Schmidt Spiele Carcassonne Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 12/2006
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Summe aller Bewertungen
- Präsentation:
- Spaßfaktor:
- Spielanleitung:
- Wird langweilig:
Erfahrungsbericht von _matthias_
Siedeln unter Carcas' Sonne
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Jungfrau, Kind, Sprichwort. Genauso wie die Jungfrau zum Kinde kamen wir zu einem Spieleabend, bei dem die Wahl ziemlich schnell auf das neue Spiel des Jahres fiel. Der Name des Spiels, den die meisten wohl erst im zweiten Versuch richtig aussprechen können, klang weder einladend noch abstoßend, entpuppte sich aber als südfranzösische Stadt und als Symbol für die Kirchenpolitik des Mittelalters. Ob man diesen Widerstand durch das Spiel zu würdigen weiß, sei mal dahingestellt, aber es ist auf jeden Fall ein sehr schönes Spiel geworden, das eine Reihe von Vorzügen und Spaßfaktoren mit sich bringt.
Das Spiel des Jahres 2001 kommt von der Ausstattung in einer ähnlichen Aufmachung wie die Siedler von Catan daher. Neben einem kleinen Brett, auf dem die Punkte der Mitspieler gezählt und angzeigt werden, besteht es nur noch aus den Spielfiguren der einzelnen Spieler sowie circa vier Dutzend Landschaftskarten, aus denen während des Spiels das Spielfeld Stück für Stück aufgebaut wird.
Sämtliche Spielregeln zu beschreiben wäre müßig, außerdem ist es mir wirklich zu stressig, das alles umzuformulieren statt abzuschreiben, aber die wesentlichen Spielzüge seien hier beschrieben. Begonnen wird auf dem Spielfeld mit einer quadratischen karte. Diese zeigt schon wesentliche Bestandteile der Landschaften und Elemente, von denen es die folgenden vier gibt: Städteteile, Straßenabschnitte, Wiesen und Klöster. Ähnlich wie beim Domino können jetzt nur weitere Spielkarten an das bereits bestehende Spielfeld angelegt werden, wenn sie an allen Anschlüssen wirklich haargenau passen. Dies kann durchaus zu einem Problem werden, denn wenn ein von vier SPielkarten begrenztes Loch entsteht und ein Spieler aus später zu erklärenden Gründen ein großes Interesse daran hat, dieses Loch aufzufüllen, so muss er hoffen, dass er bei seinem nächsten Spielzug eine passende Karte vom Kartenspiel ziehen wird. Dass dies aus Gründen, die durch die Wahrscheinlichkeitsrechnung begründet sind, meist nicht passiert, dürfte nachvollziehbaren Ärger hervorrufen ...
Alle Spieler ziehen jetzt reihum eine Spielkarte, legen diese passend an das bisher bestehende Spielfeld an und dürfen eines ihrer acht Spielfiguren auf einen Teil der soeben angelegten Karte setzen, müssen aber nicht. Mit diesen Spielfiguren besetzt man sozusagen einen Landschaftsteil und kann im Verlaufe oder nach dem Ende des Spiels Punkte dafür bekommen.
Wie kann ich nun Punkte machen? Prinzipiell ist es genauso einfach wie genial. Für einen geschlossenen Straßenzug gibt es so viele Punkte wie Landschaftskarten mit Straßenteilen daran beteiligt sind, ebenso verhält es sich mit vollständig von Stadtmauern umschlossenen Städten, man zählt prinzipiell nur die beteiligten Felder der Stadt. Klöster müssen von neun Landschaftskarten umschlossen sein, damit sie Punkte bringen. bei all diesen Aktionen ist Voraussetzung, dass ein Spieler auch wirklich eine seiner Spielfiguren auf einen Straßen- oder Stadtabschnitt gelegt hat oder ein Kloster mit einem Mönch bestückt hat. Kommt es zu einem erfolgreichen Abschluss der Bauten während des Spiels, bekommt der Spieler sofort seine Punkte und erhält seine Spielfigur zurück, damit er sie neu anlegen kann.
Nach dem Spiel kommt es zu einer weiteren Punktewertung für alle Spielfiguren, die auf Wiesen angelegt wurden. Dies kann das Spielergebnis nochmal völlig auf den kopf stellen, denn jede Stadt ergibt weitere Punkte, die ein Spieler erhält, der im verlaufe des Spiels auf einer angrenzenden Wiese eine Spielfigur gestellt hat. Das Spiel ist übrigens zu Ende, wenn die letzte Karte dem Spielfeld hinzugefügt wurde, unabhängig davon, ob alle Spieler ihre Spielfiguren gesetzt haben oder nicht. Jetzt werden auch alle nicht fertigen Städte, Straßen und Klöster gewertet, die anteilig Punkte ergeben, wenn auch insgesamt weniger, als wenn sie während des Spiels fertiggestellt worden wären. Außerdem erhält der Spieler seine Spielfigur nicht zurück, was ihm während des SPiels eventuell wertvolle Punkte durch die Lappen gehen lässt.
Das sind im Groben die Regeln und schon einige Eigenschaften des Spiels, zahlreiche weitere werden in den Spielregeln erklärt, das würde hier sicher den Rahmen sprengen. Bei diesem Spiel muss man schon ein wenig taktieren. Zum einen muss man sich immer wieder überlegen, wo man die nächste Spielkarte anlegt, damit man selber möglichst viele Punkte gewinnt, andererseits aber auch dem Gegner vielleicht einen seiner Pläne durchkreuzen kann oder durch geschicktes Spiel seine sicher geglaubten Punkte auch rauben kann.
Es macht wirklich Spaß zu grübeln, wie groß die Chancen für die eine oder Variante zum punkten noch sind, denn gerade gegen Ende merkt man voller Panik, dass die ursprünglich beabsichtigten Baupläne mangels weiteren passenden Landschaftskarten meist unmöglich werden. und auch nach zahllosen Spielen wird man wohl keine sichere Gewinnvariante entdecken, sodass der Langzeitspielspaß bei diesem Spiel auch nachhaltig gegeben zu sein scheint.
Auch das Durchkreuzen von Plänen anderer Mitspieler will gelernt sein. So plump wie ich es am Anfang stets versuchte, ging es nämlich wirklich nicht. Insbesondere wenn man zu viert oder zu fünft spielt, muss man bedenken, dass man im prinzip drei oder vier Gegenspieler hat, die ihrerseits berechtigte Interessen für den einen oder anderen startegischen Schachtzug haben, sodass man eventuell am Ende mit leeren Händen dasteht. Natürlich merkt man nach der Hälfte des Spiels schon ein wenig, wer die besten Siegchancen hat, aber mit Glück und Geschick kann dieses Blatt noch gewendet werden, sodass anders als bei Spielen wie Monopoly sich hier bis zum Schluss noch gute Möglichkeiten für die Spielgestaltung ergeben. Wirklich gelungen.
Der Preis ist mit circa 15 Euro (im Shop von spielenet.de anscheinend nur 12 Euro 95) im Vergleich zu anderen Spielen sehr fair finde ich, kosten doch Brettspiele meist 30 Euro und mehr, nur weil man Die Spielidee und die jahrelange Entwicklungsarbeit mitbezahlt. Von daher sollte es durchaus im Haushaltsbudget drin sein beziehungsweise sich als Geschenk eigenen.
Viele werden das Spiel "Siedler von Catan" besser finden, aber wer dieses Spiel langsam satt hat, der findet im Spiel Carcassonne bei ähnlicher Spielidee eine wirklich gelungene Abwechslung. Ob das Spiel wirklich mit zwei Spielern genauso viel Spaß macht, wage ich zu bezweifeln. Von anderen habe ich schon Gegenteiliges gehört, ebenso stelle ich mir vor, dass viele der taktischen varianten schlichtweg unter den Tisch fallen. Die Spieldauer ist zwar mit 30 bis 45 Minuten angegeben, je nach Entschlossenheit und Spieleranzahl kann so ein Spiel aber durchaus auch mal bis zu 90 Minuten dauern, insbesondere, wenn man am Anfang noch nicht mit allen Regeln und Feinheiten vertraut ist. Als Wertung gibt es von mir wegen der guten Spielidee, der gelungenen Umsetzung und des angenehm niedrigen Preises die Höchswertung. Auch zu diesem Spiel gibt es bereits wieder ein Erweiterungsset ...
Die Herstellerangaben zu Carcassonne (vergleiche aber mit obigen Angaben).
Erschienen 2000 bei Hans im Glück
Autor: Klaus-Jürgen Wrede
Ab 8 Jahren
2 bis 5 Spieler
Spieldauer: 30 bis 45 Minuten
Preis: 13 bis 15 Euro
Spielende Grüße, euer mr.matze (c) 30.4.02
Wer klaut dem soll das Spielprinzip ein Rätsel bleiben.
Respect all Colours.
Das Spiel des Jahres 2001 kommt von der Ausstattung in einer ähnlichen Aufmachung wie die Siedler von Catan daher. Neben einem kleinen Brett, auf dem die Punkte der Mitspieler gezählt und angzeigt werden, besteht es nur noch aus den Spielfiguren der einzelnen Spieler sowie circa vier Dutzend Landschaftskarten, aus denen während des Spiels das Spielfeld Stück für Stück aufgebaut wird.
Sämtliche Spielregeln zu beschreiben wäre müßig, außerdem ist es mir wirklich zu stressig, das alles umzuformulieren statt abzuschreiben, aber die wesentlichen Spielzüge seien hier beschrieben. Begonnen wird auf dem Spielfeld mit einer quadratischen karte. Diese zeigt schon wesentliche Bestandteile der Landschaften und Elemente, von denen es die folgenden vier gibt: Städteteile, Straßenabschnitte, Wiesen und Klöster. Ähnlich wie beim Domino können jetzt nur weitere Spielkarten an das bereits bestehende Spielfeld angelegt werden, wenn sie an allen Anschlüssen wirklich haargenau passen. Dies kann durchaus zu einem Problem werden, denn wenn ein von vier SPielkarten begrenztes Loch entsteht und ein Spieler aus später zu erklärenden Gründen ein großes Interesse daran hat, dieses Loch aufzufüllen, so muss er hoffen, dass er bei seinem nächsten Spielzug eine passende Karte vom Kartenspiel ziehen wird. Dass dies aus Gründen, die durch die Wahrscheinlichkeitsrechnung begründet sind, meist nicht passiert, dürfte nachvollziehbaren Ärger hervorrufen ...
Alle Spieler ziehen jetzt reihum eine Spielkarte, legen diese passend an das bisher bestehende Spielfeld an und dürfen eines ihrer acht Spielfiguren auf einen Teil der soeben angelegten Karte setzen, müssen aber nicht. Mit diesen Spielfiguren besetzt man sozusagen einen Landschaftsteil und kann im Verlaufe oder nach dem Ende des Spiels Punkte dafür bekommen.
Wie kann ich nun Punkte machen? Prinzipiell ist es genauso einfach wie genial. Für einen geschlossenen Straßenzug gibt es so viele Punkte wie Landschaftskarten mit Straßenteilen daran beteiligt sind, ebenso verhält es sich mit vollständig von Stadtmauern umschlossenen Städten, man zählt prinzipiell nur die beteiligten Felder der Stadt. Klöster müssen von neun Landschaftskarten umschlossen sein, damit sie Punkte bringen. bei all diesen Aktionen ist Voraussetzung, dass ein Spieler auch wirklich eine seiner Spielfiguren auf einen Straßen- oder Stadtabschnitt gelegt hat oder ein Kloster mit einem Mönch bestückt hat. Kommt es zu einem erfolgreichen Abschluss der Bauten während des Spiels, bekommt der Spieler sofort seine Punkte und erhält seine Spielfigur zurück, damit er sie neu anlegen kann.
Nach dem Spiel kommt es zu einer weiteren Punktewertung für alle Spielfiguren, die auf Wiesen angelegt wurden. Dies kann das Spielergebnis nochmal völlig auf den kopf stellen, denn jede Stadt ergibt weitere Punkte, die ein Spieler erhält, der im verlaufe des Spiels auf einer angrenzenden Wiese eine Spielfigur gestellt hat. Das Spiel ist übrigens zu Ende, wenn die letzte Karte dem Spielfeld hinzugefügt wurde, unabhängig davon, ob alle Spieler ihre Spielfiguren gesetzt haben oder nicht. Jetzt werden auch alle nicht fertigen Städte, Straßen und Klöster gewertet, die anteilig Punkte ergeben, wenn auch insgesamt weniger, als wenn sie während des Spiels fertiggestellt worden wären. Außerdem erhält der Spieler seine Spielfigur nicht zurück, was ihm während des SPiels eventuell wertvolle Punkte durch die Lappen gehen lässt.
Das sind im Groben die Regeln und schon einige Eigenschaften des Spiels, zahlreiche weitere werden in den Spielregeln erklärt, das würde hier sicher den Rahmen sprengen. Bei diesem Spiel muss man schon ein wenig taktieren. Zum einen muss man sich immer wieder überlegen, wo man die nächste Spielkarte anlegt, damit man selber möglichst viele Punkte gewinnt, andererseits aber auch dem Gegner vielleicht einen seiner Pläne durchkreuzen kann oder durch geschicktes Spiel seine sicher geglaubten Punkte auch rauben kann.
Es macht wirklich Spaß zu grübeln, wie groß die Chancen für die eine oder Variante zum punkten noch sind, denn gerade gegen Ende merkt man voller Panik, dass die ursprünglich beabsichtigten Baupläne mangels weiteren passenden Landschaftskarten meist unmöglich werden. und auch nach zahllosen Spielen wird man wohl keine sichere Gewinnvariante entdecken, sodass der Langzeitspielspaß bei diesem Spiel auch nachhaltig gegeben zu sein scheint.
Auch das Durchkreuzen von Plänen anderer Mitspieler will gelernt sein. So plump wie ich es am Anfang stets versuchte, ging es nämlich wirklich nicht. Insbesondere wenn man zu viert oder zu fünft spielt, muss man bedenken, dass man im prinzip drei oder vier Gegenspieler hat, die ihrerseits berechtigte Interessen für den einen oder anderen startegischen Schachtzug haben, sodass man eventuell am Ende mit leeren Händen dasteht. Natürlich merkt man nach der Hälfte des Spiels schon ein wenig, wer die besten Siegchancen hat, aber mit Glück und Geschick kann dieses Blatt noch gewendet werden, sodass anders als bei Spielen wie Monopoly sich hier bis zum Schluss noch gute Möglichkeiten für die Spielgestaltung ergeben. Wirklich gelungen.
Der Preis ist mit circa 15 Euro (im Shop von spielenet.de anscheinend nur 12 Euro 95) im Vergleich zu anderen Spielen sehr fair finde ich, kosten doch Brettspiele meist 30 Euro und mehr, nur weil man Die Spielidee und die jahrelange Entwicklungsarbeit mitbezahlt. Von daher sollte es durchaus im Haushaltsbudget drin sein beziehungsweise sich als Geschenk eigenen.
Viele werden das Spiel "Siedler von Catan" besser finden, aber wer dieses Spiel langsam satt hat, der findet im Spiel Carcassonne bei ähnlicher Spielidee eine wirklich gelungene Abwechslung. Ob das Spiel wirklich mit zwei Spielern genauso viel Spaß macht, wage ich zu bezweifeln. Von anderen habe ich schon Gegenteiliges gehört, ebenso stelle ich mir vor, dass viele der taktischen varianten schlichtweg unter den Tisch fallen. Die Spieldauer ist zwar mit 30 bis 45 Minuten angegeben, je nach Entschlossenheit und Spieleranzahl kann so ein Spiel aber durchaus auch mal bis zu 90 Minuten dauern, insbesondere, wenn man am Anfang noch nicht mit allen Regeln und Feinheiten vertraut ist. Als Wertung gibt es von mir wegen der guten Spielidee, der gelungenen Umsetzung und des angenehm niedrigen Preises die Höchswertung. Auch zu diesem Spiel gibt es bereits wieder ein Erweiterungsset ...
Die Herstellerangaben zu Carcassonne (vergleiche aber mit obigen Angaben).
Erschienen 2000 bei Hans im Glück
Autor: Klaus-Jürgen Wrede
Ab 8 Jahren
2 bis 5 Spieler
Spieldauer: 30 bis 45 Minuten
Preis: 13 bis 15 Euro
Spielende Grüße, euer mr.matze (c) 30.4.02
Wer klaut dem soll das Spielprinzip ein Rätsel bleiben.
Respect all Colours.
26 Bewertungen, 2 Kommentare
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30.04.2002, 10:54 Uhr von schweitzman
Bewertung: sehr hilfreichNoch mehr Fun macht die 2 Spiele & 2 Erweiterungssets-Variante, stundenlanger Kleinkrieg auf dem Tisch...
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30.04.2002, 10:33 Uhr von hpmaier
Bewertung: sehr hilfreichIch kann diesen Bericht so schnell bewerten, da ich ihn gerade bei ciao gelesen hab' *zwinker* hpmaier
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