Gulasch mit Nudeln Testbericht

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Erfahrungsbericht von ingchief

"Gulasch mit Nudeln" - aber klassisch, nämlich ohne Nudeln

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wem ist das nicht schon mal passiert:

Man sitzt im Gasthaus (also in der „Wirtschaft“), dreht die bescheidene Karte schon zum dritten Mal um, der Ober fragt ebenfalls zum dritten Mal : „Schon gewählt?“ und es will einem partout nicht das Passende einfallen.

Dies ist der Moment, wo wir Österreicher einen kleinen Vorteil ausspielen können, denn selbst wenn die Küche nicht in „Vollbetrieb“ ist – ein „kleines Gulasch“ gibt es allemal.

Doch von dieser oftmals aus der Dose gezauberten „Notlösung“ möchte ich hier nicht schreiben. Für mich ist ein Gulasch (genauer – „ein Wiener Saftgulasch“) vielmehr ein Qualitätskriterium des Lokals und Anlass, es mit „meinem“ Gulasch zu messen.

Aber bevor ich Euch mit meinem Rezept zwangsbeglücke, ein paar winzige historische Anmerkungen.

Gerade beim Gulasch trifft die weitläufige Meinung, die Wiener Küche hätte sich dieses Gericht (ähnlich wie das Wiener Schnitzel) einverleibt, nicht ganz zu. Mit dem ungarischen „Gulyas“ hat es, wie der Haubenkoch und Rindfleischpapst „Plachutta“ zu sagen pflegt „ nur den Namen und den Paprika gemeinsam“.

Ursprünglich war das „Rinderhirtenfleisch“ („gulyas hus“) ein in großen Kesseln mit gedünsteten Paprikaschoten, Zwiebeln, Paradeisern und Erdäpfeln zubereiteter Fleischeintopf. So um 1850 kam das Gericht nach Wien, avancierte alsbald zum Modegericht. Für das „Golasch“ verwendete man allerdings Paprikapulver. Nachdem dem – später auch als „Gabelfrühstück“ zu Ehren gekommenen – Fleischgericht enormer Erfolg beschieden war, wurde es von Ungarn unter dem Begriff „pörkölt“ quasi „rückimportiert“, wohl um Verwechslungen mit dem ungarischen „gulyas“ (eigentlich eine „Gulaschsuppe“) zu vermeiden.

Nun aber zu meinem Rezept:


Zutaten (für vier Personen):

1 kg „Gulaschfleisch“ (Wadschinken vom Rind)
1,5 kg Zwiebel
1/8 l Öl
½ l Rindsuppe
1-2 EL Tomatenmark
2 –3 Knoblauchzehen
4 EL Paprikapulver (edelsüß)
Kümmel (Pulver und gestoßen)
Liebstöckl (Maggikraut)
Majoran (reichlich)
Thymian (wenig)
1 Lorbeerblatt
Geriebene Zitronenschale
Essig
Salz und Pfeffer (schwarz, aus der Mühle)
ev. etwas Mehl zum Binden
Zubereitung:

Die zeitraubendste und für viele unangenehmste Arbeit ist das Schneiden der Zwiebel. Die unvermeidlichen Tränen lassen sich durch Tricks reduzieren. So hilft mir ein Schluck Wasser, den ich versuche möglichst lang im Mund zu behalten. Mann kann´s auch mit Bier versuchenJ. Das Befeuchten des Messers nutzt auch. Manche Hausfrauen schwören auf Taucherbrillen J. Ein Gemüsehobel, wie er auf Jahrmärkten angeboten wird, ist natürlich ideal; wenn man dann noch versucht, nicht durch die Nase zu atmen, verliert das Zwiebelschneiden meist seine Schrecken.

Die fein geschnittenen Zwiebel werden nun in heißem Öl schön braun geröstet. Das Paprikapulver darf man erst zum Schluss einrühren. Dann mit etwas Essigwasser ablöschen und die Rindsuppe beigeben. Während die Zwiebel weichdünsten bereitet man das Fleisch vor. Die nicht zu kleinen Fleischstücke kann man kurz anbraten, bevor man sie im geeigneten Topf mit den gedünsten Zwiebeln und den übrigen Zutaten ca. 3 Stunden auf schwacher Flamme dünsten lässt. Die Flüssigkeit muss fallweise mit Wasser korrigiert werden.

Zum Schluss den Saft mit, in Wasser klumpenfrei eingerührtem Mehl binden.

Mein Tipp:

Gleich die doppelte Menge machen! Gulasch lässt sich hervorragend einfrieren und schmeckt nach jedem Aufwärmen besser.

18 Bewertungen, 5 Kommentare

  • harzerduo

    20.03.2002, 12:09 Uhr von harzerduo
    Bewertung: sehr hilfreich

    hört sich gut an, probiere ich mal aus,aber vielleicht probierst Du mal unseren Milchgulasch

  • dolphinsschatten

    19.02.2002, 22:31 Uhr von dolphinsschatten
    Bewertung: sehr hilfreich

    hhhhmmm wann kann ich kommen, ich liebe Gulasch ;-)))))))

  • Sellina

    18.02.2002, 00:33 Uhr von Sellina
    Bewertung: sehr hilfreich

    die zweite Hälfte bitte nicht einfrieren, könnte ich doch verspeisen *g* - HUNGER -. Liebe Grüße Sellina

  • FrauRossi

    17.02.2002, 05:32 Uhr von FrauRossi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du kommst aus Österreich? Hast Du ein "Soljanka-Rezept?" Suche nämlich schon lange ein gutes... Wenn ja.... Bitte veröffentlichen und mir Bescheid sagen, ja? Gruß Kerstin

  • DuncanMcCloud

    16.02.2002, 14:34 Uhr von DuncanMcCloud
    Bewertung: sehr hilfreich

    gleich die doppelte Menge machen ;) ... na denn, gruss duncan