Hamburg Dungeon Testbericht

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Erfahrungsbericht von Minoscha

In Hamburg wurde ich geköpft

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Im letzten Urlaub hatten wir eine Tagestour nach Hamburg gemacht.
Ziel unseres Ausflugs war das Hamburger Dungeon.
Ich hatte darüber in der Zeitung gelesen und als uns auch noch ein Freund davon erzählte, war klar dass wir das mal mit erleben wollten.

Was ist das Hamburger Dungeon eigentlich?

Die Werbeprospekte beschreiben es so: Das Hamburger Dungeon ist spannend ,aber keine Horrorshow. Es ist historisch korrekt, aber kein verstaubtes Museum und vor allem ist es eine unterhaltsame, ironische, lustige, gruselige und nicht ganz ernst zu nehmende Show von professionellen Schauspielern.
Hinter den Mauern des Hamburger Dungeons verbirgt sich das Entsetzen aus 2000 Jahren Hamburger Geschichte. Man macht eine Zeitreise durch die blutigsten Epochen und schrecklichsten Szenarien. Mit unglaublicher Intensität und modernster Technik erwacht die Vergangenheit hier zu neuen, alten Leben .......


Was erlebt der Besucher?

Ich will versuchen, meine Eindrücke und Erlebnisse hier zu schildern:

Gleich beim Eingang wurden wir von zwei netten Frauen empfangen. Mein Mann bekam sofort eine Axt und mein Sohn ein Schwert (aus Plastik) in die Hand gedrückt.
Ich musste meinen Kopf auf ein Gestell legen und die Beiden durften mich dann mit Schwert und Axt köpfen.
Diese ganze Szene wurde dann fotografiert und das Foto konnten wir dann zum Preis von 24,- DM am Ende der Show kaufen.

Dann ging es schon durch einen dunklen Gang zur Kasse. Nach dem Bezahlen (18,- DM pro Person) wurden wir von einer Empfangsdame abgeholt und zu der restlichen Gruppe gebracht.

Die Empfangsdame war in einem mittelalterlichen Kostüm gekleidet und sehr blass geschminkt. Sie sprach sehr geheimnisvoll und deutete uns schreckliches an.
Wir wurden dann durch einen total dunklen Gang in den Fahrstuhl des Grauens geführt. Man spürt deutlich wie sich der Fahrstuhl in Bewegung setzt und am Ende landet man in der Bibliothek.
Dies ist ein Raum mit gestapelten verstaubten Büchern, dort wird ein kleiner Film mit einer Einleitung zur Hamburger Geschichte gezeigt. Der Erzähler berichtete gerade von einem großen Feuer, dass am 5. Mai 1842 in Hamburg sämtliche Lagerhallen, Häuser usw. zerstörte und ein Großteil der Hamburger Bevölkerung obdach- und mittellos machte. Viele Tote waren zu beklagen...........
Da riechen wir auch schon Rauch und man kann das Feuer sehen, dann ein lauter Schrei einer Frau und die Tür fliegt auf.
Auf einmal sind wir mittendrin!
Die Frau, ebenfalls im Kostüm führt uns durch einen ebenfalls dunklen Gang, es stinkt nach Rauch und Feuer, in einen Lagerraum.
Sie fragt uns, ab wir ihren Bruder gesehen hätten, was wir verneinen mussten. Sie weinte fürchterlich und fing an zu erzählen, wie ihre Familie versuchte, sich in der Alster vor den Flammen zu schützen und doch alle umkamen.
Langsam fängt dieser Lagerraum, indem wir stehen auch an zu brennen. Die Frau spielt täuschend echt eine Panik und reißt die nächste Holztür auf. Davor sieht man nur Flammen und sie macht uns klar, dass wir da raus müssen.
Sie voran, unsere Gruppe hinterher. Man spürt die Hitze, riecht den Rauch und sieht den Feuertunnel, durch den wir durch müssen. Man hört irgendwo Schreie und Holz knirschen. Alles brennt und wir mittendrin!

Uns wird wieder eine Tür geöffnet und wir landen bei der Inquisition. Ein kleiner Raum und über uns eine Frau in einer Art Mönchskutte. Sie beschimpft uns alle als Sünder und verspricht uns eine Strafe.
Sie sucht sich eine Frau aus unserer Gruppe aus, welche als Hexe angeklagt werden soll. Die Frau ist geständig und sie sollte auf dem Scheiterhaufen brennen.
Dann wurde ein Mann in die Mitte gestellt und liest aus dem Buch der Sünden vor, dass dieser Mann der Vielweiberei beschuldigt wird. Da er nicht geständig ist, muss er in die Folterkammer.
Sie erklärt noch, dass die Beschuldigten gestehen müssen bevor sie hingerichtet werden können. So werden sie solange gefoltert, bis sie gestehen.

In der Folterkammer wird an Puppen und kleinen Schildern genau erklärt, welche Folterarten es zu dieser Zeit gab.
Man läuft durch einen langen Gang und am Ende ist wieder eine Tür. Dort werden wir von einem Mann abgeholt der uns als seine Studenten betitelt.
Wir kommen in einen Hörsaal und befinden uns im Jahre 1350.
Er erklärt uns an Puppen die Folgen der Pest und wie sie übertragen wird.
Nach diesen lehrreichen Minuten werden wir wieder durch einen dunklen Gang in eine andere Zeit geschickt.
Wir landen mitten in einer Schlacht im Jahr 845. Mit einem Blitzangriff überfallen schwer bewaffnete Wikinger die Hammaburg. Wie im Rausch morden sie wahllos, vergewaltigen, zerstören und plündern. Sie nahmen die Burg ein, überfallen ein kleines nahe gelegenes Dorf und fackeln dieses ab. Kaum ein Mensch überlebte diesen Angriff. Dieser Abschnitt wurde leider nur mit Puppen und Hinweistafeln dargestellt, so dass man als Besucher eigentlich nicht richtig verstehen konnte, um was es eigentlich ging.
Ich finde, dass gerade in diesem Bereich die Erklärung gefehlt hat.

Danach wurden wir als Seeleute auf einem Piratenschiff angeheuert.
Vorher wurde wieder in einem Film die Geschichte von Klaus Störtebeker erzählt, der als Pirat zusammen mit seinem Freund Godecke Michels reich beladene Schiffe plünderte.
Wir hatten auf unserem Schiff den Auftrag, den gefangenen Störtebeker von der Hanse zu befreien. Er wurde vom Volk als Held gefeiert, da er immer etwas von seiner Beute abgab.
Die Befreiung gelang nicht und so mussten wir zum Richtplatz, um an der Hinrichtung von Störtebeker am 20.10.1400 beizuwohnen.
Die Geschichte wird hinter einer Leinwand von zwei Schauspielern gespielt, die man aber nur als Schatten erkennen kann. Störtebeker und siebzig seiner Vitalienbrüder sollen vom Scharfrichter Rosenfeld durch das Schwert enthauptet werden.
Störtebeker äußert seinen letzten Wunsch:” Gebt jeden einzelnen frei, an dem ich ohne Kopf vorbei laufe” !
Die Ratsherren gewähren diesen seltsamen Wunsch und der Scharfrichter schlägt zu .
In diesem Moment geht bei uns das Licht aus und den Rest der Geschichte müsst ihr euch schon selbst anschauen.
Inzwischen sind wir schon über eine Stunde im Dungeon, aber man merkt nicht wie die Zeit vergeht.
Nach der nächsten Tür landet man in einem Restaurant, was ebenfalls ans Mittelalter erinnert. Riesige Holztische sind aufgestellt, an denen man mit zehn Mann sitzen kann. Das Essen, was ich wirklich weiter empfehlen kann, wird von freundlichen Kellnern serviert, natürlich auch im Kostüm.

Von dort musste man eine Treppe hoch, durch den Verkaufsshop zum Ausgang.

Im Verkaufsshop wurden diverse Dinge angeboten, was aber eher an ein Gruselkabinett erinnerte. Zum Thema gab es nur Bücher über Störtebeker, aber sonst fand ich das Angebot nicht so gut.
Ich habe auch nicht verstanden, dass ich erst durch den Shop laufen musste, um zum Ausgang zu kommen.

Hamburg Dungeon ist nicht geeignet für Menschen mit schwachen Nerven oder kleinere Kinder. Kinder (ab 10 Jahre) haben nur Zutritt in Begleitung Erwachsener.
Es wird schon an der Kasse gebeten, Handys auszuschalten.

Anfahrt:
Mit dem Auto - Parkplätze sind nur begrenzt vorhanden
Mit der U-Bahn - Linie U3. Station Baumwall, fünf Minuten Fußweg

Öffnungszeiten: sieben Tage die Woche von 10 bis 19 Uhr
(letzter Einlass 18 Uhr)

Für Gruppen ab 15 Personen gibt es Sondertarife, die bei Dungeon erfragt werden können.
Für Abendveranstaltungen und Betriebsfeiern der besonderen Art kann das Dungeon auch gemietet werden.
Alle Informationen unter: Hamburg Dungeon in der Speicherstadt, Kehrwieder 2, 20457 Hamburg, Tel: 040/36005500

oder die Seite: www.hamburgdungeon.com


Wir können das Hamburg Dungeon auf jeden Fall weiter empfehlen. Es war schon ein besonderes Erlebnis und sehr lehrreich.

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