Die Jury (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht

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ab 4,27
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Erfahrungsbericht von CyberQueeny

10jähriges Mädchen brutal vergewaltigt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

==10jähriges Mädchen brutal vergewaltigt==

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

==ALLGEMEINES==

===Kaufgrund===
Da ich eine absolute Leseratte bin und gerne mal etwas Neues lese, habe ich mir mal ein Überraschungsbuchpaket bei Ebay ersteigert, um auch mal etwas zu lesen, was ich sonst nie in die Finger bekommen hätte. Darunter war auch dieses Exemplar.


===Buchdaten===
Titel: Die Jury
Autor: John Grisham
Verlag: Heyne
Preis: 9,95€ neu
ISBN: 3-453-19928-6
Seitenzahl: 622
Alter: 16
Jahr: 1996
Rubrik: Justizdrama
Art: Taschenbuch

===Autor===
John Grisham ist Jahrgang 1955 und wurde in Jonesboro in Arkansas geboren. An der Universität von Mississippi hat er Jura studiert und danach zehn Jahre lange als Anwalt praktiziert. 1983 wurde er in das Parlament Mississippis', seinen Heimatstaat gewählt.
Mitte der 80er begann er zu schreiben und hatte bald großen internationalen Erfolg. Kurz darauf hörte er als Anwalt auf und legte auch alle politischen Ämter nieder, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Oxford, Mississippi.

==NACH DEM LESEN==

===Inhaltsangabe===
Tonya, 10 Jahre alt, Hautfarbe schwarz, wird von zwei weißen Männern, die zu den extremen Südstaatlern gehören, vergewaltigt und misshandelt, um am Ende nur knapp mit dem Leben davon zu kommen. Ihr Vater hat nur einen Wunsch, die Männer tot zu sehen. Obwohl er anderen von diesem Plan erzählt, glaubt ihn keiner, bis er dies in die Tat umsetzt und die beiden Männer tötet, dabei verletzt er versehentlich einen Polizisten. Freunde und Bekannte der beiden erschossenen Rednecks wenden sich an den längst tot geglaubten Ku-Klux-Klan; die schwarze Bevölkerung fordert Freispruch und organisiert Geldsammlungen für Hailey, der seine Verteidigung durch Brigance nicht bezahlen kann, seine Arbeit verloren und dessen Familie kaum Geld zum Leben hat. Clanton teilt sich in solche, die vollstes Verständnis für Hailey haben und andere, die seinen Tod in der Gaskammer fordern, vor allem weil er als Schwarzer zwei Weiße ermordet hat. Der Staatsanwalt sieht darin seine Chance als Gouverneur gewählt zu werden und setzt alles daran, die Todesstrafe durchzusetzen. Brigance der Anwalt von Carl Lee hat eine schwere Verhandlung vor sich. Zum einen muss Brigance darum kämpfen, dass eine Jury zusammengestellt wird, die er von einem Schuldspruch abhalten kann, zum anderen kann er seine Verteidigung ausschließlich auf Unzurechnungsfähigkeit aufbauen. Brigance braucht Hilfe dabei, und die erhält er von seinem ehemaligen Chef, dem aus der Anwaltskammer vor Jahren ausgeschlossenen und alkoholabhängigen Lucien Wilbanks, einer jungen agilen Jurastudentin, die kurz vor dem Abschluss steht, aus dem Norden, Ellen Roark, und seinem Kollegen, dem Scheidungsanwalt Harry Rex Vonner, der keine Skrupel zu kennen scheint, mit allen Mitteln zu kämpfen. Doch auch die gegnerische Seite und der Ku-Klux-Klan kämpfen mit allen Mitteln.

===Leseprobe===
Das Mädchen war zehn und klein für sein Alter. Es lag auf den Ellenbogen aufgestützt, die Arme mit einem gelben Nylonstrick gefesselt. Die Beine waren auf groteske Weise gespreizt: der rechte Fuß an den Stamm einer kleinen Eiche gebunden, der linke an den schiefen Pfosten eines alten, vernachlässigten Zauns. Das Seil schnitt der Schwarzen in die Haut, und Blut tropfte aus den Wunden. Das eine verquollene Auge im blutigen Gesicht blieb geschlossen, und das andere konnte sie nur halb öffnen, um den zweiten Weißen auf der Ladeklappe des Wagens zu erkennen. Sie blickte nicht zu dem Mann über ihr. Er keuchte, schwitzte und fluchte. Er tat ihr weh.
Als er fertig war, schlug er sie und lachte, und der zweite Mann lachte ebenfalls. Dann grölten sie zusammen, rollten wie zwei Verrückte durchs Gras und lachten noch lauter. Das Mädchen drehte den Kopf zur Seite, schluchzte und versuchte, leise zu sein. Es fürchtete, erneut geschlagen zu werden, wenn es laut weinte. Die Männer hatten der Schwarzen gedroht, sie umzubringen, wenn sie nicht still wäre.
Schließlich verstummte das irre Gelächter. Die beiden Männer setzten sich auf die Ladeklappe, und Willard reinigte sich mit dem blutbesudelten, schweißfeuchten T-Shirt der Negerin. Cobb reichte ihm ein kaltes Bier aus dem Kühlfach und sprach über die Hitze. Sie beobachteten die Kleine, während sie zitterte und stumm Tränen vergoß. Nach einer Weile rührte sie sich nicht mehr. Cobbs Bier war erst halb leer, aber nicht mehr kalt. Er warf es nach dem Mädchen und traf den Bauch; weißer Schaum spritzte, und die Dose rollte über den Boden zu einigen anderen, die ebenfalls aus dem Kühlfach des Wagens stammten. Zwei Sechserpacks hatten sich neben der Schwarzen angesammelt. Willard fiel es schwer, das Ziel zu treffen, aber Cobb verfehlte es nie. Normalerweise verschwendeten sie kein Bier, doch je schwerer die Dosen waren, desto besser konnte man damit werfen. Außerdem gefiel es ihnen zu sehen, wie der Schaum nach allen Seiten spritzte.
Warmes Bier vermischte sich mit dem Blut, strömte über das angeschwollene Gesicht des Mädchens und bildete eine Lache unter seinem Kopf. Es lag nun völlig reglos.

===Meine Meinung===
Als ich das Buch aus den Karton genommen habe, dachte ich nur, cool ein weiterer Roman von John Grisham. Ich hatte in einem früheren Paket schon zwei seiner Werke und dieses hier kannte ich sogar aus dem Fernsehen.

Der Einstieg ist sehr schockierend, da es gleich mit der Vergewaltigung von Tonya beginnt, die auch noch sehr brutal beschrieben wird. Danach baut sich die Verhaftung und die Verhandlung etwas auf, bis diese durch den Tod der beiden Männer unterbrochen wird und der Roman eine ganz andere Wendung bekommt. Man bekommt immer deutlicher mit, wie stark die Rassentrennung auch damals, 1984, immer noch in den Südstaaten war. Wäre der Fall anders herum gewesen und ein weißer Vater hätte Selbstjustiz verübt, wäre er glimpflicher davon gekommen. Klar ist es wie bei jedem Grisham, dass das Hauptbuch im Verhandlungssaal statt findet und das muss man einfach mögen, aber ich finde dieses Thema wirklich sehr interessant, da man diese Rassenfeindlichkeiten, auch heute noch immer deutlich spürt. Hier in Deutschland, genauso wie in anderen Ländern.

Der Autor versucht alles sehr bildhaft zu beschreiben, so dass er durch viele Adjektive ein klares Bild vorm inneren Auge schafft. Die Personen beschreibt er so gut, dass man das Gefühl hat, sie schon einmal gesehen zu haben. Dadurch ist es noch besser dem Geschehen im Buch zu folgen. Die ganzen Probleme vor Gericht werden so gut geschildert, dass keine Fragen offen bleiben. Amerikanische Begriffe, werden vom Übersetzer in Randbemerkungen erklärt und auch John Grisham erklärt alles juristische so gut, dass auch ein Laie, alles ohne Probleme versteht.

Kapitel gibt es 44 an der Zahl. Dadurch gibt es so viele Kapitel, dass man das Buch auch gut unterwegs oder einfach in der Pause lesen kann. Egal wie schnell oder langsam jemand liest.

Gelesen habe ich das Buch in sechs Tagen. Mein Lebensgefährte, der sich das Buch vor mir geschnappt hatte, las das Buch in vier Tagen durch und kaufte sich danach den Film. Dadurch das ich den Film erst gesehen habe, war mir der Reiz des Buches etwas verloren gegangen. Anders herum gefällt es mir dann doch besser.

Hier muss ich sagen, dass man sowohl das Buch, als auch den Film sehen sollte. In manchen Punkten ist das Buch, in anderen Punkten der Film ausführlicher, so dass beides zusammen eine gute Kombination darstellt. Leider finde ich es schade, dass manche Fakten im Buch anders dargestellt werden, als im Film. Zum Beispiel die Selbstjustiz. Im Buch geschieht sie beim Herausführen und im Film beim Hineingehen. Es ist nie was weltbewegendes, aber da hätte man sich schon angleichen können finde ich.

Vom Alter her denke ich, wäre es angebracht, dass Buch ab 16 Jahren zu lesen. Die Vergewaltigung, die Rassenfeindlichkeiten und Kämpfe außerhalb des Gerichts, sind nicht unbedingt was für jüngere Leser, da sie sonst einfach nicht so gut verstanden werden könnten. Der Film ist ab 12 Jahren geeignet und ich selbst habe ihn auch in diesem Alter gesehen. Aber man sollte hier jemanden zum Reden haben, sofern man nicht gut informiert ist über die damaligen Probleme in den Südstaaten.

Empfehlen kann ich das Buch jedem, der gerne Bücher von John Grisham liest, aber auch wer Justizromane mag. Ich persönlich finde es sehr spannend geschrieben und der Autor schafft es immer wieder, neue Höhepunkte, Wendungen und Spannungspunkte einzubauen, dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag.

===Bewertung===
Ich finde, dass dieses Werk volle fünf Sterne verdient, da der Autor einfach ein neues Meisterwerk geschaffen hat, sofern man solche Genres mag.

Pro: spannend
Contra: nichts

Danke fürs Lesen und Bewerten.


Eure Sarah

24 Bewertungen, 7 Kommentare

  • laeuft

    14.10.2009, 19:44 Uhr von laeuft
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hast du gut geschrieben, Lg Franz

  • momo23

    09.10.2009, 15:04 Uhr von momo23
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hallo! Toller Bericht! Danke dafür. LG MOMO

  • Gemini_

    09.10.2009, 14:02 Uhr von Gemini_
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht! Lieben Gruß, Gemini_

  • Miraculix1967

    09.10.2009, 00:08 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht! Schönen Abend, SH und LG Miraculix1967

  • willma1984

    08.10.2009, 16:17 Uhr von willma1984
    Bewertung: besonders wertvoll

    Toller Bericht! LG willma1984 :)

  • MoeGott

    08.10.2009, 15:43 Uhr von MoeGott
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein schöner Bericht ! freue mich auf Gegenlesung ! lg aus Augsburg

  • sigrid9979

    08.10.2009, 14:52 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke für den Tip, werde mir einen Kauf überlegen