Halberstadt Testbericht

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Erfahrungsbericht von lotharh44

Halberstadt ist das Tor zum Harz

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

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Halberstadt das Tor zum Harz
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Im Südwesten Sachsen-Anhalts, malerisch zwischen Harz und Huy liegt das tausendjährige Halberstadt.

Halberstadts Geschichte beginnt vor über 1150 Jahren mit der karolingischen Gründung eines ostfälischen Bistums. Bereits 827 ist der Bischofssitz nachweisbar.
Die geografisch günstige Lage im nördlichen Harzvorland an sich kreuzenden alten Handels- und Völkerstraßen und in derv unmittelbaren Nähe einer Furt durch das Flüsschen Holtemme, ergaben schon vor der Zeitenwende und vor allem in den Jahrhunderten danach eine rege Siedlungstätigkeit.
Mit der Verlegung des ostfälischen Bischofssitzes zu Anfang des 9. Jh. nach Halberstadt wuchs die Bedeutung des Ortes.
Im Jahre 989 übertrug König Otto III. an den Halberstädter Bischof das Münz-, Markt- und Zollrecht für den Ort Halberstadt.
Um diese Zeit muss bereits im Bereich des heutigen Fischmarktes/Martiniplan eine weitere Marktsiedlung bestanden haben.
Herr der verschiedenen Siedlungen war der Bischof. Schon ab 1105 sind ausgeprägte Züge einer frühstädtischen Entwicklung zu erkennen, der Besitz des Stadtrechtes ist 1184 nachweisbar.

Sinnbild der Entwicklung der Stadt ist die Martinikirche (Marktkirche), deren heutiger Bau zwischen 1250 und 1350 entstand. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und war damals schon ein markantes Symbol für die Distanz zwischen Bürgertum und Bischof. Noch heute sind die ungleichen Türme Eigentum der Stadt. An der Südwestfassade der Kirche steht der 4,20 m hohe, aus Sandstein gehauene Roland, der zweitälteste Deutschlands, als Symbol des Marktfriedens.Aktuell finden in dieser Kirche unterschiedlichste Ausstellungen und Konzerte statt.
Berühmt wurde Halberstadt durch seine hervorragenden Baudenkmale, vor allem durch wertvolle Fachwerkbauten und Sakralbauten.
Am 08. April 1945 fiel der größte und schönste Teil der Stadt einem Bombenangriff zum Opfer.
Trotz der 82%igen Zerstörung der Stadt konnten die bedeutenden Kirchen und einige Häuser und Fachwerkbauten erhalten werden. Umfangreiche Wiederherstellungsarbeiten, vor allem an den unvergleichlichen kirchlichen Bauwerken, sakral- , Renaissance-, und Barockbauten, die seit jeher das Bild der Stadt prägten, wurden vorgenommen.
Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich im Domplatzbereich, der zu den schönsten architektonischen Plätzen unseres Landes gehört. An seinen Schmalseiten stehen der weltberühmte Dom
St. Stephanus und die romanische Liebfrauenkirche. Wir finden alle Stilepochen am Domplatz, von der Romanik bis zur Gegenwart, ohne dass die Gesamtharmonie gestört wird.
Halberstadt bietet genau die richtige Mischung aus guter Erholung in Waldreicher Umgebung einerseits und einer faszinierenden Stadtgeschichte andererseits.
Dem interessierten Reisenden hier schon ein ganz besonders herzliches Willkommen.

Sehenswürdigkeiten:

Der Dom St Stephanus (1239—1491)
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Er ist »das reinste Beispiel deutscher Gotik«,

bemerkenswert ist die Triumphkreuzgruppe welche um 1220 entstand. Einmalig die Glasmalereien des 14. und 15. Jh., die spätgotische Plastiken, der spätgotischer Lettner aus der Zeit um 1550.
Ein weltbekannter Dom-Schatz mit gewirkten Bildteppichen des 12., 13. und 16. Jh., eine reiche Sammlung liturgischer Gewänder 12. bis 16.Jh., mittelalterliche Gemälde und Plastiken, eine wirklich besuchenswerte Schatzkammer mit mittelalterlichem Kunsthandwerk erwarten den interessierten Besucher.

Die Liebfrauenkirche
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Sie ist eine Romanische viertürmige Basilika des 12. Jh., spätromanische
Reliefs an Chorschranken um 1200, Gewölbemalereien
in der Barbarakapelle sind nahezu einmalig für Europa.
Die Fachwerkarchitekturausstellung im Kreuzgang ist äußerst beachtenswert.

Die Stadtkirche St. Martini (13/14. Jh.)
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Diese Gotische Marktkirche ist mit ihren ungleichen hohen Turmhelmen das Wahrzeichen der Stadt, An der Westseite der Türme stand bis vor wenigen Jahren, d.h. bis zur Errichtung des neuen Halberstädter Rathauses, am original historischen Ort, mit fast gleichen Grundriss die 1433 errichtete Rolandfigur. (zweitältester Roland Deutschlands).
Jetzt steht der Roland wieder am Rathaus der Stadt.

Dompropstei — Domplatz
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Ein herrlicher Renaissancebau 1592—1611, Obergeschoss Fachwerk, reicher plastischer Schmuck und Domherrenwappen. Petershof — Domplatz
Ehemaliger Bischofspalast von 1552/1553, stark umgebaut, Renaissanceportal von 1552. Derzeit finden wieder Restaurationsarbeiten statt.

Die Stadtmauer
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Reste der einst die gesamte Stadt umgebenden Stadtmauer sind an der Schützenstraße und Schwanebecker Straße zu erkennen, 13/14. Jh.
Der Wassertorturm, 1444 erbaut, ist der letzte vorhandene Mauerturm.

Volkstheater Halberstadt
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Unbedingt noch erwähnenswert ist unser Halberstädter Volkstheater, ein Musiktheater, welches im Nordharzer Städteverbund auch über ausgezeichnete Schauspieldarbietungen verfügt. Die Spielzeit ist ganzjährig, das Ensemble gastiert in den Sommermonaten auf den Waldbühnen in Thale und Altenbrak.
Auch die angegliederte Kammerbühne bietet in ganzjähriger Spielzeit Hervorragendes.

Der Park Spiegelsberge
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darf abschließend nicht vergessen werden. Er wurde durch den Freiherren von Spiegel errichtet. Hier befindet sich das Jagdschloss im Renaissancestil, welches als Restaurant genutzt wird.
Ein sehr schönes barockes Kellerportal von 1606 verdient hier besondere Aufmerksamkeit, wie auch das älteste und zweitgrößte Weinfass Deutschlands mit einem Fassungsvermögen von (132.700 Ltr.)

Gleich unterhalb dieses Jagdschlosses findet der Besucher den Halberstädter Tiergarten im Park Spiegelsberge. Dieser Tiergarten ist ein für seine gute Arbeit und Gestaltung besonders ausgezeichneter Tiergarten in Deutschland. Im Tiergarten werden die Besucher großräumig in einer Gaststätte, der „Waldschenke“ , bewirtet.

Letztlich sei noch der Wehrstedter See mit einem gepflegten Campingplatz, guten
Bademöglichkeiten mit Sport- und Spielanlagen sowie seinem Restaurant erwähnt.

Burchardikirche
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In Halberstadt wurde nun das wohl längst dauernde Musikstück der Welt, von John Cage in der Burchardikirche angestimmt. Ich würde gern den letzten Akkord desselben hören, aber wer lebt schon über 600 Jahre lang....(;-)).
Dazu habe ich schon vor einigen Monaten einen Bericht bei CIAO vorgeschlagen, na, ich hoffe, er wird noch eingestellt.

Weihnachtsmarkt
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Für unser Städtchen kann sich der alljährliche Weihnachtsmarkt durchaus sehen lassen. An jedem Eingang zum markt muß man durch ein symbolisches Stadttor, welches nach den früheren Originalstadttoren benannt wurde. Eine Bühne mit täglichen Highlights gibt es auf dem Holzmarkt, wo auch noch einige Zeit nach den Feiertagen eine große Eislaufbahn aufgestellt ist.
Am Rathaus befindet sich ein überdimensionaler Adventskalender, vor dem an jedem Nachmittag der Nicolaus erscheint und kleine Geschenke verteilt. Seit diesem Jahr gibt es auch eine riesige Weihnachtspyramide, wohl die größte in Deutschland.
Wer es also 2001 nicht geschafft hat, der sollte es 2002 einmal versuchen.


Hier noch ein paar Kneipenempfehlungen, wenn man es urig, gemütlich und im PUB Stil mag:

\"Pappa la Pub\" am Holzmarkt im Stadtzentrum. Mittags Speisenangebot sehr gut, schönes Straßenkaffee, Freitags meist Lifemusik. Freundliche Preise und nettes Personal.
www.pappalapub.4d2.de

\"Gerberhaus\" am Hohen Weg. Vom Zentrum Richtung Altstadt. In dem 1620 errichteten, aufwendig restaurierten Gebäude befindet sich eine Speisengaststätte, ein Veranstaltuingssaal (für ca. 100 Gäste)in dem Freitags Lifemusik aller Genre geboten wird, Samstags Disco für \"etrwas reifere Jugend\" ab 25 J. Es gibt auch einen Weinkeller, Paulaner Biergarten und ab 04.2002 ein gemütliches Straßenkaffee.
www.gerberhaus-pub.de

© lotharh44 12.02.2002

22 Bewertungen, 3 Kommentare

  • anonym

    18.02.2007, 12:04 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Elke

  • Goldband

    10.10.2002, 19:03 Uhr von Goldband
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bisher kenne ich Halberstadt nur von den Würstchen (einer meiner Berichte). Das sollte ich wohl mal ändern.

  • ikaros

    12.02.2002, 19:18 Uhr von ikaros
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super ausführlich!