die DirectX 7.0-kompatibel sein sollte. Auf der Festplatte werden circa 90 MB benötigt . Die INSTALLATION verläuft reibungsfrei und ist in drei Versionen möglich, wobei ich auf jeden Fall zur Vollinstallation raten würde, um alle Features wirklich ausnutzen. Die zusätzlichen Megabyte, die belegt werden, lohnen sich wirklich!

Die GRAFIK des Spiels ist nicht mehr die Neueste, das war sie zugegebenermaßen nicht mal, als das Spiel auf den Markt kam, da die Entwicklungszeit wirklich sehr lang war. Positiv zu erwähnen ist, dass man die Grafik individuell konfigurieren kann, um ein rasantes Spielerlebnis auf seinem Rechner zu haben. Nicht nur die Auflösung lässt sich individuell einstellen, auch Texturen, Streckenobjekte und die Details in den Rückspiegeln lassen sich an- beziehungsweise abschalten. Die Einstellungen lassen sich auch gleich an einer Testsequent ausprobieren, ein Druck auf die Taste "P" zeigt in jeder Situation des Spiels die aktuelle Prozessorauslastung, die man auf einen Wert von circa 100 Prozent einstellen sollte. Bei einem kleineren Wert verschenkt man Prozessorleistung, bei einem größeren Wert ist mit unschönen Verzögerungen zu rechnen.

Die Grafik des Spiels selber ist trotz des Alters der Software verblüffend. Egal, in welcher bevorzugten Perspektive man fährt, es ist ein wirklich gelungenes Grafikfeuerwerk, dass sich auf dem Monitor abspielt. Egal, ob quietschende Reifen, spektakuläre Unfälle oder heilloses Durcheinander beim Start: die Grafik kann siich wirklich sehen lassen. Auch an Feinheiten der Landschaft hat man gedacht, ebenso an eine (wenn auch nicht animierte) Boxencrew sowie dauerhafte Bremsstreifen auf der Strecke, die nach einem Unfall entstehen. Der Bewegungsablauf ist wirklich flüssig, der Realitätsgrad sehr hoch, Grafikfehler bilden in der Originalversion die absolute Ausnahme (siehe aber den Abschnitt ERWEITERUNGEN unten).

Der SOUND ist etwas gewöhnungsbedürftig, geht einem aber nach kurzer Zeit ins Blut. Es gibt spätestens mit der einen oder anderen ERWEITERUNG (siehe unten) auch einen spartanischen Boxenfunk, den man wohl noch erweitern wird. Zudem kann man eigene Soundfiles einbinden, die man zuhauf im Internet finden wird.

Der MULTIPLAYER-MODUS ist vielfältig. Sitzt man mit mehreren verkappten Rennfahrern vor einem einzigen Rechner, so kann man sich abwechseln, der Rechner simuliert dann die menschlichen Fahrer gemäß der Einstellungen für Fahrer und Fahrzeug, was auch wirklich gut und realistisch klappt. Mit speziellen Editoren kann man sogar neben dem fahrerischen können die Aggressivität einstellen, mit denen Fahrer zum Überholen ansetzen bezeihungsweise in der einen oder anderen Kurve schon mal die "Tür zumachen".
Neben diesem ein-PC-Multiplayer-Modus kann man auch über Netzwerk ein Spiel starten, wobei man aber darauf achten sollte, dass alle Rechner von den Einstellungen her an den Rechner mit der schwächsten prozessor-/Grafikkartenkombination angepasst werden sollten. Sonst kommt es zu unschönen Verzögerungen und leider auch zu Grafikfehlern, die das Spiel fast unspielbar machen. Wenn man alles mal eingestellt hat, macht es aber eine Menge Spaß, auch wenn naturgemäß die Unterhaltungen etwas sehr spärlich ausfallen, wenn jeder vor seinem Rechner hockt und wie wild im kreis fährt ...

Die BEDIENUNG der Menues ist intuitiv und relativ gelungen. Schade ist, dass es keine Schnellspeichertaste gibt. Will man während eines Rennens den Spielstand speichern, muss man sich durch 4 Menues quälen und durch ebensoviele Menues wieder zurück, bevor man endlich weiterfahren kann.
Die Steuerung ist per joystick, Tastatur und Lenkrad möglich. Während die Steuerung über Tastatur relativ grob ist und ein Joystick recht gewöhnungsbedürftig, ist natürlich ein Lenkrad mit Pedalen das Non-plus-Ultra. Die Installation und Kalibrierung ist schnell gemacht, das Fahrvergnügen quasi unübertroffen. Ein Lenkrad ist nicht gerade die billigste Anschaffung, wer sich aber in GP3 verliebt, möchte das echte Fahrgefühl nicht missen ...

Die SPIELANLEITUNG ist gut gemacht, sehr ausführlich und beinhaltet neben nützlichen Tipps auch noch unnütze technische Erklärungen sowie die Streckenbeschreibungen der WM-Strecken von 1998. Na ja, wers braucht ... Ich habe die Sachen mal gelesen, als ich nach einem kapitalen Startunfall den Rest des Rennens zuschauen musste, wie meine Freunde beide in die Punkte fuhren ...

Die SpIELTIEFE ist so tief wie eine Schlucht. Neben der eigentlichen Fahrerei kann man im Vorfeld auch noch sein eigenes Setup erstellen. Als man früher noch etwas zeit hatte, konnte man an circa 250 Einstellungen des Autos herumbasteln, eine Testrunde fahren und danach die Telemtriedaten auswerten, die der Rechner wirklich brav mitgeplottet hat. Ob von der einfachen Übersetzung bis hin zur Abnutzung der Bodenplatte, alles kann man theretisch beeinflussen. Aber Achtung: falsche Einstellungen können durchaus mal einen Motorschaden oder Ähnliches nach sich ziehen. Und wer in Monaco die falschen Flügeleinstellungen wählt, wird kaum mit jean Alesi oder Johnny Herbert mithalten können. natürlich kann man aber auch einfach die Standard-Setups für die jeweiligen Strecken benutzen oder aber aus dem Internet neue Setups downloaden.

Der SCHWIERIGKEITSGRAD ist einstellbar. Je nach Stufe muss man aber ohne Bremshilfe und Automatikgetriebe auskommen, was die Sache vom absoluten Laien bis hin zum echten Formel 1-Profi interessant macht. Auf den Strecken kann man sich die ideallinie einblenden lassen, bei höheren Spielstufen muss man darauf jedoch verzichten.

Der SUCHTFAKTOR ist ultrahoch, wenn man sich in das Spiel verliebt und gleich Null, wenn man das Spiel ncht leiden kann. Bei mir/uns ist es eine Sucht geworden, der wir mittlerweile seit mehr als 4 Jahren nachkommen. Es vergeht kaum mal ein Monat, in dem wir drei uns nicht mindestens einmal zu einer Session treffen. Da das Spiel mittlerweile für weniger als 10 Euro zu haben ist, sollte man sich die Sache auf jeden Fall mal ansehen, wenn man a) auf Sportspiele steht und b) ein gewisses Faible für die Formel 1 hat.

ERWEITERUNGEN: Im Netz gibt es nichts, was es nicht gibt. Neue Strecken, neue Autos, neue Namen, viele Erweiterungen, die große Mankos ausbessern. So ist zum Beispiel ein privates Tool veröffentlicht worden, dass in einem kleinen Fenster jeweils den aktuellen Stand des Rennens anzeigt und weitere Informationen über Rundenzeiten und Abstände der einzelnen Fahrzeuge anzeigt. Gute Ausgangspunkte, um sein GP3 etwas aufzumöbeln, sind die Seiten http://www.xs4all.nl/~rsdi/gpxpatch.html sowie http://www.gp3station.4players.de, auf denen man viele Tools, Tipps und Anleitungen findet.

FAZIT Für mich seit 4 Jahren das PC-Spiel Nummer 1, dass verdammt nah an die Realität herankommt. Nur die Stallorder, die ist nicht programmiert worden, womit sich der Kreis schließt und der bericht endet. Volle, ehrliche, anerkennende Höchstwertung für dieses Spiel.

Rasante Grüße, euer mr.matze (c) 17.5.02
Wer klaut dem soll in der letzten Runde der Motor platzen.
Respect all Colours.


PRO: Grafik, Spielspaß, Multiplayermodus, läuft stabil, geringer Preis, Suchtgefahr, Einstellungsmöglichkeiten, Wetterberücksichtigung, intelligente Computer-Fahrer ...

KONTRA: spielen übers Internet nur mit Zusatztools, etwas veraltete Grafik

26 Bewertungen, 4 Kommentare

  • zitrol

    02.07.2002, 14:58 Uhr von zitrol
    Bewertung: sehr hilfreich

    Jajaa, Mr.Matze als WM, aber bestimmt nur mit automatischer Brems- und Lenkhilfe, hihi...

  • Alusru

    20.05.2002, 00:04 Uhr von Alusru
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hi schnell ein Frohes Pfingstfest wünschen lieben Gruß Uschi.

  • McBommels

    17.05.2002, 17:08 Uhr von McBommels
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr informativer Artikel! - weiter so

  • YetiChris

    17.05.2002, 16:34 Uhr von YetiChris
    Bewertung: sehr hilfreich

    Für mich sind Autorennsimulationen das selbe wie Playboy-lesen: das wichtigste fehlt. da fahre ich lieber mal Kart .