Die Kammer (Taschenbuch) / John Grisham Testbericht

ab 8,46
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Erfahrungsbericht von magnifico

Blut ist eben doch dicker als Wasser

Pro:

sehr spannend und nachhaltig im Eindruck

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Ein dunkles Kapitel in der amerikanischen Justiz, das nach wie vor jeder Beseitigung trotzt und immer wieder neue Anhänger findet - die Todesstrafe - wird von John Grisham in seinem Roman \"Die Kammer\" mit einem sehr gut gelungenen Handlungs- und Darstellungsstil präsentiert und verarbeitet, bei dem nicht nur die juristischen Probleme, sondern auch das jeweils dahinter stehende Schicksal eines Menschen zum tragen kommt.

Sam Cayhall, Mitglied des Ku-Klux-Klans, betätigte sich in seinen jüngeren Jahren, erfüllt vom Antisemitismus, an mehreren Gewaltaktionen gegen jüdische Mitmenschen. Doch während normalerweise \"nur\" deren Eigentum Ziel seines Hasses war, wurden beim letzten Anschlag unvorhergesehen das Leben zweier Kinder ausgelöscht, womit Sams Schicksal, nachdem beinahe zehn Jahre vergangen waren, von einer Jury in einem Prozeß besiegelt wurde: Tod in der Gaskammer! Sein Enkel, Adam Hall, der bislang unerkannt in einer Kanzlei als Rechtsanwalt arbeitete, setzt nun, wiederum Jahre später und mit nur wenigen Wochen Spielraum im Hinblick auf die Urteilsvollstreckung, alle Hebel in Bewegung, um die Begnadigung seines Großvaters zu erreichen. Dabei hat er nicht nur gegen die starre Haltung seines Mandanten, sondern auch gegen so manche andere Widrigkeit anzukämpfen und sich dabei in eine Gefahr begeben, die er erst spät erkennt.

In beeindruckender und erschütternder Weise schildert Grisham in diesem Buch die, nach meinen persönlichen Wertmaßstäben unmenschliche Art der Strafvollstreckung, mit denen in den USA ein Mord geahndet wird. Literarisch hervorragend ist dabei der ständige Wechsel zwischen Hoffnung und Enttäuschung, Aufkeimen neuer Aussichten und Erkennen einer weiteren Niederlage. Der Leser wird mitgerissen vom ständigen Wechsel der Perspektiven und Identitäten. Nach dem Lesen dieses Buches wird so mancher, der in der Todesstrafe vielleicht eine gerechte Sühne für den Tod eines anderen Menschen zu erkennen glaubt, möglicherweise zu dem, in meinen Augen einzig richtigen Schluß gelangen, daß bei aller Sehnsucht nach höchstmöglicher Gerechtigkeit die Auslöschung eines Menschenlebens nicht durch die Vernichtung eines weiteren Menschenlebens, auch nicht durch das des Täters, gemildert oder beseitigt werden kann!

Das Buch hat mich bis zum Ende hin gefesselt und weit darüber hinaus beeindruckt. Nur mit Mühe konnte ich es an zwei Abenden weglegen, bevor ich endlich in der Nacht des dritten Lesetages „fertig“ geworden bin. Ich kann es jedem nur empfehlen, da hier noch der „gute alte“ John Grisham schreibt, der in seinen neueren Werken eher neben sich selbst getreten ist.

15 Bewertungen, 1 Kommentar

  • anonym

    03.08.2004, 19:24 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    leid, aber mir fehlen daten zum buch und bisserl was über den autor wäre auch nicht schlecht gewesen