Hamster Testbericht

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  • Futterkosten:  sehr gering
  • Pflegeaufwand:  gering
  • Spielbereitschaft:  hoch

Erfahrungsbericht von supervizor1

Tagebuch eines Goldhamsters

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Vorgeschichte
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Am 19.10.02 kam ich also zu meinen neuen Eltern. Ich habe meine Mama Suvi schon 14 Tage vorher kennengelernt, da war ich gerade mal 4 Wochen alt. Wir haben uns gesehen und geliebt. Sie hat sofort kapiert, dass es mir bei meiner leiblichen Mutter bald schlecht ergehen würde.

Meine leibliche Mutter war ein garantiert „männlicher“ Hamster namens Puschel, den Suvis Patenkind vom Dehner Zoohandel erstanden hatte. Da war ich schon in Puschels Bauch, zusammen mit 2 anderen Geschwistern, dem Rudi Rüssel, der ganz weiß ist und dem Braunen, einem gescheckten Hamster.

Ach, ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt: Mein Name ist Moppel, ich bin ein cremefarbener Goldhamster mit rubinroten Augen. Laut Tierbuch bin ich eine kleine Attraktion, was meine Suvi-Mama aber erst nach einiger Zeit herausfand. Im Gegensatz zu einem Teddyhamster habe ich kurze Haar, so dass die Mama mich nicht dauernd kämmen muss. Mein Fell wird auch nicht so leicht feucht und saugt sich nicht so schnell voll, wie bei den Teddies. Ich bin ein absoluter Einzelgänger, was mich von den dsungarischen Zwerghamstern unterscheidet. Ich werde übrigens recht groß (bis zu 25 cm).
Ich lebte also mit Mama und den 2 Geschwisterchen bei Suvis Patenkind. Das war am Anfang ganz toll, weil ich bei Puschel-Mama Milch saugen konnte und alles gelernt habe, was man als Hamster so lernen muss.
Ich war ein wenig schwächlich und so haben mich meine Geschwister immer weggedrängt beim trinken.
So kam es, dass ich kleiner war als die anderen und nach 4 Wochen noch trinken wollte, was der Puschel-Mama nicht gepasst hat. Die hat mich dann gebissen und ich habe viel geheult. Auch der Braune wollte mich beissen, aber Rudi Rüssel hat mir geholfen und mich verteidigt.
Als die Suvi-Mama uns besuchen kam, war ich schon mit dem Rudi in die erste Etage des Käfigs gezogen. Der Braune hat mit der Mama unten in einer Pringles-Rolle gewohnt.
Die Suvi-Mama hat mir ihre Hand mit einem Leckerli hingehalten und ich hab mich drauf gesetzt.
Als sie mich hochnahm, hat mein Herzchen so gepocht, dass ich dachte, ich falle tot um, so aufgeregt war ich.
Doch die Suvi hat beruhigend auf mich eingeredet und mich mit „Hallo, mein Moppel“ begrüßt.
Ich glaube, ihr Herz schlug genauso schnell wie meins, als ich ihr zum ersten Mal in die Augen sah.
Sie hat mich dann zum Papa gebracht, der eigentlich kein Haustier haben wollte.
Aber der Papa konnte meinen und Suvis bettelnden Augen nicht widerstehen, und so beschlossen die beiden, mich zu adoptieren, auch weil die Suvi im Internet gelesen hatte, dass Hamster die idealen Haustiere für Berufstätige sind. Suvis Patenkind versprach, die nächsten 14 Tage noch gut auf mich aufzupassen, damit die Puschelmama und der Braune mich nicht mehr beissen.

Und so kam ich dann am 19.10.02 zu meiner neuen Mama.
Ich sage Euch, das war eine Strapaze. Ich wurde in einer durchsichtigen Hamstertransportbox mit Streu, Watte und etwas Futter im Auto herumkutschiert, und das am hellen Nachmittag, wo ich eigentlich schlafe.
Das habe ich auch versucht; hab mich so gut es ging eingemummelt in meine Box.
Um halb 3 Uhr kamen wir dann am Nachmittag in meinem neuen Zuhause an.
Das Hallo war riesig, denn ich kam mit 8 Menschen, die Suvi alle zum Geburtstag gratulierten.
Das juckte mich erst mal nicht, ich buddelte mich bei dem Lärm nur noch tiefer ein und schlief ein wenig weiter.
Die Suvi-Mama hat mich erst mal in meiner Transportbox in eine ruhige Ecke im Wohnzimmer gestellt, damit ich mich erholen konnte.

Wo steht mein Domicil ?
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In der Zwischenzeit hat sie mein neues Zuhause eingerichtet, denn meinen Käfig hat sie auch geschenkt bekommen.
Es ist ein großer Käfig mit einer Grundfläche von ca. 45 x 27 cm und einer Höhe von 60 cm, die ich auf 3 Etagen mein Eigen nenne.
Er steht im Wohnzimmer zwischen der Hausbar und dem Sofa, sodass die Sonne nie direkt darauf scheinen kann, dass es aber heimelig warm bleibt. Er steht auf dem Teppich, auf dem auch die Hausbar steht und noch einem zusätzlichen Teppich, damit ich keine kalten Füßchen bekomme. Nicht ganz an der Wand, denn das ist eine kalte Außenwand, aber davor ist auch noch ein dicker Pappkarton und rechts zum Sofa hin ein Holzbrett, damit ich mich beim annagen von Alcantara nicht vergifte.
Zug kann ich auch keinen bekommen, denn die Tür ist etwas weiter weg.
Ruhig ist es die meiste Zeit auch, denn Mama und Papa sind meistens bis um 17.00 Uhr oder länger in der Arbeit und sind auch am Wochenende nicht besonders laut (Hihi, seitdem ich da bin, wird immer nur ganz leise fern gesehen oder Musik gehört, wenn ich schlafe. Manchmal flüstern die Eltern sogar nur miteinander, damit sie mich nicht stören). Das Wohnzimmer ist der einzige Raum, der eine konstante Temperatur von 20 bis 24 Grad aufweist, und ich brauche es warm, denn ich bin ein Wüstentier. Außerdem wird hier nicht geraucht, denn das mag ich gar nicht.

My home is my castle
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Die Suvi-Mama hat sich in den 14 Tagen vor meiner Ankunft schlau gemacht, wie sie es mir am schönsten machen könnte. Wie viele werdenden Mütter hat sie es vermutlich übertrieben, der Papa hat sie schon immer veräppelt, weil sie ständig im Internet gewühlt hat und sich gefreut hat, wie ein kleines Kind. Ich find das cool, denn ich hab dafür ne irre Burg und ich finde das nur gerecht, weil ich schließlich der Kleinste war und immer getriezt wurde von den anderen.

Mein Käfig ist also 60 cm hoch und hat 3 Eingänge. Die braucht die Mama auch, weil sie ihn sonst gar nicht sauber kriegen würde oder umräumen könnte.
Im Erdgeschoss hängt auf der linken Seite ein Plastikhäuschen, das mit dabei war, wo der Vorbesitzer aber den Deckel zerfressen hat. Die Suvi hat keinen neuen Platikdeckel gekauft, weil sie nicht auf Plastik steht. Stattdessen hat sie aus Toilettenpapier einen Pappmachedeckel gebastelt (ohne Leim, nur mit Wasser), damit die Luft im Häuschen besser zirkulieren kann. Da hat sie vollverdauliche Hamsterwatte hinein getan, damit ich es kuschelig habe (Vorher in meinem alten Zuhause gab es nur normale Watte, aber die Suvi hat im Internet gelesen, dass die nicht gesund ist für Hamster).
Das ganze Erdgeschoss ist in der untersten Schicht gefüllt mit Vitakraft Wood-Mix nature, das ist so eine Art Rindenmulch aus dem Wald, zumindest riecht es ganz toll nach Wald. Sie hat aber nur ein bisschen davon rein getan, damit es nicht so hart ist, wenn ich grabe. Darüber hat sie Kleintierstreu geschüttet und ganz oben drauf eine dicke Schicht Alpen- und Wiesenheu, damit ich so richtig wühlen kann. Dazu hat sie überall Toilettenpapierfetzen verteilt, damit ich mir meine Häuser einrichten kann, wie ich mag.
Ja ich habe Häuser, bin quasi Großgrundbesitzer.
Weil der Suvi das Plastikhäuschen nicht zusagte, ich aber ein Plastikhaus von zu Hause gewöhnt war, hat sie mir ein zweites Häuschen dazu gebastelt.
Sie hat dazu einen Luftballon aufgeblasen und ihn dick mit Toilettenpapier (weißem) umwickelt. Das Ganze hat sie nass gemacht, das Wasser ausgedrückt und noch ein paar Lagen Toilettenpapier darüber gelegt, bis es noch leicht feucht war. Der Ballon kommt dann zum trocknen auf die Heizung und ist nach 2 Tagen eine supertolle Hamsterhöhle. Den Ballon schneidet sie am Zipfel ein, damit sie ihn rausziehen kann und sie schneidet dann ein Loch rein, durch das ich mich gerade durchquetschen kann. Das macht mir viel Spass, denn ich fresse das Loch vom Eingang so groß, wie ich es brauche und verwende die Schnipsel zusätzlich zur Hamsterwatte als Bett.

Diese Hamsterhöhle hat sie vorne rechts in den Käfig reingelegt. Hinten rechts hat sie mir eine große Pipiecke eingerichtet, mit superweichem Chinchillasand. Ehrlich gesagt bade ich ja lieber darin und piesle nur in die ganz hinterste Ecke, deshalb hat die Suvi-Mama mir da jetzt ein Extra-Sandschälchen hineingestellt und meinen Pipisand darauf gestreut, damit ich mich daran gewöhne. Hihi, mal sehen, ob ich das mache, denn ich finde es schön, dass die Mami meinen Käfig ständig säubert (ich darf inzwischen nämlich mit Papa in meine riesige Auslaufbox, aber dazu später).

Um in die 2. Etage zu kommen, habe ich eine Gittertreppe. Aber ehrlich gesagt, macht es mir mehr Spass, mich an den Seiten hochzuquetschen, denn ich bin ein echter Kletterfreak. In die 2. Etage kommt die Suvi-Mama trotz 3 Türen ein wenig schwer hin, daher liegt dort nur ein Stück unbehandeltes Obstbaumholz, an dem ich nage.
Ein wenig Hamsterwatte liegt da auch ab und zu, damit ich sie mir holen kann, wenn die Mama mal wieder ein neues Haus für mich gebastelt hat, weil ich in das alte manchmal Pipi mache.
Ansonsten nutze ich die 2. Etage nur, wenn ich die Backen voll habe und mich nicht mehr an der Seite vorbeiquetschen kann.

Die 3. Etage ist recht hoch, weil der Käfig nach oben rund ausläuft. Am Anfang hat es mich ein paar Mal auf die Nase gehaun, weil ich unbedingt, neugierig wie ich bin, Klimmzüge an der Decke machen wollte.
Die Mama konnte das nicht sehen, dass ich mir weh tue, und so hat sie mir zwischen Gitterwand und Treppe und oben zwei Kartonstreifen eingezogen, damit ich nicht so tief und so hart falle.
Weil ich ein intelligentes Kerlchen bin (wie halt rothaarige Frauen so sind, grins), habe ich sofort geschnallt, dass das zu meiner Sicherheit ist, und habe die Kartons nicht angenagt. Warum auch? Ich habe oben noch einen dicken Obstbaumast drin, auf dem ich klettern kann und den ich annagen kann. Zudem noch einen dünnen, frischen Weidenast von Mamis Balkon.

Auf der linken Seit der 3. Etage ist ein großes Laufrad aus Metallgitter angebracht. Das ist im Durchmesser größer als ich, wenn ich mich strecke, daher muss ich mir mein Kreuz nicht verbiegen.
Am Anfang hatte die Mami Angst und ich durfte nur unter Aufsicht rein. Das Rad war nämlich auf der linken Seite offen, so dass ich an die Käfig-Gitter herankam, während sich das Rad drehte. Außerdem musste ich mich immer an den Stäben festklammern beim Laufen. Die Mami hat im Internet gelesen, dass solche Laufräder ganz schlecht sind für Hamster, weil sie sich quetschen können und die Füßchen brechen.
Also durfte ich am Anfang nur immer 10 Minuten rein, danach hat sie es wieder festgestellt.
Inzwischen hat sie gegrübelt, wie sie das Rad sicher machen könne, denn es ist so groß, dass man es aus dem Käfig nicht durch die Türen herausbringt. Und die Etagen erschweren es zusätzlich.

Einmal lief ich und war so neugierig, dass ich links rausguckte und mir dabei die Schnute ein wenig quetschte.
Danach durfte ich erst mal nicht mehr rein. Mami hat mich getröstet, weil ich ganz verdattert war.
Dann hat sie mich in die Auslaufbox gesetzt und ihr kam die zündende Idee.
Sie hat Toilettenpapier so lange gefaltet bis es so schmal war, wie das Laufrad innen und hat es durch die Gitterstäbe „durchgewebt“. Die Enden hat sie außen am Rad zusammengenäht (das alles mit ihrer Hand im Käfig, was sie elends Geduld gekostet hat). Dann hat sie mit dem Zirkel den Radius des Laufrads festgestellt und aus einem dicken Pappkarton einen Kreis ausgeschnitten, den sie in das Laufrad gepresst hat, damit ich mir meine Schnute nicht mehr quetschen kann. Danach hat sie das Laufrad ein wenig fester gestellt, damit ich nicht laufradsüchtig werde. Es geht jetzt ein wenig schwer, aber das macht mir Spass.

Wobei ich sagen muss, dass bei mir immer was los ist, wenn ich wach bin, so dass ich meist nur nachts im Laufrad aktiv bin, wenn Mama und Papa schlafen.
Neben meinem Laufrad liegt ein Nagerstein mit Algen, den ich auch ganz gern mag. Daneben steht der Futternapf mit Trockenfutter, der immer randvoll ist, wenn er mal drin steht. Denn, damit mir nicht langweilig wird, versteckt mir die Mama das Futter im ganzen Käfig, so muss ich wühlen und suchen, was mir viel Spass macht. Sie füttert mich auch mit Leckerli durch das Käfiggitter und ist erstaunt, wie voll ich meine Backen kriege. Ach ja, der Nagerstein und der Futternapf sowie der kleine Iglu aus Pappmache, den die Mama aus meinem letzten Haus zugeschnitten hat, stehen auf einem Pappkarton, damit ich mich nicht überall am Käfig festklammern muss beim Laufen. Das ist also mein Reich, es ist sehr abwechslungsreich und ich zeige meinen Eltern auch, dass es mir gefällt.

Die Kommunikation
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Da ich leider die Sprache der Menschen nicht spreche, musste meine Mama einen Hamstersprachkurs machen.
Das funktioniert schon recht gut und wenn sie mich missversteht, dann kneife ich sie einfach. Also nicht, dass ich sie beiße, das würde ich nie tun, aber ich kneife sie mit den Lippen ohne fest zuzubeißen. Dann weiß sie gleich, dass mich etwas nervt.
Am ersten Tag, als mein Käfig eingerichtet war und ich durch den Lärm der Geburtstagsgesellschaft wach wurde in meiner Transportbox, hat die Mama mir ihre Hand mit einem Löwenzahndrop in die Box gehalten. Ich habe ihn mir geschnappt und mich auf ihre Hand gesetzt und mich geputzt, ohne auf sie zu reagieren. Das mache ich oft, aber wenn ich auf nix reagiere, dann weiß die Mama, dass ich unsicher und verlegen bin. Sie hat mich dann in den Käfig hineingehalten und ich bin vorsichtig im Erdgeschoss ausgestiegen, Schritt für Schritt. Irgendwie roch es gut, aber auch komisch. Alles war so neu. Als sie die Tür zumachte, bin ich erst mal ganz flach am Boden entlang gekrochen, denn neugierig bin ich ja schon. Aber die angelegten Ohren zeigten der Mama, dass ich Angst hatte. Sie redete beruhigend auf mich ein und nach ein paar Minuten begann ich mein Heim zu erkunden. So flitzte ich erst einmal in meine beiden Häuschen, die ein wenig nach mir rochen, weil die Mama ein bisserl von meiner Transporthamsterwatte und meinem Futter hinein gepackt hatte.
Von dort aus begann ich meine Streifzüge durch meine Hamstervilla.

Mama hatte am Anfang ein wenig Angst, dass es mir nicht gefällt, weil ich alle Gitterstäbe annagte. Sie dachte, ich wolle raus, aber in Wirklichkeit, wollte ich nur meine Duftmarken setzen, weil ja alles ganz neu war und gar nicht nach mir roch. Das mache ich nun jedes Mal, wenn die Mama meinen Käfig sauber macht. Inzwischen denkt sie sich nix mehr dabei.
Ich nage meine Gitterstäbe aber auch sonst manchmal an, nämlich wenn ich raus will oder wenn ich gefüttert werden will.
Die Mama gibt mir nämlich immer viel Frischfutter und das mag ich am liebsten, wenn sie es mir hinhält.
Den Unterscheid, ob ich raus will oder gefüttert werden will, erkennt sie auch schon. Denn wenn ich raus will, dann reiße ich Stücke von zum Beispiel meiner geliebten Gurke ab und lasse sie einfach fallen.
Wenn ich gefüttert werden will, dann fresse ich ganz brav meine Gurke bis ich genug habe.
Bei den Leckerli mache ich es genauso. Entweder ich hamstere sie oder ich lasse sie einfach fallen (ich finde sie dann schon wieder, grins).
Wenn ich gerade aufgestanden bin, dann mag ich erst mal meine Ruhe. Ich bin dann noch etwas verstruppelt und habe noch kleine Äuglein, wandere träge durch den Käfig und strecke mich erst mal ausgiebig. Die Mama weiß dann, dass es mir gut geht.
Meist geh ich dann auf die Toilette in meine Pipiecke und nehme anschließend ein Sandbad. Danach putze ich mich ausgiebig und bin fit für die Nacht. Wenn ich zwischendurch aufwache oder kurz vor dem Zu-Bett_gehen bin, bin ich ein wenig muffelig. Heute bin ich mittags aufgewacht und kam aus dem Häuschen raus.
Die Mama hat mir eine Erdnuss hingehalten, aber ich bin nur von einem ins andere Haus umgezogen. Als sie mir die Erdnuss vor meine Höhle gehalten hat, hab ich sie mit der Nase weggestupst und sie leise angefaucht. Mama hat sofort kapiert, dass ich in Ruhe gelassen werden wollte. Mama mag ja auch nicht ein Wurstbrot vor die Nase, wenn sie nachts mal aufwacht. Ich habe mich in der Hamsterhöhle eingemummelt und ein wenig von meinen Vorräten genascht (Wie die Mama, wenn sie nachts an den Kühlschrank geht). Die Mama bekommt das immer mit, weil dann meine Höhle wackelt und ich herumknisple. Bin aber gleich wieder eingeschlafen.
Wenn ich wach bin und Mama und Papa zur Tür herein kommen, dann stelle ich mich immer ganz neugierig hin und gucke die Beiden mit leuchtenden Augen an. Dann fange ich an, wie verrückt im Käfig herumzuklettern.
Raus darf ich jeden Tag, aber nicht in die Wohnung, denn die Mama hat im Internet gelesen, dass ich das erst darf, wenn ich ganz zahm geworden bin. Ich mach mich schon ganz gut, bleibe auch schon mal ein wenig auf der Hand sitzen und lasse mich streicheln, aber meistens benutze ich die Hand als Ausgang aus dem Käfig oder aus der Auslaufbox. Also darf ich die Wohnung noch nicht erkunden, zumal das Wohnzimmer voller Nischen und Kabel ist. In der Auslaufbox tolle ich immer herum, hamstere Futter und krieche durch diverse Toilettenpapier- und Küchenrollen.

Wenn ich anfange zu buddeln, jauchze ich öfter einmal vor Freude und Mama und Papa sitzen immer davor und passen auf, dass ich nicht raus klettere. Sie glucksen und kichern wie die kleinen Kinder, wenn sie mich beobachten und seitdem ich da bin, lassen sie sogar den spannendsten Krimi links liegen, denn Hamster-TV ist viel schöner.

Letzte Woche habe ich die Mama mit meinem Verhalten zu Tode erschreckt. Ich hab mit Papa in der Auslaufbox gespielt, während die Mama den Käfig sauber gemacht hat.
Dann kam sie mit der Hand in die Auslaufbox und ich bin drauf geklettert. Aber irgendwie habe ich mich erschreckt und bin in eine Todesstarre gefallen. Wir Hamster machen das manchmal, wenn wir uns vor etwas großem erschrecken. Die Mama wusste das nicht und war fix und fertig. Ich saß auf ihrer Hand, mein Gesichtchen eingefallen, die Augen wie tot und bewegte mich nicht. Nur die Schnuppelhärchen zitterten.
Ganz flach lag ich da und die Mama hat vorsichtig die Hand geschüttelt und nach mir gerufen „Moppelchen, was ist mit Dir?“ Ich habe mich nicht bewegt und die Mama saß da, hat mich gestreichelt und geweint, weil sie dachte, ich würde sterben. Sie wusste nicht, dass man mich nur anpusten muss. Sie setzte mich unten in den Käfig und beobachte mich weinend, bis ich nach 2 Minuten wieder aufwachte und mich ins Haus verdrückte.
Sie saß weitere 2 Minuten weinend vor dem Käfig, bis ich quietschfiedel wieder heraus kam und so tat, als wenn nix gewesen wäre.
Die Mama hat dann im Internet nachrecherchiert und festgestellt, dass ich mich tot stelle, wenn ich mich sehr erschreckt habe.

Wenn ich ein Geräusch nicht kenne oder eine Person dann mache ich Männchen und schnuppere.
Gestern habe ich die ersten Luftsprünge gemacht, dann Mama und Papa haben mich zum ersten Mal 2 Nächte alleine gelassen. Als sie zurück kamen, habe ich schon am Käfig stehend gewartet, bis ich raus darf.
Und so bin ich dann auf der Mama rumgeklettert und habe einen Luftsprung gemacht. Die Mama hat mich grad noch gefangen, dann durfte ich auf das Sofa. Dort habe ich auch wieder Luftsprünge gemacht. Und dann fing ich zu flitzen an und Mama und Papa kamen nicht mehr hinterher, also haben sie mich in die Auslaufbox gesetzt.

Die Auslaufbox
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Meine Auslaufbox ist selbst gebastelt. Es ist ein riesiger Pappkarton von 1,20 m x 0, 5 m x 0,15 m, der flach auf den Boden gelegt wird und oben offen ist. Die Seiten wurden gekürzt und umgeschlagen und mit Hohlraumdübeln festgezurrt, damit ich nicht drunter kriechen kann. Oben hat er noch Ränder bekommen, an denen ich mich aber inzwischen hochziehen kann, denn wenn ich mich strecke bin ich schon fast 13 cm lang und mit meinen Beinchen kann ich dann schon den Rand erreichen, wenn ich mir genug Heu aufgeschichtet habe. Also hat die Mama in der Tierhandlung ein langes Gitter gekauft, dass sie inzwischen drüber legen. Das ist klasse, weil ich dann am Gitter entlang hangeln kann und wenn ich runter falle, dann lande ich im weichen Heu.

Die Auslaufbox ist voll mit Rindenmulch, Kleintierstreu und Heu. Ich buddel mich da sehr gerne durch. Außerdem ist überall Futter versteckt und ich habe viele Röhren, durch die ich durchkriechen kann. Wenn ich mich eingebuddelt habe jauchze ich immer fröhlich. Außerdem steht in der Ecke ein Teller mit viel Chinchillasand, in dem ich mich immer so richtig suhle. Danach muss ich mich immer putzen. Inzwischen bin ich so schnell, dass ich schon mit vier großen Sprüngen durch die Box komme.

Ich habe Euch erzählt, dass ich der Kleinste von Dreien war. Tja, das war einmal. Meine Mama ist stolz, dass ich mich so prächtig entwickelt habe und inzwischen der größte von allen bin. Und das, ohne eine Wampe bekommen zu haben. Ich halte mich aber auch fit und die Mama passt auf, dass ich nicht krank werde.

Am Anfang hatte sie Angst, ich könne die Nassschwanzkrankheit bekommen. Junge Hamster bekommen das manchmal, wenn sie von der Mama getrennt werden und viel Stress haben, z.B. neues Zuhause und langer Transport. Also hat die Mama immer aufgepasst, dass ich keinen Durchfall bekomme und dass mein Schwanz trocken ist und sauber.
Jetzt bin ich schon 14 Tage da und bin topfit.
Mein Fell glänzt und hat keine Biss-Spur mehr. Meine Ohren sind sauber und die Nase trocken. Und meine Böbbel sind schön fest. gestern hat mich die Mama gewogen und ich bringe 78 Gramm auf die Waage.
Und ich werde von Tag zu Tag schneller und größer, denn meine leibliche Mutter war sehr groß.
Mama und Papa überlegen, ob sie mir nicht ein Terrarium als Unterbau für den Käfig kaufen sollen, damit ich mehr Platz habe, wenn ich mal ausgewachsen bin. Aber da habe ich ja noch ein wenig Zeit, ich bin ja erst 8 Wochen alt. Und wenn die Mama mich gut pflegt und meinen Biorhythmus nicht allzu arg stört, kann ich bis zu 3 Jahre alt werden.

Mein Biorhythmus
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Die Mama war am Anfang etwas erstaunt über meinen Biorhythmus. Sie dachte, ich wäre die ganze Nacht wach und würde in der Früh und tagsüber schlafen. Aber ich habe sie eines besseren belehrt.
Ich stehe meist um 18.00 Uhr auf (also seit der Sommerzeitumstellung bin ich schon um 17.00 Uhr wach, denn die Uhr juckt mich überhaupt nicht). Meine Morgentoilette dauert eine ganze Weile und dann bin ich um 18.00 Uhr (jetzt aktuelle Winterzeit) topfit und will raus.
Meist darf ich das auch gleich. Nach 20 Minuten bis einer halben Stunde, klettere ich der Mama auf den Arm. Wenn ich dann nicht auf die Couch darf (wo der Papa liegt), will ich in den Käfig zurück, wo ich noch eine schnelle Runde im Rad einlege. Danach will ich dann unbedingt mein Frischfutter. Am liebsten fresse ich eine halbe Gurke, aber Zucchini oder Sellerie mag ich auch ganz gern. Karotten sowieso, aber die mag ich lieber hamstern. Ab und zu gibt es auch Petersilie. Danach klettere ich noch ein wenig herum; manchmal mag ich auch noch mal raus.
Zwischen 20.00 Uhr und 20.30 Uhr werde ich dann wieder ein wenig müde und ziehe mich ins Haus zurück um ein bis zwei Stündchen zu schlafen. Mama und Papa schlafen oft auf der Couch ein. Wenn sie aufwachen (so gegen 23.00 Uhr bis 24.00 Uhr) bin ich wieder putzmunter. Die Mama nimmt mich meist vor dem Zu-Bett-Gehen noch mal raus und ich darf auf ihr klettern oder in die Auslaufbox. Letztens wäre ich ihr fast entkommen, weil sie im Halbschlaf nicht so reaktionsschnell ist wie ich (hihi).

Wenn sie mich dann wieder rein setzt, dann geh ich noch ins Laufrad, weil ich viel Bewegung brauche.
Als sie vor einer Woche erst um 2.30 Uhr auf der Couch aufgewacht ist, hat sie mich noch mal raus gelassen, weil ich so munter war. Sie wäre fast vor meiner Auslaufbox eingeschlafen, aber ich habe mich gefreut, dass ich noch mal raus durfte.
Danach konnte die Mama nicht mehr einschlafen und hat sich um 5 Uhr gedacht, sie spielt jetzt noch 30 Minuten mit mir und geht dann unter die Dusche und früher in die Arbeit. Pustekuchen, um 5 Uhr habe ich fest geschlafen. Wach war ich um 7.00 Uhr, als der Papa in die Arbeit ging.

Als die Mama um 8.30 Uhr aufstand, habe ich wieder geschlafen.
Meistens spielt sie jetzt morgens um 7 Uhr 30 Minuten mit mir, bevor sie in die Arbeit geht. Es tut ihrer Seele gut, weil sie grad viel Frust in der Arbeit hat, und so geht sie gut gelaunt aus dem Haus. Und wenn sie abends spät heim kommt, warte ich schon auf sie und zaubere ihr ein Lächeln auf die gestressten Lippen.

Und heute, an ihrem freien Tag, schaffe ich das auch, weil sie jetzt mein Tagebuch abtippen kann. Aufräumen darf sie nämlich im Wohnzimmer nicht, weil ich sie dann anbrumme, wenn ich wach werde.

Ja, so ist also mein Hamsterleben, ich hoffe, es hat Euch Spass gemacht, es mit zu verfolgen.
Danke für`s Lesen und Bewerten.

Euer Moppel

Nachsatz von der Mama:
Ein Hamster ist wirklich etwas wundervolles, aber er ist eben ein Tier und kein Spielzeug. Das sollten vor allem jene bedenken, die ihren Nichten, Neffen, Patenkindern etc. einfach mal so einen Hamster kaufen.
Wenn man die Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen kann und will, prima, aber mal sollte sich vorher damit auseinandersetzen. Der Hamster wird es einem danken. Und wie gesagt: Hamster-Tv ist bei uns inzwischen die erste Reihe.

Liebe Grüße, Suvi, die den Bericht updaten wird, sobald es neues vom Moppel gibt.
Hab den Kommentar meines Mannes vergessen: \"Moppel vergiß nicht reinzuschreiben, was Du jede nacht denkst. >Puh, endlich gehn die 2 alten Deppen ins Bett, jetzt hab ich meine Ruhe

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