Hakle Lady Testbericht

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ab 20,28
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Summe aller Bewertungen

Erfahrungsbericht von Comte_de_Flandre

Auf dem Klo bin ich eine Lady

Pro:

sehr gute Qualität bei insgesamt gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

Kontra:

auf den ersten Blick der Preis, vielleicht der Name

Empfehlung:

Ja

Kosmopolit, Visionär, Klogänger - ich denke, diese drei Schlagworte charakterisieren mein erdliches Dasein am treffendsten.

In Bezug auf letzteres versuche ich stets, ein bislang schon - ich möchte sagen - sehr hohes Niveau zu halten und dieses gar noch zu steigern. Deutschlands Supermärkte bieten ein weit gefächertes Spektrum an Utensilien, die zum einen der Toilette selbst, als auch selbstverständlich ihrem Partner das Zusammenleben zu einer wahren Wonne machen können. Ich verwende wohlweislich das Wort Partner und meide hierbei den Ausdruck ‚Benutzer’. Diesen finde ich reichlich abwertend und abfällig, schließlich benutze ich ja Lothar, meine Toilette und Agathe, meine Klobürste nicht oder nutze sie gar aus, nein, es ist vielmehr ein partnerschaftliches Geben und Nehmen, aber das nur am Rande.

Auf meinen Streifzügen entdeckte ich kürzlich beim örtlichen Extra ein Toilettenpapier, welches sowohl mein, als auch das Interesse meines Enddarms sofort weckte. In trauter Einigkeit beschlossen wir den Kauf und der Kantinenfraß vom vorangegangenen Mittag bekam in diesem Zusammenhang sogar einen Sinn, sorgte er doch dafür, dass ich meine neueste Eroberung sogleich nach Heimkehr ausprobieren konnte.


Hier mein Bericht:


Das Produkt
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Hakle Lady ist ein Toilettenpapier. Also ein Produkt, welches eigentlich jeder Mensch kennen sollte und nahezu jeder auch benutzt. Dies ist zum Beispiel ein weiterer Punkt, wo sich der Mensch rein evolutionstechnisch von den Tieren absetzt. Nicht nur, dass wir es aus Freude am Sex treiben (Delphine mal ausgenommen), nein, wir putzen uns auch den Hintern ab.

Tiere zeichnen sich noch durch ein grundsätzlich natürliches und offenes Verhältnis zum eigenen Kot aus. Rindern beispielsweise macht es wenig aus, von Artgenossen angeschissen zu werden. Ich beobachtete mal in einem Stall eine prächtige 8.000er-Milchkuh, die ohne Rücksicht auf ihr hinter ihr liegendes Kälbchen eine ordentliche Ladung der Konsistenzstufe 2 (sehr breiig) auf dessen Rücken los lies. Fasziniert hat mich auch seit jeher das Kotverhalten von Affen. Nicht nur, dass sie damit sehr gezielt und treffsicher schmeißen, wenn man sie ärgert, nein, neulich betrachtete ich im hannoverschen Zoo einen jungen Drill, der einen Finger in den Hintern steckte und diesen dann genüsslich ableckte. Ob er sich vorher erleichtert hatte, kann ich allerdings nicht sagen, vielleicht holte er sich auch nur Appetit. Abschließend sei noch erwähnt, dass es gar Tiere gibt, die sich von Kot ernähren: nichts ist herrlicher für eine Schmeißfliege als der Genuss eines frischen, warmen Hundehaufens und geneigte Stammleser werden sich sicher auch an meinen Bericht über Heiner, meinen Nackenhornigen Kotkäfer, gerne erinnern.

Der Mensch hat allerdings ein sehr eigentümliches Verhältnis zu seinen Exkrementen entwickelt, was sich auch im Benutzen von Toilettenpapier zeigt, wenngleich interessanterweise nicht alle Kulturen diese Form der Intimhygiene praktizieren. Auch die bei manchen vorkommenden Vorlieben für gewisse sexuelle Praktiken (ja, es muss nicht immer russischer Kaviar sein) will ich hier außer Acht lassen und beschränke mich folgend einzig auf den zivilisierten Menschen westeuropäischer Herkunft. Dieser benutzt eben Klopapier, wenn er in der glücklichen Lage ist und im Falle eines Falles welches hat und legt dabei natürlich auch Wert auf gewisse Qualität.

Toilettenpapier lässt sich gut durch die Anzahl seiner Lagen differenzieren. Im Allgemeinen gilt, je mehr Lagen, desto besser und auch teurer. Hakle Lady stellt das Maximum dar, nämlich ein vierlagiges Papier, das ausschließlich in eingeschweißten Zweier-Packungen verkauft wird. Auf der Verpackungsfolie finden sich die üblichen Sachen wie Produktname, Produktinfos und Qualitätsversprechungen, eine Hersteller-Hotline und eine Golden-Retriever-Welpe! Warum muss das süße Hündchen für Klopapier herhalten? Wohl kaum sollen wir es kaufen, weil er es auch benutzt – nein, vielmehr liegt die Assoziation nahe, dass Hakle Lady genauso weich sein soll, wie das Fell der Welpe. Ich hoffe, niemand kommt nunmehr auf den Gedanken, sich in Notsituationen mit einem Hund den Hintern abzuwischen, aber bei der Couleur mancher Rassen liegt ein gewisser Verdacht nahe……..

Der Hersteller, die Hakle GmbH aus Mainz – im Internet unter www.hakle.de oder telefonisch unter 0 61 31/60 72 83 zu erreichen – taufte dieses Klopapier ‚Lady’. Nebenbei bemerkt ist Hakle® Lady® sogar ein registered trademark.

Aber warum tauft eine Firma eins ihrer Klopapiere gerade ‚Lady’? Lady ist englisch und heißt auf Deutsch soviel wie ‚Dame’ und ist gleichzeitig eine englische Adelsbezeichnung. Hakle Dame würde recht komisch klingen und so haben Anglizismen nunmehr auch Einzug in Produkte des rektalen Nutzungsbereiches gehalten. Aber zurück zur eigentlichen Frage: warum ‚Lady’?? Dürfen es etwa nur Frauen benutzen? Finden wir hier abermals in der heutigen Zeit einen Beweis für die Diskriminierung des männlichen Geschlechts? Müssen Männer neben der inzwischen gesellschaftlich weit verbreiteten Ablehnung des Im-Stehen-Pinkelns jetzt auch diesen Schlag ins Gesicht hinnehmen? Fragen über Fragen und die Antworten kenne ich nicht und vielleicht nicht mal Hakle selber. Oder vielleicht doch – ich habe eine Mail an Hakle gesandt mit der Bitte um Erklärung der Namensgebung. Sobald ich Nachricht bekommen habe, werde ich berichten!

Der Preis von Hakle Lady liegt bei sagenhaften 1,69 Euro und das ruft sicher schon bei so manchem einen schockbedingten Stillstand sämtlicher Darmtätigkeit hervor. Auf einer Rolle befinden sich 150 Blätter, die mit einer Länge von gerade mal 12,5 cm jeweils recht kurz gehalten sind. Bei einer Breite von 9,5 cm ergibt das für die Freunde der Statistik bei einer Rolle somit eine Fläche von rund 1,78 m².


Der Gebrauchstest
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Bei Heimkehr ist der große Moment gekommen. Leicht lässt sich die Folie öffnen und eine Rolle herausnehmen. Es fühlt sich gut an, schön fest und griffig. Die Farbe ist ein leicht ins gräuliche tendierende weiß, das Papier ist schlicht und ohne besondere Musterung gehalten.

Das Ablösen des ersten Blattes ist einfach, da es nicht sehr stark an der Rolle klebt. Das ist gut, da folgende Blätter hierdurch nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Des Weiteren sind die einzelnen Lagen eines Blattes sehr ordentlich miteinander verbunden. Gerade beim Eröffnen einer neuen Rolle besteht ja oft die Gefahr, dass man vom ersten Blatt nicht alle Lagen erwischt und das Ganze schnell im Chaos endet. Geruchlich ist Hakle Lady – zumindest vor dem Gebrauch - absolut neutral, sprich nicht parfümiert.

Mein erster Eindruck bestätigt sich beim folgenden Einzelblatt-Test. Es ist in der Tat sehr reißfest, fühlt sich angenehm an und hinterlässt keine Fasern an den Fingern beim Reiben. Seine Festigkeit und Saugfähigkeit überprüfe ich alsdann auch mit dem Schnäuz-Test und Hakle Lady besteht auch diesen.

Herrlich, endlich Feierabend. Ich genieße ihn mit dem aktuellsten Exemplar des Kickers und lasse alles fahren. Endlich kommt es zur Zusammenkunft meiner Analregion mit Hakle Lady. Ist die Dame genauso sanft, wie sie meinen Fingern bereits erschien? Ich bin äußerst gespannt und reiße vier Blätter ab. Die Perforation ist sehr komfortabel. Schnell lassen sich die Blätter trennen ohne einander einzureißen. Ich wickle das Papier zusammen und halte es einsatzbereit in der rechten Hand. Die 12,5 cm Länge wirken in der Tat zwar ein wenig kurz auf den ersten Blick, aber es hindert mich nicht, umgehend mit dem Abwischen zu beginnen.

Ah, ist das göttlich – ein Genuss für den Anus, meine Enddarm-Nerven zelebrieren den Hakle-Blues. Hakle Lady fühlt sich sehr weich und angenehm an. Es ist eine Wohltat für meinen Büro- und Zugklopapier geschädigten Hintern, die Hautverträglichkeit ist optimal. Ich benötige gerade mal zwei Portionen für die komplette Reinigung. Bei meiner heutigen Kotkonsistenz hätte ich bei anderen Papieren mindestens viermal reißen und falten müssen. Das beweist die sehr gute Saugfähigkeit von Hakle Lady, aufgrund welcher dann auch kein Nachteil durch die vermeintliche Kürze des einzelnen Blattes entsteht. Außerdem bleibt nichts zurück vom Klopapier, wie gerade bei billigen Ausführungen, was gesondert zu entfernen wäre.

Hakle Lady hat den Praxistest absolut bestanden – wir sind zufrieden!


Fazit
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Bei Hakle Lady handelt es sich um ein hochwertiges – wenngleich auch vergleichsweise teures – Klopapier. Ich konnte weder beim Gebrauch selbst noch bei vorab getesteten anderen Eigenschaften Kritikpunkte feststellen.

Der hohe Preis relativiert sich allerdings auch bei Betrachtung der Menge, die man pro Klogang benötigt. Eine simple Rechnung verdeutlicht dieses: vorausgesetzt ich gehe zweimal am Tag aufs Klo, so benötige ich insgesamt sechzehn Blätter Hakle Lady am Tag. Bei 150 Blättern auf der Rolle reicht eine folglich für rund 9 Tage und ein Paket für mehr als einen halben Monat. Unter strengen Controlling-Aspekten gesehen, kostet ein Klogang mit Hakle Lady gerade mal fünf Cent und das sollte einem der eigene Anus durchaus wert sein.

Sicher kann diese Kalkulation bei so manchem Zeitgenossen aufgrund von Ernährungsgewohnheiten oder anderen – hier besser ungenannten - beeinflussenden Faktoren eine Milchmädchenrechnung werden, aber insgesamt betrachtet zeichnet dieses Produkt ein durchaus hohes Preis-Leistungs-Verhältnis aus.

Ich spreche eine uneingeschränkte Empfehlung aus und vergebe demzufolge 5 Sterne.


Nachsatz:

Zwei Tage nach meiner Mail bekam ich Nachricht von Hakle: 1972 wurde mit Hakle Lady das erste vierlagige Klopapier der Welt auf den Markt gebracht. Leider ist nicht bekannt, wie der Sohn des Firmengründers damals auf den Namen kam :-(


© Comte de Flandre – 2004

16 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Lisolotto

    26.01.2005, 23:34 Uhr von Lisolotto
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich habe schallend gelcht,aber gut beschrieben,soviel wär mir gar nicht dazu eingefallen

  • April

    18.01.2005, 00:46 Uhr von April
    Bewertung: sehr hilfreich

    Köstlich zu lesen! LG April

  • Modulo

    04.08.2004, 00:23 Uhr von Modulo
    Bewertung: sehr hilfreich

    Also da ich ein Freund der Statistik bin, hat mich natürlich deine Flächeninhaltsberechnung gleich gefesselt. ;) Das Problem ist nur: Sie ist falsch! 12,5cm*9,5cm macht genau 118,75cm². Ein Quadratmeter hingegen hat 10000cm². Was für ein