Hamburger Fischmarkt Testbericht

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Erfahrungsbericht von RatteHamburg

Der Hamburger Fischmarkt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Seit 1730 gibt es in Hamburg im Stadtteil Altona (am Hafen in der Nähe der Speicherstadt) den Fischmarkt.
Damals gab es hier nur Fisch zu kaufen, in erster Linie Heringe.
Heute kann man hier am frühen Sonntagmorgen fast alles erstehen: Fisch, Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Pflanzen, Antiquitäten und Kitsch, auch Hühner, Kaninchen, Meerschweine aus freier Haltung und Tierfuttermittel sind hier zu bekommen.

Viele interessante Menschen kann man hier treffen wie etwa Touristen, nächtliche Szenegänger beim Frühschoppen, Hausfrauen und Wirte die Lebensmittel für das Sonntagsessen einkaufen und natürlich die Marktschreier.
Die sogenannten Rappohändler sind wirkliche Hamburger Originale.
Einen Moment vor ihren Ständen stehen zu bleiben kann wirklich interessant und meist zum lachen sein.

Da sind zum Beispiel „Aal - Trude“ oder „Aale - Rainer“. Wenn diese skurrilen Menschen zu ihrer Hochform auflaufen dann erlebt man das wahre Fischmarkt - Feeling.
Da kann es auch mal vorkommen das der Eine oder Andere Fisch einen Flug in die Menge erlebt, oder das ein kleiner Hering verbal zu einem Wal wird der Geschichten erzählen kann.

Manchmal sind die Späße die gemacht werden auch derb und anzüglich, aber das stört den wahren Hamburger wenig.
Man sollte sich dieses Schauspiel wirklich einmal antun!

Auch die Obstschreier (z.B.: „Bananen – Harry“) sind ein Völkchen für sich – mir ist auch schon mal eine Banane an den Kopf geflogen, da der Händler meinte ich hätte ihm zuwenig Aufmerksamkeit geschenkt – man nehme es mit Humor und halte dagegen :o)
Beliebt ist auch das bekannte Bananenfangen (das habe ich dann wohl verpasst *g*)

Mitten auf dem Fischmarkt findet man auch die Altonaer Fischerauktionshalle.
Früher war sie der Hauptanlegeplatz der Deutschen Fischereiflotte, 1937 aber wurde sie „eingemeindet“ und dient heute als Veranstaltungshalle für bekannte und nicht so bekannte Bands.
Das Eisenskelettgebäude wurde 1895 – 1996 gebaut und 1982 – 84 noch einmal lohnenswert restauriert.

Der Fisch der auf dem Markt verkauft wird kommt übrigens aus aller Welt.
Er wird geliefert aus Bremerhaven, Skandinavien, den Niederlanden, Mecklenburg-Vorpommern, Rügen oder Usedom.
Man kann zum Teil auch seinen Fisch direkt vom Fischkutter kaufen.

Nebenbei gibt es auf und um den Fischmarkt auch viele schöne und interessante Skulpturen zu beschauen.
Zum Beispiel die Bronzefarbene Brunnenfigur der Minerva, der römischen Göttin des Handwerks oder die Bronzefigur zweier Marktbeschicker; Sie spiegeln die gute alte Zeit wieder: Mann mit einem Fischkorb in Bauchladenhöhe und eine schreitende Frau trägt zwei Fischkörbe.
Ganz so wie einst die Leute aussahen die die Geschichte des Hamburger Fischmarkts angefangen haben zu schreiben.

Der Markt findet jeden Sonntag Morgen von 5 – 9:30 Uhr statt, im Winter ab 7.
Kleiner Tipp: Wer später kommt kann schon mal ein ganzes Bündel Bananen „für ne Mark“ bekommen, oder die letzten Fische die noch weg müssen für „nen Heiermann“ (5,-DM). - Wat die nun heute haben wollen? 2,50 Euro? :o(

Viel Spaß dabei wünscht

die Ratte aus Hamburg