Die Kammer (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von Lanzelot
Lizenz zum Töten
Pro:
- brisantes Thema
Kontra:
- schwer zu lesen
Empfehlung:
Ja
Humanes Töten, eine nette Diskussion die da teilweise in der Welt oder in Staaten geführt wird, die sich freiheitlich-demokratisch-liberal nennen. Zu denen zählen wir uns ja auch, können und dürfen wir doch nicht die Augen davor verschließen (Vogel Straussmentalität), was um uns herum in anderen „uns gleichgesinnten wie anders denkenden Staaten“ geschieht.
Dem eigentlichen Bericht muss ich einfach eine Stellungnahme meinerseits vorausschicken, da ich nicht bloß einen nackten Tatsachenbericht liefern kann ohne einen kausalen Bezug hergestellt zu haben. Ohne Beachtung der Tat sei sie noch so verabscheuungswürdig, in ihrer Gänze bestialisch, gibt uns doch keiner das Recht es gleich zu tun. Oder recht uns die bloße Legitimation per Gesetz, vertreten durch unsere gewählten Abgeordneten, um jegliche Handlungsweise zu rechtfertigen?
Dann sind wir nicht besser als der zu Richtende, ein Volk von „Henkern“, machen wir uns doch selber zum Handlanger einer selbstherrlichen „Gerichtsbarkeit“ ohne Gewissen. Verantwortlich für diese Einstellung mache ich die Anonymität unserer selbst. Urteilen wir doch schon am Fernseher ohne uns Gedanken zu machen während wir uns darüber aufregen warum heute wieder nichts vernünftiges im Programm läuft.
Anstatt mit dem \"Kopf ab<>Thema durch“ Denkweise unser Handeln zu rechtfertigen sollten wir uns doch selbst mal fragen, kann auch ich den Schalter umlegen, kann ich dem Menschen ins Gesicht schauen und ihm sein Hinrichtungsbefehl verlesen, kann ich ohne nachzudenken dem Delinquenten den Strick um den Hals legen und ihn fragen: „Möchten sie noch was sagen“ um danach die Falltür zu betätigen? Ich denke nicht, und schon verschwinden wir wieder in der Anonymität, aus der wir eben gerade noch hervorgestiegen sind um „Auge um Auge“ zu fordern. Wir sind schon ein intelligentes Völkchen.
Gewiss gibt es viele die aufgrund der jüngsten Ereign isse hier in Deutschland, die Stimmen laut werden lassen, das sie es schade finde das es bei uns keine Todesstrafe mehr gibt. Ist es ein Grund mehr darüber nach zudenken. Für Betroffene scheint dieser Bericht ein Hohn zu sein und kann auch nicht dem gerecht werden. Außer Trost und Betroffenheit, weiß auch ich nicht wie ich als Person solches Leid abwenden könnte.
Und passieren Fehler, sogenannte Justizirrtümer wie wir sie nennen; wir es nach kurzer Reue unter „ wo gehobelt wird fallen auch Späne“ abgelegt. Jetzt komme ich noch mal zum Ausgangspunkt meiner Ausführung; ist doch der legitimierte Mord nicht nur ein selbstgerechtes Instrumentarium, sondern, wird noch entsprechend der politischen Situation, zum eigenen Nutzen ausgeschlachtet. Und davon handelt das Buch.
Die Kammer, erzählt eindrucksvoll das Schicksal eines Mannes, der zum Opfer seiner eigenen unabwendbaren Vergangenheit wird, sowie das Aufwachsen in einer Gesellschaft in der es zum guten Ton gehörte andersdenkende, anders aussehende Menschen zu diskriminieren. Von Jugend an, in dieses Klischee gepresst, kennt er keine Alternative. Durch „Familientradition“ an einen nicht zweifelsfreien „Ehrenkodex“ gebunden, glaubt er recht zu handeln. Keine Chance zum Umdenken, keine Möglichkeit der Umkehr, zwingt ihn doch die große „Familie“ bekannt als die weißen Ritter des Klu-klux Klan, zu größeren Taten, als Märtyrer für die Sache seine Pflicht zu tun.
Sein Enkel, nachdem Studium zum Rechtsanwalt geworden, versucht nach Recherche in der Familie, beginnt zu hinterfragen. Warum ist es so wie es ist, und was hat dazu geführt. Seine unablässliche Suche nach seinen Wurzeln führt ihn zu dem Mann, der in Kürze hingerichtet werden soll, seinem Großvater. Er versucht auf dramatische Weise seinen Großvater zu retten, der wegen zweifachen Mordes schon lange im Gefängnis sitzt und zum Tode in der Gaskammer verurteilt worden ist.
Gene Hackmann, der den Großvater im Film spielt, hat eine seiner Glanzrollen gefunden, spielt er doch die Rolle mehr als überzeugend. Für mich ist es einer seiner ausdrucksvollsten Filme. Gehört er doch zu den Schauspielern denen meine Achtung gebührt. Schaut euch den Film an, da kommt die Tragweite der Tragödie erst zur Geltung.
Ganz deutlich wird im Buch geschildert welche unsagbare Familiengeschichte die von Bürgerkriegszeiten an die Einstellung der Familie zur Sklaverei prägte. War er doch von Kindes Beinen an gewöhnt das des Sonntags gelyncht wurde. Gründe brauchte man nicht, es war ja nur Nigger. Ganz deutlich wird diese implementierte Denkweise als er seinen Enkel fragt: Was er wohl denke, wenn er auf der Strasse bremsen müsste, weil ein Schwarzer mit einem Ghettoblaster auf der Schulter über die Strasse geht; Denkt er dann \"verdammter Afroamerikaner oder verdammter Nigger\".
So lässt er von Anfang an seinem Enkel keine Chance eine Beziehung aufzubauen, speist er ihn doch mit den Worten ab: „ Du siehst aus, als könntest du nicht einmal einen Truthahn vor dem Erntedankfest retten....“
Der Enkel auch versucht seine Vergangenheit zu bewältigen, musste doch 10 jährig sehen das sich sein Vater der diesen Treiben nichts mehr entgegen zu setzen hatte, selbst gerichtet hatte. Seine Tante durch die traumatisierten Erlebnisse zur Alkoholikerin geworden, versucht verzweifelt ihn von seinem Vorhaben abzuhalten. Warnt sie ihn doch mit den Worten das er alle fertig gemacht hat, die ihm zu nahe gekommen sind.
War er doch nur ein Bombenleger, der dem jüdischen Anwalt Josh Krämer auf Geheiß einen Schreck einjagen sollte, ohne Tote ganz sauber, starben bei dem Attentat doch seine Kinder. Sein Enkel unbeeinflusst, sinnt seinen Ziel nach seinem rassistischem Großvater zu helfen. Dabei stößt er auf so manche ungereimte Angelegenheiten, auf Dokumente und Namen die Einblicke auf das wirkliche Dahinter, die Drahtzieher den Verantwo rtlichen die diese Tat angeordnet haben. Eine Manipulation der Bombe, ließ sie frühzeitig detonieren.
Ab diesem Punkt fängt das Buch und auch der Film erst so richtig an. Ich möchte auch nicht zuviel darüber erzählen. Es wäre fast auch schon wieder verwirrend, da eine so große Anzahl an Verstrickungen und Vertuschungen ans Tageslicht kommen, das es schon bei aufmerksamer Betrachtung nicht leicht ist dem zu folgen. Dazu muss man auch die Hintergründe ein wenig kennen. Die Südstaaten der USA mit ihren rassistischen Ansichten genauso wie das ganze politische Kalkül was hinter der Todesstrafenpolitik in den Staaten steht. Dazu ganz aktuell der neue Präsident der USA. Wurden doch noch vor der Wahl fällige Hinrichtungen angeordnet. Wahlpropaganda???
Gelingt doch dem Enkel, trotz das er seinen ersten Fall von Todesstrafe, dazu noch seinem Großvater der nie für ihn da war, der Spagat zwischen dem Beenden, dem Abschließen seiner Vergangenheit, sowie der Aussprache aller Beteiligten um ihr Seelenheil willen. Letztlich ändert es nicht die Rechtmäßigkeit zur Verurteilung, doch das der Art der Bestrafung
Dieses Buch ist ein Plädoyer gegen die Todesstrafe und dem Todesstrafensystem in den USA. Der Roman von John Grisham wurde auch verfilmt. Das Buch ist ebenfalls nur empfehlenswert. Der Film lief letzten Donnerstag auf Vox. Durch Zufall bin ich darauf gestoßen. Ist man von Vox sonst nicht gewöhnt einen solchen anspruchsvollen Film, dort sehen zu können.
Der Film sowie das Buch haben mich pers. sehr berührt. Hat der Regisseur es doch gut verstanden, diese doch nicht leichte Kost teilweise sehr emotional an dem Mann zu bringen und sich sehr an das Buch als Vorlage hält. Leider wird das Urteil zum Schluss vollstreckt. Mehr möchte ich nicht verraten. Leidet selber mit. Und vor allem denkt mal darüber nach.
Und dieser Artikel über das Buch soll eine Hommage an den Film sowie den Buchautor John Grisham der es dank seiner Feder versta nd trotz angedrohter Repressalien dieses Meisterwerk zu schreiben. Erschienen ist das Buch im Heyne Verlag, ISBN 3-453-12732-3
Viele Grüße
Lanzelot
Dem eigentlichen Bericht muss ich einfach eine Stellungnahme meinerseits vorausschicken, da ich nicht bloß einen nackten Tatsachenbericht liefern kann ohne einen kausalen Bezug hergestellt zu haben. Ohne Beachtung der Tat sei sie noch so verabscheuungswürdig, in ihrer Gänze bestialisch, gibt uns doch keiner das Recht es gleich zu tun. Oder recht uns die bloße Legitimation per Gesetz, vertreten durch unsere gewählten Abgeordneten, um jegliche Handlungsweise zu rechtfertigen?
Dann sind wir nicht besser als der zu Richtende, ein Volk von „Henkern“, machen wir uns doch selber zum Handlanger einer selbstherrlichen „Gerichtsbarkeit“ ohne Gewissen. Verantwortlich für diese Einstellung mache ich die Anonymität unserer selbst. Urteilen wir doch schon am Fernseher ohne uns Gedanken zu machen während wir uns darüber aufregen warum heute wieder nichts vernünftiges im Programm läuft.
Anstatt mit dem \"Kopf ab<>Thema durch“ Denkweise unser Handeln zu rechtfertigen sollten wir uns doch selbst mal fragen, kann auch ich den Schalter umlegen, kann ich dem Menschen ins Gesicht schauen und ihm sein Hinrichtungsbefehl verlesen, kann ich ohne nachzudenken dem Delinquenten den Strick um den Hals legen und ihn fragen: „Möchten sie noch was sagen“ um danach die Falltür zu betätigen? Ich denke nicht, und schon verschwinden wir wieder in der Anonymität, aus der wir eben gerade noch hervorgestiegen sind um „Auge um Auge“ zu fordern. Wir sind schon ein intelligentes Völkchen.
Gewiss gibt es viele die aufgrund der jüngsten Ereign isse hier in Deutschland, die Stimmen laut werden lassen, das sie es schade finde das es bei uns keine Todesstrafe mehr gibt. Ist es ein Grund mehr darüber nach zudenken. Für Betroffene scheint dieser Bericht ein Hohn zu sein und kann auch nicht dem gerecht werden. Außer Trost und Betroffenheit, weiß auch ich nicht wie ich als Person solches Leid abwenden könnte.
Und passieren Fehler, sogenannte Justizirrtümer wie wir sie nennen; wir es nach kurzer Reue unter „ wo gehobelt wird fallen auch Späne“ abgelegt. Jetzt komme ich noch mal zum Ausgangspunkt meiner Ausführung; ist doch der legitimierte Mord nicht nur ein selbstgerechtes Instrumentarium, sondern, wird noch entsprechend der politischen Situation, zum eigenen Nutzen ausgeschlachtet. Und davon handelt das Buch.
Die Kammer, erzählt eindrucksvoll das Schicksal eines Mannes, der zum Opfer seiner eigenen unabwendbaren Vergangenheit wird, sowie das Aufwachsen in einer Gesellschaft in der es zum guten Ton gehörte andersdenkende, anders aussehende Menschen zu diskriminieren. Von Jugend an, in dieses Klischee gepresst, kennt er keine Alternative. Durch „Familientradition“ an einen nicht zweifelsfreien „Ehrenkodex“ gebunden, glaubt er recht zu handeln. Keine Chance zum Umdenken, keine Möglichkeit der Umkehr, zwingt ihn doch die große „Familie“ bekannt als die weißen Ritter des Klu-klux Klan, zu größeren Taten, als Märtyrer für die Sache seine Pflicht zu tun.
Sein Enkel, nachdem Studium zum Rechtsanwalt geworden, versucht nach Recherche in der Familie, beginnt zu hinterfragen. Warum ist es so wie es ist, und was hat dazu geführt. Seine unablässliche Suche nach seinen Wurzeln führt ihn zu dem Mann, der in Kürze hingerichtet werden soll, seinem Großvater. Er versucht auf dramatische Weise seinen Großvater zu retten, der wegen zweifachen Mordes schon lange im Gefängnis sitzt und zum Tode in der Gaskammer verurteilt worden ist.
Gene Hackmann, der den Großvater im Film spielt, hat eine seiner Glanzrollen gefunden, spielt er doch die Rolle mehr als überzeugend. Für mich ist es einer seiner ausdrucksvollsten Filme. Gehört er doch zu den Schauspielern denen meine Achtung gebührt. Schaut euch den Film an, da kommt die Tragweite der Tragödie erst zur Geltung.
Ganz deutlich wird im Buch geschildert welche unsagbare Familiengeschichte die von Bürgerkriegszeiten an die Einstellung der Familie zur Sklaverei prägte. War er doch von Kindes Beinen an gewöhnt das des Sonntags gelyncht wurde. Gründe brauchte man nicht, es war ja nur Nigger. Ganz deutlich wird diese implementierte Denkweise als er seinen Enkel fragt: Was er wohl denke, wenn er auf der Strasse bremsen müsste, weil ein Schwarzer mit einem Ghettoblaster auf der Schulter über die Strasse geht; Denkt er dann \"verdammter Afroamerikaner oder verdammter Nigger\".
So lässt er von Anfang an seinem Enkel keine Chance eine Beziehung aufzubauen, speist er ihn doch mit den Worten ab: „ Du siehst aus, als könntest du nicht einmal einen Truthahn vor dem Erntedankfest retten....“
Der Enkel auch versucht seine Vergangenheit zu bewältigen, musste doch 10 jährig sehen das sich sein Vater der diesen Treiben nichts mehr entgegen zu setzen hatte, selbst gerichtet hatte. Seine Tante durch die traumatisierten Erlebnisse zur Alkoholikerin geworden, versucht verzweifelt ihn von seinem Vorhaben abzuhalten. Warnt sie ihn doch mit den Worten das er alle fertig gemacht hat, die ihm zu nahe gekommen sind.
War er doch nur ein Bombenleger, der dem jüdischen Anwalt Josh Krämer auf Geheiß einen Schreck einjagen sollte, ohne Tote ganz sauber, starben bei dem Attentat doch seine Kinder. Sein Enkel unbeeinflusst, sinnt seinen Ziel nach seinem rassistischem Großvater zu helfen. Dabei stößt er auf so manche ungereimte Angelegenheiten, auf Dokumente und Namen die Einblicke auf das wirkliche Dahinter, die Drahtzieher den Verantwo rtlichen die diese Tat angeordnet haben. Eine Manipulation der Bombe, ließ sie frühzeitig detonieren.
Ab diesem Punkt fängt das Buch und auch der Film erst so richtig an. Ich möchte auch nicht zuviel darüber erzählen. Es wäre fast auch schon wieder verwirrend, da eine so große Anzahl an Verstrickungen und Vertuschungen ans Tageslicht kommen, das es schon bei aufmerksamer Betrachtung nicht leicht ist dem zu folgen. Dazu muss man auch die Hintergründe ein wenig kennen. Die Südstaaten der USA mit ihren rassistischen Ansichten genauso wie das ganze politische Kalkül was hinter der Todesstrafenpolitik in den Staaten steht. Dazu ganz aktuell der neue Präsident der USA. Wurden doch noch vor der Wahl fällige Hinrichtungen angeordnet. Wahlpropaganda???
Gelingt doch dem Enkel, trotz das er seinen ersten Fall von Todesstrafe, dazu noch seinem Großvater der nie für ihn da war, der Spagat zwischen dem Beenden, dem Abschließen seiner Vergangenheit, sowie der Aussprache aller Beteiligten um ihr Seelenheil willen. Letztlich ändert es nicht die Rechtmäßigkeit zur Verurteilung, doch das der Art der Bestrafung
Dieses Buch ist ein Plädoyer gegen die Todesstrafe und dem Todesstrafensystem in den USA. Der Roman von John Grisham wurde auch verfilmt. Das Buch ist ebenfalls nur empfehlenswert. Der Film lief letzten Donnerstag auf Vox. Durch Zufall bin ich darauf gestoßen. Ist man von Vox sonst nicht gewöhnt einen solchen anspruchsvollen Film, dort sehen zu können.
Der Film sowie das Buch haben mich pers. sehr berührt. Hat der Regisseur es doch gut verstanden, diese doch nicht leichte Kost teilweise sehr emotional an dem Mann zu bringen und sich sehr an das Buch als Vorlage hält. Leider wird das Urteil zum Schluss vollstreckt. Mehr möchte ich nicht verraten. Leidet selber mit. Und vor allem denkt mal darüber nach.
Und dieser Artikel über das Buch soll eine Hommage an den Film sowie den Buchautor John Grisham der es dank seiner Feder versta nd trotz angedrohter Repressalien dieses Meisterwerk zu schreiben. Erschienen ist das Buch im Heyne Verlag, ISBN 3-453-12732-3
Viele Grüße
Lanzelot
25 Bewertungen, 1 Kommentar
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15.04.2006, 00:22 Uhr von knudly
Bewertung: sehr hilfreichhab heute den film gesehen-schrecklich...
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