Irland: Guinness Storehouse, Dublin Testbericht

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Erfahrungsbericht von suppengirl

Guinness Storehouse - Das wahre schwarze Gold

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vorwort:
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Wenn jemand das Wort „Irland“ in den Raum stellt, dann denkt jeder einzelne Anwesende mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an eines der folgenden Dinge: rote Haare, U2... und Guinness. Bei einer repräsentativen Umfrage *g* bestätigte sich mir dies: 74,26% der von mir befragten vier Personen assoziierten den Namen der grünen Insel spontan mit dem schwarzen Gesöff.
Obwohl ich, wenn ich ganz ehrlich bin, eigentlich gar kein so großer Fan von dieser Biersorte bin (Nur im passenden Ambiente mundet es mir hervorragend – also nur direkt im Mutterland oder wenigstens in einem halbwegs authentischen Irish Pub!), entschloss ich mich bei meinem nunmehr dritten Aufenthalt auf der Insel, dem Guinness Storehouse in Dublin einen Besuch abzustatten.

Allgemeine Informationen zum Storehouse:
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Beim Guinness-Storehouse handelt es sich – wie der Name schon sagt – um ein altes Lagergebäude der Brauerei. Man findet es am St. James Gate in Dublin. Vor einigen Jahren wurde es zu einer Art Museum umfunktioniert, in dem man allerlei Wissenswertes und Unterhaltsames über die Geschichte der Traditionsbrauerei erfahren kann. Der Eintritt kostet für einzelne Erwachsene stattliche ₤ 9 (ca. 23 DM), für Gruppen, Kinder und Senioren gibt es Ermäßigungen (dazu später mehr).
Von außen sieht das riesige Storehouse tatsächlich noch aus wie eine Lagerhalle: scheußlich gefärbtes Mauerwerk, riesige Rohre, die das Haupt- mit den Nebengebäuden verbinden, lediglich ringsum gespannte Banner weisen darauf hin, dass es hier etwas Besonderes zu sehen gibt. Doch innen erinnert kaum noch etwas an das erste Leben des Storehouse. Die Einrichtung und Ausstattung lassen erahnen, dass sich die Fa. Guinness ihr überdimensionales Denkmal einiges hat kosten lassen. Jedoch lässt der große Zuschauerandrang trotz der gesalzenen Eintrittspreise vermuten, dass es sich hierbei durchaus um eine lohnende Investition handeln muss.

Was es zu sehen gibt:
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Da es nun schon wieder über zwei Monate her ist, dass ich dem Storehouse einen Besuch abgestattet habe, bitte ich zu entschuldigen, dass meine Erinnerungen schon etwas verblasst sind (dafür gibt es aber auch noch einen anderen Grund *g* , aber auch dazu später mehr!), ich kann mich sicher nicht mehr an jede Einzelheit der sich auf insgesamt zehn oder elf Stockwerke befindlichen Ausstellung erinnern. Ganz zu schweigen von der richtigen Reihenfolge. Andererseits ist das wohl gar nicht so schlecht, denn man kann wohl davon ausgehen, dass im Gedächtnis die Dinge haften bleiben, die man besonders interessant, schön oder gelungen empfindet (natürlich rein subjektiv). Aber keine Angst, den ein oder anderen Kritikpunkt gibt es schon auch noch, der sich in mein Gehirn eingebrannt hat *g*.

Das „schwarze Gold“:
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Ein erster und sehr ausgedehnter Teil der Ausstellung befasst sich mit der Entsetehung des schwarzen Bieres mit der unnachahmlich feinschäumigen Mütze. Und das in zweierlei Hinsicht: Zum Einen erfährt der Besucher, wie, wann und wo Arthur Guinness das Rezept entwickelte. Zum Anderen kann man einmal den Brauprozess „abschreiten“. In ca. 20 Stationen konnten wir die Reihenfolge und Verarbeitung der einzelnen Zutaten verfolgen, so wie sie lange Zeit praktiziert wurde. Ihr jeweiliger „Zustand“ konnte bei jeder Station in einer großen Glasröhre betrachtet werden. Wie genau die einzelnen Arbeitsschritte aussehen bzw. früher aussahen, ist auf Texttafeln beschrieben, die dadurch veranschaulicht werden, dass sich meist ein betreffendes authentisches Arbeitsgerät daneben und drum herum befindet (die „Arbeitsgeräte“ sind zum Teil nämlich nicht gerade klein und somit begehbar). Außerdem ertönt aus Lautsprechern die ebenfalls authentische Geräuschkulisse vom jeweiligen Produktionsabschnitt.
Ohne Zweifel eine sehr interessante Erkundigungstour, wobei sie mir persönlich ein klein wenig zu lang war. Die Schrifttafeln sind nur in englisch beschrieben. Man kann sich zwar an der Kasse mit anderssprachigen Faltblättern versorgen, aber auf diesen befindet sich nur ein Bruchteil der Informationen. Auch wenn man der englischen Sprache einigermaßen kundig ist, wird es ganz schön hart das durchzuhalten, zumal wenn man mit den Brauerei-Fachbegriffen nicht viel anfangen kann und sich einiges erst zusammenreimen muss.
Als etwas nervig empfand ich außerdem, wie aufdringlich pathetisch dem Besucher ständig unter die Nase gerieben wird, was Arthur Guinness und seine Erfindung für eine magische Bedeutung haben. Aber naja, von ungefähr kommt es schließlich nicht, dass jedermann die grüne Insel mit dem schwarzen Bier in Verbindung bringt.

Wirtschaft:
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Ein riesiges Unternehmen wie die Guinness-Brauerei hat naturgemäß auch viele „Anhängsel“. Von daher ist es sehr interessant zu sehen, welche anderen Wirtschaftszweige damit verbunden sind und waren. Vor allem die Kunst der Herstellung von Bierfässern wird im Storehouse gewürdigt.
Eine wichtige Rolle nicht nur für den Handel innerhalb des Landes, sondern insbesondere für den Export spielt auch das Transportwesen. Das Herz dürfte Modell-Freunden in dieser Abteilung übergehen, denn man kann hier Schiffe, Flugzeuge, Züge und auch Straßenverkehrsmittel originalgetreu und sehr detailliert nachgebaut finden. Einige wenige Ausstellungsstücke darf man sogar als Originale bewundern.

Guinness in der ganzen Welt:
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Sehr unterhaltsam fand ich die Geschichten über Guinness im „Ausland“. Auf verschiedenen Monitoren erfährt man zunächst, wo man überall Guinness konsumieren kann bzw. wo es von Guinness lizensierte Irish Pubs gibt (und das ist wirklich fast überall). Durch „Handauflegen“ kann man zu jedem Land etwas Besonderes erfahren, z.B. wo es das kleinste oder höchstgelegene Pub gibt. Dazu sollte man sich Zeit nehmen, dann stößt man auf die ein oder andere äußert amüsante Anekdote oder Legende. Beispielsweise soll einst (ich weiß nicht mehr wann, aber schon laaaange her!) ein Schiff, unter anderem beladen mit Tonnen von Guinness-Flaschen versunken sein. Als das Wrack Jahrzehnte später gefunden wurde, öffnete man einige der Flaschen und fand das Gesöff gar köstlich... Ob man das glaubt, ist eine Sache, aber amüsant finde ich das allemal!

Werbung:
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Hierbei handelt es sich um die Abteilung, in der ich mich wohl am längsten aufgehalten habe. Dass Guinness schon immer Wert auf unterhaltsame Produktwerbung legte, wusste ich schon vorher. Ob das nun die obligatorischen Zeichentrick-Motive aus den 50er oder 60er Jahren sind (mit dem obligatorischen Spruch „My Goodness, my Guinness!“) oder die Prominenten-Fernsehspots aus den 80er und frühen 90er Jahren (vor allem mit Rutger Hauer in der Hauptrolle), hier findet man sie (fast) alle wieder. An Monitoren und mit Kopfhörern kann man sich seine Favoriten aus den verschiedenen Jahrzehnten heraus suchen (und ich fand sie alle gut ;-)). Außer Kino- bzw. Fernsehspots sind hier außerdem Plakatwerbungen, Bierdeckel und Duzende von verschiedenen Flaschen aus allen Ären und aller Herren Länder ausgestellt, woran man gut nachvollziehen kann, welchen Imagewandel Guinness immer wieder durchgemacht hat.

Und zum Schluss...:
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Ist man endlich ganz oben angelangt, dann ist man im wahrsten Sinne des Wortes dem Highlight ganz nahe: An der Kasse erhält man einen „Gutschein“ (eigentlich eher ein „Gutstein“, aber das erklär ich jetzt nicht genauer!), den man gegen ein frisch gezapftes Pint Guinness eintauschen kann (oder gegen ein unalkoholische Getränk). Die Bar befindet sich im obersten Stock, der gleichzeitig als Aussichtsplattform dient. Es ist schon ein Erlebnis, ein Guinness zu genießen und sich währenddessen des Ausblickes über Dublin zu erfreuen. Da vergisst man sogar, dass man von Hunderten Touristen auf einem Fleck umgeben ist. Und nen hübschen Barkeeper haben die da... Aber lassen wir das.

Und ganz zum Schluss – wieder im Erdgeschoss – befindet sich natürlich noch ein Shop, bei dem es geballte Geschmacklosigkeiten, aber auch das ein oder andere wirklich witzige Souvenir zu erwerben gibt.

Fazit:
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Im Guinness Storehouse bekommt man für sein Geld schon einiges geboten. Über verschiedenste Medien wird dem Besucher wirklich alles vermittelt, was es Wissenswertes über die Brauerei gibt. Natürlich wird der Einzelne nicht alles gleichermaßen interessant wissen, aber es sollte doch für jeden etwas dabei sein. Wenn man wirklich alles erfahren möchte, dann sollte man gutes Schuhwerk mitbringen, denn in diesem Fall wird man im Storehouse sicherlich vier bis fünf Stunden zubringen.
Außerdem würde ich empfehlen, vorher gut und ausgiebig zu essen. Wir haben das nämlich nicht getan und waren erstaunt darüber, wie schnell dieses dicke schwere Bier in den Kopf steigen kann ! Andererseits... Ich bin selten um halb vier nachmittags so fröhlich und überschwänglich durch Dublin gehüpft .

Infos:
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Eintrittspreise:
Erwachsene: ₤ 9.00
Familien (mit bis zu vier Kindern): ₤ 20.00
Schüler: ₤ 4.00
Studenten: ₤ 6.00
Senioren: ₤ 4.00

Öffnungszeiten:
Sommersaison (01.04.-30.09.): täglich 9.30 – 19.00 Uhr
Wintersaison (1.10.-31.3.): täglich 9.30 – 17.00 Uhr
Nicht geöffnet am 25.Dezember und am Karfreitag

Adresse:
Guinness Storehouse
St. James Gate
Dublin 8
Tel.: 00353 (0) 1408 4800

Und im Internet:
www.guinnessstorehouse.com

32 Bewertungen, 5 Kommentare

  • retilein

    20.04.2003, 12:50 Uhr von retilein
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima bericht...Slàinte

  • Finron

    05.06.2002, 14:51 Uhr von Finron
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super. Und ab zur Mittagspause (mit Fußball-Einlage ;-) zum Iren...

  • Urquhart

    01.05.2002, 01:38 Uhr von Urquhart
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich steh doch eher auf ein gutes Kilkenny...

  • Nisi2000

    11.04.2002, 22:37 Uhr von Nisi2000
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter Bericht! Mach weiter so! Gruß Nisi

  • Qualle

    11.04.2002, 22:24 Uhr von Qualle
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner Bericht.