Grimma Testbericht

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Erfahrungsbericht von April

Nach der Flut...

Pro:

Sehr zentrumsnah gelegen, hübsche Zimmer im Landhausstil, meine Empfehlung für alle, die gerne in einem familiär geführten Hause wohnen; Stadt Grimma absolut sehenswert;

Kontra:

Mir persönlich zu spießig, zumindest zeitweise desinteressierter Zimmerreinigungsdienst, durch Hundegatter in Flexibilität eingeschränkt...

Empfehlung:

Ja

Diesmal führte mich mein Weg ins sächsische Grimma, die kleine Stadt an der Mulde, die im August 2002 durch das Jahrhunderthochwasser so vieles mitmachen musste!

Sehr viel wurde seither wieder aufgebaut und renoviert, aber Grimma hat selbstverständlich noch viele Narben, die das Hochwasser anrichtete und man ist sehr betroffen, wenn man durch die Stadt geht und mitbekommt, was die Menschen für persönliche Schicksalsschläge erlitten!
Fürchterlich, wenn man gerade alles renoviert hat, seine gesamten Ersparnisse investierte und dann durch diese Katastrophe innerhalb kürzester Zeit alles zunichte gemacht ist!

Die wunderschöne Pöppelmann Brücke, welche erst in den Jahren 1999 und 2000 wieder fertiggestellt wurde, ist nun nicht mehr passierbar. Als ich dies sah, dachte ich der neuaussehenden Steine wegen, diese wird gerade wieder errichtet, doch falsch gedacht!
Es war eben nur der allgemeine Neuglanz der Mauern, welcher so strahlte, da die Errichtung ja erst vier Jahre zählt!
Diese Mühe war also geradezu umsonst!!!
Eine sehr traurige Sache!
Die Brücke ist für die Stadt sehr wichtig und hoffentlich kann sie erneut fertiggestellt werden!

Grimma ist ein sehr hübsches Städtchen, welches einen Besuch auf jeden Fall lohnt! Wunderschöne Spaziergänge am Ufer der Mulde entlang oder auch in den angrenzenden Wald sind möglich und alleine der Marktplatz ist schon absolut sehenswert! Dort steht das fantastische Rathaus. Dies ist mehr als nur einen flüchtigen Blick wert!

Ein prima Essentipp, wenn der Magen knurrt ist „Athos - der Grieche“, welcher sich auch am Marktplatz befindet. Dort gibt es hervorragende griechische Gerichte und man bekommt gratis zur Speise diverse Schnäpse gereicht! Sowas gibt es ja häufig in Lokalen, aber in dieser Fülle habe ich es bisher sonst noch nirgends kennengelernt!


Mein eigentlicher Bericht soll nun aber vom „Altstadt Hotel -garni-“ handeln, in welchem ich zu Gast war.
Das Hotel liegt sehr zentral, nämlich nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt im historischen, denkmalgeschützten Stadtkern.
Es ist ein gemütliches Haus, in welchem sich unten ein Ladengeschäft befindet.
Eine enge Einfahrt führt daneben auf den zum Haus gehörenden Parkplatz.
Etwas seltsam empfand ich es, dass immer wieder ein Lattenzaun am Parkplatz angebracht wurde, damit der hauseigene Hund dort in aller Ruhe spielen konnte. Als Tierfreund finde ich das so gesehen super, unpraktisch ist nur, dass man so nicht immer wie man gerade möchte zu seinem Fahrzeug gelangen kann! Natürlich kann man Bescheid geben, aber man überlegt sich dies dann doch und möchte auch nicht wegen jeder Kleinigkeit das gesamte Leben der Hausherren durcheinanderbringen.
Fazit: Ich fühlte mich in meiner Freiheit eingeschränkt!

Das Hotel verfügt über lediglich acht Gästezimmer. Diese sind sehr behaglich und hübsch im Landhausstil eingerichtet und beinhalten Dusche, WC, TV und Telefon. Aber auch da muss ich persönlich sagen, fühlte ich mich wie auf dem Präsentierteller, es ist schon alles sehr familiär und nicht gerade professionell geführt.

Das Zimmer wurde auch nicht immer gesäubert, da wohl keine Lust bestand oder es stellte sich auch als sehr großes Problem dar, am Abreisetag den Raum noch bis 11 Uhr zu nutzen, was normalerweise in Hotels kein Problem ist. Auch gibt es keine „Bitte nicht stören“ Schilder, was unangenehm ist, falls man mal nicht nur nachts im Zimmer sein sollte und man hat so nie wirklich die Möglichkeit sich zu entspannen, da man darauf lauert, dass jeden Moment die Zimmerfrau eintritt (und dies ja dann doch nicht tut…haha!)

Nun näheres zum Frühstücksbuffet!
Es gibt Eier, Käse, Wurstplatte, Joghurt, Kekse, Marmelade, Butter, Brötchen (leider so gut wie keine Vollkornprodukte!), Brot (sehr labberiges Graubrot- nix dolles!), Teebeutel in verschiedenen Sorten. Es wird heißes Wasser dafür oder eben Kaffee gereicht.
Für die Größe des Hotels kann man hier nicht meckern. Mich verwunderte sogar, dass es überhaupt ein Frühstück in Buffetform gab!

Zu Ohren kam mir außerdem, dass eine Mitarbeiterin in der Zeit gerade Urlaub hatte und diese sehr nett sein soll!
Wenn man diese also erwischt, ist ein Aufenthalt im Hotel sicherlich sehr angenehm!
Mir jedenfalls war das Haus, so wie ich es angetroffen habe, viel zu spießig und ich war froh, als ich wieder abreisen konnte!
Wer es allerdings gerne mag in familiärer Atmosphäre abzusteigen, dem würde ich das Hotel absolut empfehlen.
Allen anderen sei gesagt -lieber Abstand halten-!

Preislich ist das Haus dagegen auf jeden Fall akzeptabel!
Die Übernachtung mit Frühstück im Einzelzimmer
kostet lediglich 40.- €!
Für das Doppelzimmer mit Frühstück werden
50.- € berechnet.

Für alle Leser, die einmal im Hause absteigen möchten, sei auf jeden Fall das genaue Studieren der Buchdokumentation über die Hochwasserkatastrophe zu empfehlen!
Diese liegt im Frühstücksraum aus und es ist sehr ergreifend, wenn man mal vor Ort sieht, wie das war im Jahre 2002!



Die Adresse um einen Aufenthalt zu buchen:

Altstadt Hotel -garni-
Inhaber: Lutz Schneider

Brückenstraße 12
04668 GRIMMA

Tel.: 03437/ 91 40 95
Fax: 03437/ 91 47 27

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