Schmidt Spiele Carcassonne - Burgfräulein und Drache Testbericht

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ab 12,34
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Summe aller Bewertungen
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spielanleitung:  sehr gut

Erfahrungsbericht von carsten1962

Das in einer Fabelwelt versunkene Carcassonne

5
  • Präsentation:  sehr gut
  • Schwierigkeitsgrad:  leicht
  • Spielanleitung:  gut
  • Spieldauer:  durchschnittlich, bis zu 1 Stunde
  • Spielerzahl:  ab 2

Pro:

mehr Abwechslung, überraschende Wendungen (Gemeinheiten der Mitspieler) im Spiel

Kontra:

ein bisschen der Preis, ein bisschen auch die Gestaltung der Spielregeln

Empfehlung:

Ja

Nach dem Tortenbericht möchte ich heute wieder von einem Brettspiel berichten. Es handelt sich um die dritte Ergänzung zum Spiel des Jahres 2001 Carcassonne. Die Erweiterung nennt sich Carcassonne - Burgfräulein und Drache. Die dritte Erweiterung ist noch nicht lange auf dem Markt, erschien erst in diesem Jahr im Hans im Glück Verlag, München. Sie ist, wie auch schon die ersten beiden Erweiterungen, für ca. 10 Euro im Handel erhältlich. Bis zu sechs Personen können mitspielen. Soweit zu den allgemeinen Daten. Um die in diesem Bericht beschriebenen Regeln verstehen zu können, setze ich voraus, dass die Regeln des Grundspiels bekannt sind. Andernfalls bitte ich zunächst meinen Bericht zum Grundspiel vom 21.03.2005 zu lesen. Nun geht es auf in die Fabelwelt der dritten Erweiterung mit Burgfräulein, Fee, Drachen, Vulkanen und Zaubergängen.

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Spielidee und Ziel
Spielregeln
Material
Spielanleitung
Spielalter und Zielgruppe
Taktische Tipps
Fazit
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Spielidee und Ziel
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Um das sehr beliebte Spiel Carcassonne noch abwechslungsreicher zu gestalten hat man Erweiterungen geschaffen. Mit der dritten Erweiterung wird das Spiel in eine Fabelwelt versetzt. Denn Drachen, Burgfräulein und Fee beeinflussen den Spielverlauf erheblich in einer um Zaubergänge und Vulkane ergänzten Landschaft. Die Erweiterung ist natürlich nur zusammen mit dem Grundspiel zu spielen. Carcassonne-Spieleprofis können auch gleich mit allen Erweiterungen spielen. Mit dieser Erweiterung wird es erforderlich viel mehr voraus zu denken, aber man wird auch immer wieder Überraschungen erleben, die den Spielstand beeinflussen. Zur Steigerung der Abwechslung im Spiel sind zwei weitere Holzfiguren, der Drache und die Fee, sowie 30 neue Landschaftskarten in der Packung enthalten.


Spielregeln
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Zunächst einmal gelten die Spielregeln des Grundspiels uneingeschränkt weiter. Die dreißig neuen Karten werden unter die Karten des Grundspiels gemischt und genau so angelegt wie im Grundspiel beschrieben. Die neuen Spielfiguren Drache und Fee werden zu Spielbeginn zur Seite gelegt und kommen erst im Verlaufe des Spiels zum Einsatz.

Die Vulkankarten
Unter den dreißig neuen Karten befinden sich 6 Karten mit der Abbildung eines Vulkans. Diese Karte wird nach den bekannten Regeln angelegt. Auf die Karte wird das Fabelwesen der Drache, aber keinesfalls ein Gefolgsmann gesetzt.

Einen Vulkan legt man so an, dass möglichst keine Karten mit eigenen Gefolgsleuten in der Nähe sind, denn wenn eine Drachenkarte gezogen wird, kann man die Gefolgsleute schnell wieder aus dem Spiel verlieren.

Die Drachenkarten
Unter den dreißig neuen Karten befinden sich 12 Karten, auf denen neben den bekannten Abbildungen zusätzlich ein Drache abgebildet ist. Die Karte wird wie üblich angelegt. Auch einen Gefolgsmann darf der Mitspieler nach den Regeln des Grundspiels einsetzen. Dann folgt die neue Regel für den Drachen. Beginnend mit dem Spieler, der die Drachenkarte angelegt hat, darf jetzt jeder Mitspieler dem Uhrzeigersinn folgend den Drachen um eine Karte weiter setzen. Dies wird so lange durchgeführt bis der Drache sechsmal gezogen wurde. Das ist unabhängig von der Anzahl der Mitspieler. Dabei darf der Drache keine Karte zweimal betreten. Wird der Drache auf eine Karte geschoben von der er nur durch nochmaliges Betreten einer anderen Karte weiter gezogen werden kann, dann endet das Drachenziehen vorzeitig. Für den Fall, dass der Drache noch nicht im Spiel ist, also zuvor noch keine Vulkankarte gezogen wurde, wird die Drachenkarte zur Seite gelegt. Der Mitspieler zieht dann nochmals eine Karte. Sobald die erste Vulkankarte gezogen wurde werden die zuvor gezogenen Drachenkarten unter die verdeckten Karten gemischt. Die Karte, auf der die Fee steht, darf nicht vom Drachen betreten werden. Aber welchen Zweck hat nun das Drachenziehen? Steht auf einer Karte, auf die der Drache gezogen wird, ein Gefolgsmann, dann muss dieser zurück zum entsprechenden Mitspieler. Auf diese Weise kann man nun schon sicher geglaubte große Städte oder lange Straßen wieder verlieren.

Eine fabelhafte Idee, die das Spiel abwechslungsreicher gestaltet.

Die Fee
Die Fabelfigur Fee kann von jedem Mitspieler eingesetzt werden, der in seinem Zug keinen Gefolgsmann einsetzt. Eingesetzt wird die Fee dann auf einer Karte, auf der schon ein eigener Gefolgsmann steht. Die Fee hat dabei drei verschiedene Eigenschaften:
- Die Fee schützt, wie oben beschrieben, den Mitspieler vor dem Drachen.
- Steht die Fee bei Zugbeginn noch bei dem eigenen Gefolgsmann, dann erhält man 1 Punkt zusätzlich.
- Steht die Fee bei der Wertung einer Stadt, Straße, Kloster oder Wiese bei einem eigenen Gefolgsmann, dann erhält man zusätzlich 3 Punkte.

Die Fee befindet sich meistens in der Nähe des Drachens, um hier ihren Schutz zu entfalten. Sind schon alle Drachenkarten gespielt, dann wird die Fee meistens so eingesetzt, dass man noch in einem weiteren Zug 3 zusätzliche Punkte erhalten kann. Aber nur wenn die Mitspieler dies zulassen. Auch dies ist eine fabelhafte Idee, die das Spiel abwechslungsreicher macht.

Die Burgfräuleinkarten
Unter den dreißig neuen Karten befinden sich 6 Karten, auf denen neben den bekannten Abbildungen zusätzlich ein Burgfräulein abgebildet ist. Auch diese Karte wird nach den bekannten Regeln angelegt. Wird die Karte an eine Stadt angelegt, in der sich Gefolgsleute befinden, dann wählt der am Zug befindliche Mitspieler einen Gefolgsmann aus und gibt ihn dem betreffenden Mitspieler wieder zurück. Sollte noch kein Gefolgsmann in der Stadt sein, dann und nur dann darf der am Zug befindliche Spieler einen Gefolgsmann nach den Grundregeln einsetzen.

Auch mit dem Einsatz dieser Karten können schon sicher geglaubte Punkte aus einer Stadt schnell wieder verloren sein. Eine weitere fabelhafte Idee, die das Spiel abwechslungsreicher macht.

Die Zaubergangkarten
Unter den dreißig neuen Karten befinden sich 6 Karten, auf denen ein Zaubergang abgebildet ist. Der am Zug befindliche Mitspieler darf nun einen Gefolgsmann auf einer beliebigen Karte einsetzen. Dabei sind aber die Grundregeln für das Setzen von Gefolgsleuten zu beachten. Außerdem darf der Gefolgsmann nicht in bereits abgerechnete Gebiete (Kloster, Städte, Straßen) gesetzt werden.

Diese Karten machen das Spiel noch unkalkulierbarer. Das Erreichen bestimmter Karten wird für die Gefolgsleute noch leichter. Wiederum eine fabelhafte Idee, um das Spiel abwechslungsreicher zu machen.

Besondere Karten
Unter den dreißig neuen Karten befindet sich eine Karte, auf der eine Straße mit einem Tunnel unter einer Stadt hindurch führt. Dieser Tunnel verbindet sowohl die Straßen als auch die Wiesen miteinander.
Unter den dreißig neuen Karten befindet sich eine Karte, auf der ein Kloster innerhalb einer Stadt abgebildet ist. Hier muss exakt gesetzt werden. Der Gefolgsmann kann auch dann als Mönch auf das Kloster gesetzt werden, wenn sich bereits Gefolgsleute in der Stadt befinden. Die Abrechnung des Klosters erfolgt nach den bekannten Regeln. Alternativ kann der Gefolgsmann auch gemäß den Grundregeln in die Stadt gesetzt werden.

Diese beiden neuen Kartentypen steigern die Abwechslung im Spiel noch ein weiteres Mal. Eine gute Idee.


Material
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Die Karten der Erweiterung sind aus dem üblichen dicken Karton hergestellt worden. Da es zu farblichen Abweichungen aufgrund der Drucktechnik kommen kann, empfehle ich den Stoffbeutel aus der zweiten Erweiterung für das Bereithalten der noch verdeckten Karten einzusetzen. Die Gestaltung entspricht dem sehr guten Stil des Grundspiels, der mir sehr gut gefällt.

Von den beiden Figuren für den Drachen und die Fee bin ich wieder begeistert, denn sie sind aus Holz hergestellt worden. Der Drache hat eine braune Farbe und ist zwar einfach, aber dennoch so geschnitten, dass er als Drache erkennbar ist. Die Fee hat eine weiße Farbe. Ihr Schnitt ist sehr einfach gehalten, aber man weiß ja, dass es die Fee sein soll.

Ausgeliefert wird die Erweiterung in einem zumeist in blau gehaltenen, stabilen Karton, der in der Größe identisch zur ersten und zweiten Erweiterung ist.

Das Spielmaterial hat sich die volle Punktzahl verdient.


Spielanleitung
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Die Spielanleitung ist auf einem doppelseitig bedruckten DIN A5 Bogen enthalten. Die Schrift ist recht klein gehalten, aber noch gut lesbar. Bei der grafischen Unterstützung der Spielanleitung wurde diesmal ein bisschen gespart. Lediglich das Ziehen des Drachen wird durch die Grafik anschaulicher erklärt. Vielleicht noch ein bisschen die Abbildung der beiden oben beschriebenen besonderen Karten. Für die weiteren Spielregelanteile wurde bei Textbeginn jeweils ein entsprechendes Symbol eingefügt. Dennoch ist die Spielanleitung übersichtlich strukturiert und sehr gut verständlich. Wegen der fehlenden Grafik gebe ich für die Spielanleitung nur 4 von 5 Punkten


Spielalter und Zielgruppe
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Der Hersteller gibt ein Spielalter ab x Jahren an. Ich denke, dass dies eine angemessene Altersangabe ist. Während die Zielgruppe für das Grundspiel auch noch die Gelegenheitsspieler waren, so ist Carcassonne mit dieser Erweiterung eher etwas für diejenigen, die häufiger Spielen, weil es sonst zu viele Spielregeln zu beachten gibt, die ein Gelegenheitsspieler nicht mehr übersieht. Als Familienspiel ist es dann geeignet, wenn die Familie begeistert das Grundspiel spielt und sich einen weiteren Anreiz schaffen möchte. Die Herausforderung für Spieleprofis ist ein Carcassonnespiel mit allen drei Erweiterungen.


Taktische Tipps
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Nun noch ein paar taktische Tipps zum Spiel.

Die Vulkankarten sollten möglichst weit von Karten mit eigenen Gefolgsleuten eingesetzt werden, um nicht all zu leicht den Gefolgsmann beim Drachenziehen zu verlieren.

Die Vulkankarte sollte vor allem dort eingesetzt werden, wo die Mitspieler große Städte bauen und sich viele derer Gefolgsleute befinden.

Beim Ziehen des Drachen sollte man nicht zu spontan gleich auf die Karte mit dem nächstgelegenen Gefolgsmann ziehen. Manchmal ist ein Zug in die andere Richtung vor zu ziehen, um zu verhindern, dass mit weiteren Zügen ein eigener Gefolgsmann erreicht werden kann.

Genauso ist es manchmal sinnvoll, den Drachen in eine Sackgasse zu führen, um eigene Gefolgsleute zu schützen.

Die Fee steht nicht immer lang bei einem Gefolgsmann, da regelmäßig ein Mitspieler auf das Setzen eines Gefolgsmannes verzichtet. Wenn man die Fee einsetzen kann, dann muss sie in der Nähe des Drachens eingesetzt werden.

Es lohnt sich die Anzahl der Drachenkarten zu zählen, da nach dem Einsetzen der zwölften Drachenkarte der Drache nicht mehr bewegt wird. Jetzt wird die Fee anders eingesetzt. Nun muss man die Fee auf eine Karte mit einem Gefolgsmann setzen, der auf einer Stadt, Straße, Kloster oder Wiese steht, die kurz vor der Vollendung steht, um die zusätzlichen drei Punkte zu erhalten.

Der Einsatz der Burgfräuleinkarten muss so gezielt erfolgen, dass man möglichst die Mitspieler schädigt, die die meisten Punkte erreichen würden. Hier ist nicht der Stand der bereits erhaltenen Punkte allein entscheidend. Hier muss auch mit abgewogen werden, welche Punkte ein Mitspieler voraussichtlich noch erhalten wird. Dies ist sicher eher ein taktischer Ratschlag für Spieleprofis. Den meisten Mitspielern ist dies zu aufwändig.

Der Einsatz der Zaubergangkarten sieht auf den ersten Blick einfach aus, da der dann einzusetzende Gefolgsmann auf einer beliebigen anderen Karte erfolgen kann. Dennoch kann man zusätzlich mit dem Anlegen etwas bewirken. Die Karte kann zum Beispiel an einem Kloster angelegt werden und dort noch für einen weiteren Punkt sorgen. Die Karte kann aber auch so angelegt werden, dass sie Wiesen verbindet, um dann eine Mehrheit zu erhalten. Und die Karte kann eventuell durch geschicktes anlegen die Fertigstellung einer Stadt oder Straße versperren.


Fazit
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Der Hans im Glück Verlag hat eine hervorragende Erweiterung für Carcassonne auf den Markt gebracht! Der Spielspaß wird deutlich erhöht. Manchmal mag man vielleicht ein bisschen Frust haben, wenn man einen Gefolgsmann auf dem Spielfeld verliert, aber das geht den Mitspielern genauso und ist eben auch der besondere Reiz an dem Spiel.

Die Erweiterung ist eher für Spieler gedacht, die häufig Brettspiele, insbesondere Carcassonne spielen. Hier muss man mehr im Voraus denken als beim Grundspiel. Für Taktiker ist das Spiel sehr gut geeignet. Die absolute Herausforderung ist ein Spiel mit allen drei Erweiterung. Dies ist aber nur etwas für geübte Spieler.

Die Spielregeln sind nicht kompliziert. Sie sind aber für einen Carcassonneanfänger für den Anfang zu viel. Anfänger sollten erst einmal mit dem Grundspiel üben. Bei der Gestaltung der Spielregeln hätte man ein wenig mehr tun können. Dies schmälert aber nicht den sehr positiven Gesamteindruck.

Das Spielmaterial ist aus bewährt gutem Material. Besonders anmerken möchte ich, dass die Spielfiguren aus Holz sind. Der Preis in Höhe von 10 Euro dürfte gern etwas niedriger liegen

Insgesamt kann ich die Erweiterung allen Carcassonnespielern sehr empfehlen und vergebe volle 5 Sterne. Es ist eine fabelhafte Erweiterung!

Vielen Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren!

14 Bewertungen, 2 Kommentare

  • carlotta

    08.07.2005, 15:49 Uhr von carlotta
    Bewertung: sehr hilfreich

    Vielen Dank für diesen hervorragenden Testbericht und vor allem für die Tipps ;-)

  • martanderwaise

    21.06.2005, 17:22 Uhr von martanderwaise
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr guter ausführlicher Testbericht mit allem was dazugehört :-)