Die Jury (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht

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Erfahrungsbericht von magnifico

Aufarbeitung eines traurigen Kapitels

Pro:

gelungene Darstellung des Rassenkonfliktes

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Ein erschütternder Roman, mit dem Grisham einmal mehr eine Schwäche des amerikanischen Rechtssystems aufdeckt - wobei ich hier schon vorneweg anmerken will, daß ich das Ende des Romans als einzig befriedigenden und angemessenen Abschluß erachte - und zugleich aber auch Spannung und Dramatik auf den Höhepunkt treibt, und somit nicht nur Kenner der Materie zu begeistern versteht, sondern auch Leser, die Freude an fundierten und authentischen Ausführungen, gepaart mit literarischer Bestleistung haben.

Nach der Vergewaltigung seiner Tochter durch zwei Weiße greift Carl Lee Hailey, der angesichts der antisemitischen Verhältnisse in seinem Staat und der greifbaren Ablehnung gegenüber Afroamerikanern einen Freispruch der Täter befürchtet, zur Selbstjustiz und erschießt die Vergewaltiger seiner Tochter. Für die Jury stellt sich die brisante Frage, ob hier kaltblütiger Mord oder nachvollziehbare Rache verübt worden ist und ein Freispruch oder ein Todesurteil verhängt wird. Dabei stehen weniger die juristischen Fakten als vielmehr die persönliche Einstellung und die tief verwurzelte Ablehnung gegenüber Andersartigen im Vordergrund - um so mehr, als die Geschworenen zunehmend in die Mühlen einer landesweiten unterschwelligen Auseinandersetzung getrieben werden.

Ein packender Thriller, bei dem ein nach wie vor vorhandenes Potential mit vernichtender Energie innerhalb der amerikanischen Gesellschaft dargestellt und hinterleuchtet wird. Denn nach wie vor sind die Gleichstellung von \"Weißen\" und \"Schwarzen\", weit über den hierzulande zu meinem Schrecken im Kommen begriffenen Fremdenhaß hinausgehend, eine Frage der persönlichen Einstellung, die viel zu oft zu einer Pervertierung von Menschen- und Bürgerrechten wird. Grisham gelingt es auch diesmal mit Fingerspitzengefühl, dieses heikle Thema geschickt zwischen den Zeilen zu verstecken und den Leser, unbeachtlich seiner persönlichen Haltung, in seinen Bann zu schlagen. Einmal mehr kann ich daher nur die Empfehlung hier anfügen, das Buch zu lesen und sich seine eigenen Gedanken und Vorstellungen dazu bzw. davon zu machen - Enttäuschungsgefahr besteht in meinen Augen nicht!!!


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2004-08-03 13:52:28 mit dem Titel Aufarbeitung eines dunklen Kapitels?

Ein erschütternder Roman, mit dem Grisham einmal mehr eine Schwäche des amerikanischen Rechtssystems aufdeckt - wobei ich hier schon vorneweg anmerken will, daß ich das Ende des Romans als einzig befriedigenden und angemessenen Abschluß erachte - und zugleich aber auch Spannung und Dramatik auf den Höhepunkt treibt, und somit nicht nur Kenner der Materie zu begeistern versteht, sondern auch Leser, die Freude an fundierten und authentischen Ausführungen, gepaart mit literarischer Bestleistung haben.

Nach der Vergewaltigung seiner Tochter durch zwei Weiße greift Carl Lee Hailey, der angesichts der antisemitischen Verhältnisse in seinem Staat und der greifbaren Ablehnung gegenüber Afroamerikanern einen Freispruch der Täter befürchtet, zur Selbstjustiz und erschießt die Vergewaltiger seiner Tochter. Für die Jury stellt sich die brisante Frage, ob hier kaltblütiger Mord oder nachvollziehbare Rache verübt worden ist und ein Freispruch oder ein Todesurteil verhängt wird. Dabei stehen weniger die juristischen Fakten als vielmehr die persönliche Einstellung und die tief verwurzelte Ablehnung gegenüber Andersartigen im Vordergrund - um so mehr, als die Geschworenen zunehmend in die Mühlen einer landesweiten unterschwelligen Auseinandersetzung getrieben werden.

Ein packender Thriller, bei dem ein nach wie vor vorhandenes Potential mit vernichtender Energie innerhalb der amerikanischen Gesellschaft dargestellt und hinterleuchtet wird. Denn nach wie vor sind die Gleichstellung von \"Weißen\" und \"Schwarzen\", weit über den hierzulande zu meinem Schrecken im Kommen begriffenen Fremdenhaß hinausgehend, eine Frage der persönlichen Einstellung, die viel zu oft zu einer Pervertierung von Menschen- und Bürgerrechten wird. Grisham gelingt es auch diesmal mit Fingerspitzengefühl, dieses heikle Thema geschickt zwischen den Zeilen zu verstecken und den Leser, unbeachtlich seiner persönlichen Haltung, in seinen Bann zu schlagen. Einmal mehr kann ich daher nur die Empfehlung hier anfügen, das Buch zu lesen und sich seine eigenen Gedanken und Vorstellungen dazu bzw. davon zu machen - Enttäuschungsgefahr besteht in meinen Augen nicht!!!

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