Das Geheimnis der Puppe (Taschenbuch) / Petra Hammesfahr Testbericht
ab 5,95 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Summe aller Bewertungen
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von MissyG
Zufallsbekanntschaft mit einer brillianten Autorin - Missys neues TOP-Buch
Pro:
s.o.
Kontra:
s.o.
Empfehlung:
Ja
Es gibt verschiedene Arten von Büchern:
Bücher, die einem gefallen,
Bücher, die weniger gefallen
Bücher, die man total entsetzlich findet
Bücher, die einen fesseln.
Und es gibt Bücher, die keinen Aufschub dulden. Die einen so sehr gefangen nehmen, dass man sie in sich hineinfrisst. Jeder Störenfried wird mit Blicken erdolcht. Man will nur eines: durch da! Was passiert? Wie passiert es? Ein 5 Sterne Buch, dass zusätzliche Sterne verdient hätte.
Genau so ein Buch ist mir zufällig in die Hände geraten. Ich bin ja ein kleiner Sammler und Jäger und jage günstige Bücher. Meinem Vater habe ich es zu verdanken, dass ich eine Abneigung gegen Taschenbücher habe und ganz ehrlich fahre ich mit meinen gebundenen Exemplaren im Moment ganz gut. So kam es, dass im Bertelsmann Club (jetzt DerClub) wieder mal 2 Bücher für zusammen 12,50 € angeboten wurden. Selbstverständlich gebundene Ausgaben. Und aus dem Dutzend angebotener Bücher, suchte ich mir die beiden vermeintlich interessantesten heraus. Nach meinem Desaster mit „Gefangen im geliebten Land“ stürmte ich dann gestern vom Bücherschrank meiner Mutter, vorbei an dem Vorrat meines Vaters, hin zu meiner eigenen kleinen Ausbeute: 8 Bücher lagerten dort, die sich in den bisherigen 3 Wochen, die ich nun schon bei meinen Eltern bin, hier angesammelt hatten. Der Titel interessierte mich und ich dachte mir, dass man bei 283 Seiten selbst durch ein mäßiges Buch hindurch kommen könnte. Weit gefehlt! Nicht einmal 24 Stunden später war es dahin „das Geheimnis der Puppe“.
TECHNISCHE DATEN
Broschiert - 315 Seiten - Rowohlt Tb.
Erscheinungsdatum: November 2000
ISBN: 349922884X
TB 8,50 €
Gebundene Ausgabe bei derClub 6,25 € (im 2er Pack 12,50 €) statt 9,90 €
283 Seiten
Buch-Nr.: 0064642
AUTORIN
Petra Hammesfahr wird in von Fans oft als „Stephanie King“ bezeichnet. Das unterstreicht ihren Ruf als ausgezeichnete Krimi-Autorin. Sie wurde am 10.05.1951 geboren und wollte schon früh Schriftstellerin werden. Bereits mit 17 Jahren begann sie zu schreiben. Vorerst machte sie jedoch eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau und schrieb nebenbei. Erst 1991 machte sie dann ihre Passion zum Beruf und brachte kurz hintereinander mehere Kriminalromane auf den Markt. Ab Mitte der neunziger Jahre wandte sich Petra Hammesfahr mit ihren Arbeiten auch dem Fernsehen zu. Für ihren Roman \"Der gläserne Himmel\" erhielt sie den Rheinischen Literaturpreis und mit den beiden Romanen \"Die Sünderin\" und \"Der Puppengräber\" stürmte sie die Bestsellerlisten.
Petra Hammesfahr ist zum 2. Mal verheiratet und hat drei Kinder, mit denen sie ein Reihenhaus in Kerpen bewohnt.
„Das Geheimnis der Puppe“ ist einer ihrer ersten Romane und erschien erstmals 1991.
WEITERE WERKE
• (1991) Die Frau, die Männer mochte
• (1991) Wer zweimal lebt,ist nicht unsterblich
• (1991) Marens Lover
• (1991) Das Geheimnis der Puppe
• (1992) Am Ende eines Sommers
• (1992) Geschwisterbande / Roberts Schwester
• (1992) Der Engel mit den schwarzen Flügeln
• (1993) Merkels Tochter
• (1993) Brunos große Liebe
• (1993) Der stille Herr Genardy
• (1993) Die Augen Rasputins
• (1994) Verbrannte Träume
• (1995) Betty / Die Chefin
• (1995) Der gläserne Himmel
• (1997) Heiß und kalt
• (1999) Die Sünderin
• (1999) Der Puppengräber
• (2000) Die Mutter
• (2000) Der Ausbruch
• (2000) Lukkas Erbe
• (2001) Meineid
• (2002) Das letzte Opfer
• (2003) Die Lüge
KLAPPENTEXT
Laura und Tom, glücklich verheiratet und beruflich erfolgreich erwarten ihr zweites Kind und beschließen aufs Land zu ziehen. Das herrschaftliche, etwas düstere Haus inmitten einer Parklandschaft fasziniert Laura von Anfang an, bietet es doch in ihren Augen für den Sohn Danny ausreichend Raum für ausgelassene Spiele und ihr selbst einen Ruhepol, den sie als vielbeschäftigte Werbegrafikerin dringend benötigt. Auch Tom, Autor von Horrorgeschichten, hofft, in der ländlichen Abgeschiedenheit mit seinem neuen Schreckensszenario voranzukommen. Doch der idyllische Schein trügt. Nicht nur das übliche Umzugschaos sorgt für Unruhe und Gereiztheit, vor allem eine alte Stoffpuppe, die auf mysteriöse Weise immer wieder zum Vorschein kommt, ruft Beklemmungen hervor. Als Laura erfährt, dass ihre psychisch labile Mutter einst Dienstmädchen in dem Haus war, ahnt sie, dass hier die Wurzeln der Krankheit zu finden sind, und stellt Nachforschungen an. Lauras Wesen beginnt sich zu wandeln – ein unheilvoller Druck lastet in diesem heißen Sommer auf dem Anwesen….
Aus Toms Perspektive, der nur hilflos die nicht unmittelbar zu entschlüsselnden Phänomene festhalten kann, gestaltet Petra Hammesfahr einen spannungsgeladenen Roman um eine Familientragödie, der stilles Grauen verbreitet.
EIN BISSCHEN MEHR ÜBER DEN INHALT
Hammesfahr beginnt ihr Buch für mich recht ungewöhnlich. Aus der Perspektive von Tom wird von Anfang an rückblickend berichtet. Die Autorin stellt quasi gleich zu Beginn klar, was die Ereignisse verändert haben, welche Konsequenzen sich daraus ergeben und wer daran zumindest keinen bleibenden Schaden genommen hat.
Die Autorin umreißt die Beziehung des Paares und die Hintergründe, die es in dieses abgelegene Haus ziehen lässt. Recht früh bemerkt man, die etwas unorthodoxe (emanzipierte) Rollenverteilung des Paares. Während Tom den kleinen Sohn hütet, macht Laura Karriere. Erst gegen Ende des Buches verrät Lauren, warum sie ihren Sohn lieber der Obhut ihres Mannes anvertraut hat. Doch das wird hier nicht verraten.
Immer wieder werden Textpassagen in kursiver Schrift eingeblendet. Die erste davon berichtet uns von einem Baby, dass in einem Keller „aufgezogen“ wird. Die Umschreibung „am Leben erhalten“ würde vielleicht besser passen. Mein Herz blutete bei den Beschreibungen, wie das kleine Würmchen vergeblich weinte. Niemand kümmerte sich. Lediglich etwas zu essen hat es regelmäßig bekommen und eine frische Windel. Diese erste „kursive Passage“ erzählt uns von den ersten 3 Lebensjahren des kleinen Mädchens ohne Namen. Eine kleine zusammengeschusterte Puppe ohne Haare und ohne Gesicht ist der einzige Freund des kleinen Etwas. Mit 3 Jahren begriff sie lediglich den Sinn von 4 Worten: Hunger, Durst, draußen und komm.
Zwischen den „Kursiv-Seiten“ werden wir immer wieder in Tom und Laurens Welt zurückgedrängt. Ein wenig erfahren wir über die sonderbare Kindheit von Lauren, ein bisschen über die merkwürdigen Bücher, die sich Tom ausdenkt. Doch immer fiebern wir auf die wenigen Informationen zu dem kleinen, armen Mädchen. Völlig unklar ist bis fast zum Schluß wer sie ist, woher sie kommt und letztlich sogar: Ist sie real??? Ihre kleine Puppe jedenfalls taucht immerzu im Haus auf.
SCHREIBSTIL
Das Buch ist in lediglich 4 Teile untergliedert. Nicht ganz ungewöhnlich bei nur 283 Seiten.
1. Laura
2. Steiner Haus
3. Steiners Tochter
4. Nachwort
Oben schon angedeutet habe ich ja bereits den Wechsel der Schriftarten von normal zu kursiv. Selten habe ich solches stilistisches Mittel gesehen. Der Abbruch eines Kapitels um Spannung zu erzeugen ist ja recht geläufig, dass jedoch von den ersten Seiten an eine 2. ganz andere Zeit so markant gekennzeichnet ist, ist mir bisher noch nicht untergekommen. Die kursiv hervorgehobenen Textpassagen veranlassten mich tatsächlich, die Seiten grob zu schätzen, bis ich wieder an einem solchen Szene-Wechsel ankommen würde.
Ansonsten ist das Buch sehr verständlich geschrieben. Gefallen hat mir die übersichtliche Einteilung. Viele Absätze, die das Lesen erleichtern, wenige Fremdworte. Befremdlich fand ich jedoch die ausführlichen Beschreibungen von Toms neuestem Werk. Seinen Roman sollte er zu einem Drehbuch umschreiben und das tat er teilweise in meinen Augen ZU anschaulich.
Dennoch habe ich das Buch aufgefressen, was für einen spannenden und interessanten Schreibstil spricht.
ZUM BUCH
Ich war gelangweilt von den „Schicksalsromanen“ und nach meinem letzten Lese-Desaster auch ziemlich sauer. Ich hatte diese Thematik satt und griff bewusst nach einem ganz anderen Buch. Und ich habe es nicht bereut. Ich bin zwar sehr lesebegeistert, doch ein Buch an weniger als einem Tag zu lesen ist für eine junge Mutter schon recht ungewöhnlich. Zugegeben hatte ich meine Süße in dieser Zeit oft auf dem Arm und in der anderen Hand das Buch!
Das Geheimnis des kleinen Mädchens (in meinen Augen ist die Puppe nur nebensächlich) hielt mich von Anfang an gefangen. Die Hauptpersonen waren mir sympathisch. Laura entwickelte sich zwar zeitweise zu einem wahren Kotzbrocken, doch Schwangeren wird vieles vergeben *grins!
Bei meiner Suche nach der Autorin bin ich auf einer HP gelandet, die die Bücher von P. Hammesfahr beurteilten und auch dieses Werk quasi „benoteten“. Vielfach war zu lesen, dass es unrealistisch sein und die Handlung zu schrecklich! Die Handlung an sich fand ich persönlich nicht so schlimm, die Vorstellung, dass es solch einen Fall gegeben haben könnte jedoch schon. Der Schluss ist sicherlich ein wenig an den Haaren herbeigezogen und überstürzt. Man wartet auf ein Happy End, hat es fast in den Händen und wird bitter enttäuscht. Dennoch ist dieses Buch in meinen Augen nur schwer zu trumpfen. Es ist sehr tiefgründig, bewegend, dennoch wenig blutrünstig, wie es andere Krimis und Thriller so an sich haben.
Ganz ehrlich habe ich bisher kaum ein bewegenderes Buch gelesen.
FAZIT
Außergewöhnlich, ungewöhnlich, faszinierend. 5 Sterne für das beste Buch, das ich dieses Jahr in den Händen hatte!
Bücher, die einem gefallen,
Bücher, die weniger gefallen
Bücher, die man total entsetzlich findet
Bücher, die einen fesseln.
Und es gibt Bücher, die keinen Aufschub dulden. Die einen so sehr gefangen nehmen, dass man sie in sich hineinfrisst. Jeder Störenfried wird mit Blicken erdolcht. Man will nur eines: durch da! Was passiert? Wie passiert es? Ein 5 Sterne Buch, dass zusätzliche Sterne verdient hätte.
Genau so ein Buch ist mir zufällig in die Hände geraten. Ich bin ja ein kleiner Sammler und Jäger und jage günstige Bücher. Meinem Vater habe ich es zu verdanken, dass ich eine Abneigung gegen Taschenbücher habe und ganz ehrlich fahre ich mit meinen gebundenen Exemplaren im Moment ganz gut. So kam es, dass im Bertelsmann Club (jetzt DerClub) wieder mal 2 Bücher für zusammen 12,50 € angeboten wurden. Selbstverständlich gebundene Ausgaben. Und aus dem Dutzend angebotener Bücher, suchte ich mir die beiden vermeintlich interessantesten heraus. Nach meinem Desaster mit „Gefangen im geliebten Land“ stürmte ich dann gestern vom Bücherschrank meiner Mutter, vorbei an dem Vorrat meines Vaters, hin zu meiner eigenen kleinen Ausbeute: 8 Bücher lagerten dort, die sich in den bisherigen 3 Wochen, die ich nun schon bei meinen Eltern bin, hier angesammelt hatten. Der Titel interessierte mich und ich dachte mir, dass man bei 283 Seiten selbst durch ein mäßiges Buch hindurch kommen könnte. Weit gefehlt! Nicht einmal 24 Stunden später war es dahin „das Geheimnis der Puppe“.
TECHNISCHE DATEN
Broschiert - 315 Seiten - Rowohlt Tb.
Erscheinungsdatum: November 2000
ISBN: 349922884X
TB 8,50 €
Gebundene Ausgabe bei derClub 6,25 € (im 2er Pack 12,50 €) statt 9,90 €
283 Seiten
Buch-Nr.: 0064642
AUTORIN
Petra Hammesfahr wird in von Fans oft als „Stephanie King“ bezeichnet. Das unterstreicht ihren Ruf als ausgezeichnete Krimi-Autorin. Sie wurde am 10.05.1951 geboren und wollte schon früh Schriftstellerin werden. Bereits mit 17 Jahren begann sie zu schreiben. Vorerst machte sie jedoch eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau und schrieb nebenbei. Erst 1991 machte sie dann ihre Passion zum Beruf und brachte kurz hintereinander mehere Kriminalromane auf den Markt. Ab Mitte der neunziger Jahre wandte sich Petra Hammesfahr mit ihren Arbeiten auch dem Fernsehen zu. Für ihren Roman \"Der gläserne Himmel\" erhielt sie den Rheinischen Literaturpreis und mit den beiden Romanen \"Die Sünderin\" und \"Der Puppengräber\" stürmte sie die Bestsellerlisten.
Petra Hammesfahr ist zum 2. Mal verheiratet und hat drei Kinder, mit denen sie ein Reihenhaus in Kerpen bewohnt.
„Das Geheimnis der Puppe“ ist einer ihrer ersten Romane und erschien erstmals 1991.
WEITERE WERKE
• (1991) Die Frau, die Männer mochte
• (1991) Wer zweimal lebt,ist nicht unsterblich
• (1991) Marens Lover
• (1991) Das Geheimnis der Puppe
• (1992) Am Ende eines Sommers
• (1992) Geschwisterbande / Roberts Schwester
• (1992) Der Engel mit den schwarzen Flügeln
• (1993) Merkels Tochter
• (1993) Brunos große Liebe
• (1993) Der stille Herr Genardy
• (1993) Die Augen Rasputins
• (1994) Verbrannte Träume
• (1995) Betty / Die Chefin
• (1995) Der gläserne Himmel
• (1997) Heiß und kalt
• (1999) Die Sünderin
• (1999) Der Puppengräber
• (2000) Die Mutter
• (2000) Der Ausbruch
• (2000) Lukkas Erbe
• (2001) Meineid
• (2002) Das letzte Opfer
• (2003) Die Lüge
KLAPPENTEXT
Laura und Tom, glücklich verheiratet und beruflich erfolgreich erwarten ihr zweites Kind und beschließen aufs Land zu ziehen. Das herrschaftliche, etwas düstere Haus inmitten einer Parklandschaft fasziniert Laura von Anfang an, bietet es doch in ihren Augen für den Sohn Danny ausreichend Raum für ausgelassene Spiele und ihr selbst einen Ruhepol, den sie als vielbeschäftigte Werbegrafikerin dringend benötigt. Auch Tom, Autor von Horrorgeschichten, hofft, in der ländlichen Abgeschiedenheit mit seinem neuen Schreckensszenario voranzukommen. Doch der idyllische Schein trügt. Nicht nur das übliche Umzugschaos sorgt für Unruhe und Gereiztheit, vor allem eine alte Stoffpuppe, die auf mysteriöse Weise immer wieder zum Vorschein kommt, ruft Beklemmungen hervor. Als Laura erfährt, dass ihre psychisch labile Mutter einst Dienstmädchen in dem Haus war, ahnt sie, dass hier die Wurzeln der Krankheit zu finden sind, und stellt Nachforschungen an. Lauras Wesen beginnt sich zu wandeln – ein unheilvoller Druck lastet in diesem heißen Sommer auf dem Anwesen….
Aus Toms Perspektive, der nur hilflos die nicht unmittelbar zu entschlüsselnden Phänomene festhalten kann, gestaltet Petra Hammesfahr einen spannungsgeladenen Roman um eine Familientragödie, der stilles Grauen verbreitet.
EIN BISSCHEN MEHR ÜBER DEN INHALT
Hammesfahr beginnt ihr Buch für mich recht ungewöhnlich. Aus der Perspektive von Tom wird von Anfang an rückblickend berichtet. Die Autorin stellt quasi gleich zu Beginn klar, was die Ereignisse verändert haben, welche Konsequenzen sich daraus ergeben und wer daran zumindest keinen bleibenden Schaden genommen hat.
Die Autorin umreißt die Beziehung des Paares und die Hintergründe, die es in dieses abgelegene Haus ziehen lässt. Recht früh bemerkt man, die etwas unorthodoxe (emanzipierte) Rollenverteilung des Paares. Während Tom den kleinen Sohn hütet, macht Laura Karriere. Erst gegen Ende des Buches verrät Lauren, warum sie ihren Sohn lieber der Obhut ihres Mannes anvertraut hat. Doch das wird hier nicht verraten.
Immer wieder werden Textpassagen in kursiver Schrift eingeblendet. Die erste davon berichtet uns von einem Baby, dass in einem Keller „aufgezogen“ wird. Die Umschreibung „am Leben erhalten“ würde vielleicht besser passen. Mein Herz blutete bei den Beschreibungen, wie das kleine Würmchen vergeblich weinte. Niemand kümmerte sich. Lediglich etwas zu essen hat es regelmäßig bekommen und eine frische Windel. Diese erste „kursive Passage“ erzählt uns von den ersten 3 Lebensjahren des kleinen Mädchens ohne Namen. Eine kleine zusammengeschusterte Puppe ohne Haare und ohne Gesicht ist der einzige Freund des kleinen Etwas. Mit 3 Jahren begriff sie lediglich den Sinn von 4 Worten: Hunger, Durst, draußen und komm.
Zwischen den „Kursiv-Seiten“ werden wir immer wieder in Tom und Laurens Welt zurückgedrängt. Ein wenig erfahren wir über die sonderbare Kindheit von Lauren, ein bisschen über die merkwürdigen Bücher, die sich Tom ausdenkt. Doch immer fiebern wir auf die wenigen Informationen zu dem kleinen, armen Mädchen. Völlig unklar ist bis fast zum Schluß wer sie ist, woher sie kommt und letztlich sogar: Ist sie real??? Ihre kleine Puppe jedenfalls taucht immerzu im Haus auf.
SCHREIBSTIL
Das Buch ist in lediglich 4 Teile untergliedert. Nicht ganz ungewöhnlich bei nur 283 Seiten.
1. Laura
2. Steiner Haus
3. Steiners Tochter
4. Nachwort
Oben schon angedeutet habe ich ja bereits den Wechsel der Schriftarten von normal zu kursiv. Selten habe ich solches stilistisches Mittel gesehen. Der Abbruch eines Kapitels um Spannung zu erzeugen ist ja recht geläufig, dass jedoch von den ersten Seiten an eine 2. ganz andere Zeit so markant gekennzeichnet ist, ist mir bisher noch nicht untergekommen. Die kursiv hervorgehobenen Textpassagen veranlassten mich tatsächlich, die Seiten grob zu schätzen, bis ich wieder an einem solchen Szene-Wechsel ankommen würde.
Ansonsten ist das Buch sehr verständlich geschrieben. Gefallen hat mir die übersichtliche Einteilung. Viele Absätze, die das Lesen erleichtern, wenige Fremdworte. Befremdlich fand ich jedoch die ausführlichen Beschreibungen von Toms neuestem Werk. Seinen Roman sollte er zu einem Drehbuch umschreiben und das tat er teilweise in meinen Augen ZU anschaulich.
Dennoch habe ich das Buch aufgefressen, was für einen spannenden und interessanten Schreibstil spricht.
ZUM BUCH
Ich war gelangweilt von den „Schicksalsromanen“ und nach meinem letzten Lese-Desaster auch ziemlich sauer. Ich hatte diese Thematik satt und griff bewusst nach einem ganz anderen Buch. Und ich habe es nicht bereut. Ich bin zwar sehr lesebegeistert, doch ein Buch an weniger als einem Tag zu lesen ist für eine junge Mutter schon recht ungewöhnlich. Zugegeben hatte ich meine Süße in dieser Zeit oft auf dem Arm und in der anderen Hand das Buch!
Das Geheimnis des kleinen Mädchens (in meinen Augen ist die Puppe nur nebensächlich) hielt mich von Anfang an gefangen. Die Hauptpersonen waren mir sympathisch. Laura entwickelte sich zwar zeitweise zu einem wahren Kotzbrocken, doch Schwangeren wird vieles vergeben *grins!
Bei meiner Suche nach der Autorin bin ich auf einer HP gelandet, die die Bücher von P. Hammesfahr beurteilten und auch dieses Werk quasi „benoteten“. Vielfach war zu lesen, dass es unrealistisch sein und die Handlung zu schrecklich! Die Handlung an sich fand ich persönlich nicht so schlimm, die Vorstellung, dass es solch einen Fall gegeben haben könnte jedoch schon. Der Schluss ist sicherlich ein wenig an den Haaren herbeigezogen und überstürzt. Man wartet auf ein Happy End, hat es fast in den Händen und wird bitter enttäuscht. Dennoch ist dieses Buch in meinen Augen nur schwer zu trumpfen. Es ist sehr tiefgründig, bewegend, dennoch wenig blutrünstig, wie es andere Krimis und Thriller so an sich haben.
Ganz ehrlich habe ich bisher kaum ein bewegenderes Buch gelesen.
FAZIT
Außergewöhnlich, ungewöhnlich, faszinierend. 5 Sterne für das beste Buch, das ich dieses Jahr in den Händen hatte!
Bewerten / Kommentar schreiben