Die Jury (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht
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Erfahrungsbericht von orlan
Mord und Rassenhass
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Inhalt
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Betrunken und mit Drogen vollgepumpt vergewaltigen und quälen Billy Ray Cobb und Pete Willard die 10jährige Tonya Hailey. Das eigentlich brisante daran ist aber, dass Cobb und Willard Weiße sind, Tonya hingegen eine Schwarze. Cobb und Willard werden festgenommen und vor Gericht gestellt. Doch bevor es zu einer Verurteilung kommen kann, erschießt Tonyas Vater Carl Lee die beiden Vergewaltiger seiner Tochter kaltblütig und von langer Hand geplant noch im Gerichtsgebäude. Dabei wird auch ein Polizist getroffen und verliert dadurch ein Bein.
Nun wird Carl Lee Hailey zum Angeklagten. Doch sein Prozess ist kein gewöhnlicher Mordprozess. Im ganzen Land wirbelt der Fall viel Staub auf. Staatsanwalt Rufus Buckley sieht seine Chance gekommen. Er strebt nach höheren Würden als denen eines einfachen Bezirksstaatsanwalts und will die Medienwirksamkeit des Prozesses nutzen, um seine politische Karriere voranzutreiben. Doch auch sein Gegenüber, der Strafverteidiger Jake Brigance, erhofft sich viel von dem Prozess. Durch diesen wird er im ganzen Land bekannt und kann auf viele neue und vor allem zahlungskräftige Mandanten hoffen.
Doch die beiden sind nicht die einzigen, die durch den Prozess gegen Carl Lee Hailey auf viel Publicity hoffen. Auch der Ku-Klux-Klan sieht die Chance, sich mal wieder eingehend in Erinnerung zu bringen. Vor dem Haus des Verteidigers und einiger potentieller Geschworener werden brennende Kreuze aufgestellt. Verteidiger und Richter erhalten Morddrohungen.
Dem Ku-Klux-Klan stehen nahezu ebenso fanatische schwarze Bürgerrechtler gegenüber, so dass der Bürgermeister der kleinen Stadt Clanton schließlich keine andere Möglichkeit mehr sieht, als die Nationalgarde zu rufen. Doch trotz allen Schutzes kann niemand verhindern, dass eines Tages auf dem Weg zum Gericht auf Brigance geschossen wird. Seine Assistentin Ellen Roark wird entführt und misshandelt, der Mann seiner Sekretärin zu Tode geprügelt.
Doch trotz allem lässt er sich nicht davon abbringen, Carl Lee zu verteidigen. Vor Gericht kommt es zu einer erbitterten Schlacht zwischen Brigance und Bezirksstaatsanwalt Buckley. Doch die Chancen für Carl Lee, freigesprochen zu werden, stehen nicht gerade gut…
Kritik
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„Die Jury“ ist mal wieder ein spannender und packender Roman von John Grisham, der meiner Meinung nach aber nicht an den aus meiner Sicht besten Grisham-Roman „Die Firma“ herankommen kann.
Wie in so vielen anderen Romanen des Autors spielt auch in dem hier rezensierten Roman wieder einmal ein Anwalt die Hauptrolle. Grisham hat sich auf Anwaltsromane spezialisiert, was sicherlich auch daran liegen mag, dass er selbst einmal Anwalt gewesen ist.
Die Anwälte in diesem Buch – zumindest die, die auf der Seite der „Guten“ stehen – sind natürlich alle absolut genial, gewitzt und schlau, sind aber gleichzeitig auch arrogant und saufen wie die Löcher.
Das sehr detailliert beschriebene amerikanische Strafrechtssystem inklusive der Bestimmung und der Auswahl der Geschworenen mag auf den ersten Blick aus deutscher bzw. mitteleuropäischer Sicht etwas fremd anmuten. Allerdings haben vielleicht auch viele Deutsche vor dem Aufkommen der allgegenwärtigen Gerichtsshows im Fernsehen geglaubt, dass der Rechtsstaat auch bei uns ähnlich funktioniert, zu sehr wurde man von Romanen und Filmen aus dem angloamerikanischen Raum in diese Richtung gewiesen.
Der Weg zu dem letztendlich gesprochenen Urteil kann mir eigentlich nur den Magen umdrehen. Da werden die Geschworenen bestochen, bedroht und wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten, um letztendlich mehr oder weniger aus Angst und nach dem Gefühl über Wohl und Wehe des Angeklagten zu entscheiden. Recht und Gesetz spielen zu guter Letzt kaum mehr eine Rolle.
Dem Autor gelingt es ganz hervorragend, die Parteien gegeneinander in Stellung zu bringen. Das gilt nicht nur für Anklage und Verteidigung, sondern auch für Schwarze und Weiße, die sich sozusagen außerhalb des Gerichts ebenfalls ein Gefecht liefern. Doch es wird schnell klar, dass sowohl schwarze Bürgerrechtler als auch weiße Mitglieder des Ku-Klux-Klan nicht wirklich um die Freiheit oder den Tod Carl Lee Haileys streiten, sondern vor allem, um sich selbst zu profilieren. Schließlich sorgt der Prozess in den gesamten Vereinigten Staaten von Amerika für Aufsehen.
Auch der Leser mag sicherlich Schwanken zwischen dem Gefühl, dass die beiden Vergewaltiger von Carl Lee Haileys Tochter Tonya es nicht besser verdient haben und der Einsicht, dass Selbstjustiz mit Sicherheit nicht der richtige Weg ist. Auch wenn ich felsenfest davon überzeugt bin, dass letztere Ansicht die richtige ist, kann ich selbstverständlich auch nicht genau sagen, wie ich an Carl Lees Stelle reagiert hätte.
Ich bin aber auf jeden Fall froh, dass der Eintritt solcher Zustände, wie sie in diesem Buch beschrieben werden, in unserem Rechtssystem kaum möglich erscheint.
Der Autor
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John Grisham wurde am 08.02.1955 in Jonesboro im US-Bundesstaat Arkansas geboren. Er studierte Jura und machte 1981 seinen Abschluss an der Mississippi State University. Im gleichen Jahr heiratete er und gründete eine eigene Rechtsanwaltskanzlei mit Spezialisierung auf Strafrecht.
Seinen ersten Roman „Die Jury“ schrieb er mehr so nebenbei. Nach dem großen Erfolg seines zweiten Romans „Die Firma“ gab Grisham das Leben als Anwalt auf und machte die Schriftstellerei zu seinem Beruf. Seitdem erscheint nahezu jährlich ein neues Buch. Viele seiner Werke (u.a. „Die Firma“, „Die Jury“, „Der Klient“ und „Der Regenmacher“) wurden inzwischen auch verfilmt.
Heute lebt John Grisham mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Oxford/Mississippi.
(Die Informationen zur obigen kurzen Biografie stammen aus dem hier rezensierten Buch und von der Internetseite http://www.krimi-couch.de/krimis/john-grisham.html, auf der sich auch noch viele weitere Informationen über den Autor und seine Werke finden lassen.)
Daten
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Die Jury / Grisham, John
Wilhelm Heyne Verlag, 2000
Taschenbuch, 620 Seiten
ISBN: 3-453-16947-6
Aktueller Preis: 9,95 Euro
29 Bewertungen, 8 Kommentare
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29.01.2006, 21:49 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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29.01.2006, 21:48 Uhr von Gemeinwesen
Bewertung: sehr hilfreichSchön beschrieben, gleichwohl ich selbst für das Thema "Grisham" qwahrscheinlich auf ewig verloren bin, nachdem ich selbst "Die Firma" nach der Hälfte entnervt in die Ecke geworfen habe. Bei Juristen ist er aber, soweit ich weiß, tatsäc
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28.01.2006, 10:47 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichein schöner bericht.lg
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27.01.2006, 20:09 Uhr von AngelikaBS
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße von Angelika :-) Ich würde mich über einen Gegenbesuch freuen :-)
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27.01.2006, 13:31 Uhr von Fluetie
Bewertung: sehr hilfreich:-) Dirk
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26.01.2006, 23:55 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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26.01.2006, 23:53 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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26.01.2006, 23:50 Uhr von Lidlefood
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht
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