Schmidt Spiele Carcassonne Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spaßfaktor:  sehr hoch
  • Spielanleitung:  sehr gut
  • Wird langweilig:  nie

Erfahrungsbericht von newsboard

CARCASSONNE: HERRLICH als STADT und als SPIEL

Pro:

wer monopoly mag sollte carcassonne lieben, herrliches strategielspiel für die ganze familie

Kontra:

nichts erkennbar

Empfehlung:

Ja

Carcassonne, der gepanzerte Berg, stolzeste, größte und mächtigste Festungsstadt des Französischen Mittelalters, besser noch als Rothenburg ob der Tauber vollintakt erhalten - der Trau eines jeden Besuchers der Provence und des Midi, des stolzen historisch so reichen Südens Frankreichs.

Vor zwei Jahren im Sommer war ich das letzte Mal mit Freunden. Das es einem so romantischen Typen wie mir dort gefallen könnte dürfte kaum jemanden, der mich auch nur etwas kennt, überraschen.

Deshalb dachte ich auch gern an die stolze Festung und den letzten Urlaub dort zurück, als mein erster Blick auf den recht traditionell daherkommenden oberen Teil der Schachtel des Spieles Carcassonne fiel, das ja die massiven, wuchtigen Stadtfestungsmauern von Carcassonne so gut wiedergibt, wie auch einen hübschen jungen mittelalterlichen Ritter und eine recht flotte Dienstmagd, die liebevoll zu ihm herüberschaut.

Dann prangte da noch, weiße Buchstaben auf rotem Grund „Spiel des Jahres 2001“, also etwas ganz besonders, so schien es.

Doch während es im wirklichen Ort dieses Namens im Mittelalter um Glaubenskriege und Glaubenskämpfe ging, so geht es bei diesem neuen Spiel um etwas anderes.

Carcassonne steht hier für die Macht, die Stärke, den Einfluss, den der Spieler mit diesem Strategiespiel für die ganze Familie gewinnen, auf- und ausbauen kann.

Wenn man es bildlich vereinfachen will, so könnte man es, mit recht viel Fantasie, als eine gedanklich-logische Kreuzung zwischen Monopoly und Schach bezeichnen, damit möchte ich ausdrücken, dass es sich um ein Monopoly artverwandtes Spiel, das man am ehesten gewinnen wird, wenn man, wie beim Schachspiel logisch mitdenkt und immer gleich um einige Züge vorausplant ohne die Übersicht zu verlieren.

Da gilt es mit recht einfachen Regeln und einem frei wählbaren, bei jedem Spiel anders ablaufenden Aufbau des Ganzen ein Macht- und Wirtschaftspuzzle zusammen zu setze, wobei das strategische Ziel eben ist möglichst viel von dem sich verteilenden Kuchen abzubekommen. Die Spieler wetteifern um den möglichst erfolgreichen strategischen Ausbau ihrer Position. Die Dauer einer vollständigen Spielrunde wird nach meiner Erfahrung so zwischen 30 und 60 Minuten liegen, denn beendet ist das Spiel jeweils, logischerweise, wenn alle Landschaftskärtchen verbaut sind.

Wie bei Monopoly gibt es verschiedene Karten, die jeweils für den erworbenen Besitz stehen, hier sind es Landschaftskärtchen, die man aus einem Stapel ziehen kann, und an die schon ausgebreiteten Karten, passend, anlegen muss. Da kann es sein, dass man eine Wiese, eine Straße oder einen ganzen Stadtteil zieht, die jeweils zu den schon platzierten Karten eingepasst werden müssen, die bestehende Landschaft also fortsetzen bzw. ergänzen müssen. Auf diesem gerade neu ausgelegten Kärtchen darf der Spieler eine seiner freien Spielfiguren einsetzen, sei es als Ritter auf dem Stadtteil, als Wegelagerer auf der Straße, als Bauer auf der Wiese, oder als Mönch in einem Kloster, so wird der Wertungsanspruch auf dieses Landschaftselement angemeldet. Wichtig: Punkte gibt es nur für wirklich belegte Felder, platziert man keine Figur, so gibt es auch keine Punkte. Gelingt es beim Anlegen eine Straße durch Kreuzung oder Endstück abzuschließen, eine Stadt mit der Stadtmauer zu umschließen oder ein Kloster zu umbauen, so können Wertungspunkte gebucht werden, natürlich gibt es dabei für eine ganze Stadt mehr als für eine Wiese. Wichtig zu wissen ist dabei, dass nach Abrechnung der Punkte für einen beendeten Teilbereich die Spielfiguren zurückgenommen und erneut gesetzt werden dürfen. Da dem unvorsichtigeren Spieler natürlich die Figuren schnell auszugehen drohen, ist eine der wichtigsten gedanklichen strategischen Aufgaben Sorge dafür zu tragen, dass man seine gesetzte Figuren möglichst zügig wieder frei bekommt und somit beweglich bleibt für weitere, neue Aktionen. Da wie gesagt die Grundstücksarten verschiedene Werte haben, ähnlich Monopoly, ist also unter Umständen auch abzuwägen, ob man eine Figur sofort setzt, oder besser wartet bis sich eine punktreichere Spielmöglichkeit anbietet. Wichtig bei der Figur des Bauer, was wieder an Schach erinnert, ist, dass diese Figur, als einzige, erst am Ende des Spieles wieder zurückgenommen werden darf.

Sobald alle Karten gesetzt sind beginnt die Abrechnung, - und der Sieger steht fest, - wie bei Monopoly muss das nicht immer der sein, der Gewinner zu sein scheint oder als erster die meisten Felder gesammelt hat, auch hier gilt die alte Spielerregel:

Wer zuletzt lacht, der lacht am besten!

Falls Ihr meint, dieses kurzweilige, spannende Spiel für die ganze Familie könnte ihm gefallen, der sollte sich seine Lieben schnappen und mit ihnen mal eine Runde versuchen, - wie die Erfahrung lehrt bleibt es normalerweise fast nie bei der ersten, sondern es folgen meist einige verbissene Revancherunden der vermeintlich unglücklichen Verlierer, die zeigen wollen, dass sie es doch auch packen können.

Hoher Funfaktor, mittlerer Suchtfaktor, ein Strategiespiel zum Mitdenken, wo oft auch der clevere Sohn oder die geschickte Tochter den Eltern mal so richtig zeigen kann, wo es lang geht, und auch das sollte einem gutwilligen Vater oder einer mitfühlenden Mutter doch allemal recht sein. Jedenfalls war meine Erfahrung, dass man die zufriedensten Kinder um sich hat, wenn man es als der Erwachsene erfolgreich schafft nach anfänglicher scheinbarer Führung so richtig schön zu verlieren, - wie hieß der Spruch: triumphierende Kinder-Mienen danken es Ihnen!

In diesem Sinne, so mein Rat, frisch an Werk, äh ... Spiel!

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