Das Urteil (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht
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Erfahrungsbericht von Lanzelot
Bestechung!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Am Anfang steht immer ein Vergehen oder ein Verbrechen. Es folgt die Ermittlungstätigkeit der Polizeibehörden und nach deren Abschluss eine Gerichtsverhandlung. In unserem Gefilden muss nach der Anklageerhebung die Schuld des Angeklagten, vor einem Gericht, bewiesen werden. In den USA hat der Angeklagte das Recht seine Unschuld zu beweisen. Dieser kleine, rechtliche Unterschied macht Welten aus im Reich der Justiz.
Aber beide Rechtssysteme haben eine Gemeinsamkeit. Am Ende einer jeden Gerichtsverhandlung steht......
...das Urteil:
Eine kleine, unscheinbare und langweilige Stadt im Bundesstaat Mississippi, sie heisst Biloxi, sorgt für Schlagzeilen. Vor dem Gericht dieser Stadt findet, vielleiocht, einer der grössten und wichtigsten Zivilgerichtsprozesse jener Zeit statt.
Angeklagt sind ist einer der größten Zigarettenfirmen der ganzen Welt. Die Firma Pynex wird angeklagt, einen Mann durch die Zigaretten der Firma getötet, zumindest aber so süchtig gemacht zu haben, dass er an Tabakkonsum gestorben ist.
Anklagevertreter ist der Anwalt Wendell Rohr. Er vertritt die Frau des an Lungenkrebs Verstorbenen. Eingedenk der Brisanz und der grundsätzlichen Frage, ob Zigaretten denn töten können, bietet die Firma Pynex den Anwalt Durwood Cable auf und mit ihm noch einen ganzen Pulk von Kollegen und Gehilfen. Die Existenz der Firma steht schließlich auf dem Spiel.
Da die Firma den Anwälten zwar eine Menge zutraut, aber halt doch nicht alles, übt sie sich natürlich auch noch in diversen Bestechungsversuchen. Eine Praxis, die auch schon vor dieser Gerichtsverhandlung üblich war, um Prozesse erst gar nicht aufkommen zu lassen. Zu diesem Zewck gibt es einen besonderen Fond, in welchen die Zigarettenhersteller tüchtig einzahlen. Dieser Fond ist offiziel für die Honorare der Anwälte gedacht, inoffiziel jedoch auch für die Bestechungsgeldzahlungen. Eine perfekte Geldwaschmaschine wurde somit von den 4 führenden Firmen aufgebau t.
Eine weitere Sicherung ist den Firmen angediehen. Rankin Fitsch, ein sehr subtiler und unfassbarer Mensch. Er setzt die Geldmittel ein und nur die 4 Firmenleiter wissen, was mit dem Geld passiert. Die Palette reicht von Bestechung über Spionage bis hin zur Erpressung. Rankin erledigt einfach alles. Fast Alles.
Um die Wichtigkeit dieses Prozesses wissend, wird dieses mal nicht auf Justitia und das vorhandene Geld vertraut. In die Jury wird eine Marionette eingeschleust. Sie manipuliert, boykottiert und infiltriert die übrigen Mitglieder. Der Name dieses subversiven Elementes? Nicolas Easter.
Nicolas hat aber eine Schwachstelle. Seine Freundin. Geldgierig wie sie ist, schlimmer als Nicolas, versucht sie ihre eigene Geldquelle aufzutun. Fatal. Warum?
Tut mir leid, da müsst Ihr Euch wohl das Buch besorgen. Meine Erzählung endet hier.
Der Autor:
Nur kurz will ich Euch erläutern, wie so eine detaillierte und genaue Schilderung der Vorgänge um so einen Prozess herum entstehen kann. John Grisham ist Jurist. Er war Politiker. Beide Berufe hat er für die Schriftstellerei aufgegeben.
Warum so ein recht brisantes Thema?
Grisham ist immer ein unangenehmer Schriftsteller geworden. was ihn so gefährlich macht, zumindest für das Rechtssystem der USA, ist sein Insiderwissen. Er schreibt Romane, sind es überhaupt Geschichten?, über Vorgänge, wie sich sich ereignet haben könnten. Er zeigt Möglichkeiten auf, er hinterfragt und zeigt gnadenlos die Lücken des Rechtssystems auf. Ob es nun in seinem Buch \"Die Jury\" das Rassismus-Problem oder in diesem Buch das Problem \" Wer Geld hat, hat das Recht\" ist.
Grisham scheint vor keinem Thema zurückzuweichen, was er einmal anspricht, wird auch bis zum Ende recherchiert. In diesem Buch ist sein Thema die Urteilsfindung. Der Vorsitzende Richter ist an das Urteil der Jury gebunden. Er kann lediglich das Strafmaß noch relativieren. Spricht die Jury \"Schuldig\", dan ist das für den Richter bindend. Natürlich soll diese Jury, auf dem Papier zumindest, unabhängig, objektiv und gerecht sein. Die Auswahl der Mitglieder ist auch eine sehr aufwendige Prozedur, die anschließenden Urteile müssen einstimmig gefällt werden.
Grisham zeigt hier aber Lücken in den vermeintlich so sicherem System auf. Ich glaube nicht, dass er dieses in der Anbsicht getan hat, dass es andere Menschen für sich nutzen, sondern das diese Lücken von dem Gesetzgeber geschlossen werden. Das schwächste Glied in einem System ist immer noch der einzelne Mensch. Diese Erkenntnis kann man aus dem Roman ziehen. Geldgier beugt jeden Charakter. Die Frage ist nur, wie hoch die Hemmschwelle des Einzelnen ist.
Der Roman ist sehr gut geschrieben und aus der Perspektive der Jurymitglieder gesehen. Der Leser scheint also ein Teil dieser Jury zu sein und bekommt so das \"Drumherum\" mit. Eine interessante Variante und icht unbedingt üblich.
Mir hat das Buch ausserordentlich gut gefallen. Aber da hatte ich bei Grisham eigentlich noch nie Probleme. Ich glaube, ich bin ein Fan von ihm.
Die Bücher von Grisham bekommt Ihr in jeder guten Buchhandlung. Er gehört dort hin, so wie in den 80ern jeder Konsalik in den Buchhandlungen vorrätig war. Wobei ich diesen Trivialliteraten nicht unbedingt mit Grisham auf eine Stufe stellen möchte. Das wäre dann doch etwas weit hergeholt. Grisham ist Qualität, Spannung und auch ein wenig Jura-Studium.
Aber beide Rechtssysteme haben eine Gemeinsamkeit. Am Ende einer jeden Gerichtsverhandlung steht......
...das Urteil:
Eine kleine, unscheinbare und langweilige Stadt im Bundesstaat Mississippi, sie heisst Biloxi, sorgt für Schlagzeilen. Vor dem Gericht dieser Stadt findet, vielleiocht, einer der grössten und wichtigsten Zivilgerichtsprozesse jener Zeit statt.
Angeklagt sind ist einer der größten Zigarettenfirmen der ganzen Welt. Die Firma Pynex wird angeklagt, einen Mann durch die Zigaretten der Firma getötet, zumindest aber so süchtig gemacht zu haben, dass er an Tabakkonsum gestorben ist.
Anklagevertreter ist der Anwalt Wendell Rohr. Er vertritt die Frau des an Lungenkrebs Verstorbenen. Eingedenk der Brisanz und der grundsätzlichen Frage, ob Zigaretten denn töten können, bietet die Firma Pynex den Anwalt Durwood Cable auf und mit ihm noch einen ganzen Pulk von Kollegen und Gehilfen. Die Existenz der Firma steht schließlich auf dem Spiel.
Da die Firma den Anwälten zwar eine Menge zutraut, aber halt doch nicht alles, übt sie sich natürlich auch noch in diversen Bestechungsversuchen. Eine Praxis, die auch schon vor dieser Gerichtsverhandlung üblich war, um Prozesse erst gar nicht aufkommen zu lassen. Zu diesem Zewck gibt es einen besonderen Fond, in welchen die Zigarettenhersteller tüchtig einzahlen. Dieser Fond ist offiziel für die Honorare der Anwälte gedacht, inoffiziel jedoch auch für die Bestechungsgeldzahlungen. Eine perfekte Geldwaschmaschine wurde somit von den 4 führenden Firmen aufgebau t.
Eine weitere Sicherung ist den Firmen angediehen. Rankin Fitsch, ein sehr subtiler und unfassbarer Mensch. Er setzt die Geldmittel ein und nur die 4 Firmenleiter wissen, was mit dem Geld passiert. Die Palette reicht von Bestechung über Spionage bis hin zur Erpressung. Rankin erledigt einfach alles. Fast Alles.
Um die Wichtigkeit dieses Prozesses wissend, wird dieses mal nicht auf Justitia und das vorhandene Geld vertraut. In die Jury wird eine Marionette eingeschleust. Sie manipuliert, boykottiert und infiltriert die übrigen Mitglieder. Der Name dieses subversiven Elementes? Nicolas Easter.
Nicolas hat aber eine Schwachstelle. Seine Freundin. Geldgierig wie sie ist, schlimmer als Nicolas, versucht sie ihre eigene Geldquelle aufzutun. Fatal. Warum?
Tut mir leid, da müsst Ihr Euch wohl das Buch besorgen. Meine Erzählung endet hier.
Der Autor:
Nur kurz will ich Euch erläutern, wie so eine detaillierte und genaue Schilderung der Vorgänge um so einen Prozess herum entstehen kann. John Grisham ist Jurist. Er war Politiker. Beide Berufe hat er für die Schriftstellerei aufgegeben.
Warum so ein recht brisantes Thema?
Grisham ist immer ein unangenehmer Schriftsteller geworden. was ihn so gefährlich macht, zumindest für das Rechtssystem der USA, ist sein Insiderwissen. Er schreibt Romane, sind es überhaupt Geschichten?, über Vorgänge, wie sich sich ereignet haben könnten. Er zeigt Möglichkeiten auf, er hinterfragt und zeigt gnadenlos die Lücken des Rechtssystems auf. Ob es nun in seinem Buch \"Die Jury\" das Rassismus-Problem oder in diesem Buch das Problem \" Wer Geld hat, hat das Recht\" ist.
Grisham scheint vor keinem Thema zurückzuweichen, was er einmal anspricht, wird auch bis zum Ende recherchiert. In diesem Buch ist sein Thema die Urteilsfindung. Der Vorsitzende Richter ist an das Urteil der Jury gebunden. Er kann lediglich das Strafmaß noch relativieren. Spricht die Jury \"Schuldig\", dan ist das für den Richter bindend. Natürlich soll diese Jury, auf dem Papier zumindest, unabhängig, objektiv und gerecht sein. Die Auswahl der Mitglieder ist auch eine sehr aufwendige Prozedur, die anschließenden Urteile müssen einstimmig gefällt werden.
Grisham zeigt hier aber Lücken in den vermeintlich so sicherem System auf. Ich glaube nicht, dass er dieses in der Anbsicht getan hat, dass es andere Menschen für sich nutzen, sondern das diese Lücken von dem Gesetzgeber geschlossen werden. Das schwächste Glied in einem System ist immer noch der einzelne Mensch. Diese Erkenntnis kann man aus dem Roman ziehen. Geldgier beugt jeden Charakter. Die Frage ist nur, wie hoch die Hemmschwelle des Einzelnen ist.
Der Roman ist sehr gut geschrieben und aus der Perspektive der Jurymitglieder gesehen. Der Leser scheint also ein Teil dieser Jury zu sein und bekommt so das \"Drumherum\" mit. Eine interessante Variante und icht unbedingt üblich.
Mir hat das Buch ausserordentlich gut gefallen. Aber da hatte ich bei Grisham eigentlich noch nie Probleme. Ich glaube, ich bin ein Fan von ihm.
Die Bücher von Grisham bekommt Ihr in jeder guten Buchhandlung. Er gehört dort hin, so wie in den 80ern jeder Konsalik in den Buchhandlungen vorrätig war. Wobei ich diesen Trivialliteraten nicht unbedingt mit Grisham auf eine Stufe stellen möchte. Das wäre dann doch etwas weit hergeholt. Grisham ist Qualität, Spannung und auch ein wenig Jura-Studium.
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