Wurzeln ( Roots) (Taschenbuch) / Alex Haley Testbericht
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Erfahrungsbericht von margy
versklavung
Pro:
drastische, dramatische Darstellung der Neger in der Sklaverei
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Das Buch "Roots" umfasst 744 Seiten. Der Übersetzer hieß Emil U. Günther. Der Titel der amerikanischen Ausgabe lautet Roots, die der deutschen Ausgabe Wurzeln. 1976 erschien die amerikanische Ausgabe, 1977 dann die deutsche im S. Fischer-Verlag in Frankfurt/Main. Das Buch erhielt ich als Geschenk, ist eine ältere Ausgabe. Zum Preis kann ich daher keine Angaben machen.
Zum Autor:
Alex Haley, 1922 geboren, arbeitete 20 Jahre bei der Küstenwache. Seine Schriftstellerei begann mit Liebesbriefen an Matrosen und Abenteuergeschichten für Zeitschriften. 1959 endete sein Dienst bei der Marine. Als freier Schriftsteller schrieb er Geschichten und Interviews für Magazine. Seine Bekanntschaft mit dem Negerführer Malcolm X führte zu den ersten großen Veröffentlichungen. Haley schrieb eine Autobiografie über Malcolm X. Den Durchbruch erreichte er mit dem Buch "Roots".
Textausschnitt:
Man näherte sich einer erst kürzlich in einen Bambushain geschlagenen Lichtung, das war zu riechen. Stärker und stäker wurde der Geruch, dann wieder schwächer, also musste es eine Palisade aus Bambusrohr gewesen sein, die man durchschnitten hatte. Die Trommeln verstummten ganz plötzlich, die Kolonne hielt an. Minutenlang bewegte sich niemand, wurde kein Wort gesprochen. Kunta lauschte angestrengt, ob irgendein Geräusch ihn verriet, wo man war, doch hörte er nur das Kreischen von Papageien und das Geschnatter der Affen.
Inhalt:
Alex Haley schreibt in seinem Buch die Geschichte seiner Ahnen während der Sklaverei, beginnend vor 200 Jahren mit Kunta Kinte.
Schreibstil:
Sehr lebendig, in bildhafter Sprache und knisternder Spannung dokumentiert Alex Haley seine Geschichte. Gefühle und Regungen der von Angst gepeinigten Neger kommen nicht zu kurz. Die Stellung der Weißen stellt der Autor drastisch heraus. Der Terror, die auf diese unterdrückte Menschenschicht fiel, findet seinen Platz. Das Entsetzen und Erschaudern des Lesers lässt Gänsehaut entstehen und die seelische wie auch die körperliche Last, Qualen, Schmerzen, Angst nachvollziehen.
Meinung:
Der Buchumschlag verrät, dass Alex Haleys Großmutter ihm in jungen Jahren die Geschichte ihrer Vorfahren erzählte. Sich immer wieder daran erinnernd, forschte und recherchierte der Autor alle für ihn wichtigen Einzelheiten. Zehn Jahre nahm das in Anspruch. Beginnend mit Kunta Kinte im Alter von 17 Jahren beschreibt Haley das westafrikanische Gambia ab 1767. Darauf folgen sechs weitere Generationen bis hin zu sich selbst. 200 Jahre erfasst die Erzählung bis zur Gegenwart.
Alex Haley selbst ist ein Neger afrikanischer Abstammung, der in Amerika lebt.
Das alltägliche Leben der Einheimischen, der Einklang unter- und miteinander, das Fühlen und Denken der schwarzhäutigen Bevölkerung innerhalb ihrer Gemeinschaft deckt Haley auf.
Das Entsetzen der oft überraschenden, wie ein Überfall wirkenden Gefangennahme und Verschleppung bleibt kein Geheimnis. Die Machtstellung der Weißen gegenüber den Schwarzen, die Herrschsucht und die erniedrigende Behandlung, menschenverachtende Strafen geben dem Leser einen Einblick und einen Eindruck, was im 18. Jahrhundert geschah.
Die Zeilen knistern dabei vor Spannung. Weiße Menschen der heutigen Zeit beginnen, ihre eigenen Landsleute für ihr herabwürdiges Verhalten, ihren Grausamkeiten zu hassen.
Dass die Neger an nichts anderes mehr denken konnten als an die Flucht vor körperlichen und seelischen Schmerzen, konnte ich nachvollziehen. Auch ich hätte in ihrer Situation gleich gehandelt. Qualvolle, grausame Verstümmelungen der Sklaven trafen bei mir auf kein Verständnis. Wie konnte und durfte es je so weit kommen? Dass so etwas überhaupt möglich war, ist nicht nachvollziehbar. Grausamkeiten und Demütigungen der Weißen, Angst, Panik, Entsetzen, das Ausgeliefertsein der Schwarzen sind drastische Gegenüberstellungen. Wo blieb die Gerechtigkeit? Wo blieb die Würde und der Wert der Menschen verschiedener Rassen, deren Hautfarbe nicht die gleiche war?
Verachtung und Erschütterung spürte ich als Leserin zwischen jeder Zeile.
Die Neger bedeuteten Handelsgut, eine Ware, die an Ketten gefesselt auf den Märkten als Sklaven feilgeboten wurden. Den Wert der afrikanischen Bevölkerung machten die Weißen an ihrer Schaffenskraft fest. Wozu taugten die Neger? Als was konnten sie ihren Herren dienen? Untauglich als Mensch waren sie ja eh schon abgestempelt. Der angebotene Preis dafür galt lediglich den weißen Händlern. Ging es bei den Menschen um Vieh?
Frauen, Kinder und Männer stellten die Weißen zur Schau, priesen sie wie Lebensmittel zum Kauf an, mit Peitschenstriemen ausgestattet, abgemagert, den Hass in ihren Blicken. Wuterfüllt ob dieser mehr als schäbigen Behandlung ließen sie alles über sich ergehen. Hätten sie gemuckt, wären aufsässig geworden - was wäre dann passiert?
Die Ehre, die Menschenrechte und die Menschenwürde abwertend fand jeder Neger seinen Käufer und Herren oder Massa, wie er im Buch genannt wird. Die Neger untereinander in ihrer Gefangenschaft, der Sklaverei, mussten untätig, handlungsunfähig gemacht durch Erniedrigungen und Qualen, jedem noch so grausamen Spiel der Weißen zusehen.
Verständnislos, kopfschüttelnd überlief mich ein Schauder nach dem anderen. Gänsehaut entstand, Ekel und Widerwillen breiteten sich in mir aus. Zorn entbrannte in mir, Wut auf die Weißen.
37 Bewertungen, 13 Kommentare
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21.04.2010, 10:00 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße .... Tina
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20.04.2010, 21:43 Uhr von Aprilja
Bewertung: sehr hilfreichein toller bericht! lg :)
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20.04.2010, 21:37 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüße Sarah
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20.04.2010, 21:04 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
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20.04.2010, 18:52 Uhr von rainbow90
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich! Liebe Grüße
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20.04.2010, 18:41 Uhr von technofreak1988
Bewertung: sehr hilfreichs.h., würde mich über gegenlesungen sehr freuen! lg andi
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20.04.2010, 18:12 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichSh..Schöner Bericht....
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20.04.2010, 18:03 Uhr von topfmops
Bewertung: besonders wertvollUnd genau deswegen versuche im Schreiben und Reden das Possessiv-Pronomen "mein" in bezug auf Menschen zu vermeiden. Ich werde niemals von "meiner" Frau, "meinen" Töchtern, "meinen" Enkeln oder "meinen" Mitarbeitern sprechen.
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20.04.2010, 18:02 Uhr von Hornet2005
Bewertung: sehr hilfreichKlasse bericht lg Sandra
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20.04.2010, 17:52 Uhr von office
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner und hilfreicher Bericht. Sehr angenehm zu lesen
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20.04.2010, 17:43 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^petra
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20.04.2010, 17:31 Uhr von Shirty1980
Bewertung: sehr hilfreichEin SUPER Bericht. Ich würde mich über eine Gegenlesung sehr freuen. Lg Shirty1980
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20.04.2010, 17:14 Uhr von minasteini
Bewertung: sehr hilfreichSchöne Buchvorstellung. LG Marina
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